Schutzmaßnahmen für den Umgang mit CMR-Stoffen Kategorie 1A und 1B

Grundsätzlich müssen beim Umgang mit krebserzeugenden, keimzellmutagenen oder reproduktionstoxischen Gefahrstoffen besondere Schutzmaßnahmen festgelegt werden.

  • Bestimmung der Exposition, insbesondere zur frühzeitigen Ermittlung erhöhter Exposition durch unvorhersehbare Ereignisse oder Unfall
  • Abgrenzung und Kennzeichnung der Bereiche
  • Ausschöpfung sämtlicher technischer Schutzmaßnahmen
  • Wenn sämtliche technischen Maßnahmen ausgeschöpft sind: Verkürzung der Dauer der Exposition nach Beratung mit Beschäftigten oder deren Vertretung und Verwendung persönlicher Schutzausrüstung
  • Verbot der Rückführung kontaminierter Luft
  • Führen eines Expositionsverzeichnisses, wenn die Beschäftigten den Substanzen in gefährdender Art und Weise ausgesetzt sind (vgl. TRGS 410)

Von diesen Vorgaben kann abgewichen werden, wenn ein Arbeitsplatzgrenzwert existiert und dessen Einhaltung durch Arbeitsplatzmessung oder andere geeignete Methoden zur Ermittlung der Exposition belegt wird (z.B. bei Desinfektionsarbeiten mit Formaldehyd enthaltenden Desinfektionsmitteln) oder die Tätigkeiten entsprechend einem verfahrens- und stoffspezifischen Kriterium (VSK) ausgeübt werden (z.B. bei der NTDF-Sterilisation, vgl. TRGS 513).

Wurde für einen krebserzeugenden Gefahrstoff auf der Basis einer Expositions-Risiko-Beziehung (ERB) eine Akzeptanz- und Toleranzkonzentration veröffentlicht, so ist das risikobezogene Maßnahmenkonzept der TRGS 910 anzuwenden.