Halbmaske mit Filter

Halbmaske mit Filter

Die Halbmaske mit Filter sorgt für die Filtration von Tröpfchen und Aerosolen beim Einatmen. Sie schützt gegen Aerosole aus festen oder flüssigen Partikeln. 

Halbmasken mit Filter schützen vor dem Einatmen kleinster Partikel – und damit auch vor Viren, die andere Personen ausgeatmet haben können. Sie sind in beruflichen Situationen einsetzbar, in denen man die Atemluft von Partikeln oder Gasen und Dämpfen reinigen muss. Ihre Filterleistung ist dabei abhängig von den eingesetzten Filtern. 

Halbmasken mit Filter bestehen aus einer Maske, die Mund, Nase und Kinn umschließt, einem Anschlussstück für die Filter und einem oder mehreren Filtern zur Reinigung der Atemluft von Partikeln oder Gasen und Dämpfen. Die Dichtlinie verläuft über den knöchernen Nasenrücken, die Wangen und unterhalb des Kinns. Diese Masken können Ein- und Ausatemventile besitzen.

Wichtig in Zeiten einer Pandemie

Um die wirksame Filtration von Tröpfchen und Aerosolen beim Einatmen zur gewährleisten, ist die Auswahl des richtigen Filters zu beachten. Darüber hinaus sind Halbmasken mit Filter oftmals mit Ausatemventilen ohne zusätzliche Filter ausgestattet. So bieten sie vorwiegend Eigenschutz. Falls der Träger oder die Trägerin aerogen übertragbare Krankheitserreger wie SARS-CoV-2-Viren absondert, ist Fremdschutz nur gewährleistet, wenn die Ausatemluft bei der Nutzung wirksam gefiltert wird. Dies gilt auch für andere aerogen übertragbare Krankheitserreger wie Pneumokokken, Masern-, Herpes-, Influenza-Viren, Varizellen und Mykoplasmen, sowie weitere Erkrankungen wie Mumps, Röteln, Pertussis, Tuberkulose und Aspergillose.

Welche Bezeichnungen gibt es?

  • Halbmasken
  • Filtermasken
  • Filtergeräte

Welche Masken-Typen gibt es?

Halbmasken mit Filter werden in keine speziellen Klassen eingeteilt, unterscheiden sich aber in der Anbringung der Filter. Die Filter können an die Filteraufnahme gesteckt oder über genormte Anschlussgewinde mit diesen verbunden werden.

Spezielle Ausstattungen / Funktionen

Die Kombination von Halbmaske mit Filter und Schutzbrille, z. B. zum Schutz der Augen vor reizenden Gasen, muss untereinander kompatibel sein. Ist dies nicht gegeben, ist eine Vollmaske mit Filter zu verwenden.

Welche Filter-Typen gibt es?

Halbmasken können entweder mit Partikelfilter, Gasfilter oder einem Kombinationsfilter ausgestattet sein.

Partikelfilter sind Filter, die luftgetragene Partikel entfernen. Sie besitzen eine weiße Kennfarbe. Je nach Abscheidevermögen der Partikelfilter erfolgt die Einteilung in P1, P2 oder P3. Je höher die Zahl, desto größer ist die Schutzwirkung. 

Gasfilter sind Filter, die Gase und Dämpfe aus der Atemluft entfernen. 

Ein Gasfilter schützt nicht gegen Partikel, ein Partikelfilter nicht gegen Gase. Kombinationsfilter sind Filter, die sowohl Partikel als auch Gase und Dämpfe aus der Atemluft entfernen.
 
Der Wiedergebrauch von Partikelfiltern durch mehrere Personen ist aus hygienischen Gründen nicht zulässig, da hierbei eine Desinfizierung nicht möglich ist.

Gegen radioaktive Stoffe und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe dürfen Partikelfilter nur einmal oder höchstens für die Dauer einer Arbeitsschicht gebraucht werden. Die jeweilige Gebrauchsdauer oder ein möglicher Mehrfachgebrauch während einer Arbeitsschicht ist entsprechend der Gefährdungsbeurteilung festzulegen.

Folgende Typen von Gasfiltern gibt es:

Filtertypen

Je nach Aufnahmevermögen der Gasfilter erfolgt die Einteilung in die Klassen 1, 2 oder 3. Je höher die Zahl, desto größer ist die Schutzwirkung. Die Filtertypen AX, SX, NOP3 und HgP3 haben ein einheitliches Aufnahmevermögen zugewiesen und werden nicht in weitere Klassen eingeteilt.

Für den Einsatz von Gasfiltern gegen Gase und Dämpfe, deren Durchbruch der Gerätträger nicht feststellen kann, sind betriebsspezifische Einsatzregeln aufzustellen und zu beachten oder aber es sind Isoliergeräte zu benutzen.

Filter, die mehr als 300g wiegen, dürfen nicht unmittelbar angeschlossen werden. Ansonsten müssen die Filter über einen Schlauch gewichtsentlastet angeschlossen werden.

Welche Normen gelten?

  • DIN EN 140:1998 Atemschutzgeräte - Halbmasken und Viertelmasken - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • DIN EN 143:2021-07 Atemschutzgeräte - Halbmasken und Viertelmasken - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • DIN EN 14387:2021-07 Atemschutzgeräte - Gasfilter und Kombinationsfilter - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung

Halbmasken mit Filter gehören zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Es gelten die Anforderungen der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen (Verordnung (EU) 2016/425).

Wozu werden Halbmasken mit Filter eingesetzt?

Halbmasken mit Filter sind Filtergeräte und Teil der persönlichen Schutzausrüstung. Sie werden als Atemschutz gegen Partikel – das sind feste oder flüssige Stoffe in fein verteiltem Zustand – und Gase eingesetzt. Ist ein Schutz gegen Gase und Dämpfe (Schadgase) erforderlich, werden Gasfilter, gegen Partikel werden Partikelfilter eingesetzt. Tritt beides gemeinsam auf, so ist ein Kombinationsfilter zu verwenden.

Filtergeräte können je nach Filterart bestimmte Schadstoffe in den Grenzen ihres Abscheide- bzw. Aufnahmevermögens aus der Umgebungsatmosphäre entfernen. Für den Einsatz gegen nitrose Gase und Quecksilber sind nur Kombinationsfilter zulässig.

Die Auswahl von Filtergeräten setzt voraus, dass die Umgebungsatmosphäre mindestens 17 Vol.-% Sauerstoff enthält. Für den Einsatz von Filtern gegen Kohlenstoffmonoxid (CO-Filter) und für spezielle Bereiche sind mindestens 19 Vol.-% Sauerstoff erforderlich.

Filtergeräte dürfen nicht benutzt werden, wenn unbekannte Umgebungsverhältnisse vorhanden sind, oder wenn sich die Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre nachteilig verändern kann. Bestehen Zweifel, ob Filtergeräte ausreichenden Schutz bieten, z. B. über Höhe der Schadstoffkonzentration, Gebrauchsdauer, unzulässige Temperaturerhöhung des Filters, Bildung unerwünschter Reaktionsprodukte im Filter, sind Isoliergeräte zu benutzen.

Bei Arbeiten mit offener Flamme oder solchen Tätigkeiten, bei denen es zu Schweißperlenflug kommen kann, ist bei Benutzung von Filtergeräten, insbesondere mit nicht unmittelbar am Atemanschluss angebrachten Gas- oder Kombinationsfiltern, auf die mögliche Gefährdung durch Entzündung der Filter zu achten (Entstehung u. a. hoher Konzentrationen an Kohlenstoffmonoxid und -dioxid).

Schutz vor Viren

Konkret schützen Halbmasken mit Filter zum Beispiel davor, winzige Tröpfchen mit Viren aus der Atemluft einer anderen Person einzuatmen. Auch bei der Arbeit mit infektiösem Material im Labor werden sie eingesetzt.

Wichtig in Zeiten einer Pandemie
  • Kein geeigneter Schutz gegen Viren bei Halbmasken mit P1-Filter: Halbmasken mit P1-Filter sind als Atemschutz gegen luftgetragene biologische Arbeitsstoffe mit der Einstufung in Risikogruppe 2 und 3 (z. B. SARS-CoV-2) nicht geeignet.
  • Halbmasken mit P2-Filter nur nach Gefährdungsbeurteilung: Halbmasken mit P2-Filter führen zu einer Einschränkung der Atemluftzufuhr. Daher ist der Einsatz solcher Masken gegen luftgetragene biologische Arbeitsstoffe mit der Einstufung in Risikogruppe 3 (z. B. SARS-CoV-2) nur nach der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung zulässig.
  • FFP2 beim Gegenüber: Wenn Anforderungen der Raumbelegung oder der Mindestabstand (1,5 m) nicht eingehalten werden oder bei erhöhtem Aerosolausstoß (ohne COVID-19 Verdacht) ist bei Nutzung außerhalb des Gesundheitswesen das gleichzeitige Tragen einer FFP2-Maske des Gegenübers notwendig.
  • Vorwiegend Eigenschutz: Nur wenn die ausgeatmete Luft wirksam gefiltert wird, ist Fremdschutz möglich. Das heißt: Sollte die halbmasketragende Person Viren ausatmen, gelangen diese durch das Gerät in die Luft.

Woran sind Masken, die in der europäischen Union zugelassen sind, erkennbar?

Sie möchten Masken kaufen und haben ein konkretes Produkt vor Augen? Achten Sie auf die Beschriftung der Masken sowie die EU-Konformitätserklärung, um qualitativ hochwertige Halbmasken mit Filter zu erkennen.

Masken

Bild vergrößern Halbmaske mit Filter zum Schutz

Ist die Kennzeichnung auf dem Produkt vollständig?

  • Herkunft: Sind Hersteller- und Produktbezeichnung sowie das Herstelldatum (mindestens das Jahr) vorhanden?
  • Angewendete Norm: Ist die für das Herkunftsland geltende Norm DIN EN 140:1998 (für Halbmasken)  aufgedruckt?
  • CE-Kennzeichnung: Ist die CE-Kennzeichnung auf der Verpackung bzw. dem Produkt aufgedruckt?
  • Größe: Ist die Größe angegeben?
  • Verweise auf Herstellerinformationen: Ist der Satz „Siehe Informationsbroschüre des Herstellers“ oder das entsprechende Piktogramm aufgedruckt? 
  • Baugruppen oder -teile: Sind Austauschbarkeit & Sicherheitseigenschaften gekennzeichnet?
  • Filtertyp und Kennfarbe: Sind Filtertyp und Kennfarbe angegeben und zueinander passend?
  • Lagerbedingungen: Sind die vom Hersteller empfohlenen Lagerbedingungen (wenigstens Temperatur und Feuchte) sowie Jahr und Monat des Ablaufdatums der Lagerfrist angegeben?
  • Partikelfilter: Sind Partikelfilter zusätzlich mit "NR" oder "R" bzw. „S“ oder „SL“ gekennzeichnet?
  • Gasfilter und Kombinationsfilter: Sind AX- und NOP3-Filter mit „Nur für einmaligen Gebrauch“, HgP3-Filter mit „Maximale Gebrauchsdauer 50 h“ und SX-Filter mit den Bezeichnungen der Stoffe, gegen den die Filter geprüft wurden, gekennzeichnet?

Weitere wichtige Punkte:

  • Musterexemplare: Sind sie verfügbar und liegen sie tatsächlich vor?
  • Konformitätserklärung: Ist sie für das konkrete Produkt verfügbar?
  • Etikettierung: Ist die Etikettierung in Ordnung, also nicht verändert, überklebt oder manipuliert?
  • Einheitlichkeit: Stimmen die Angaben auf Verpackung und Produkt überein? Gibt es keine widersprüchlichen Angaben wie zum Beispiel unterschiedliche Bezeichnungen oder Normen?

Hintergrund: Konformitätserklärung

Falls sie unsicher sind, ob die Maske den geltenden Anforderungen entspricht, können Sie die Konformitätserklärung prüfen. In Europa muss persönliche Schutzausrüstung (PSA) den grundlegenden Anforderungen der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen (Verordnung (EU) 2016/425) entsprechen. Bevor ein Unternehmen PSA auf den europäischen Markt bringt, ist eine EU-Konformitätserklärung abzugeben. Darin verpflichten sich Hersteller, dass sie die in der Richtlinie enthaltenen grundlegenden Sicherheitsanforderungen eingehalten haben. Erst dann dürfen und müssen sie die CE-Kennzeichnung gut sichtbar, leserlich und dauerhaft auf der PSA anbringen.

Halbmasken mit Filter richtig anwenden

Bitte beachten!

  • Tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung durchführen
  • Angebotsvorsorge für Geräte der Gruppe 1 (Filtergeräte mit Partikelfilter der Partikelfilterklassen P1 und P2)
  • Pflichtvorsorge für Geräte der Gruppe 2 (Filtergeräte mit Partikelfiltern der Partikelfilterklasse P3, Filtergeräte mit Gasfiltern und Kombinationsfiltern aller Filterklassen)
  • Beschäftigte unterweisen; Dokumentation der Unterweisung nicht vergessen
  • Auf- und Absetzen von Halbmasken mit Filter demonstrieren und üben
  • Gebrauchsdauer festlegen
  • Kontrolle durch den Gerätträger
  • Prüfung der Verfallsdaten der Filter (Filter haben eine begrenzte Lagerfähigkeit, die vom Hersteller angegeben ist. Sie sind nach Ablauf der Lagerfrist der Benutzung zu entziehen, auch wenn sie noch ungebraucht sind.)

Wie lange ist die Gebrauchs- und Erholungsdauer?

In der Gefährdungsbeurteilung müssen für das Tragen von Halbmasken mit Filtern sowohl die Gebrauchs- als auch die Erholungsdauer geplant werden. Empfehlungen dazu werden in der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" gegeben. Die DGUV Regel 112-190 enthält keine spezifischen Regeln für pandemische Ereignisse. Eine Pandemie erfordert ggf. von dieser DGUV Regel abweichende Maßnahmen, die einer gesonderten Betrachtung bedürfen.

Erholungsdauer ist dabei der Zeitraum zwischen aufeinanderfolgenden Gebrauchsintervallen eines Atemschutzgerätes, der zur Erholung dient. Die Erholungsdauer schließt eine leichte körperliche Arbeit nicht aus. Erholungszeiten vom Tragen einer Maske können auch dadurch erreicht werden, dass Tätigkeiten mit und ohne Maske im Wechsel geplant werden. Unabhängig davon sind die Pausenregelungen nach Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zu beachten.

Halbmasken mit Filter stellen als Atemschutzgeräte Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) dar und unterliegen bei beruflicher Verwendung dem Arbeitsschutzgesetz und der PSA-Benutzungsverordnung. Die Empfehlungen zu den der Trage- und Erholungsdauer und den nötigen Pausen bei der Nutzung von Halbmasken mit Filter beruhen auf der Eingruppierung der Atemschutzgeräte in Gruppen gemäß AMR 14.2. 

Dabei ist stets zu beachten, dass es sich um Anhaltswerte handelt, bei denen je nach Lage vor Ort auch abgewichen werden kann. Ziel ist es, die Maske tragende Person ausreichend zu schützen und zugleich eine Überbeanspruchung auszuschließen.

Verbindliche Trage- und Erholungszeiten können ohne Berücksichtigung von situations- und personenbezogenen Faktoren nicht festgelegt werden.