Frau zieht Haushaltshandschuhe an

So schützen Sie Ihre Haut

Das Motto für gesunde Haut heißt: Beugen Sie vor! Schützen Sie sich vor Belastungen durch Wasser, Chemikalien, Seife, Reiniger, Staub, aggressive Stoffe oder Kontakt mit infektiösem Material. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, für ihre Beschäftigten geeigenete Schutzmaßnahmen zu treffen, Schutzmittel zur Verfügung zu stellen und über den richtigen Gebrauch aufzuklären.

Wichtig für gesunde Haut ist vor allem, die Arbeit hautverträglich zu organisieren: Hautreizende Tätigkeiten sollten möglichst auf mehrere Mitarbeitende verteilt werden. Wo nötig, müssen Beschäftigte geeignete Schutzhandschuhe tragen. Die Hände schonend zu reinigen und zu desinfizieren spielt ebenfalls eine große Rolle. Und zu guter Letzt: Sie sollten Ihre Haut häufig und gründlich mit schützenden Cremes pflegen.

Das A und O sind Handschuhe

Sie schützen nicht nur vor Verschmutzungen und Verletzungen Ihrer Hände, sondern auch vor dem Verbreiten von Krankheitserregern sowie vor aggressiven Stoffen. Wählen Sie je nach Arbeitsvorgang die geeigneten Handschuhe aus - in der richtigen Größe und Passform, um sich und andere zu schützen. 

Handschuh-Galerie

Bild vergrößern Medizinischer Schutzhandschuh

Sterile medizinische Schutzhandschuhe gibt es - latexfrei und damit allergiearm - aus Nitril, Polyethylen und Vinyl. Sie schützen vor Krankheitserregern, in der Regel aber nicht vor Chemikalien. Verwenden Sie diese bei Kontakt mit Blut, Sekreten oder Ausscheidungen. Latexhandschuhe schützen auch vor Tensiden, es besteht aber Allergiegefahr.

Bild vergrößern Chemikalienbeständiger Haushaltshandschuh

Chemikalienfeste Schutzhandschuhe eignen sich für Tätigkeiten mit Reinigungsmitteln oder beim Desinfizieren von Flächen und Instrumenten. Sie sind mehrfach verwendbar und haben lange Stulpen, die Ihre Unterarme schützen. Produkte aus Nitrilkautschuk sind haltbarer als aus Latex und haben geringe Allergiegefahr. Ebenso wie Handschuhe aus Vinyl.

Bild vergrößern Einmalhandschuh aus Nitril

Einmalhandschuhe aus Nitril eignen sich besonders für Tätigkeiten, die feines Tastgefühl erfordern, oder für den Umgang mit Lebensmitteln. Es besteht nur geringe Allergiegefahr und sie sind mechanisch gut belastbar.

Bild vergrößern Einmalhandschuh aus Vinyl

Einmalhandschuhe aus Vinyl (PVC) bewahren Ihre Haut vor Kontakt mit Kosmetikprodukten, Seife oder Cremes. Allergien gegen Vinyl sind sehr selten.

Bild vergrößern Baumwollhandschuhe

Baumwollhandschuhe saugen Schweiß auf und schützen die Haut so eine gewisse Zeit vor dem Aufquellen. Bei länger andauernden Arbeiten (ab 20 Minuten) in flüssigkeitsdichten Handschuhen sollten Sie daher Baumwollhandschuhe drunterziehen.

Teilbeschichteter Handschuh

Spezielle teilbeschichtete Arbeitshandschuhe schützen vor mechanischen Belastungen oder Verletzungen.

Bild vergrößern Einmalhandschuh aus Latex

Achtung: Bei Einmalhandschuhen aus Latex besteht Allergiegefahr. Latex enthält Proteine, die Allergien auslösen können. Besonders kritisch sind gepuderte Latexhandschuhe - verwenden Sie generell nur ungepuderte Handschuhe! Benutzen Sie Latexhandschuhe nur für den Infektionsschutz. Pro Gramm Handschuhgewicht dürfen maximal 30 Mikrogramm Latexprotein enthalten sein.

So verwenden Sie Schutzhandschuhe richtig:

  • Hautschutzcremes erst vollständig einziehen lassen
  • Handschuhe nur über saubere und trockene Hände ziehen
  • Handschuhe nur so lange wie nötig tragen.
  • Bei längerem Tragen (ab ca. 20 Minuten) stauen sich Wärme und Feuchtigkeit im Handschuh - dann helfen Baumwollhandschuhe unter den Schutzhandschuhen.
  • Handschuhe wechseln, sobald sie innen feucht sind
  • Einmalhandschuhe wirklich nur einmal benutzen - sie verlieren ihre Schutzwirkung bei mehrmaligem Gebrauch
  • Bei chemikalienbeständigen Schutzhandschuhen die Stulpen umschlagen - so fließt kein Wasser hinein
Latexallergien vermeiden

Manche Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe von Handschuhen, beispielsweise auf Latex. In einigen Berufen lassen sich Latex-Handschuhen jedoch nicht vermeiden. Wir haben für Sie Wissenswertes zu Latexallergien und Prävention zusammengefasst.

Eincremen gehört zur täglichen Pflege 

Verwenden Sie eine Hautschutzcreme vor Arbeitsbeginn und regelmäßig während der Arbeit. Tragen Sie die Creme auf die trockenen Hände auf und denken Sie an die Fingerzwischenräume, -kuppen, Nagelfalze und Handgelenke. Pflege- und Hautschutzprodukte sollten in Tuben oder Spendern bereitstehen - sie sind hygienischer als Gemeinschaftsdosen.

Empfehlenswert sind Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Welches Präparat Sie benötigen, hängt von Ihrem Tätigkeitsprofil und Hauttyp ab. Ihr Betriebs- oder Hautarzt oder die BGW beraten Sie.

Schonende Händehygiene

Hände waschen unter fließendem Wasser

Händewaschen mit einer pH-hautneutralen Waschlotion schont die Haut.

Bei Tätigkeiten mit Infektionsrisiko sollten Sie die Hände desinfizieren, um keine Keime zu übertragen. Denn desinfizierte Haut ist hygienisch rein. Waschen ist dann überflüssig, solange die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind. Und Desinfektion belastet die Haut weniger als Waschen. Waschen Sie Ihre Hände nicht öfter als nötig und so schonend wie möglich!

Unsere Tipps für verträgliches Händewaschen:

  • Lauwarmes statt heißes Wasser
  • Hände kurz befeuchten, mit pH-hautneutraler Waschlotion waschen (pH-Wert um 5,5) und gründlich abspülen
  • reibemittelhaltige Waschprodukte und Nagelbürsten vermeiden
  • Hände mit weichen Einmalhandtüchern abtrocknen und anschließend eincremen