Sicherer Umgang mit Zytostatika in der Veterinärmedizin

Die Anwendung von Zytostatika zur Behandlung von Tieren mit Krebserkrankungen nimmt seit Jahren zu.

Da es sich häufig um Substanzen mit kanzerogenen, mutagenen und reproduktionstoxischen Eigenschaften handelt, müssen neben den klinischen Aspekten auch die Belange des Arbeitsschutzes berücksichtigt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um das Personal vor einer Exposition gegenüber Zytostatika zu schützen. Hierbei sind neben der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) die Technischen Regeln „Gefahrstoffe in Einrichtungen der medizinischen Versorgung“ (TRGS 525) zu beachten.
 

Die BGW hat bereits 2011 die notwendigen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Zytostatika in Einrichtungen der Tiermedizin in einem Fachartikel beschrieben. Dieser wurde veröffentlicht unter dem Titel: Sicherer Umgang mit Zytostatika in der Veterinärmedizin. A. Heinemann; K. Meichner: Der Praktische Tierarzt 92, Heft 12 (2011), S. 1114 - 1118.

Da der Stand der Umsetzung der Schutzmaßnahmen in der Veterinärmedizin nicht ausreichend bekannt war, hat die Freiburger Forschungsstelle Arbeits- und Sozialmedizin (FFAS) mit finanzieller Unterstützung der BGW im Jahr 2024 umfangreiche standardisierte Befragungen von Tierärzten (TÄ) und tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) initiiert, die die Situation in ihrer Einrichtung beurteilen sollten. Die Auswertung der Daten erlaubt eine empirisch fundierte Aussage zum Stand des Arbeitsschutzes bei Tätigkeiten mit Zytostatika, wie z. B. der Zubereitung und Applikation von Infusionen.

Das Ergebnis der Studie wurde veröffentlicht unter: Arbeitsschutz beim Umgang mit Zytostatika in veterinärmedizinischen Einrichtungen. M. Michaelis; A. Heinemann; J. Gerding; A. Nienhaus: Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 76, Issue 2, März 2026.