Mobil sein kann man trainieren #124 BGW-Podcast "Herzschlag - Für ein gesundes Berufsleben"
Wie wird Mobilität zur Alltagspraxis? Und was bedeutet das konkret für Menschen mit Behinderung? In dieser Folge ist Moderator Ralf Podszus zu Gast im Josefsheim Bigge – einer Einrichtung, in der Mobilität gezielt gefördert wird.
Mobilitätstrainer Jürgen Mies zeigt, wie Rollstuhltrainings, Fahrten mit Bus und Bahn, Übungen mit VR-Brille oder digitale Bewegungsangebote dabei helfen, mehr Sicherheit und Eigenständigkeit zu gewinnen. Es geht um Alltagshürden, um Ausdauer und um Vertrauen. Eine Folge über Beweglichkeit im wörtlichen und übertragenen Sinn – und über ein Training, das weit mehr ist als nur eine Übungseinheit.
Hier kommen Sie zum Transkript dieser Folge
Moderator:
Willkommen zum zweiten Teil zum Thema Sichere Mobilität für Menschen mit Behinderung. In der letzten Folge, da habt ihr gehört, wie wichtig Mobilität für Selbstständigkeit und Teilhabe ist. Marcus Kietzer hat uns erzählt, wie ein Skiunfall sein Leben auf den Kopf gestellt hat. Er hat sich danach ganz eindrucksvoll zurückgekämpft und teilt heute sein Wissen und seine Erfahrung mit anderen Menschen, die wie er im Rollstuhl sitzen, oder eine andere Beeinträchtigung haben. Hört eda unbedingt mal rein in die Folge. Heute bin ich im Josefsheim Bigge in Olsberg mitten in NRW. Ja, das ist eine Einrichtung, in der Menschen mit Behinderung individuell begleitet werden. Sie arbeiten und leben dort. Mit Mobilitätstrainer Jürgen Mies mach ich jetzt einen Rundgang und er zeigt mir dann, wie hier Mobilität geübt wird, vom sicheren Bordsteintraining bis zur Nutzung von Bus und Bahn. Das klingt für uns banal und einfach ist es aber nicht. Ich werde selbst auch eine Übung ausprobieren.
Jingle: Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben, der BGW-Podcast.
Moderator:
So, hier ist die Gruppe JG Haus Theresa Heinrich Sommer, Berufskolleg Dienstleistungszentrum WFBM, Josefsheim Bigge, da ist die Seelsorge, hier wird auch irgendwo Jürgen sein. Ich geh einfach mal rein. So, und der Mann, der da hinten steht, der ist bestimmt für mich. Du bist Jürgen, oder?
Jürgen Mies:
Ja genau, hallo, schön, dass du da bist und herzlich willkommen im Josefsheim!
Moderator:
Vielen Dank, Jürgen, klasse. Ja, du bist hier der Mobilitätstrainer und du weißt, wie wichtig Bewegung und Orientierung für Menschen mit Behinderung im Alltag sind. Was gehört denn alles genau zu deinem Job?
Jürgen Mies:
Ja, mein Job ist es erstmal, Leute zu erfassen, die halt einen Mobilitätsbedarf haben bei uns und das passiert bei uns im Berufsbildungsbereich, also da, wo die ganz neuen Neuaufnahmen sozusagen sind und neu hier im Josefsheim anfangen. Dort starte ich schon mit einem Mobilitäts-Assessment, das ist so eine Art, naja, Erfragung, wo die Mobilitätsbedarfe liegen und von da aus geht es dann sozusagen in die Bedarfsermittlung und dann wissen wir auch, wo die Schwierigkeiten liegen, wo wir jetzt ansetzen können, wo wir im Training ansetzen können und wie wir es weiter fortlaufen lassen.
Moderator:
Du checkst am Anfang, wer kann was und wie können wir das mit ihm am besten oder mit ihr machen.
Jürgen Mies:
Genau so sieht es aus.
Moderator:
Jetzt gehen wir hier durch die Gegend. Vielleicht solltest du lieber vorgehen, weil ich weiß ja gar nicht, wo wir hingehen können, weil es wird hier immer dunkler. Josephsheim Bigge, das ist ja ein ziemlich großes Areal. Ich bin hier zu Fuß längst gegangen, da hab ich mehrere Gebäude gesehen, auch die ganzen Wohneinheiten, wie viele Menschen leben und arbeiten hier?
Jürgen Mies:
Ja, hier sind ungefähr 700 behinderte Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Also eine ziemlich große Einrichtung, die es auch schon seit, ja seit über 100 Jahren auch gibt. Und wir haben einen sehr großen Anteil von Menschen, die ein Hilfsmittel nutzen. Das ist hier der Rollstuhl, manueller Rollstuhl oder sehr viele mit Elektrorollstuhl.
Moderator:
Wir sind eben durchs Treppenhaus nach oben ein Stockwerk höher gegangen, und das können jetzt allerdings auch viele nicht. Das konnten wir jetzt machen, weil wir jetzt nicht mobilitätseingeschränkt sind, aber ich schätze mal, hier gibt es auch ganz viele Fahrstühle.
Jürgen Mies:
Hier gibt es Fahrstühle, wobei wir selbst noch nicht ganz auf dem modernsten Stand der Technik sind. Also, da könnten wir sicherlich auch noch was tun, um die Fahrstühle auch hier barrierefreier zu machen. Das heißt, wenn hier jetzt zum Beispiel bei diesem Fahrstuhl ein Rollstuhlfahrer mit einer komplexen Behinderung ranfahren würde, funktioniert das nur mit diesem Knopfdruck, da muss er aber erstmal hinkommen und er muss auch erstmal diesen Knopf betätigen können.
Moderator:
Bei moderneren Fahrstühlen sind die Knöpfe viel weiter unten angebracht.
Jürgen Mies:
Da ist auch ein Bewegungsmelder da.
Moderator:
Dann muss man gar nicht erst was machen. Okay also, da mal eben umrüsten ist natürlich auch nicht so einfach, weil ...
Jürgen Mies:
Ist schwierig genau, aber das sind natürlich auch immer wieder diese Voraussetzungen, die wir im täglichen Leben haben, ne, von daher ist das Übungsfeld hier auch immer ganz gut, dass man das auch trainieren kann, wie es auch wirklich ist.
Moderator:
Jetzt sind wir gerade mal in diesem, ja, ich muss schon sagen, monumental großen Fahrstuhl eingestiegen, also hier passt ja ein ganzes Orchester rein, also wie groß ist dieser Fahrstuhl, ich hab noch nie so einen großen Fahrstuhl gesehen, glaube ich.
Jürgen Mies:
Genau, aber du musst ja immer berechnen, dadurch, dass wir sehr viele Rollstuhlfahrer haben, auch mit größeren Geräten, müssen die natürlich auch irgendwo wenden können, sonst würden sie ja immer nur nach vorne fahren und dann wieder rückwärts rausfahren, was auch wieder schwierig ist. Bei diesem Fahrstuhl ist es zum Beispiel möglich, dass man sich im Fahrstuhl halt noch mal wenden kann und vorwärts wieder rausfahren kann. Deshalb sind hier manche Aufzüge auch etwas größer.
Moderator:
Ja, also hier kannst du auf jeden Fall einen Rollstuhl-Wettrennen drin veranstalten, während du von dem ersten in den dritten Stock fährst.
Jürgen Mies:
Genau.
Moderator:
Und hier steht auch schön was an der Wand, gemalt mit vielen bunten Zeichnungen. Und hier ist eine Wiese gemalt, man sieht den Himmel mit Wolken, fröhliche Bienchen und dann steht da Kinder aller Länder drücken beim Spielen die Hände in Lehm. Nun geh hin und sag, welche Hand ist von wem!, also auch Multikulti wird hier sehr gut gelebt.
Jürgen Mies:
Multikulti wird hier gelebt, genau. Wir sind zudem eine christliche Einrichtung und leben auch hier die Vielfalt.
Moderator:
Hier wird überall gearbeitet, überall sind Menschen mit ihren Aufgaben, auch behinderte Menschen, die hier auch nicht nur arbeiten, einige Wohnen hier eben auch. Was gibt es sonst noch alles hier so im Josefsheim Bigge?
Jürgen Mies:
Ja, wir haben hier einmal unsere Werkstatt für behinderte Menschen, dann haben wir auch noch das Berufsbildungswerk, wo wir Ausbildungen anbieten. Wir haben hier dieses eigene Berufskolleg, wo im Grunde die Berufsschule auch stattfindet, wir haben hier einen Kindergarten, wir haben hier aber auch sozusagen den letzten Bereich, so die Tagesstruktur, wo noch mal unsere älteren Menschen, die hier leben, versorgt werden.
Moderator:
Also von Jung bis Alt alles dabei, finden sie die passenden Beratungs- und Hilfsangebote im Hochsauerlandkreis. Auch bei persönlichen Krisen, also auch psychologische Betreuung gibt es hier. Ist es üblich, dass Einrichtungen wie das Josephsheim Mobilitätstrainings anbieten oder seid ihr da so die Ausnahme? Also es ist eigentlich für alle ja wichtig, so mobil durch die Gegend zu kommen, ne?
Jürgen Mies:
Ja, das stimmt, obwohl ich glaube, dass das schon ziemlich schwer ist mittlerweile so eine Einrichtung dieses Mobilitätstrainings durchführen. Wir sind da damals durch ein Projekt zu gelangt. Das Projekt hieß Kompetent Mobil, wurde von der Berufsgenossenschaft auch ins Leben gerufen. Das hat uns einen enormen Vorteil natürlich verschafft, indem wir mit in der Projektentwicklung waren, dieses Thema auch mit vorangetrieben haben, das hat uns praktisch schon zu einem gewissen Vorreiter in Sachen Mobilität von Menschen mit Behinderung / Mobilitätskompetenz fördern hier verschafft.
Moderator:
Wir bleiben mal mobil und latschen hier einfach auch weiter rum. Ne, ich sag auch mal Hallo, grüß dich!
Florian:
Hi, ich heiße Florian.
Moderator:
Hallo, grüß dich!
Carina:
Hallo, ich heiße Carina.
Moderator:
Und worauf wartet ihr gerade?
Carina:
Wir haben Pause.
Moderator:
Ja super, dann will ich euch gar nicht stören, in der Pause, viel Freude, ja. Wie habt ihr das Ganze aufgebaut, ist das hier ein fester Bestandteil für alle oder ist das eher so ein Zusatzangebot?
Jürgen Mies:
Nein, das haben wir tatsächlich wirklich aufgebaut, indem wir sagen, wir fangen im Berufsbildungsbereich damit an, setzen wir dann Förderschwerpunkte und dann geht es halt weiter. Wir haben es jetzt in unseren internen Bildungskatalog verankert, das Thema Mobilitätstraining, dass jeder wählen kann, der in der Werkstatt ist, ob er mit dem Thema Mobilitätstraining weitermacht. Also das ist im Gruppensetting angeboten, wir haben das aber auch bei uns in der sozialen Teilhabe angegliedert, dass man auch nach Feierabend diese Angebote nutzen kann zur Verkehrssicherheits- und Mobilitätstraining. Also wir leben es im Grunde weiter.
Moderator:
Jetzt gehen wir durch, hier einen ganz langen Gang, ein monumentaler Gang, so ein Rundbau oben, das sieht so ein bisschen mittelalterlich aus, also ich ...
Jürgen Mies:
Das ist wirklich von 1900 noch, das ist halt diese Ursprungsgeschichte.
Moderator:
Ja schön alt. Also, wenn ich jetzt links abbiege, dann denke ich schon, dass ich da gleich zum Mittelalter-Festival komme. Hallo!
Moderator:
Der Herr da hinten auf dem riesengroßen Portrait ist das der Josef Bigge?
Jürgen Mies:
Nein, es ist der Heinrich Sommer, sozusagen der Gründer der Einrichtungen.
Moderator:
Ah ja, und der hat damals auch dann schon eine große Einrichtung geschaffen, weil er eben auch wollte, dass alle Menschen ganz normal am Leben teilnehmen können.
Jürgen Mies:
Genau, das war damals schon der Grundgedanke, ja.
Moderator:
So eine große Einrichtung, aber ich kann mir jetzt vorstellen, dass das nicht so ganz ohne ist, Jürgen, also personell, zeitlich, auch finanziell. Wie stemmt ihr das?
Jürgen Mies:
Ja, das stimmt. Also da stoßen wir auch immer an unsere Grenzen, wenn es darum geht, zeitliche, personelle und finanzielle Sachen zu meistern. Also das ist wirklich ein großer Knackpunkt, weil so ein Mobilitätstraining natürlich sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, ich hatte es eben ja auch schon gesagt, so ein bisschen dieses Thema der Zeittaktung, wenn man jetzt ein Bus- und Bahntraining macht, dann ist man da natürlich schon etwas länger unterwegs, das kann schon mal zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen und dann hat man vielleicht nur die Möglichkeit, es mit ein oder zwei Personen zu machen, weil der Platz der Rollstuhlnutzer nicht so gegeben ist. Das heißt, man hat ein ganz individuelles Training, das zwar gut ist, aber dass auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Und da sind wir wieder bei Zeit, da sind wir wieder beim Personal, da sind wir wieder bei finanziellen Mitteln, also da ist das immer ein Problem. Jetzt sind wir angekommen, hier ist die Medienwerkstatt und da gehen wir jetzt mal rein.
Moderator:
Dann mal hinein. Hallo, wer bist du denn?
Stefanie Rath:
Guten Morgen, ich bin Stefanie Rath.
Moderator:
Und was machst du hier?
Stefanie Rath:
Ich bin hier im Büro und schreibe viele Lieferscheine, kümmere mich um die Aufträge. Ja, das ist schon eine ganz aufwendige Arbeit.
Moderator:
Und du hast für alle auch immer einen guten Rat.
Stefanie Rath:
Ja, mich kann eigentlich jeder fragen, so gut ich helfen kann.
Moderator:
Wann beginnt dein Tag, wann fängst du hier an?
Stefanie Rath:
Ich fange morgens um 08:00 Uhr an und arbeite bis mittags durch und nach dem Mittag wechsle ich in die Montagegruppe und helfe dann beim Einpacken, weil ich nicht so lange am PC sitzen kann. Deshalb mache ich das dann nachmittags, ja.
Moderator:
Kenn ich, ist nicht so gut für die Augen. Und wie bist du denn mobil hier unterwegs? Ich sehe hier keinen Rollstuhl im Raum, das heißt du kannst gehen.
Stefanie Rath:
Ja, ich laufe am Rollator.
Moderator:
Ah ja, stimmt, der steht hier, stimmt. Und damit kannst du dich gut fortbewegen und kannst dann beide Jobs auch richtig gut wuppen.
Stefanie Rath:
Ja, ja. Das passt ganz gut.
Moderator:
Nun ist es ja hier sehr hügelig. Also ich bin auf dem Weg zum Josefsheim Bigge ein bisschen zu Fuß gegangen und hier geht es hoch und runter, ein Hügel nach dem anderen. Wenn du jetzt mit dem Rollator gehst und ich sag mal es geht so ein bisschen runter, da könnte man sich ja auch mal ein bisschen lang machen, weil das Ding schiebt sich ja dann schon, wenn es so ein Gefälle gibt, ziemlich nach vorne. Wie geht das mit dem Rollator?
Stefanie Rath:
Also, da ist es schon relativ schwierig, weil ich kann nicht beide Seiten gleichzeitig bremsen. Also morgens fahre ich meistens so im Fahrdienst und den Kliniksberg benutze ich dafür eigentlich nicht.
Moderator:
Also das heißt, es wird genau einkalkuliert, wann du wie wo gehen kannst mit dem Rollator und wo es eventuell denn gefährlich ist. Und da wird dann dafür gesorgt, dass das eben anders mit der Mobilität geregelt wird.
Stefanie Rath:
Ja, genau.
Moderator:
Und Büroarbeit, das ist jetzt sogar nicht meins, weil ich die Krise kriege, wenn ich Sachen sortieren muss, ordnen muss, ablegen muss. Und vertue ich mich auch immer. Also eine wichtige Arbeit, was machst du da ganz genau?
Stefanie Rath:
Meine Hauptaufgabe ist das Zurückerfassen der Lieferscheine. Ja, da muss man sich auch ganz schön konzentrieren und zwischendurch, wenn dann mal Bestellungen rankommen, werden die dann auch von mir erfasst, ja.
Moderator:
Also die ganze Zeit konzentrieren, deswegen auch mal gut, dass man anschließend mal nicht die Augen so wirklich braucht, ne, dann möchte ich gar nicht weiter aufhalten. Vielen Dank, dass wir sprechen konnten und ich wünsch dir noch einen schönen Arbeitstag hier.
Stefanie Rath:
Danke!
Moderator:
So, jetzt geh ich mal hier rein und gucke mal und – hallo grüß dich, ich bin Ralf.
Jens:
Und ich bin Jens.
Moderator:
Hallo Jens, du bist auch gerade angekommen hier und ich sehe du bist in einem, sagt man E-Rollstuhl dazu?
Jens:
Genau in einem E-Wagen, ja.
Moderator:
E-Wagen. Das ist ein ganz schönes Gerät. Was wiegt das?
Jens:
Auch ungefähr so 250 Kilogramm.
Moderator:
Ja, solltest du mir jetzt nicht damit über den Fuß fahren auf jeden Fall.
Jens:
Nee, nee, nee, das könnte weh tun, ja.
Moderator:
Aber fahren ist auch das Stichwort. Wie bist du heute Morgen hierhergekommen?
Jens:
Ich bin mit dem E-Wagen hier hochgekommen, das geht auch recht problemlos damit. Ich hab auch noch einen Aktiv-Rollstuhl, damit komme ich auch manchmal die Arbeit hoch, aber das ist ein bisschen mühsamer, da muss ich schon viele Pausen einlegen, hiermit geht es schneller, es ist sozusagen meine PKW-Funktion.
Moderator:
Wie schnell kann denn das Teil fahren?
Jens:
Also, mein Rollstuhl kann jetzt 12 km/h fahren. Normalerweise können sie 6 km/h fahren, aber ich hab eine Zulassung, eine Mofa-Zulassung, dass ich 12 km/h fahren kann. Deswegen fahre ich auch gerne über Radwege zu fünf Kilometer entfernten Zielen. Das einzige, was mir Grenzen setzt, das ist die Akkuleistung, denn nach 20 bis 25 Kilometern ist dann langsam Schluss und anders wie beim E-Bike kann ich es mir nicht einfach sofort aufladen, das ist das worauf ich aufpassen muss, aber ansonsten bin ich sehr zufrieden hiermit, ist sehr alltagstauglich.
Moderator:
Ja, damit überholst du mich auf jeden Fall als Fußgänger. Und bist du schon mal liegengeblieben, weil du dich ein bisschen verkalkuliert hast mit der Strecke?
Jens:
Das vielleicht eher nicht, aber mein Rollstuhl, der kann nicht gerne sehr lange Steigungen fahren, kurze Steigungen ja, aber wenn die länger wie ein bis zwei Kilometer sind, dann schaltet der auf Überlast, dann bleibt er mir stehen, dann muss ich wohl wieder umdrehen dann, das ist wohl auch eine Grenze.
Moderator:
Wahrscheinlich wirst du dann aber auch öfter mal mit dem Bus und mit der Bahn durch die Gegend hier, oder?
Jens:
Ja, ich fahre sehr gerne mit Bus und Bahn, weil ich viel von der Landschaft sehen will und so. Funktioniert eigentlich auch recht gut, aber bei der Bahn ist es so das Thema Aufzug. Ich muss Sorge haben, hoffentlich funktioniert der Aufzug, denn wenn ich auf dem Bahnsteig nämlich ankomme und der Aufzug ist kaputt, dann habe ich ein Problem. Dann hab ich mir wohl einen Plan B, dass ich dann mit dem nächsten Zug wieder zum nächsten Bahnhof fahre, wo kein Aufzug ist und dann entweder mit Bus oder ich habe Hochsauerlandfahrten vom Taxi, dass ich mit dem Taxi dann vielleicht fahre. Ja, und mit dem Bus ist es so, oft ist es noch so. Es ist zwar besser geworden, aber das nur einfach ...
Moderator:
… kommt der jetzt dreimal am Tag und nicht mehr nur zweimal am Tag der Bus?
Jens:
Ja, nee, die Busse fahren gut, aber es ist so, die haben zwar einen Rollstuhlplatz, aber die Betonung liegt auf EINEM Rollstuhlplatz. Und wenn dann noch ein anderer Rollstuhlfahrer da ist, oder wenn ein Kinderwagen oder Rollatoren dran ist, dann wird es eng. Es ist zwar besser geworden, viele Busse, die sind jetzt geräumiger geworden, aber vor allem von privaten Busunternehmen, die haben oft nur einen Rollstuhlplatz. Und das muss man aufpassen. Hoffentlich kommt man mit.
Moderator:
Das ist auch das Thema mit den Fahrstühlen. Du hast mal eben gesagt, na gut, dann fährst du wieder mit dem Zug, der dann natürlich auch erstmal wieder kommen muss, eine Station zurück und machst es dann eben da. Aber da kann mir auch mal der ganze Tag sofort rum sein, weil die kommen ja auch nicht alle 15 Minuten, die Züge
Jens:
Nicht mit dem letzten Zug ankommen, dann, na ja, oder hier in Olsberg zum Beispiel. Es gibt zwei Bahnhöfe, da ziehe ich es dann vor, hier unten in Bigge auszusteigen und nicht weiter oben in Olsberg, wenn ich aus dem Ruhrgebiet komme.
Moderator:
Warum?
Jens:
Ja, weil oben in Olsberg, da ist ein Aufzug vorhanden und hier unten in Bigge, da ist kein Aufzug vorhanden.
Moderator:
Ich bin auch mit dem Aufzug gefahren vom Bahnsteig, weil ich so viel Gepäck hatte und hätte mich gefreut, wenn der funktioniert hatte, weil bei meinen Reisen davor hat kein einziger Fahrstuhl funktioniert.
Jens:
Und dann kommt es auch noch hinzu, er riecht auch oft unangenehm.
Moderator:
Die werden mittlerweile serienmäßig so ausgeliefert, mit dem Geruch Urin, das ist glaube ich, in jedem Fahrstuhl irgendwo.
Jens:
Ja, kann ich zwar mit Leben, heißt es dann Augen zu und durch. Ich meine, Hauptsache er funktioniert, aber denn es ist nämlich so eine Sache, wenn er nämlich erstmal kaputt ist, dann bleibt er nämlich auch mal ganz lange kaputt. Die Begründung war wohl darin, weil die Reparaturfirma in Düsseldorf bei der 3-S-Zentrale ist, ne, und dann dauert das.
Moderator:
Ist natürlich alles barrierefrei im Josefsheim Bigge und auch breit genug. Das heißt, du kannst dich ja überall ganz normal fortbewegen.
Jens:
Ja, also hab ich eigentlich keine Probleme mit. Es gibt auch Bordsteinabsenkungen, natürlich nicht überall, manchmal muss man einen kleinen Bogen drum fahren, aber wenn man einen Elektrorollstuhl hat, dann, also ich hab mich jedenfalls dran gewöhnt.
Moderator:
Kannst du erzählen, warum du im Rollstuhl sitzt?
Jens:
Ja, vor zehn Jahren hatte ich einen sehr schweren Herzinfarkt bekommen und ein paar Monate später musste man mir einen Herzkatheter in meine Leiste legen und dann bekam ich eine sehr schwere Rückenmarksblutung und dann konnte ich von einer Sekunde auf die andere meine Beine nicht mehr bewegen. Dann konnte ich nicht mehr laufen. Dann war es das dann.
Moderator:
Das heißt, du bist vorher ganz normal mobil unterwegs gewesen?
Jens:
Vorher war ich ganz normal, konnte ich laufen. Ich konnte Auto fahren, alles, ich hab auch in der Pflege selber gearbeitet, ich hab ein ganz normales Leben geführt, aber vor genau zehn Jahren war das alles vorbei, da musste ich mich dann umstellen, erstmal im Josefsheim wohnen, was sehr schwierig war. Aber jetzt wohne ich in einer eigenen Wohnung unten in der Stadt, womit ich auch sehr zufrieden bin mit dem Lebensstandard. Es ist ein betreutes Wohnen, wo auch Krankenschwestern regelmäßig nach mir kommen, weil ich auch noch einige andere Krankheiten habe, aber es läuft alles ganz gut.
Moderator:
Das meintest du mit es war am Anfang ein bisschen schwerer und so konnte das alles genau auf dich eingestellt werden, dass es für dich dann gut und praktisch ist.
Jens:
Ja, ja, die Anfangszeit, die war schwierig gewesen, ja.
Moderator:
Was war bei der Umstellung am schwierigsten? Vom bisher gehen auf jetzt bin ich wirklich immer im Rollstuhl.
Jens:
Also eine schlimme Umstellung war, ich konnte erst mal lange Zeit nicht in mein Elternhaus. Wie das ja nun mal so ist: Die Häuser wurden früher nicht behindertengerecht gebaut, ich kam gar nicht erst rein, weil Stufen da waren, es mussten erst mal Rampen gebaut werden, der Garten musste umgebaut werden, damit ich ins Wohnzimmer rein kam, ein Pflegebett musste rein, das geht jetzt auch alles. Und die Umstellung war schlimm, dass vor allem Heimbetreuer mich wie einen geistig behinderten Menschen behandelt haben in der Anfangszeit, das war erst sehr schlimm.
Moderator:
Und da hast du auf den Tisch geklopft und hast gesagt, es sind meine Beine, Leute, nicht mein Kopf.
Jens:
Ja, so ähnlich. Es war eine schlimme emotionale Zeit. Ja, und auch einige Freunde konnten auch nicht so damit umgehen, nicht weil sie mir was wollten, sondern weil sie eher hilflos waren, ne, weil sie nicht damit zurechtkamen, muss ich zugeben, wäre ich vielleicht auch, wer weiß.
Moderator:
Das siehst du alles sehr abgeklärt auf jeden Fall. Und zehn Jahre ist ja auch eine ganze Zeit, da entwickelt man sich ja auch weiter, aber trotzdem ist es immer für alle Menschen individualisiert natürlich anders. Jetzt kannst du dich hier super fortbewegen, also ich hab dich eben mobil sehr on Tour gesehen und vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.
Jens:
Bitteschön.
Moderator:
Ich sprech mit Martina Magdalinksi von der BGW. Und die suche ich jetzt mal in ihrem Raum hier auf. So, das müsste diese Tür hier sein. Und da ist sie auch schon. Grüß dich, Martina, hallo!
Martina Magdalinksi:
Hallo!
Moderator:
Martina, Du arbeitest bei der BGW als Fachkoordinatorin für Beratung und Inklusion. Wie wichtig Mobilität für Menschen mit Behinderung ist, das liegt für mich klar auf der Hand oder ist das oft eben doch nicht so allen klar?
Martina Magdalinksi:
Mobilität ist eigentlich der Schlüssel zur Teilhabe. Ob durch die Möglichkeit einer Fortbewegung oder auch durch eine digitale Mobilität. Und die Mobilität ist besonders wichtig für den Arbeitsmarkt, die Bildung und den Zugang auch zu Dienstleistungen. Und es gibt ja auch den Spruch, Jeder hat ein Recht auf Mobilität, so steht es jedenfalls auch in der UN Behindertenrechtskonvention und im Bundesteilhabegesetz. Und Aktion Mensch hat eine Studie zur Mobilität durchgeführt, da wurden Metropolregionen beispielhaft untersucht, vor allem Städte wie Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf und so weiter und auch das Ruhrgebiet, aber zum Beispiel leider nicht Kleinstädte oder der ländliche Bereich, so wie hier in Olsberg und der ländliche Sozialraum bringt noch andere oder weitere Aspekte mit sich, die eine Mobilität oder die Möglichkeit von Mobilität, mobil sein zu können, eben verändert oder auch einschränkt. Zum Beispiel, wenn ein Bus selten fährt oder wenn ein Bus nur eine Person mit Rollstuhl mitnehmen kann.
Moderator:
Wenn der Busfahrplan ganz groß und leer ist und dann nur irgendwie eine Zeit in der Mitte steht, weißt du schon Bescheid, wo du bist.
Martina Magdalinksi:
Genau. Und das interessante an der Studie ist noch, dass die Teilnehmenden nicht nur befragt wurden, sondern eben partizipativ bei der Erstellung der Studie beteiligt waren. Insbesondere wurde dort auch die Zugänglichkeit, die Barrierefreiheit, die Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln, auch der zeitliche Aufwand, die Kosten für Mobilität und Unsicherheit und Ängste auch thematisiert. Also, wie wichtig ist das zum Beispiel einzelnen Menschen ihre Unsicherheit oder Ängste zu nehmen und die wirklich fit zu machen, sich zu trauen, auch mobil sein zu können.
Moderator:
Jeder Mensch hat ein Recht auf Mobilität. Du hast es eben erwähnt, wie gut sind wir da deiner Einschätzung nach in Deutschland und wo hakt es noch und warum hakt es bei einigen Punkten immer noch?
Martina Magdalinksi:
Ja, das kann man ganz gut aus der Studie von Aktion Mensch einsehen oder sehen, dass es ist immer noch große Probleme gibt, gerade was Zugänglichkeit, Barrieren und eben auch Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln betrifft. Dann eben auch der Punkt, dass die Menschen auch oft sich gar nicht trauen, nach Unterstützung oder Assistenz zu fragen. Mit Mobilität ist für viele Menschen mit Behinderungen ein höherer zeitlicher Aufwand verbunden und auch Kosten. Und wie gesagt, die Zugänglichkeit ist ein ganz großes Problem, weil nicht alle Einrichtungen und so sind barrierefrei. Und es gibt auch fehlende Unterstützung manchmal, wenn jemand den Weg von A nach B nehmen will und diese stehen oft alleine da. Oder ein Bus kommt gar nicht und dann stehen sie da und werden nicht abgeholt und müssen irgendwie gucken, wie sie dann noch wieder nach Hause kommen.
Moderator:
Kenn ich auch, da siehst du bei der Tram-Anzeige kommt in drei Minuten, dann steht da irgendwie zehn Minuten lang kommt in null Minuten oder fährt sofort, aber es fährt überhaupt nichts und am Ende dann auch wirklich gar nicht. Dann bin ich genervt, geh dann aber einfach zu Fuß weiter. Thema abgehakt, aber Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind dann da erstmal alleine gelassen, stehen wahrscheinlich sogar im wahrsten Sinne des Wortes im Regen, weil auch nicht jede Bushaltestelle ein Dach hat leider. Genau und damit das Recht auf Mobilität im Alltag auch wirklich gelebt werden kann, braucht es nicht nur barrierefreie, sondern auch sichere Wege, zum Beispiel zur Werkstatt oder zum Arbeitsplatz. Warum das so wichtig ist, das erklärt uns jetzt Martin Schmitte. Er ist für das Thema Arbeitssicherheit im Josefsheim Bigge verantwortlich.
Martin Schmitte:
Ja, hallo! Das Thema Arbeitssicherheit ist hier ja sehr wichtig, weil die Wege natürlich auch sicher gestaltet sein müssen. Wir sind eine 1904 gegründete Bündeleinrichtung und da ist das schwierig durch das ständige Wachsen in der Einrichtung auch alles vernünftig herzustellen und darzulegen, abgesenkte Bordsteine, befahrbare Gullideckel … Bei uns in Josefsheim im Sauerland ist der fünfmonatige Winter ein großes Problem, um die Wege sicher zu gestalten, Falschparker vom Gelände zu halten. Das sind alles Sachen, die wir bedenken müssen, auch Gegenverkehr mit Rollis. Wir haben circa 80 Prozent Rollifahrer bei uns in der Einrichtung, da ist die normale Wegbreite nicht immer ausreichend, die einem eigentlich vorgegeben wird und so müssen wir im präventiven Plan immer an alles denken und viel vorplanen, um das vernünftig zu gestalten. Große Schwierigkeiten sind für uns immer durch die Altbauten und Neubauten die zusammenzufügen. Rampenwerke, auf denen richtige Steilheitsgrade abzuwiegen, damit die Wege bei uns für alle Rollstuhlfahrer gut zugefahren sind. Und noch mal zum Thema Sicherheit, da wir eine Bündeleinrichtung sind aus Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Berufsbildungswerk und dem Wohnpart sind wir natürlich auf Verkehrswege angewiesen, wo auch Staplerverkehr und auch Flurförderfahrzeuge fahren können, und da ist es wichtig, die Wege zu trennen und zu kennzeichnen.
Moderator:
Zurück zu dir, Martina. Welche konkreten Mobilitätsangebote macht die BGW, um genau das zu unterstützen, was Martin eben erklärt hat?
Martina Magdalinksi:
Es gibt eine Reihe „Selbstbestimmt unterwegs“ und es gibt Angebote, die wurden schon längerfristig entwickelt. Fußwege und Fahrradtrainings, das sind Gruppenangebote, wo gesund und sicher zu Fuß trainiert wird oder mit dem Rad, da können Menschen mit geistigen oder kognitiven Einschränkungen oder körperlichen Behinderungen können halt Mobilitätstrainings machen und eben Selbstbewusstsein als Verkehrsteilnehmende gewinnen. Dann gibt es noch das Rollstuhltraining Sicher Mobil, das ist ein reines Rollstuhltraining, auch ein Gruppenangebot, dort wird wirklich trainiert mit Rollstuhl sich zu bewegen, es wird auch geguckt, was hat man für einen Rollstuhl, was kann vielleicht verbessert werden, wäre ein anderer Rollstuhl vielleicht auch nicht schlecht und es gibt quasi auch so eine Art Hilfsmittel-Gebrauchsschulung das ist ganz interessant. Des Weiteren gibt es auch noch Angebote, sichere Beförderung von Menschen mit Behinderung in Kraftfahrzeugen. Auch ganz interessant, da werden Fahrdienste und Fuhrparkleitungen geschult, technisch, organisatorisch und verhaltensbezogene Maßnahmen zu kennen, um Menschen mit Behinderung sicher zu befördern, das ist ganz interessant. Und dann gibt es eben auch noch Medienangebote, ja.
Moderator:
Das ist eine ganz schöne Reihe an Möglichkeiten. Jetzt im Bezug auf Mobilität zu meiner Anreise hierher zum Josefsheim, hat ein bisschen länger gedauert, ich musste zwei Mal den Zug wechseln, zu Fuß gehen, hier fuhr nämlich wirklich kein Bus irgendwie und ja, dann bin ich ja auch über die Hügel hoch- und runtergegangen und hab dann schon gemerkt, also ich bin ganz gut zu Fuß, aber hier im Hochsauerlandkreis musst du auch ganz gut zu Fuß sein, wenn du nichts mit dem Auto machst.
Martina Magdalinksi:
Ohne Auto hier zu leben ist eine schwierige Angelegenheit. Es gibt unheimlich wenige öffentliche Verkehrsmittel, genau.
Moderator:
Es gibt auch kaum Fußwege, da bist du auch auf einmal als Fußgänger so mitten auf der Straße und denkst dir so, ja OK, dann ist das jetzt so, ne, dann nehm ich diese Herausforderung einfach an.
Martina Magdalinksi:
Genau, du musst hier wirklich gut zu Fuß sein.
Moderator:
Also liebes Hochsauerland, vielleicht auch einmal kleines bisschen umdenken, ne. Mobilität ist also mehr als nur Fortbewegung. Sie bedeutet Teilhabe, Selbstbestimmung und Sicherheit im Alltag. Vielen Dank, Martina!
Martina Magdalinksi:
Vielen Dank!
Moderator:
Jürgen, welche Mobilitätstrainings bietet ihr denn hier an, also worauf legt ihr den Fokus?
Jürgen Mies:
Im Fokus legen wir auf Vielseitigkeit, weil jeder Mensch oder Teilnehmer ist natürlich da auch individuell anders. Und wir bieten jetzt zum Beispiel Rollstuhltrainings an, weil wir sehr viele Rollstuhlnutzer haben in Einrichtungen, Rollatortraining, Fußgängertraining, aber auch Bus- und Bahntraining, Fahrradtraining, Orientierungstraining – also eine bunte Vielzahl von Trainings, die wir hier anbieten. Und wichtig ist halt die Praxisnähe, die wir dann auch dadurch schaffen wollen. Wir arbeiten natürlich auch bei unseren Trainings mit Kooperationspartnern, wie zum Beispiel der Polizei, zusammen. Ganz neu in unserem Angebot haben wir zum Beispiel ein niederschwelliges Angebot für Menschen mit einer komplexen mentalen Einschränkung oder aber auch demenzkranke Menschen. Da haben wir jetzt das Puppenspiel mit der Polizei für uns, also das pädagogische Puppenspiel entdeckt …
Moderator:
… der Polizeikasper kommt.
Jürgen Mies:
Genau, ja, nicht ganz so extrem, aber schon mit einem Zugang, wo wir sehr gut arbeiten können, wo die Menschen auch dieses Thema Verkehrssicherheit ganz anders annehmen. Und das ist sehr erfolgreich im Moment. Und die Polizei hilft uns da und unterstützt uns da auch sehr viel. Oder wir haben eine Kooperation mit der Vorzugsschule hier vor Ort aus Olsberg, wo wir Mobilitätstraining Bus und Bahn jetzt mit VR-Brillen angehen möchten. Also, wir sehen das Training in einer VR-Brille und können dann im Schonraum ja nicht im öffentlichen Raum, sondern in unserem Schonraum arbeiten und dort ein Lernprogramm durchführen, wo man praktisch mit der VR-Brille visuell in einen Bus einsteigt und die Fahrkarte löst, wo man sich positioniert, sozusagen einen Mobilitätsknigge durchführt. Das ist also immer wieder Veränderungen bei uns, wir wollen uns ja immer wieder neu aufstellen, und das zeigt uns doch schon hier, dass wir sehr erfolgreich dieses Mobilitätstraining auch seit Jahren schon durchführen.
Moderator:
Ja, und ich meine mehr digital geht ja gar nicht mit VR-Brillen sowas zu machen. Im Schonraum, ja da möchte ich auch mitunter sein, wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorher gefahren bin, aber das ist ein anderes Thema, aber wie ist es jetzt mit den VR-Brillen? Können das denn auch alle, die das dann da so erlebt haben, dann anschließend auch genauso umsetzen? Und sieht man auch in dem Test auch schon: Die Rampe geht ja gar nicht runter beim Bus, jetzt werde ich da schon seelisch drauf vorbereitet.
Jürgen Mies:
Dieses Training nutzen wir als Unterstützung, wirklich nur zur Vorbereitung um erstmal so da dran zu kommen, es kann da nicht jeder mitmachen, weil man schon eine gewisse Motorik braucht, weil man in dem Programm auch Fragen beantworten muss, von daher nutzen wir das auch wieder da nur individuell für einen bestimmten Personenkreis. Für den anderen Personenkreis arbeiten wir halt mit viel Rollenspielen. Also, wir tasten uns wirklich langsam an so ein Thema rein. Weil wir da natürlich auch nicht immer gute Erfahrungen gemacht haben mit dem Personal der öffentlichen Verkehrsmittel, möchten wir dann natürlich auch nicht unsere Teilnehmer sozusagen damit sofort konfrontieren und das wäre zum Beispiel bei einer psychisch erkrankten Person schon ein No-Go so ein Training weiterzumachen, wenn es dann sofort am Anfang schiefgeht, weil irgendeiner dann vielleicht den Fahrgast oder den Teilnehmenden da schräg anfährt.
Moderator:
Ist gestresst oder so und dann kommt auf einmal sowas zustande. Aber apropos Stress, das nimmt ja auch ganz viel Stress. Also, wenn ich mir vorstelle, jetzt muss ich da raus, es ist laut, du hast eben psychische Erkrankungen uns so erwähnt. Das sind ja ganz, ganz viele Begebenheiten, die einen auch unter Druck setzen. Und so kann man ja auch eine Person langsam darauf hintasten – Stichwort VR-Brille – und die Situation schon mal so vorher durchspielen oder mit Rollenspielen das alles genau klarmachen. Also, man wird schonend auf das Leben da draußen im Mobilitätsalltag vorbereitet.
Jürgen Mies:
Man wird vorbereitet und man muss sich natürlich, je nachdem um welche Person es geht, geht es schon mal relativ schnell, so dass eine Person innerhalb von kürzester Zeit dieses Training durchläuft, und auch sehr erfolgreich durchläuft. Es gibt aber auch Personen, die sehr, sehr lange brauchen, durch besagte Ängste, Sorgen, wie auch immer, das denn so ein Mobilitätsding sich schon über sehr lange Zeit auch zieht.
Moderator:
Schön, dass das alles individualisiert ist. Vor allem, weil man kann das ja auch je nach Grad der Behinderung einfach auch nicht pauschal machen.
Jürgen Mies:
Genau, das ist uns ganz, ganz wichtig, dass wir diese Praxisnähe und Individualisierung auch haben können.
Moderator:
Können wir uns das mal beispielhaft an einem Training anschauen, also wie das jetzt so abläuft und was man dort lernt. Es gibt ja so Bordsteintraining mit Rollstuhl, Bus und Bahn.
Jürgen Mies:
Genau, sehr gerne sogar. Wir haben hier ein Training heute mit einer kleinen Gruppe, die bereiten sich sozusagen auf die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Hier sieht man den Kevin, der mitmacht, aber ich hab dir auch einen Rollstuhl mitgebracht, da kannst du selber mal sehen, wie das Fahren in einem Rollstuhl ist und wie das Fahren vielleicht die Rampe hoch in einem Bus ist. Also da steht der Rollstuhl.
Jürgen Mies:
Ich lade ich jetzt nun ein, dich da reinzusetzen und vielleicht das mal ...
Moderator:
… Du lädst mich zum Einladen ein, das ist doch schon mal sehr einladend von dir.
Jürgen Mies:
Genau, dass du das mal selber ausprobierst.
Moderator:
Klasse, mache ich auf jeden Fall gleich. Aber wenn jetzt Kevin hier schon mal bei mir ist, dann sprechen wir doch mal noch vorher noch mal mit Kevin.
Moderator:
Hallo, Grüß dich Kevin! Kevin, du machst jetzt beim Mobilitätstraining mit für öffentliche Verkehrsmittel, was hast du da bisher alles gelernt mit deinem Rollstuhl und wie du da jetzt so vorankommen kannst?
Kevin:
Ja, was sehr schnell klar wurde, ist, dass man das halt leider meistens weit vorher anmelden muss, damit es funktioniert, ja.
Moderator:
Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln mit der Bahn oder wie? Und wieviel vorher musst du das anmelden, deinen einen Sitzplatz, den es mitunter nur im Zug gibt?
Kevin:
Das müsste schon so ein paar Tage so zwei, drei Tage muss das schon vorher angemeldet werden, sonst kann es tatsächlich passieren, dass die ein bisschen bissig reagieren. In der Regel nehmen sie dich schon mit, aber sie können dann schon mal unfreundlich reagieren. Die Situation hatte ich durchaus schon.
Moderator:
Bist du schon mal stehen geblieben mit deinem Rollstuhl?
Kevin:
Nein, mitgenommen haben sie mich. Sie war nur sehr genervt, diese Person.
Moderator:
Und das Genervte ist das öfter ein Zustand, den du so mitbekommst, wenn du unterwegs bist und mal mit den Öffis fahren musst?
Kevin:
Das habe ich bisher glücklicherweise erst ein Mal mitbekommen.
Moderator:
Das ist doch schon mal schön auf jeden Fall. Und wie läuft so ein Training jetzt genau ab? Also, du wurdest drauf vorbereitet, ich kann auch alleine dann mit dem Rollstuhl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, was hast du hier im Josefsheim Bigge mit der Unterstützung von Jürgen und dem Mobilitätstraining gelernt?
Kevin:
Ja, das Training läuft so ab, dass man mit Jürgen erstmal ein Vorabgespräch führt, wie man sich das Training vorstellt, wo man genau hin möchte und dann trifft man sich halt in der Regel ein paar Tage später und fährt dann halt einfach mal die Strecke gemeinsam ab, guckt, worauf muss ich achten, damit das Ganze funktioniert.
Moderator:
Und was hast du da mitgenommen? Was war für dich deine Erkenntnis?
Kevin:
Dass es eigentlich relativ einfach funktioniert, wenn man in der Regel so zwei, drei Dinge vorher vorbereitet, zum Beispiel sein Portemonnaie so sortiert, dass man seine Marke, die man ja dafür braucht, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, dass man die direkt schon so im Portemonnaie sortiert, dass man die direkt vorzeigen kann, dass man den Behindertenausweis direkt vorzeigen kann. Um dann das Ganze schneller abwickeln zu können, wenn dann die Leute durch den Zug gehen und die Leute kontrollieren.
Moderator:
Das hört sich jetzt so einfach an, so banal, Jürgen: Checkliste, ich steige in den Bus ein, aber das muss man halt erstmal alles verinnerlichen. Das sind am Ende dann doch Dinge, die einen total aufhalten können.
Jürgen Mies:
Ja, was der Kevin halt anspricht, dieses Vorabgespräch, ist eigentlich so eine Art Assessment, also wir führen mit den Teilnehmern eine Befragung durch zu den bestimmten Mobilitätsvarianten und daraus ergeben sich automatisch Lerneinheiten, die wir dann auch durchführen. Also, ein System ermöglicht uns, relativ schnell und effektiv zu arbeiten, so dass man sich da schon sehr viel Arbeit spart. Und dann ist es natürlich auch eine gewisse Routine, die sich da einstellt, wenn man das jetzt natürlich auf das macht, so ein Mobilitätstraining, weiß man, worauf es ankommt und welche Schwierigkeiten sind. Wir sind im ländlichen Bereich, da fährt halt nicht jede fünf Minuten ein Bus oder ein Zug, da sind wir schon mal im Stundentakt.
Moderator:
Da muss das sitzen, sonst wartet man lange rum.
Jürgen Mies:
Genau, da muss das sitzen. Es ist manchmal sogar ein Glücksspiel und manche Situation mussten wir vielleicht auch schon frühzeitig abbrechen, wenn denn ein Bus einfährt und da ist schon ein Kinderwagen drin oder ein anderer Rollstuhlnutzer. Dann kommt unser Zeitplan nicht hin und man muss es abbrechen, auf den anderen Tag verschieben. Das frisst natürlich sehr viel zeitliche Ressourcen, die man sich vorher freigeschaufelt hat.
Moderator:
Wieviel Zeit geht bei dir drauf, Kevin, wenn du jetzt deinen Weg von A nach B planst?
Kevin:
Es kommt drauf an, wo ich hin will. Also, wie ich mich selbst auf diese Aktion vorbereiten muss, das geht relativ schnell. Ich muss mir die Verbindungen raussuchen, die ich brauche, dafür gibt es ja auch dementsprechende Apps, die praktisch jeder nutzt, so DB App et cetera, also das geht relativ zackig. Aber es muss einem halt auch so wie jetzt Jürgen erstmal einer zeigen, wie das Ganze funktioniert, wenn man das vorher noch nie gemacht hat, ne?
Moderator:
Auch das gehört alles dann zum Training dazu.
Jürgen Mies:
Genau. Wir haben ja mit mehreren Faktoren auch zu tun. Also oft erlebe ich es halt auch so, diesen Mut, dieses Selbstbewusstsein, das muss erstmal auch geschult werden beziehungsweise das muss aufgebaut werden, damit so eine Sicherheit überhaupt erst mal kommt, damit man Mut hat, damit man auch vielleicht mal Leute anspricht, die einem denn weiterhelfen können. Das gehört alles mit so einem Rundumprogramm beim Mobilitätstraining mit dabei.
Moderator:
Und dann verliert man auch nicht die Lust, weiterhin mobil durch die Gegend zu fahren.
Jürgen Mies:
Genau, da animieren wir natürlich zu oder motivieren jedes Mal dazu, das auch zu tun, sich auszuprobieren, immer mal wieder den neuen Anlauf zu machen, es noch mal neu zu probieren, selbst wenn man einmal gescheitert ist. Wieder noch mal, es auszuprobieren. Ich glaube, das ist der wichtige Faktor, da nicht aufzugeben und zu sagen, so, jetzt habe ich keine Lust mehr, jetzt hat es einmal nicht hingehauen, jetzt gebe ich auf – nein, ganz im Gegenteil, wir motivieren also unsere Teilnehmer immer wieder dazu, es nochmal neu zu probieren. Und wenn das nicht funktioniert, suchen wir halt neue Wege, dass wir halt andere Möglichkeiten suchen, dort unser Mobilitätstraining vielleicht anzupassen.
Moderator:
So, jetzt setz ich mich mal in den Rollstuhl, der steht ja hier, du hast es schon erwähnt, ist aber voll gemein, das ist jetzt kein E-Rollstuhl, da muss ich alles analog mit meiner Hand machen.
Jürgen Mies:
Ja, deine Arme funktionieren ja noch, also von daher steht dem jetzt nichts entgegen. Also, du setzt dich da rein und dann geht's los an die Kreisreifen und ab die Post.
Moderator:
Dann machen wir das jetzt mal. So, also ein ganz handelsüblicher Rollstuhl, wie man ihn so kennt. Vorne sind diese, wie heißen, die Fußbereiche, die man so ...
Jürgen Mies:
… Fußtrittbretter, genau.
Moderator:
Fußtrittbretter, die man hoch und zur Seite klappen kann …
Jürgen Mies:
Ganz normales Kassenmodell ist das, genau. Du sitzt gut, du musst aufrecht sitzen und das da vorne sind die Greifreifen, weil du darfst nicht an den Reifen packen an sich, sondern an den Greifreifen dafür.
Moderator:
Das ist wahrscheinlich ein Problem, was öfter am Anfang passiert, dass man sich so ein bisschen die Finger hier klemmt, ne.
Jürgen Mies:
Ja, man sagt immer so den Pistolengriff, Daumen, Zeigefinger und dann kannst du dich ganz gut eigentlich damit fortfühlen, aber das würden wir halt nochmal wenn so ein Training ansteht, natürlich alles vorher richtig erklären, richtig beschreiben, das Ganze. Was dir vielleicht auch schon mal aufgefallen ist, ist, dass sich sehr viele Personen halt schieben lassen, dass die gar nicht selber fahren, obwohl du denkst, Mensch, der könnte ja eigentlich selber fahren, das ist so ein bisschen der Klassiker, man lässt sich natürlich gerne von A nach B schieben, weil es einfacher ist, aber gerade wir wollen ja das Training so trainieren, dass man möglichst selbstständig von A nach B kommt.
Moderator:
Dann versuch ich mal durch die Gegend zu düsen jetzt. Ja, also ich merk schon, ich muss links, links, rechts mit meinen Händen immer ausgleichen.
Jürgen Mies:
Je nachdem, wie wendig du denn dich wohin auch immer bewegst. Aber du kannst natürlich auch rückwärtsfahren. Genau.
Moderator:
Das mach ich mal genau. Ja, weil ich eben die Kurve nicht geschnallt hab. So, jetzt weiß ich aber wie es geht und kann hier genau – links drehen, heißt nach rechts fahren, das ist das was man machen muss, ja.
Jürgen Mies:
So, und jetzt stell dir vor, jetzt kommt eine kleine Kante, vielleicht ist die Kante nur einen Zentimeter hoch oder vielleicht auch anderthalb Zentimeter hoch, sodass du den Rollstuhl vorne ankippen solltest. Probier es einfach mal aus.
Moderator:
Also, das das muss ich ja eigentlich mit meinen Händen alles jetzt machen.
Jürgen Mies:
Ja genau, Hände und Körperlagerung.
Moderator:
Also Körper nach vorne.
Jürgen Mies:
Du musst deinen Rücken richtig in die Lehne.
Moderator:
Also nach hinten.
Jürgen Mies:
Genau und ruckartig mit deinen Händen den Greifreifen nach vorne bewegen.
Moderator:
Aha, das ist schon ein bisschen mehr Kraft.
Jürgen Mies:
Ja.
Kevin:
Jetzt haben Sie ihm aber auch so einen richtigen AOK-Chopper gegeben, die kriegt man schwer nach oben, das ist ein bisschen böse.
Moderator:
Siehst du, Jürgen? Ich kümmere mich ja, aber es geht nicht.
Jürgen Mies:
Genau. Also es kommt da wirklich auf die richtige Körperposition an, die richtige Technik an und das.
Moderator:
Also, ich würde schon beim ersten Kantstein scheitern, das kann man festhalten.
Jürgen Mies:
Und das sollte vielleicht noch mal verdeutlichen, dass eine kleine Barriere wirklich ein Zentimeter, anderthalb Zentimeter schon schwierig sind. Jetzt stell dir vor, du würdest jetzt einen Bahnübergang oder wo auch immer eine Schiene überqueren wollen, wo jetzt eine Kante drin ist. Dann spielt natürlich auch Zeitfaktor noch hinzu, vielleicht der Aufregungsfaktor. Vielleicht gehen denn die Lichtsignale schon an, vielleicht fängt es dann an zu bimmeln und dann wird es natürlich eng, wenn man es nicht kann.
Moderator:
Ja, auf jeden Fall. Und ich hab hier im Hochsauerland viele nicht abgesenkte Bordsteine gesehen, das hab ich auf meinem Fußweg festgestellt.
Jürgen Mies:
Ja, leider ist es so, dass die Barrierefreiheit da noch nicht ganz gegeben ist oder vielleicht bauliche Sachen, so dass viele Sachen noch unter Denkmalschutz stehen oder nicht verändert werden aufgrund … Man bewegt sich in einer Altstadt und da verändert man natürlich nicht die Wege, indem man sie asphaltiert, sondern indem man das Kopfsteinpflaster auf der noch schön lässt. Da drauf zu fahren ist natürlich auch eine Herausforderung.
Moderator:
Stichwort Kopfsteinpflaster, Kevin, das ist die größte Herausforderung, oder?
Sprecher 8
Ja, das wackelt schön, das gibt schön.
Moderator:
Jürgen, was mich jetzt noch mal interessieren würde, weil es ja so viele Möglichkeiten gibt in der Einrichtung gibt es auch sportliche Angebote?
Jürgen Mies:
Genau sportliche Angebote haben wir auch und zwar das, was ich erzählen kann, ist ein sehr erfolgreiches Angebot, was wir durchführen. Und einmal ist es das Online-Angebot was wir hier … und zwar haben wir hier vor Ort immer zwei Rollstuhlfahrer, die mit mir zusammen sozusagen live geschaltet sind und dann in die Werkstattbereiche per Zoom-Meeting geschaltet werden, weil in den Werkstätten sind nämlich Bildschirme aufgestellt. Und dann können jede Woche Donnerstag die Teilnehmer in den Werkstätten mal kurz ihre Arbeit ruhen lassen und eine Dreiviertelstunde lang Sport machen. Im Moment haben wir ungefähr 20 Teilnehmer bei der Sache, die gleichzeitig sozusagen sich bewegen. Das ist wieder eine wunderbare Verbindung zur Mobilität, auch die Altersmobilität wird dadurch geschult beziehungsweise gefördert. Wir haben ja sehr viele Rollstuhlfahrer, wie ich ja eben schon gesagt hatte, und da ist es sehr gut, wenn man mal aus dieser alten oder gewohnten Stellung rauskommt und dann sich mal streckt, reckt und dort mal Übungen macht.
Moderator:
Das sehen sie dann am Bildschirm vom Zoom-Meeting, was sie jetzt machen müssen dann, also wie Aerobic aus den 80er Jahren im Fernsehen, nur jetzt eben digital. Da ist das große Tab und alle können mitmachen mit den Rollstühlen dann da.
Jürgen Mies:
Und wir können in Zweigstellen schalten. Wir können das praktisch soweit aufschalten, dass da ziemlich viel zuschauen. Ich sehe die denn auch und kann die vom Bildschirm aus korrigieren. Ist eigentlich eine super Geschichte die wir da haben.
Moderator:
Ja und eigentlich total easy, was remote möglich macht, dass man mal eben mit großen Gruppen an allen möglichen Orten zusammen einfach mal kurz Sport macht. Und Bewegung ist ja echt wichtig.
Jürgen Mies:
Genau, Bewegung ist wichtig. Zudem haben wir hier noch ein Kletterangebot, was wir auch anbieten, also Klettern für Menschen mit Behinderung. Da hatten wir vor Jahren mal ein Projekt, und das haben wir weiter aufgefasst. Und hier wollen wir auch das Klettern noch mal ein bisschen fördern, weil wir da auch sehr viel erkannt haben, dass dadurch Selbständigkeit, Selbstbewusstsein, Mut, Entscheidungsfreiheit dadurch geschult wird. Und auch das ist sehr, sehr wichtig für das Alltägliche.
Moderator:
Was ich heute mitnehme: Mobilität ist Training und auch Vertrauen in sich selbst und auch in die Umgebung. Ja, und das Josefsheim zeigt, wie praktische Unterstützung aussehen kann, damit Menschen mit Behinderung sicher und selbstbestimmt unterwegs sein können. Vielen Dank, Jürgen, für den Rundgang hier. Interessanter Job, Mobilitätstrainer.
Jürgen Mies:
Ja, mit sehr viel Leidenschaft und Herzblut dabei. Und das schon seit 30 Jahren.
Moderator:
Wenn ihr mehr über das Josefsheim Bigge erfahren wollt, ja, dann findet ihr Links dazu in den Shownotes dieser Podcast-Folge. Alle Podcast-Folgen von Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben gibt es außerdem auf www.bgw-online.de/podcast. Empfehlt den Podcast gerne weiter, wenn euch diese Folge gefallen hat. Wir freuen uns außerdem auch immer über eine Bewertung oder einen Kommentar von euch. Hört euch beide Mobilitätsfolgen am besten an und dann wünsche ich euch eine schöne Zeit, tschüss und bis zum nächsten Mal.
Jingle: Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben, der BGW-Podcast.
Interviewgäste
Jürgen Mies
Mobilitätstrainer
Fachdienst für berufliche Teilhabe - Schulung und Sozialraum
Josefsheim gGmbH
Stefanie Rath
Mitarbeiterin der Medienwerkstatt
Josefsheim Bigge
Jens
Bewohner im Josefsheim Bigge
Martina Magdalinksi
BGW-Fachkoordinatorin für Beratung und Inklusion, Reha-Koordination
Martin Schmitte
Stabsstelle für Arbeitssicherheit/Sifa und Ba. Elektrofachkraft
Josefsheim gGmbH
Kevin
Teilnehmer am Mobilitätstraining
Josefsheim Bigge
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