Datensammlung Friseurchemikalien - Abschlussbericht

In Deutschland stellen Hauterkrankungen die häufigsten beruflich erworbenen Erkrankungen im Friseurhandwerk dar. Keine andere Berufsgruppe ist so stark durch Feuchtarbeit und/oder chemische Einwirkungen belastet wie die Friseure. Dabei unterliegen die Chemikalien in Friseurkosmetika strengen nationalen und internationalen Zulassungsbeschränkungen, die dazu dienen, Erkrankungen der Konsumenten (der Bevölkerung) und des beruflich betroffenen Handwerks auszuschließen.

Im Rahmen der Berufskrankheitenverfahren muss ein Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der erworbenen Erkrankung nachgewiesen werden. Dies setzt, insbesondere bei Sensibilisierungen, aber auch schweren, irreversiblen Erkrankungen wie zum Beispiel Krebserkrankungen, voraus, dass der berufliche Umgang mit entsprechend schädigenden Stoffen und eine ausreichende Exposition dargelegt werden kann. Die Erfahrung der Vergangenheit zeigte allerdings, dass weder die Friseurunternehmen noch die Friseurindustrie langjährige Dokumentationen über die von ihnen verwendeten oder vertriebenen Produkte und die darin enthaltenen Chemikalien besaßen oder offenlegten, ganz zu schweigen von einer Dokumentation der individuellen Belastung der Beschäftigten gegenüber einzelnen Produkten.

Um die Datenlage im Rahmen der BK-Ermittlungen und der Prävention von Erkrankungen im Friseurhandwerk zu verbessern, hat sich die vorliegende Arbeit die nachstehenden Ziele gesetzt:

  • Systematische Ermittlung und Zusammenstellung der rechtlichen Grundlagen der nationalen beziehungsweise europäischen Regulierung von Friseurchemikalien, auch unter historischen Aspekten.
  • Ermittlung der relevanten Informationsquellen über Friseurchemikalien und deren physikalisch-chemische und toxikologischen Eigenschaften.
  • Durchführung einer Recherche nach Friseurkosmetika in diversen Friseurbetrieben, um die in der Praxis vorkommenden Produkte und deren Inhaltstoffe ermitteln zu können.
  • Statistische Auswertung der Produktinformationen über die Inhaltsstoffe in den praktisch vorgefundenen Friseurchemikalien, auch gegliedert nach Anwendungsgruppen der Produkte.
  • Ermittlung verfügbarer chemischer Eigenschaften der chemischen Inhaltstoffe in den Friseurkosmetika. Dies verlangt die Verknüpfung der kosmetischen INCI-Bezeichnung (Inventory of Cosmetic Ingredients) mit der klassischen chemischen Nomenklatur beziehungsweise der CAS-Nummer (Chemical Abstracts Registry Number).
  • Zusammenstellung der Stoff- und Produktinformationen in einer Datei als Grundlage für die Erstellung einer friseurspezifischen Arbeitsmitteldatenbank.

Die Ergebnisse der Recherche- und Auswertungs-Arbeiten sind in dem folgenden Bericht zusammengestellt. Dieser steht Ihnen als Download zur Verfügung.