Hände in Schutzhandschuhen formen ein Herz

Verantwortung für Hautgesundheit Wie Arbeitgebende hauterkrankte Beschäftigte unterstützen können

Was müssen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen beachten, wenn einer oder eine ihrer Beschäftigten Hautbeschwerden bekommt? Als Unternehmensleitung sind Sie generell verpflichtet, alle Gefährdungen aus beruflichen Risiken für die Haut Ihrer Beschäftigten zu minimieren – etwa durch Schutzmaßnahmen wie geeignete Handschuhe, Desinfektions-, Hautschutz- und Pflegemittel sowie passende Arbeitsorganisation und gutes Arbeitsklima.

Leidet jemand unter beruflich bedingten Hautveränderungen oder Hautkrankheiten, ist die BGW mit praktischer Hilfe und individueller Unterstützung für Betroffene da.

Das sollten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Blick haben:

  • Arbeitgebende müssen generell geeignete persönliche Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe) sowie Hautschutz- und Pflegecremes zur Verfügung stellen. Damit alle Schutzmaßnahmen gezielt ineinander greifen, sollten sie für den Betrieb einen Hautschutzplan erstellen.
  • Hautschädigende Stoffe sind gegen ungefährliche Stoffe zu ersetzen, soweit möglich.
  • Beschäftigte dürfen nicht zu lange Feuchtarbeiten verrichten oder Handschuhe tragen. Bei längerem Tragen (ab circa 10 bis 15 Minuten) stauen sich im Handschuh Wärme und Feuchtigkeit. In diesem Fall sollte man Baumwollhandschuhe unterziehen.
  • Es muss darauf geachtet werden, dass die Beschäftigten sich auch wirklich an die Vorgaben halten, also Handschuhe tragen, Cremes verwenden etc.
  • Die Beschäftigten sind außerdem zu Schutzmaßnahmen zu unterweisen.
  • Der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin sowie die Fachkraft für Arbeitssicherheit helfen dabei, geeignete Maßnahmen zum umfassenden Schutz vor beruflich bedingten Hauterkrankungen zu finden.
  • Eine arbeitsmedizinische Vorsorge ist den Beschäftigten ab täglich 2 Stunden Feuchtarbeit anzubieten und ab 4 Stunden verpflichtend.
  • Zeigen sich bei Beschäftigten Anhaltspunkte für eine Berufskrankheit, ist das Unternehmen verpflichtet, bei der BGW als zuständiger Unfallversicherungsträgerin eine Verdachtsanzeige zu stellen. Je früher, desto besser – im Sinne der Betroffenen, denn so kann die BGW schnellstmöglich aktiv werden. 

Infos dazu, welche Maßnahmen im Fall einer berufsbedingten Hauterkrankung im Bereich Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege erforderlich sein können bietet z. B. unser E-Learning-Modul "Beruflicher Hautschutz und Schutzhandschuhe" der Online-Kursreihe "Hautgesundheit im Beruf".

Angebote der BGW zur Individualprävention

Beschäftigte sind verpflichtet – und natürlich im eigenen Interesse dafür verantwortlich –, die Schutzmaßnahmen in Anspruch zu nehmen und in ihrem Arbeitsalltag umzusetzen.

Erkrankt dennoch jemand, sind gezielte Präventionsangebote für Versicherte mit berufsbedingten Hautveränderungen oder Hauterkrankungen wichtig. Die BGW berät und begleitet die Betroffenen intensiv und bietet Maßnahmen zur Individualprävention an. Das können zum Beispiel ein Besuch der Hautsprechstunde, eine Betriebsberatung, dermatologische Behandlung im Rahmen des Hautarztverfahrens oder die Teilnahme an Hautschutzseminaren sein. Ziel ist es, einer Entstehung, Verschlimmerung oder dem erneuten Ausbruch der Krankheit entgegenzuwirken.

Betriebsärztinnen und -ärzte sind übrigens nicht für die Therapie Betroffener verantwortlich, sondern sorgen lediglich für eine erkrankungsgerechte Anpassung der Arbeitsbedingungen. Wichtig ist, dass der behandelnden Dermatologe oder die behandelnde Dermatologin den Betrieb informieren darf, damit dort alle nötigen Anpassungen umgesetzt werden können. Wenn alle am Verfahren Beteiligten zuammenarbeiten, profitieren die Betroffenen im Sinne ihrer Genesung am meisten.