Infektionen Hintergrundinformationen

Wer zuverlässig vorbeugen will, muss wissen, wie es zu Infektionen kommt und welche Anforderungen für Arbeitsschutz und Hygiene gelten.

21.783 Mal wurde der BGW  im Jahr 2020 der Verdacht auf eine berufsbedingte Infektionskrankheit gemeldet (meldepflichtige Fälle). Während Infektionen unter den Berufskrankheiten in den Vorjahren stets mit großem Abstand an dritter Stelle hinter Haut- oder Rückenerkrankungen gelegen hatten, führte die Corona-Pandemie zu einem starken Anstieg der Fallzahlen. So entfielen 2020 allein 20.897 Verdachtsmeldungen auf Covid-19-Fälle (meldepflichtige Fälle).

Neben Covid-19 treten in der Regel vor allem Tuberkulose beziehungsweise latente Tuberkuloseinfektionen, Hepatitis B und C, aber auch Skabies (Krätze) und multiresistente Erreger (MRSA) auf.

Corona: Arbeitsschutzstandards

Informationen zu Schutzmaßnahmen in den verschiedenen Branchen

Pflegekräfte sind besonders häufig Infektionsgefährdungen ausgesetzt.

Nadelstichverletzungen, die als Arbeitsunfall gemeldet werden, stehen häufig in Zusammenhang mit chirurgischen Tätigkeiten oder der Entsorgung, gefolgt von Injektionen und Blutentnahmen. Besonders betroffen sind Pflegekräfte - ihnen sind 50 bis 75 Prozent der Unfälle zuzuordnen.

Um Ansteckungen vorzubeugen, ist bei einigen Infektionskrankheiten eine Immunisierung sehr sinnvoll - zum Beispiel bei Hepatitis B: Das entsprechende Impfangebot ist damit ein wichtiges Thema für die arbeitsmedizinische Vorsorge im Betrieb (siehe ArbMedVV).

Übertragung von Infektionskrankheiten

Welche Vorschriften und Regeln sind zu beachten?

Die Biostoffverordnung beschreibt wesentliche Arbeitsschutzanforderungen für Bereiche, in denen Beschäftigte mit infektiösen Biostoffen wie Viren oder Bakterien in Kontakt kommen können. Als Handlungshilfen dazu gibt es Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe, kurz TRBA.

Für viele bei der BGW versicherte Branchen ist die TRBA 250 relevant. Sie konkretisiert, welche Schutzmaßnahmen geeignet sind, und geht insbesondere auf Sicherheitsgeräte als Schutz gegen Nadelstichverletzungen ein.

Nach § 23 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) müssen Leiterinnen und Leiter von medizinischen Einrichtungen sicherstellen, dass "die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden." Dass die Maßnahmen dem Stand der Wissenschaft entsprechen, wird vermutet, wenn die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) beachtet werden.

Ebenfalls im IfSG geregelt ist, in welchen Bereichen Hygienepläne aufgestellt werden müssen, die das betriebliche Hygienemanagement beschreiben. Dies ist insbesondere der Fall in Krankenhäusern, Einrichtungen für ambulantes Operieren, aber auch Dialyse- oder Entbindungseinrichtungen. Hygienepläne verbinden idealerweise Regelungen zum Schutz der Beschäftigten mit solchen zum Schutz der Patientinnen und Patienten.

Zu beachten ist außerdem die Lebensmittelhygiene-Verordnung.