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Beschäftigte lernen in einer Werkstatt das Arbeiten an einer Maschine

Psychische Belastung

Die psychische Belastung ist auf ein gesundheitsverträgliches Maß reduziert

Die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Anforderungen, die auch psychisch belasten können.

Beispiele für belastende Faktoren in verschiedenen Einrichtungen

  • emotionale Inanspruchnahme, insbesondere im Förder- und Betreuungsbereich
  • Lärmstress
  • Leistungsdruck durch schwer erreichbare Vorgaben und Erwartungen
  • Zeitdruck, Arbeitsverdichtung, komplexe Aufgaben und Prozesse, häufige Unterbrechungen
  • hohes Maß an Pflegeanforderungen bei Gruppen mit hohem Anteil von schwerst oder mehrfach behinderten Beschäftigten

Auch soziale Spannungen können psychisch belasten: ungelöste Konflikte im Team oder mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte. Unzureichende Abstimmungen der Arbeitsorganisation und der Arbeitszeitgestaltung oder unzureichende Kommunikation innerhalb des Teams gehören ebenfalls in diesen Bereich.

Der Umgang mit aggressiven Beschäftigten kann ebenfalls psychisch belastend sein. Und wenn solche Situationen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen eskalieren, können – zusätzlich zu körperlichen Verletzungen – auch psychische Beanspruchungen als Folge der Gewalterfahrung auftreten.

Einrichtungsleitung, Betreuungspersonen sowie Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen nehmen häufig eine Doppelrolle in Führung und Betreuung ein. Umso wichtiger ist ein positives und kooperatives Arbeitsumfeld: Das fängt bei einer guten Arbeitsorganisation an und reicht bis zu Schulungen in Konfliktbewältigung und Deeskalation.

Beispiele für Maßnahmen zur Reduzierung der Gesundheitsrisiken

Technisch

  • Geschützte und getrennte Ruhe- und Pausenräume vorsehen
  • Notrufmöglichkeiten einrichten: zum Beispiel alleinarbeitende Beschäftigte mit Personen-Notsignal-Geräten ausstatten

Organisatorisch

  • Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements
  • Ein Konzept zum Umgang mit Gewalt und Aggression erstellen
  • Regelmäßige Befragungen zu psychischen Belastung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch für die Beschäftigten durchführen und Maßnahmen ableiten
  • Arbeitsorganisation überprüfen und gegebenenfalls verbessern
  • Arbeitszeiten flexibler gestalten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Planung mit einbeziehen
  • regelmäßige Teambesprechungen durchführen
  • Personalgespräche anbieten
  • regelmäßige Supervision anbieten
    Kollegiale Beratung ermöglichen
  • Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, z.B. bei Veränderungen im eigenen Arbeitsbereich
  • Handlungs- und Entscheidungsspielräume überprüfen und gegebenenfalls erhöhen
    Eigenverantwortung stärken
  • Bei Gewaltübergriffen zeitnah eine psychologische Betreuung anbieten

Personenbezogen

  • Weiterbildungen zur Weiterentwicklung personaler Kompetenzen: persönliche Deeskalationsstrategien, Zeitmanagement, Umgang mit Stress, soziale Kompetenzen

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