Mund-Nase-Schutz - Illustration

Medizinische Gesichtsmaske – Mund-Nase-Schutz (MNS)

Die medizinische Gesichtsmaske gehört im Krankenhaus, in der Pflege und in anderen Gesundheitseinrichtungen zum Alltag. Sie verhindert, dass Spritzer und Tröpfchen von ihrer Trägerin oder ihrem Träger in die Luft gelangen – und hilft gegen Schmierinfektionen durch kontaminierte Hände.

Welche Bezeichnungen gibt es?

  • Medizinische Gesichtsmasken
  • Mund-Nase-Schutz (MNS)
  • Operations- oder OP-Masken
  • Chirurgische Masken

Welche Masken-Typen gibt es?

Medizinische Gesichtsmasken gehören je nach ihrer Filterleistung zum Typ I oder zum Typ II, wobei Masken des Typs II eine höhere bakterielle Filterleistung haben. Beim Typ IIR steht der Zusatz R für den Spritzwiderstand – diese Masken sind flüssigkeitsresistent.

Welche Normen gelten?

Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte. Deshalb gilt hier das Medizinprodukterecht. MNS-Masken müssen der Norm DIN EN 14683:2019-10 genügen und tragen die CE-Kennzeichnung.

Was können diese Masken? Wozu werden sie eingesetzt?

Andere vor Viren schützen

Medizinische Gesichtsmasken werden in Gesundheitseinrichtungen eingesetzt. Sie vermindern die Tröpfchenfreisetzung aus dem Nasen-Rachen-Raum des Trägers oder der Trägerin. Die Abgabe von Tröpfchen und Spritzern beim Sprechen, Husten und Niesen wird reduziert. Die Virenkonzentration in der Umgebungsluft sinkt. Damit dienen sie vorrangig dem Schutz anderer Personen (Fremdschutz).

Medizinische Gesichtsmasken für Beschäftigte

Wer zum medizinischen oder pflegenden Personal gehört, muss zum Schutz der Patientinnen und Patienten MNS-Masken des Typs II tragen. Anwendungsbeispiele finden sich bei der Arbeit in einem Operationsraum oder anderen medizinischen Einrichtungen mit ähnlichen Anforderungen. Mit MNS-Masken schützen ihre Trägerinnen und Träger die Patienten und Patientinnen vor ihren Atememissionen.

Masken des Typs I sind nicht für medizinisches Fachpersonal in Operationsräumen oder bei ähnlichen Situationen gedacht.

MNS-Masken sind für den Fremdschutz bestimmt. Da diese Masken nicht ausreichend abdichten, schützen sie nicht genügend vor einer luftgetragenen Infektion, die von anderen Personen ausgeht. Sie schützen zumindest teilweise gegen größere Tröpfchen.

Eine medizinische Gesichtsmaske reicht nicht, wenn das Coronavirus im Spiel ist oder Sie mit COVID-19 zu tun haben. Mehr zur Maskenfrage bei SARS-CoV-2 / COVID-19 finden Sie auch in der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 255, Ziffer 7.4

Medizinische Gesichtsmasken für Patientinnen, Pflegebedürftige, Kunden etc.

Insbesondere in epidemischen oder pandemischen Situationen können Patienten, Patientinnen und andere Personen potenziell Viren ausscheiden. Hier können medizinische Gesichtsmasken des Typs I verwendet werden, um das Risiko einer Infektionsverbreitung zu vermindern. Situationsbedingt können Masken mit höherer Schutzwirkung eingesetzt werden, zum Beispiel FFP2-Masken.

Sich selbst vor Schmierinfektionen schützen

Wir alle kennen das: Man berührt unbewusst die eigene Nase oder die Lippen. In Corona-Zeiten ist es besonders wichtig, dies nicht zu tun. Denn so vermeidet man das Risiko einer Schmierinfektion mit kontaminierten Händen. So schützt man sich mit medizinischen Gesichtsmasken möglicherweise auch selbst (Eigenschutz).


Woran sind Masken aus Ländern außerhalb der EU zu erkennen?

Bei genauerem Hinschauen kann man Produkte, die nicht nach europäischen Standards hergestellt sind, leicht erkennen. Kommen medizinische Gesichtsmasken zum Beispiel aus den USA oder China, tragen sie andere Beschriftungen als die Produkte, die europäischen Normen entsprechen:


USA

China

  • Norm: ASTM F2100
  • Masken-Typen:

    • Level 1
    • Level 2
    • Level 3
  • Norm: YY 0469

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Wie erkenne ich geeignete Masken? Wie vermeidet man den Einsatz von mangelhaften Produkten?

Sie möchten Masken kaufen und haben ein konkretes Produkt vor Augen? Oder Sie haben Masken in ihrer Einrichtung? Dann machen Sie den Fake Check. Achten Sie auf die Beschriftung der Masken sowie die EU-Konformitätserklärung, um qualitativ hochwertige medizinische Gesichtsmasken zu erkennen – und die Beschaffung von unzureichender Schutzausrüstung oder mangelhaften Produkten zu vermeiden.

Ist die CE-Kennzeichnung richtig dargestellt?

Bild vergrößern Links ein korrektes CE-Kennzeichen, rechts eines mit zu eng beieinanderstehenden Buchstaben

Links die CE-Kennzeichnung, rechts eine nicht richtlinienkonforme Darstellung.

Bei der CE-Kennzeichnung muss das C, wenn man es zu einem Kreis vervollständigen würde, die Kreislinie des Buchstaben E genau überdecken.

Außerdem ist der Mittelstrich des Buchstaben E bei Originalprodukten etwas kürzer als der obere und der untere Strich. Nicht korrekte Kennzeichnungen weisen beim E oft drei gleich lange Striche auf. Prüfen Sie genau die Darstellung der CE-Kennzeichnung und andere Herstellerangaben.

Ist die weitere Kennzeichnung auf dem Produkt vollständig?

Bild vergrößern Illustration einer Packung MNS, daneben eine Gebrauchsanweisung und eine Konformitätserklärung.

Sind Herkunft, Norm (DIN EN 14683 und Typ I, II oder IIR) und CE-Kennzeichnung auf der Packung zu finden?

  • Herkunft: Sind Hersteller- und Produktbezeichnung vorhanden?
  • Angewendete Norm: Ist die für das Herkunftsland geltende Norm (zum Beispiel "DIN EN 14683") angegeben?
  • CE-Kennzeichnung: Ist sie auf der Verpackung oder dem Produkt aufgedruckt?
  • Gebrauchsanweisung: Liegt sie in deutscher Sprache vor?
  • Hersteller: Liegen eindeutige Angaben zum Hersteller vor (z. B. Anschrift und Homepage)?
  • Typ: Ist der Masken-Typ angegeben (Typ I, Typ II oder Typ IIR)?
  • Nummer der Prüfstelle: Enthält die Kennzeichnung die vierstellige Kennziffer der Prüfstelle? Es gibt auch Produkte ohne Nummer der Prüfstelle, wenn der Hersteller selbst die Konformität mit der Norm geprüft hat.
  • Existiert die Prüfstelle: Auf dieser Liste der Europäischen Kommission sind die Kennziffern der Prüfstellen aufgelistet ("Notified Bodies NANDO")

Weitere wichtige Punkte:

  • Musterexemplare: Sind sie verfügbar und liegen sie tatsächlich vor?
  • Konformitätserklärung: Ist sie für das konkrete Produkt verfügbar?

Medizinische Gesichtsmasken richtig anwenden – für Arbeitgebende und Beschäftigte

Wichtig ist, dass die medizinische Gesichtsmaske ausreichend groß ist, um Mund und Nase vollständig zu bedecken. Barthaare müssen vollständig abgedeckt sein.

Tab-Menü

  • Tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung durchführen
  • Eine Unterweisung der Beschäftigten mit Dokumentation ist zu empfehlen
  • Hinweise zur arbeitsmedizinischen Vorsorge beachten
  • Tragezeiten festlegen
  • Masken personalisieren