Gesund in den Beruf starten und auch bleiben – mit BGW young #137 BGW-Podcast "Herzschlag - Für ein gesundes Berufsleben"
Jung, motiviert und mitten im Berufsstart – doch wer denkt da schon an Rückengesundheit, psychische Belastung oder richtige Handschuhwahl? In dieser Folge spricht Moderator Ralf Podszus mit Leonie Bauer und Meike Laugesen von BGW young. Ein Präventionsangebot, das sich speziell an Auszubildende, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger und junge Beschäftigte richtet.
Wie schafft man es, komplexe Gesundheitsthemen wie Hautschutz, Rücken- oder Infektionsprävention zielgruppengerecht aufzubereiten? Warum ist mentale Gesundheit für junge Beschäftigte in der Pflege heute so wichtig? Und was wünschen sich Azubis wirklich von ihrer Ausbildung?
Leonie und Meike erklären uns, wie man die junge Zielgruppe am besten erreicht, vor allem auch mit Themen, die auf den ersten Blick etwa dröge daherkommen. Und wie man mit Insta-Posts und Community-Gefühl sogar Handschuh-Tipps cool machen kann.
In dieser Folge kommen natürlich auch Auszubildende selbst zu Wort: Sie erzählen, warum ihnen mentale Gesundheit oder auch rückenschonendes Arbeiten wichtig sind und wie sie ihre Rolle in der Pflege verstehen.
Hier kommen Sie zum Transkript dieser Folge
Moderator:
Jo, Azubis, ihr seid jetzt auf Station, die Boss-Crew. Yeah, ihr rockt den Patientenflow – egal ob Früh-, Spät- oder Nachtschicht, eure Aura strahlt. Und glaub mir, Digga, das Cringe fällt nur den anderen auf. Also: Pflaster raus, Handschuhe an, Herz zeigen. Und wenn die Klingel bimmelt, Bruder, kick sie weg mit Stil. Läuft bei euch!
Leonie und Maike, das war doch jetzt die richtige Ansprache für junge Pflegende, oder?
Leonie Bauer:
Ich hoffe nicht. Also nee, das machen wir so lieber nicht, tatsächlich.
Meike Laugesen:
Ich glaub, da merkt man, dass das nicht genuine ist.
Leonie Bauer:
Ich glaub, beim Thema Jugendsprache ist es so: Je mehr man es versucht, desto schlimmer wird’s irgendwie.
Moderator:
Verdammt, ich hab mich jetzt so angestrengt – total daneben. Setzen, sechs. Schade. Okay, ich lass das mit der Jugendsprache. Leonie Bauer und Meike Laugesen von BGW young sind bei mir. Hi, grüßt euch!
Leonie Bauer & Meike Laugesen:
Moin!
Moderator:
Ja, und wir reden heute über BGW young. Was ist das? Was soll das? Warum braucht man das? Und warum ist es vor allem für junge Pflegende wichtig? Und wir klären auch:
Warum ist es wichtig, schon als Pflegeazubi oder junge Mitarbeiterin auf die eigene Gesundheit zu achten. Warum sollte man früh anfangen – und womit? Was hilft dabei? Alles in dieser voll coolen Podcast-Folge.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Moderator:
Wenn man jung und neu im Beruf startet, denkt man so ziemlich an alles: Yeah, erster Gehaltscheck! Ich bin frei, ich bin im Leben! Ich lerne neue Kolleg:innen kennen, hab einen spannenden Arbeitsplatz. Aber man denkt vielleicht nicht als Erstes an: meine Gesundheit. Sitze ich richtig? Bücke ich mich richtig? Welches Arbeitsmaterial ist gut für mich in der Nähe? Dabei ist das gar nicht unwichtig. Und weil das eher ein so trockenes, uncooles Thema ist, muss man sich trotzdem damit beschäftigen. Und damit man das richtig macht, gibt es BGW young. Und deswegen sind Maike und Leonie bei mir. Ich grüße euch noch mal. Ihr seid von BGW young. Könnt ihr mal erklären: Was ist das genau?
Meike Laugesen:
BGW Young ist das Angebot der BGW für alle, die gerade in den Job gestartet sind oder in den Job starten oder in der Ausbildung sind. Mit dem Ziel, dass die ganzen Leute, die gerade neu anfangen, möglichst lange gesund bleiben oder im besten Fall gar nicht krank werden. Und da liefern wir ihnen Infos, Tipps, Interviews mit anderen Leuten in der gleichen Situation quasi, damit sie eben möglichst lange gesund bleiben und so unsere ganzen Hauptthemen der BGW gut abdecken. Das richtet sich auch an alle Branchen. Also nicht nur die Pflege, natürlich auch die Pflege – aber alle bei der BGW versicherten Branchen, also auch die Friseur:innen, die Leute in der Kita, Tiermedizin, Humanmedizin, auch die Leute im Tattoostudio – einfach alle Branchen werden da angesprochen. Mit dem Ziel, dass sie so lange wie möglich das machen können, was sie gerne machen wollen.
Moderator:
So, nun gibt es natürlich Flyer, PDFs, Webseiten, Broschüren, das ganze Programm – aber das interessiert junge Leute nicht. Also, so kann man sich ja nicht an eine Einundzwanzigjährige oder einen Neunzehnjährigen wenden, der gerade irgendwie in diesem Beruf startet. Was muss man jetzt machen, damit man die junge Zielgruppe erreicht? Damit sie auch weiß: Wie bücke ich mich richtig in der Kita? Welches Arbeitsmaterial sollte ich vielleicht im Pflegebereich haben? Müsst ihr jetzt irgendwie ein lustiges TikTok-Video tanzen? Oder wie nähert ihr euch der ganz jungen Zielgruppe?
Leonie Bauer:
Ja, das ist tatsächlich ein Thema, mit dem wir uns quasi tagtäglich beschäftigen, dass wir uns fragen: Wie erreichen wir die am besten? Weil wir sie ja eben an dieses doch sehr dröge Thema „gesetzliche Unfallversicherung“ auch heranführen …
Moderator:
Ich habe eben nicht zugehört. Was hast du gesagt? Nein, Spaß.
Leonie Bauer:
Genau deshalb, ja, sind wir eigentlich so der Fokus gerade bei dem Instagram-Account von BGW young, weil wir uns gedacht haben: Okay, das ist eine gute Möglichkeit als Plattform, auch um junge Leute ansprechen zu können und am besten auch mit ihnen direkt zu interagieren. Das heißt, wir versuchen, diese – ja doch manchmal komplexen Themen – ein bisschen verspielter, sag ich mal, aufzubereiten, damit sie schnell und einfach verständlich sind und man das auch wirklich dann mit in den Arbeitsalltag nehmen kann, ohne dass es eben lange Formulare und lange Erklärtexte und so weiter und so fort gibt. Aber genauso haben wir dann ja auch noch unsere Website, wo das Ganze dann noch mal so ein Ticken ausführlicher passiert, wo es dann in einigen Artikeln noch mal näher darauf eingegangen wird: Was ist jetzt bei der Rückengesundheit besonders wichtig? Oder auch solche Themen wie, dass junge Leute sich selbst eigentlich vorstellen und erzählen, was sie tagtäglich in ihrer Ausbildung bewegt.
Moderator:
Das Thema Handschuhe tragen ist wichtig, weil da kann man sehr viele Krankheiten vorbeugen. Aber wie muss ich mir jetzt das Verspielte, wie du gesagt hast, vorstellen?
Wie machst du jetzt das Thema Handschuhe tragen verspielt auf Instagram? Pumpst du so einen Handschuh auf, pustest du den auf und lässt den wegfliegen und sagst: „Kann man auch damit machen, aber folgendes ist auch noch wichtig“?
Leonie Bauer:
Ist auf jeden Fall schon mal eine gute Videoidee, also danke dafür.
Moderator:
Da hab ich ja die Skills für.
Leonie Bauer:
Müssen uns mal treffen und besprechen, was wir da so machen können. Nee, tatsächlich haben wir so verschiedene Infoposts, nenn ich's jetzt mal – das klingt jetzt wieder ein bisschen dröge – aber so Posts, wo kurz und knapp erklärt wird: Worauf müsst ihr achten, wenn ihr Handschuhe aussucht? Welche Handschuhe sind für eine längere Zeit geeignet? Woran muss man denken, wenn man sie lange tragen muss? Zum Beispiel, dass man darunter noch Baumwollhandschuhe benutzen sollte. Solche Geschichten. Wir versuchen das einfach kurz und knapp mit möglichst wenig Text, paar Bildern und so weiter zu vermitteln. Sind aber durchaus gerade auch dabei, noch mal mehr so ein bisschen mit Video und so zu arbeiten, weil das ja heutzutage durchaus auch wichtig ist.
Moderator:
Habt ihr auch schon festgestellt, dass wenn ihr euch Themen den jungen Menschen in der Ausbildung nähert, ihr vielleicht dachtet: „Das hatten wir gut gedacht“ – aber im Ergebnis war’s nicht so gut? Weil die jungen Menschen mit ganz anderen Bedürfnissen an euch herangehen? Also habt ihr schon was vom Tisch gestrichen, was ihr ursprünglich mal cool fandet, aber dann gemerkt habt: Nee, das müssen wir ganz anders aufziehen?
Meike Laugesen:
Ich würd sagen, so wie du die Frage stellst: Nein, das ist glaub ich bisher noch nicht so wirklich passiert. Also klar, wir haben auf jeden Fall gemerkt, dass Instagram mehr zieht als eine Website, dass man die Leute wirklich da abholen muss, wo sie sind. Ich musste gerade eher daran denken, quasi eher das Gegenteilige, wo man dann auf einmal positiv überrascht war. Wir haben Interviews mit Leuten aus der Zielgruppe bei uns auf der Website: mit einer angehenden Hebamme, einer Medizinstudentin und zwei angehenden Pflegefachmännern. Und da einfach zu wissen, wie fit die schon sind und jetzt auch hier auf der Messe zu merken, wie wichtig denen das Thema ist. Also: Da ist dieses Bewusstsein, dass es wichtig ist, gesund zu bleiben und sich um sich selbst zu kümmern. Und man muss eher gucken, dass man ihnen diese Infos liefert. Das Interesse ist da.
Leonie Bauer:
Genau. Und ich glaube, was bei uns auch aktuell einfach ein Thema ist: dass wir diese Community ja gerade erst so richtig aufbauen. So lange gibt es uns ja noch gar nicht.
Und dementsprechend bauen wir da gerade erst so eine Community auf und wollen diese Interaktion noch mal stärken und testen da einfach so verschiedene Möglichkeiten aus, um die Leute zu animieren, mit uns in den Austausch zu gehen. Und das ist für uns eigentlich das größte Ziel: dass Leute zu uns kommen, uns Fragen stellen, ihre Geschichten erzählen und so weiter. Und deshalb: So einen Rückschlag hatten wir da noch gar nicht, sondern wir gucken eher: Was funktioniert?
Und tasten uns da so ran.
Moderator:
Ihr seid selbst auch noch jung, aber trotzdem schon ein paar Jahre dabei, wisst auch: Was ist wichtig im Gesundheitsdienst, wie kann man sich selbst schützen? Was habt ihr so im Laufe der Zeit gelernt, was ihr gerne auch den anderen sofort mit auf den Weg gebt?
Meike Laugesen:
Pass auf deinen Rücken auf. Ich kenne das eher, diesen Spruch, den man dann hat, wenn man so nach seinen Zwanzigern, oder Ende zwanzig, Anfang dreißig, mit „Du hast schon Rückenschmerzen? Du bist doch so jung?“ Und ich denk: Naja, aber wenn man am Laptop viel arbeitet oder viel sitzt … Aber klar: In der Pflege muss man ja viel heben und sich bücken, und da ist der Rücken so belastet. Und das ist auch Rücken, aber auch bei Haut und vielen Dingen, die man kontinuierlich auf ’ne Art macht, und man merkt erst später, dass es halt nicht gut war.
Und deswegen: Was man wirklich gemerkt hat in den letzten Jahren, immer früh genug anfangen und sich um sich selber kümmern. Weil man denkt mit 18 noch: „Naja, ich hab ja keine Probleme, ist doch alles gut.“ Ja, aber wenn du fünf Jahre dann nichts tust, oder zehn oder wie lange auch immer, das kommt irgendwann.
Moderator:
Aber das ist genau der Punkt. Dann ist eben der Desinfektionsapparat im Krankenhaus am Ende des Ganges, und man muss in die erste Tür reingehen und sagt sich: „Egal, dann hab ich mich jetzt eben mal nicht desinfiziert.“ Und man ist noch jung und sagt sich: Schwamm drüber. Wie kann man das den Menschen einbläuen, dass man das von Anfang an wie so einen Automatismus verinnerlicht?
Meike Laugesen:
Ich glaub, man muss vor allen Dingen betonen, was der Benefit ist. Dass sich vielleicht vieles erst mal wie nervige Übungen oder Umwege anfühlt – aber klarzumachen: Du machst das nicht, weil irgendjemand sagt, du musst das machen. Sondern: Es steckt eine Logik dahinter. Du sollst die Hilfsmittel benutzen – in diesem Fall – weil sie sorgen auf lange Sicht dafür, dass dein Rücken länger gesund bleibt. Ich glaub, das ist das Wichtige. Und eben von diesem Zeigefinger wegzukommen, was wir ja auch machen.
Wir sind da ja auf Augenhöhe und sagen: „Damit das bei dir so bleibt … wir haben hier Tipps …“, und nicht: „Das ist falsch, wenn du das so machst.“
Leonie Bauer:
Ja, so ist das ja auch teilweise mit den Posts gedacht, dass sie wie so kleine Reminder funktionieren. Ich scrolle mich in meiner Pause da durch, und dann sehe ich so einen BGW young-Post, der mich erinnert: Worauf solltest du achten? Ah ja, ich hab jetzt schon länger keine Rückenübungen mehr gemacht. Oder: Ich war den ganzen Tag auf den Beinen, vielleicht setz ich mich jetzt mal kurz hin und mach ein paar kleine Übungen. Also dafür ist das ja gedacht, dass man so ein kleiner Begleiter quasi ist.
Moderator:
Ihr sagt: Wir möchten eure Geschichten erzählen und eure Fragen beantworten. Wir möchten, dass die Leute uns ihre Fragen schicken, was sie bewegt, was sie erwarten. Was ist denn das, was von den Menschen kommt? Überraschendes?
Meike Laugesen:
Hab ich ja eben auch grad schon angeschnitten. Es gibt ja auch diese Interviews bei uns auf der Website, und da war einfach so überraschend, wie viel Wissen da schon ist. Und auch dieses Bewusstsein: Es ist wichtig, gesund zu bleiben und auf mich selbst zu achten. Ich fand’s vor allem schön zu merken, wie wichtig vielen auch die mentale Gesundheit ist. Das hört man ja auch oft über die jüngere Generation, und das kann man definitiv bestätigen.
Und dann gibt es Themen, die von selbst auftauchen, auch wenn die Leute uns gar nicht direkt schreiben, weil sie im Diskurs sind. Zum Beispiel: Gewalt am Arbeitsplatz. Dazu haben wir auch etwas.
Also: Einfach mit offenem Ohr durch Instagram scrollen und zuhören: Was sind gerade Themen, die die jungen Leute bewegen?
Leonie Bauer:
Dann kann das ja auch so ein bisschen zum Wissensaustausch genutzt werden.
Deshalb auch wieder dieser Community-Gedanke. Jemand, der ganz frisch gestartet ist, kann sich dann bei uns was anschauen von jemandem, der schon ein bisschen länger dabei ist, der vielleicht Tipps aus der Praxis geben kann. Das ist ja auch ein Vorteil im Gegensatz zu uns beide: Wir sitzen ja bei der BGW und machen unseren Kram da so, aber die sind ja wirklich direkt aus dem Bereich. Und da so eine Plattform zu bieten, ist schon gut.
Moderator:
Ich hab mich mal mit jungen Menschen, die gerade in ihrem Berufsleben angekommen sind, unterhalten — was sie so machen, was sie erwarten und woran sie denken.
Fabienne:
Hallo, ich bin Fabienne. Ich komme aus Greifswald und da studiere ich Klinische Pflegewissenschaft. Und ich erwarte mir von dem Pflegeberuf, dass er einem ganz viel zurückgibt, aber auch, dass er noch weiter gefördert wird und viel Neues entwickelt.
Moderator:
Was denn so konkret?
Fabienne:
Also ich erwarte von meinem Studium, dass die Pflege professionalisiert wird, im Sinne der Dokumentation, dass sie weiter digitalisiert wird oder auch in Bezug auf die Telemedizin. Einfach die Digitalisierung von Pflegemaßnahmen beispielsweise oder Ähnlichem.
Mara Domris:
Ja hallo, mein Name ist Mara Domris. Ich komme aus Greifswald. Ich studiere Klinische Pflegewissenschaft. Und mir ist in der Pflege eigentlich besonders wichtig: die Professionalisierung und Akademisierung. Bedeutet also im Umkehrschluss, dass ich denke, dass das Augenmerk einfach auf der Professionalisierung liegen sollte – im Sinne davon, dass Medizin, Humanmedizin, Zahnmedizin bei uns an der Uni oft im Vordergrund steht und die klinische Pflegewissenschaft eigentlich verloren geht. Und das ist schade, weil die Pflege ein so großer Teil im Klinikalltag ist, und ich glaube, das geht leider bei ganz vielen verloren.
Moderator:
Gibt es etwas, das du präventiv noch gerne wissen möchtest?
Mara Domris:
Ganz oft wird uns während des Studiums, wie gesagt, dieses rückenschonende Arbeiten erklärt. Aber ich kann mir vorstellen, dass viele Leute viel mehr unter dem Stress während des Berufes leiden oder während dem Klinikalltag. Wir erleben super viele Schicksale, und gerade auch im Kontakt zu den Familien, glaub ich, geht dieser Stress unter den Mitarbeitenden einfach verloren. Und ich wünsche mir für die Zukunft auf jeden Fall eine bessere und ausgebautere psychologische Betreuung für die Mitarbeitenden im Klinikalltag.
Lily:
Hallo, ich bin Lily aus Magdeburg. Ich arbeite seit drei Jahren – also zweieinhalb, drei Jahren – im Altenpflegeheim Heideweg. Ich mache eine Ausbildung zur Pflegefachkraft.
Und ich bin zur Pflege gekommen, weil ältere Leute doch ziemlich alleine sind, und ich möchte nicht, dass sie so alleine sind. Ich möchte da sein für die.
Moderator:
So denken nicht viele Menschen. Hast du immer schon so eine soziale Ader gehabt?
Lily:
Ich hab mich schon immer gerne für andere eingesetzt und das mache ich jetzt zu meinem Beruf, ja.
Emily:
Hallo, ich bin Emily aus Magdeburg, aus einem Altenpflegeheim. Seit zweieinhalb Jahren arbeite ich dort. Ich schütze mich zum Thema Krätze mit Einmalhandschuhen und Einmalkittel. Ich möchte keine Bakterien und Viren abkriegen, um sie dann mit in meine Familie reinzunehmen und alle anderen anzustecken. Also pass ich lieber drauf auf.
Nisa:
Hi, also ich bin Nisa, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Berlin. Gerade bin ich im ersten Ausbildungsjahr, ich hab vor einem Monat angefangen. Davor hab ich ein FSJ in einem Krankenhaus gemacht. Ich war erst stationär tätig und dann in der Rettungsstelle. Mir hat das wirklich sehr, sehr doll gefallen, wie die Menschen mit den Patientinnen umgegangen sind. Ich hab ganz viele Berufsgruppen kennengelernt, und meine Kolleginnen waren wirklich ein Vorbild für mich. Da hab ich mich dann entschieden, selber den Pflegeberuf zu machen. Vor allem auch, weil mein Ziel ist, Medizin zu studieren, und ich finde es wichtig, vorher im Pflegebereich gearbeitet zu haben. Ich find’s auch wichtig, dass man sich mit Patientinnen auskennt, wie man mit ihnen umgeht. Die Empathie ist ein ganz, ganz großer Faktor im Pflegeberuf. Ganz viele Menschen, vor allem auch Ärztinnen, haben leider keine Empathie. Und durch den Pflegeberuf, auch wegen der Ausbildung, kann man diese Eigenschaft erlangen.
Luna:
Ja, hi, ich bin Luna. Ich komme aus Magdeburg. Ich arbeite bei der WUB. Ich achte ganz dolle auf meine Hände, weil wir uns die ja wirklich circa 80 Mal am Tag desinfizieren.
Deswegen benutze ich sehr viel Handcreme, weil wir unsere Hände ja zum größten Teil im Alltag benutzen.
Angelina:
Ich bin die Angelina, auch aus Magdeburg, und ich arbeite im Pflegeheim im zweiten Ausbildungsjahr. Ich achte auch sehr stark auf das rückenschonende Arbeiten. Ich stell die Betten hoch. Wenn ich schwere Sachen heben muss, geh ich nicht mit dem krummen Rücken runter. Ich achte darauf, mich gut zu positionieren.
Moderator:
Gibt es aber Momente, wo du schon feststellst: Oh, da zwickt und zwackt irgendwas am Körper?
Angelina:
Ja, manchmal beim Bücken oder beim Transport von Bewohner:innen, also beim Umpositionieren. Aber ich tu alles dafür, dass es viele weitere Jahre gut geht.
Moderator:
Warum hast du dich für den Pflegeberuf entschieden?
Angelina:
Ich hab mich für den Pflegeberuf entschieden aus privaten Gründen, weil meine Oma verstorben ist. Und viele Bewohner:innen bei uns im Pflegeheim, da kommen keine Angehörigen mehr. Und da sind wirklich wir Azubis und die Fachkräfte die Letzten, die da sind und denen den Rücken freihalten.
Moderator:
Hattest du vorher andere Ziele?
Angelina:
Also vorher wollte ich zur Polizei oder zur Bundeswehr, aber dann war es notentechnisch nicht so gut. Und wir hatten dann Vorstellungsgespräche in der Schule und da war halt mein jetziger Arbeitgeber auch da.
Johanna:
Hallo, ich bin Johanna. Ich bin Azubi in der Pflege seit jetzt einem Monat. Ich erwarte von der Ausbildung, dass ich lerne, wie ich mit zu Pflegenden umgehe, wie ich am besten auf ihre Bedürfnisse eingehen kann. Und dass ich das alles freundlich mache, auch wenn mir manches vielleicht mal nicht so gefällt. Und ja: Ich möchte einfach Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie mir.
Yvette:
Hallo, ich bin Yvette, komme auch aus Perleberg, bin im dritten Ausbildungsjahr der Pflegeschule Perleberg. Ich achte auch auf rückenschonendes Arbeiten, sehr dolle.
Ab und zu vergesse ich das auch, wenn man zum Beispiel Zeitdruck hat oder es so „schnell, schnell“ geht – mal das Bett hochzufahren oder so. Oder wenn man was aufheben will, dann bückt man sich mal schnell nach vorne anstatt in die Knie zu gehen, was natürlich besser wäre.
Ich würd mir wünschen, dass man in der Schule noch mehr über rückenschonendes Arbeiten spricht, oder allgemein über Präventionsmaßnahmen. Weil es wird zu wenig thematisiert – und viele achten nicht drauf.
Moderator:
Ich find‘s interessant, was da von den jungen Menschen so kommt. Ist das auch das, was ihr bei eurem täglichen Job schätzt, Leonie und Maike?
Leonie Bauer:
Ja, auf jeden Fall. Ich find, das ist genau das, was uns bei BGW Young antreibt, diese Arbeit zu machen: Wir wollen den Austausch haben. Wir wollen hören: Was bewegt die jungen Leute? Wo haben sie vielleicht Probleme? Welche Geschichten bringen sie mit? Und dann können wir schauen: Wie können wir das aufgreifen? Wie können wir Inhalte machen, die ihnen wirklich helfen?
Meike Laugesen:
Genau. Wir sagen ja immer: Das funktioniert alles nur mit den Menschen zusammen.
Nicht von oben herab, nicht wir erklären alles, sondern: Wir hören hin, wir fragen nach, wir sammeln ein, was die Leute beschäftigt. Und das ist total wertvoll: Zu wissen, was die jungen Leute brauchen, was ihnen wichtig ist – oder eben auch, was ihnen vielleicht Angst macht oder wo sie Unterstützung wünschen. Das können wir dann wieder mitnehmen, um unsere Inhalte zu gestalten.
Moderator:
Leonie und Maike von BGW young, vielen Dank! Wie finden wir euch, wenn man jetzt sagt: Ich möchte mal sehen, was ihr so macht?
Meike Laugesen:
Auf Instagram: @bgw_young. Und unsere Website ist: bgw-young.de.
Moderator:
Also, schaut da auf jeden Fall mal rein! Und wenn euch dieser Podcast gefallen hat, dann abonniert Herzschlag, teilt diese Folge gern und schaut auch auf www.bgw-online.de/podcast vorbei. Dort findet ihr weitere spannende Podcast-Folgen rund um alle Bedürfnisse von Pflegenden. Bis zum nächsten Mal – ich bin Ralf Podszus.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Interviewgäste
Meike Laugesen
Referentin Web und digitale Kommunikation
BGW Hamburg
Leonie Bauer
Referentin für Web und digitale Kommunikation
BGW Hamburg
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