8. Preis: Janine Dewi Wirnata "EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus"

Das Fotoprojekt „EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus“ greift schwerwiegende psychische Erkrankungen in Form von konzeptioneller Porträtfotografie auf und schafft somit einen emotionalen Zugang zur Thematik. Die Fotografin möchte Verständnis und Offenheit für das Thema psychische Erkrankungen wecken und ein Bewusstsein für die Sichtweise von Betroffenen schärfen.

Bild vergrößern Ein Mann, der nichts trägt, außer einer Decke, die er sich über den Kopf gelegt und um den Körper geschnürt hat bis zur Hüfte.

7. Preis /Janine Dewi Wirnata "EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus" – Bild 1: Ein Umriss von Wirklichkeit: Beeinträchtigende Nebenwirkungen von Psychopharmaka verursachen eine Entfremdung gegenüber der eigenen Persönlichkeit und nehmen Betroffenen ihre Menschlichkeit. Sie funktionieren zwar wieder körperlich und fühlen sich, oberflächlich gesehen, gesund, jedoch ist ihnen vieles genommen worden, was sie letztendlich zu den Menschen gemacht hatte, die sie vor der Medikation waren.

Bild vergrößern Porträt eines bärtigen Mannes. Auf seinem Kopf befindet sich eine Rolle Toilettenpapier - etwas davon fällt bis auf seine Schulter.

7. Preis /Janine Dewi Wirnata "EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus" – Bild 2: Des Königs Gesicht: In psychotischen Zuständen kommt es oftmals zu Größenwahnsinn und Hemmungslosigkeit. Diese entrückten Realitätswahrnehmungen hindern Betroffene daran, eine stabile psychische Konstitution zu erreichen, um an einem geregelten Arbeitsalltag teilnehmen zu können.

Bild vergrößern Portät einer Frau - sie trägt fünf Scheren um den Hals.

7. Preis /Janine Dewi Wirnata "EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus": Eckenphilosophie – Bild 3: Autoaggressives Verhalten und vor allen Dingen Depressionen können mit einer Schizophrenie einhergehen. Die Folge ist sozialer Rückzug. Im Mittelpunkt steht das eigene verzerrte und meist negative Selbstbild. Man fühlt sich in eine Ecke gedrängt, aus der man allein nur schwer herausfindet.

Bild vergrößern Eine Junge Frau steckt sich einen Zimmermannshammer in den Mund.

7. Preis /Janine Dewi Wirnata "EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus" – Bild 4: Unzerbrechlich: Manche Betroffene fühlen sich wie in einer Sackgasse aus verzweifelter Ausweglosigkeit und Suizidgedanken. Bei Schizophrenie liegt die Suizidrate bei 10 Prozent.

Bild vergrößern Porträt einer Frau im Profil - sie trägt Medikamentenschachteln auf den Kopf.

7. Preis /Janine Dewi Wirnata "EIGENLEBEN – Monologe eines Tabus" – Bild 5: Die Psycho-Balance: Psychisch beeinträchtigte Menschen müssen oft sehr viel Energie aufwenden, um sich im Alltag und mit ihren Symptomen und Nebenwirkungen von Medikamenten zurechtzufinden. Das Leben von Betroffenen geht häufig mit einem seelischen Balanceakt einher, der kaum Raum für berufliche Aktivität lässt.