Sterben gehört zum Leben: Wie hält man das beruflich aus? #147 BGW-Podcast "Herzschlag - Für ein gesundes Berufsleben"
Der Tod gehört in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Hospizen zum Berufsalltag und trotzdem lässt er niemanden kalt.
In dieser Folge spricht Moderator Ralf Podszus mit Manuel Kahl, Pflegedienstleiter im Hospiz Louise in Heidelberg, über Sterbebegleitung, Abschiedsrituale, psychische Belastungen im Gesundheitsdienst und die Frage, wie wir uns dem Thema Tod nähern können, ohne daran zu zerbrechen.
Manuel Kahl erklärt, warum im Hospiz eine brennende Kerze mehr ist als ein Zeichen des Abschieds, weshalb Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung nicht erst im hohen Alter wichtig werden und wie kleine Wünsche am Lebensende große Bedeutung bekommen können — vom Eis über den Besuch des Hundes bis zur letzten Bundesliga-Übertragung.
Außerdem geht es um Letzte-Hilfe-Kurse: Was lernen Bürgerinnen und Bürger dort? Warum sind sie auch für Fachkräfte im Gesundheitswesen sinnvoll? Und weshalb können Reinigungskräfte, Haustechnik oder Empfangsteams eine wichtige Rolle in der Begleitung sterbender Menschen spielen?
Hier kommen Sie zum Transkript dieser Folge
Moderator:
Menschen, die im Krankenhaus oder in Pflegeheimen arbeiten, die wollen anderen Menschen helfen, für sie da sein. Wenn man im Gesundheitsdienst tätig ist, ja, dann freut man sich darüber, wenn es den Patientinnen und Patienten gut geht oder wieder gut geht. Allerdings ist das nicht immer so in der Pflege oder im Krankenhaus. Dort gehört der Tod zum Beruf dazu. Bei Reanimationen im mobilen Rettungsdienst, da überleben nur circa zehn Prozent der Betroffenen einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand bis zur Krankenhausentlassung. Und Pflegeheime sind häufig auch Sterbeorte. Mitarbeitende erleben dort im Laufe ihres Berufslebens regelmäßig zahlreiche Todesfälle, direkt oder indirekt, insbesondere in stationären Pflegeeinrichtungen. Der Tod ist mit angestellt. Ja, und das kann zu psychischen Belastungen führen.
Wie geht man mit dem Tod am besten um? Auch abstumpfen möchte man ja nicht. Ja, jemand, der sich damit besonders gut auskennt, ist Manuel Kahl. Die Gäste, um die er sich kümmert, die befinden sich alle in der letzten Lebensphase. Ausnahmslos, denn Manuel hat mehrere Tausend Menschen in den Tod begleitet. Ja, so lautet eine Zeitungsüberschrift über ihn. Dazu braucht er kein ganzes Berufsleben. Was wir alle zum Thema Sterbebegleitung von ihm lernen können, das hören wir jetzt.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Moderator:
Manuel Kahl ist Pflegedienstleiter im Hospiz Louise in Heidelberg. Das Hospiz Louise ist mittlerweile 34 Jahre alt und war damals eins der ersten Hospize in Deutschland. Ja, Manuel, war heute schon die Kerze an?
Manuel Kahl:
Ja, also unsere Kerze war heute noch nicht an, aber sie war am Wochenende an. Ich bin heute Morgen gekommen und hab mitbekommen, dass sie am Wochenende gebrannt hat. Und du willst wahrscheinlich darauf hinaus, warum diese Kerze bei uns brennt.
Moderator:
Ganz genau, weil die Kerze, die große Kerze im Eingangsbereich, die hat eine ganz besondere Bedeutung.
Manuel Kahl:
Also so ist es ja. Ich denke, da sind wir im Hospiz nicht alleine. Das gibt es, glaube ich, in vielen anderen Einrichtungen, dass man sich überlegt hat: Wie kann man auch zeigen, dass jetzt gerade ein Mensch gestorben ist im Hospiz? Und für uns ist das mehr als einfach nur diese Lampe anmachen. Ich glaube, ich spreche für alle bei uns hier im Hospiz, die hier haupt- und ehrenamtlich mitarbeiten. Wenn du hier zum Dienst kommst, du hast es heute auch gesehen, ne, wenn du reinkommst, hast du direkt an der rechten Seite die Kerze und diesen Gedenktisch. Und der erste Blick geht eigentlich automatisch, wenn du morgens reinkommst, auf diesen Tisch, um einfach zu schauen: Brennt diese Kerze oder nicht?
Und wenn diese Kerze eben brennt, eben mal kurz hinzugehen, in das Buch zu schauen. Und ja, mir hilft es so, einfach in den Tag zu finden. In den allermeisten Fällen bin ich dann eher nicht überrascht, wenn ich nach dem Wochenende wiederkomme und die Kerze brennt, weil es sich oft dann schon auch angekündigt hat, dass der Mensch eventuell versterben könnte.
Moderator:
Man geht ja auch mit so einem anderen Bewusstsein dann in den Tag, ne. Also jetzt auch, wenn man vielleicht als Angehöriger hier ist und man hat jemanden, der hier auch betreut wird, und dann sieht man aber, dass die Kerze brennt, dann macht man das mit sich ja auch ganz anders aus. Dann also man ist ein bisschen demütiger auf einmal, man macht sich so seine Gedanken.
Manuel Kahl:
Und ich hab so ein Gespräch im Kopf von einer Frau, die hier eingezogen ist und die eher hospizuntypisch für viele Monate hier bei uns war. Mittlerweile liegt so die durchschnittliche Verweildauer, je nach Hospiz, bei 20, 30 Tagen. Das ist sehr unterschiedlich. Bei uns letztes Jahr waren es circa 20 Tage. Und diese Frau hat immer wieder, wenn sie aus ihrem Zimmer rausgegangen ist, weil das direkt neben dem Gedenktisch ist, immer wieder auf diese Kerze geschaut und immer wieder natürlich auch ganz nah und ganz tagesaktuell erfahren, dass diese Kerze halt immer wieder brennt. Und sie wusste natürlich sehr schnell, was das bedeutet.
Ja, und diese Kerze brannte in der Zeit, in der sie hier war, bestimmt zehn, fünfzehn Mal und war für sie natürlich dann irgendwie ganz prägend, doch immer irgendwie wieder schon fast darauf zu warten: Wann brennt denn diese Kerze denn eigentlich für mich? Und was das Besondere dann auch hier im Hospiz war, war, dass wir gemeinsam mit ihr einen Weg gefunden haben, wo es nicht darum ging, sich Gedanken drüber zu machen, okay, wann brennt diese Kerze jetzt für mich, sondern: Wie kann ich die Zeit für mich sinnvoll nutzen, in der Zeit, wo die Kerze noch nicht für mich brennt, sondern für jemanden anderen? Und dass das, was es hier für uns ausmacht, ist, dass wir versuchen, zusammen mit den Menschen, die hier bei uns leben, mit den anderen Zugehörigen, mit Freunden, Familien zu schauen: Okay, was braucht es für dich, dass du sagst, die Zeit bis dahin, wo meine Kerze brennt, die möchte ich noch irgendwie ganz gut gestalten. Und das kann ganz unterschiedlich sein. Es können die kleinen Dinge sein, aber auch natürlich auch noch größere Wünsche.
Moderator:
Vielleicht macht man sich auch die Gedanken: Oh, ich möchte, dass diese große Kerze noch einmal runtergebrannt ist und erst wenn sie die neue draufgesetzt haben, da möchte ich oben ...
Manuel Kahl:
Das ist auch möglich, genau. Ich möchte ganz oben angezündet werden.
Moderator:
Oder ein bisschen mehr Zeit hab ich dadurch noch bekommen. Als ich hier rumgelaufen bin vorhin, da bin ich an einem Raum vorbeigegangen, da wurde gerade ganz laut Happy Birthday gesungen. Das heißt, war das jetzt ein Teamgeburtstag oder war es der letzte Geburtstag?
Manuel Kahl:
Ja, es war in dem Fall ein Teamgeburtstag. Also wir haben bei uns das Ritual, dass wir alle im Team, egal ob haupt- oder ehrenamtlich, anrufen an dem Geburtstag. Und ich weiß auch, weil wir uns gerade letzte Woche drüber unterhalten haben, dass auch Mitarbeitende, die neu hier sind, wenn die so das erste Mal angerufen werden an ihrem Geburtstag, schon zu Hause darauf warten. Also sie sitzen quasi da und wissen immer zur selben Zeit, dass während der großen Übergabe von dem Frühdienst auf den Spätdienst, dass es Kolleginnen gibt, die dann schon mit dem Telefon da sitzen und es laut haben und dann alles andere außenrum ausblenden und sagen: Ey, ich warte jetzt, das Hospiz ruft mich an. Und wir haben eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin angerufen, die heute Geburtstag hat, und haben Ständchen gesungen. Aber genauso wäre es auch, wenn jetzt Gäste hier Geburtstag haben, wird es, wenn es die Gäste möchten, der Geburtstag auch groß gefeiert.
Moderator:
Und ich weiß es auch von einer Patientin, die hier ist, oder ihr sagt ja auch Gast im Hospiz, ne, von einem Gast weiß ich das, die sollte letztes Jahr vor Weihnachten eigentlich schon nicht mehr leben. Aber dann hat sie Weihnachten erlebt, dann hat sie im ersten Quartal auch noch ihren Geburtstag erlebt und war dann natürlich auch ganz happy, weil das wider Erwarten ein bisschen länger gedauert hat.
Manuel Kahl:
So ist es genau. Also das gibt es. Es gibt auch Studien dazu, die durchaus auch schon belegt haben, dass Palliativmedizin oder Palliative Care eben nicht bedeutet, der Sensemann steht direkt vor deiner Tür. Weil letztendlich, der Sensemann steht, egal ob man den Begriff Palliative Care benutzt oder palliativ begleitet wird, steht früher oder später bei uns allen vor der Tür, egal ob wir es wollen oder nicht. Irgendwann klopft er an und sagt: „Hey, Ralf, also auch bei dir“ – hoffen wir natürlich, dass das in, keine Ahnung, 60 Jahren der Fall ist – „aber prinzipiell ...“
Moderator:
Oder noch länger.
Manuel Kahl:
Oder noch länger. Es gibt ja natürlich auch noch mehr. Weiß ja keiner, dass du erst knapp Anfang 20 bist. So ist es genau.
Moderator:
Also das passiert, also obwohl es nicht mehr sein sollte, noch mal Weihnachten, noch mal Geburtstag, das ist natürlich dann auch mal schön, das dann eben auch noch zu erleben. Schön auch, Manuel, dass ich hier sein darf. Danke dir. Wir werden heute einiges noch hören. Und bleiben wir noch mal beim Tod, weil der ist ja heute der rote Faden auch in dieser Folge. Hier hängt bei euch auch eine Karikatur vom Cartoonisten Ralph Ruthe. Vielleicht kannst du mal dieses Bild erklären.
Manuel Kahl:
Ja, also es hängt tatsächlich bei mir ein bisschen versteckt im Büro. Ich bin großer Freund von schwarzem Humor und gehört für mich einfach auch dazu, auch schwere Themen mit Leichtigkeit zu nehmen. Und ich durfte ihn bei einer Signierstunde in Mannheim kurz treffen und hatte dann erzählt, dass ich im Hospiz arbeite. Und dann hatte er direkt eine Idee und hat den Tod gemalt in einem schönen Bilderrahmen. Und der Tod grinste, also ohne dass er ein Gesicht hat, aber er grinste ganz breit. Und oben drüber stand dann: „Hospiz Louise, Mitarbeiter des Monats seit 1992“.
Moderator:
Also so ist es tatsächlich, es gehört einfach dazu. Sterben gehört zum Leben. Und trotzdem fühlen sich viele Menschen hilflos, wenn es so weit ist oder wollen jetzt nicht an den Tod denken oder auch darüber reden. Warum ist es jedoch wichtig, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen?
Manuel Kahl:
Wie ich vorhin gesagt habe, egal ob wir es wollen oder nicht, auch bei mir, egal wie sehr ich mich dagegen wehre, wird irgendwann der Sensemann vor der Tür stehen und sagen: „Ey, Manu, deine Zeit ist jetzt um, du kommst jetzt mit“, egal ob ich möchte oder nicht. Und ich kann natürlich, wenn ich das mag, und das ist auch legitim, auch sagen: Okay, ich pack mir jetzt dicke Scheuklappen links und rechts drauf und geh durch die Welt und versuch das irgendwie an mir abprallen zu lassen und mich nicht damit zu beschäftigen.
Das eine ist: Es holt mich irgendwann thematisch ein, egal ob ich das möchte oder nicht. Statistisch gesehen wird man, werden wir alle im Schnitt circa drei Menschen eng begleiten, die uns sehr nahestehen, egal ob wir uns vorher mit dem Thema befasst haben oder nicht. Und ja, viele denken ja, wenn sie an den Tod denken, an irgendwie eine dunkle Gestalt. Und die dunkle Gestalt findet mich auch in der dunkelsten Ecke. Das heißt, auch wenn ich mich verstecke, wird der Tod irgendwann kommen. Und ich finde es für mich viel, viel leichter, wenn ich sagen kann: Über allem eigentlich im Leben, ich bereite mich drauf vor, ohne dass ich jetzt sage, oh je, bei jedem meiner Handgriffe, da denke ich jetzt irgendwie dran, dass ich irgendwann selbst sterbe. Sondern sich einfach Gedanken machen: Okay, es wird irgendwann kommen, egal ob ich es will oder nicht. Und lieber ich bin selbstständig und autonom und treffe die Entscheidungen selbst für mich, als dass sie irgendwann getroffen werden und ich keinen Einfluss mehr drauf habe.
Moderator:
Wie stellt man sich den Tod vor? Ich stelle mir vor als Manni, der Lasterfahrer, der etwas zu grob abbiegt, aber das ist ein anderes Thema. Du bist 35 Jahre alt. Hast du schon ein Testament und hast du auch schon die Zeit nach dir geregelt? Von Berufs wegen, ne.
Manuel Kahl:
Also, um ein Testament ... Damit ein Testament sinnvoll ist, muss man im besten Falle viel besitzen. Das heißt, ein Testament ...
Moderator:
Ich hab auch keins, weil ich denke, da kriegt eh alles das Finanzamt.
Manuel Kahl:
Ja, ja, genau. Also auch diese Podcast-Folge dann übrigens. Viel wichtiger als ein Testament, was sehr sinnvoll sein kann, wenn man zum Beispiel jetzt irgendwie ein Haus hat, Eigentum hat et cetera, sind da eigentlich viel mehr Vorsorgevollmacht oder auch Patientenverfügung, vor allem die Vorsorgevollmacht. Frage an dich, Ralf: Besitzt du eine Vorsorgevollmacht?
Moderator:
Ja, ist natürlich wieder eine gute Frage. Hinter meinem Blutspendeausweis und Organspendeausweis hab ich aber das nicht, ne.
Manuel Kahl:
Okay, also die Vorsorgevollmacht ist deshalb wichtig, die regelt für den Fall, dass du für dich selbst keine Entscheidung mehr treffen kannst, legt es eine Person fest, die das für dich tun kann. Denn es ist nicht automatisch so, dass das die Partnerin oder der Partner ist, auch nicht der Ehemann, die Ehefrau. Es gibt zwar so was wie das Not-Gattenvertretungsrecht, was es da quasi gibt ...
Moderator:
Das ist auch ein wunderschönes Wort, wunderschön Deutsch: Vertretung.
Manuel Kahl:
Ja, dicht gefolgt von meinem Lieblingswort aus der Hospizlichkeit, nämlich die Hospiznotwendigkeitsbescheinigung. Mhm, ist auch hervorragend, genau. Aber auch für diese Fälle ist es sinnvoll, eine Vorsorgevollmacht zu haben, dass Menschen Entscheidungen treffen können, befähigt sind, für mich Entscheidungen zu treffen, wenn ich das nicht mehr kann.
Und warum ist es trotzdem noch wichtig? So eine Vorsorgevollmacht eignet sich wunderbar, einfach um mal ins Gespräch zu kommen. Zu sagen: Ey, ich würde dich eigentlich gerne einsetzen, dass du für mich mal entscheidest, wenn ich es vielleicht mal nicht kann. Aber ich glaube, wir wissen voneinander gar nicht, was ist dir denn wichtig? Also was würdest du denn haben wollen? Wann zum Beispiel ist das Leben für dich denn noch lebenswert?
Moderator:
Erstens entsteht ein guter Dialog mal über das Thema und über auch das gemeinsame Kennenlernen, auch in Bezug zum Thema Tod. Und außerdem ist es ja auch wichtig, dass man dann eben da wirklich eine Person hat, auf die man sich verlassen kann.
Manuel Kahl:
Genau. Und es ist total wichtig, dass man das Gespräch auch mal bewusst sucht, weil die passende Gelegenheit, die gibt es gefühlt eigentlich nie so wirklich. Also irgendwie irgendwas in einem, wenn man so über Tod spricht oder auch über irgendwie die Menschen ...
Moderator:
Montag Sport, Dienstag meine Lieblingsserie, Mittwoch mit den Mädels treffen und Donnerstag Tod. Donnerstag ist eigentlich so ein, ne ...
Manuel Kahl:
Ja, wobei ich immer eher sage, Montag ist eher so ein Tag, aber ja, man geht da anders sehen. Aber ich hab einen Kollegen von mir, der schon ganz lange, schon mehrere Jahrzehnte auch Trauerbegleitung macht, und der sagt immer eben nicht, passende Gelegenheiten irgendwie suchen oder nutzen, sondern passende Gelegenheiten schaffen. Also selbst dafür Sorge tragen. Und man kann es wunderbar verknüpfen, indem man, keine Ahnung, da sitzt jemand da, guckt mal wieder die Sonntagsausgabe an und schaut, wer in der Nachbarschaft denn so verstorben ist, ne, und guckt dann hinten so nach: Ah ja, der und der ist verstorben. Einfach mal ins Gespräch zu kommen, zu sagen: Ey, Ralf, wenn du dir gerade die Todesanzeige anguckst, welche spricht dich denn an? Also was gefällt dir denn an welcher Anzeige? Dann sagst du vielleicht: „Boah, ich finde es super schrecklich, wenn dein Bild abgedruckt ist“ oder so. Oder: „Ich finde irgendwie irgendwelche Devotionalien, die abgedruckt sind, irgendwie blöd.“ Oder: „Ich will am besten gar keine.“ So kommt man einfach relativ locker ins Gespräch, ohne dass das jetzt erst mal in die Tiefe gehen muss. Und dann kann man merken und spüren, ist die andere Person jetzt bereit, irgendwie auch ein bisschen über diese Thematik zu sprechen.
Moderator:
Und mittlerweile merkst du dann auch, wenn du die Todesanzeigen dir anschaust: Oh, die Namen nähern sich jetzt langsam deinen Vornamen an, die heißen nicht mehr nur Willibald und Diethelm. Aber ich notier mir mal eben, Manuel mag mir nicht verraten, ob er ein Testament hat.
Manuel Kahl:
Ich hab kein Testament, nee. Ich kann es dir sagen. Ich hab tatsächlich kein Testament. Ich hab eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung. Testament hab ich keins, weil ich schlichtweg kein Eigentum oder so besitze, wo es für mich sinnvoll ist, wirklich ein Testament zu haben. Sondern bei mir ist, ich bin verheiratet und ich hab Eltern, die sich Gesundheit erfreuen und erleben, und dann ist für mich klar, dass die Erbfolge, so wie sie das Gesetz vorgibt, für mich so passt. Kann man machen, denn genau das passt für mich so.
Jetzt mal angenommen, Ralf, du hättest so eine Patientenverfügung. Also Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht unterscheidet sich vor allem darin, dass in der Patientenverfügung steht, so dieser Klassiker, welche lebenserhaltenden Maßnahmen möchtest du wann und möchtest du die überhaupt noch? Angenommen, du hättest jetzt so was erstellt, was denkst du denn, ist ein Zeitraum, der sinnvoll ist, dieses Ding mal wieder in die Hand zu nehmen und zu schauen, ob das noch aktuell ist? Was würdest du so aus dem Bauch raus sagen?
Moderator:
Wenn man seine Partnerin noch liebt, ja, auf jeden Fall. Nein, alle paar Jahre muss man mal wieder updaten, weil man sich selbst auch verändert natürlich wahrscheinlich.
Manuel Kahl:
Genau. Und vor allem ist es so, das eine ist, dass man selbst immer wieder sich Gedanken drüber machen kann, wenn man das möchte. Ich sag sogar, man sollte sich ab und zu Gedanken drüber machen, ob das doch zu einem passt, was da drinsteht. Das andere ist aber, denk an die Menschen wie jetzt ich, als Person, die Menschen professionell begleitet und die die Menschen oft vorher gar nicht kennen. Die kommen dann oft in dieser Situation und du hast so eine Verfügung. Oder stell dir im Krankenhaus der Notaufnahme vor, hast du eine Verfügung. Jetzt überleg dir, da ist eine Verfügung, da steht: ausgestellt am 1. Mai 1998. Oder es steht auf der Verfügung: 1. Mai 2025. Weil was passiert oft auch, gerade wenn Menschen eine Verfügung haben? Es verändern sich Dinge im Leben, du wirst älter. Wenn es doof läuft, irgendwie erwischt dich eine Krankheit. Und das verändert ja vielleicht deine Haltung. Und wenn ich jetzt eine Verfügung habe, die ist 30 Jahre alt, und nach Ausstellen dieser Verfügung erkrankst du und hast vielleicht irgendwie eine Krebserkrankung, hab ich zumindest irgendwie so ein bisschen Zweifel: Ist es denn noch das, was du willst? Deswegen macht es uns allen leicht, die wir in den professionellen Bereichen arbeiten, und gebt uns möglichst aktuelle Dokumente an die Hand, dass wir nämlich das oberste Ziel verfolgen können, nämlich in deinem Sinne dann auch entscheiden zu können.
Moderator:
Müsste ich mir mit dieser Stelle an meinem Daumen jetzt ein Update holen dafür, wenn ich es hätte?
Manuel Kahl:
Ja, ich bin ja sehr geprägt, weil ich in meiner Verwandtschaft einige Juristen habe. Die würden jetzt sagen: Es kommt drauf an.
Moderator:
Wenn die Zeit abläuft, dann gibt es spätestens, wenn man hier im Hospiz ist, oft die Aussagen: Ach, hätte ich doch bloß oder ich würde noch so gerne. Und als Hospizmitarbeiter lebst du deswegen wahrscheinlich im Modus: Jetzt machen, nichts aufschieben, lieber heute als morgen, immer sofort.
Manuel Kahl:
Ja, soll ich dir was verraten?
Moderator:
Ja. Nee, ist nicht so? Nee, nee. Also haben mir schon welche auch erzählt, die im Hospiz arbeiten.
Manuel Kahl:
Das glaub ich auch total. Ich glaube ...
Moderator:
Ist nicht nur ein Spruch auf der Postkarte, das ist für die das Lebensmotto.
Manuel Kahl:
Ich muss schon sagen, ich leb natürlich schon in meiner Bubble und ich glaube schon, dass ich mir überdurchschnittlich mehr Gedanken über den Sinn meines eigenen Lebens, glaub ich, mache als andere Menschen. So, das kann ich mir gut vorstellen, so von den Menschen, denen ich begegne. Aber ich schieb genauso Sachen vor mir her, lass mich viel zu oft auch auf stressige Phasen dann ein, wo ich eigentlich sagen könnte: Na ja, eigentlich müsste ich doch die Priorität irgendwie anders setzen, damit es mir irgendwie besser geht. So, also auch mir passiert das, obwohl ich Erfahrungen sammeln durfte, wo es beim Menschen nicht so ist. Und das ist, glaub ich, auch okay, das ist normal. Ich glaube, das Entscheidende ist, dass wir es immer mal wieder merken, dass wir gerade wieder in so einem Hamsterrad sind. Nur wenn du es erst mal merkst, dass du drinstehst, kannst du vielleicht auch mal dein Hamsterfüßchen mal wieder rausstellen.
Moderator:
Ich hab ja auch, weil ich ja viel auch mit so Menschen zu tun hab in den medizinischen Bereichen, aber auch so ein bisschen rumgekommen bin, da hab ich tatsächlich vor Jahren mal, Stichwort, hätt ich die Verfügung vor 30 Jahren ausgefüllt, wär es jetzt ganz anders, ne, aber da hab ich dann auch das Learning mitgenommen aus deren Erlebnissen schon, die mir berichtet wurden: immer sofort machen. Und wenn du im Urlaub bist, irgendwas Cooles siehst, dann irgendein Stand, dann ah, nachher vielleicht, nachher noch auf dem Rückweg und so, kommst du eh nicht mehr dran vorbei, das immer gleich kaufen oder so, ne. Das ist bei mir jetzt schon so drin, das versuche ich immer zu machen. Hier was Cooles gesehen, zack, rein, egal, dann machst du es halt jetzt, ne. Weil am Ende hat man es dann doch wieder irgendwie nicht gemacht.
Warum bist du Mitarbeiter im Hospiz geworden? Hast du schon früh Erfahrung mit dem Tod gesammelt? Weil man möchte als Kind vielleicht Müllmann werden oder Polizistin oder so, aber man sagt ja nicht: Ich möchte gerne mal jeden Tag mit dem Tod zu tun haben.
Manuel Kahl:
Ich wollte unbedingt eigentlich Mitarbeiter in der Straßenreinigung werden, weil ich dieses Fahrzeug mit diesen Bürsten da vorne so cool fand, finde ich auch heute noch. Also wenn das jemand hört von der Straßenreinigung ...
Moderator:
Weil die hören das nicht mehr, weil das so irre laut ist natürlich.
Manuel Kahl:
Also, wenn irgendwer jemanden kennt, der da arbeitet, bitte, bitte meldet euch bei mir. Ich möchte unbedingt meinen Kindheitstraum erfüllen, mit diesem Fahrzeug mitfahren und die Straßen sauber machen.
Ja, ich werd das natürlich immer mal wieder gefragt, wie das so kommt. Und ich bin ja schon jetzt einige Jahre dabei und bin mit Anfang 20 in die Hospiz- und Palliativversorgung eingestiegen, was auch eher ungewöhnlicher ist. Aber ich glaube, dass meine Erziehung durch meine Eltern und dadurch, dass ich auch in jungen Jahren ganz viele Großtanten haben durfte, die aber zu diesem Zeitpunkt eben alle schon älter waren, wo einfach der Sensemann mit am Geburtstagstisch saß, so, das hat einfach irgendwie dazugehört. Und meine Eltern immer engagiert waren und immer noch sind, weil sich dann auch um Familie und Co. zu kümmern, war das für mich normal, dass es einfach dazugehört, dass eben Menschen sterben.
Natürlich hab ich als Kind noch nicht so ganz verstanden, dass man jetzt nicht irgendwie immer nur stirbt, wenn man ein glückliches, erfülltes Leben hat und irgendwie dann mit 80, 90 plus dann irgendwann stirbt und eigentlich schon fast auf den Tod gewartet hat und sagt, wann holt der Herrgott mich endlich. Ich hab dann auch irgendwann Verlusterfahrungen gemacht, wo es einfach Menschen aus dem Freundes-, Familienkreis früher getroffen hat, als man das eigentlich gerne will.
Aber ich hab für mich relativ schnell auch gemerkt, dass ich für mich einfach in meinem Leben oder auch meinem beruflichen Tun etwas brauche, wo ich mir nicht so oft die Frage stelle: Ist das sinnvoll, was ich tue? Und hier stelle ich mir so gut wie nie die Frage, ob das sinnvoll ist. Natürlich gibt es auch Arbeitsprozesse, wo du dir denkst: Boah, jetzt muss ich das heut schon wieder machen, gerade wenn du so über Papier kniest. Aber insgesamt gibt es einfach so viele Situationen, die ich hier erleben darf, wo ich dabei sein darf, wo ich dann abends nach Hause komme und mir denke: Ja, war gut, hab es denen ein Ticken, Ticken schöner gemacht.
Moderator:
Ja, wie mit dem Tod am besten umgehen, dazu gibt es bereits drei Herzschlag-Podcast-Folgen. Hört es euch gerne mal im Anschluss an. „In Würde Abschied nehmen“ heißt die eine Folge und dann „Umgang mit Trauer und Tod“ und schließlich „Müssen wir Angst vor dem Tod haben?“, Marion Basler. Ja, kann ich euch besonders empfehlen, diese Folge.
So, wir beide kennen uns, Manuel. Wir haben uns schon bei ein paar Podcastaufnahmen getroffen. Einmal war ich bei dir im Hospiz und wir haben mit einem Gast geredet und mit einer Mitarbeiterin. Und plötzlich fing neben mir eine Redakteurin an zu weinen. Die war völlig fertig, richtig aufgelöst, und das war mein Fehler, weil ich sie nicht richtig auf die Aufnahme vorbereitet habe. Ich hab gesagt, wir fahren ins Hospiz, dann machen wir die und die Aufnahme, gab ja auch ein Manuskript und so weiter. Aber ich hab überhaupt nicht dran gedacht, dass sie vielleicht sich mit dem Thema Tod nicht so wirklich auseinandergesetzt hat. Hat sie auch nicht. Es kam dann im Gespräch heraus, dass sie das Thema immer ignoriert hat. In der gesamten Familie wurde dieses Thema immer ignoriert. Der Tod war ein Tabuthema. Ja, und dann war hier natürlich im Hospiz alles zu viel. Wie kann man sich dem Thema nähern, wenn man eigentlich gar nicht darüber sprechen möchte? Wichtig wäre es ja, man sollte drüber sprechen, oder?
Manuel Kahl:
Ja, also ich glaube, dass deine Kollegin, ich hab das damals ja auch mitbekommen, dass ich denke, so wie ich deine Kollegin einschätze und kennenlernen durfte, dass es für sie jetzt ein Impuls war, sich mit dem Thema zu befassen. Und manchmal, für manche Menschen braucht es dann einfach auch, ja, in Anführungsstrichen, ein Brett vorm Kopf. Das ist manchmal so.
Ich glaube, wir selbst sollten einfach wie in allen Lebenslagen anerkennen, dass wir mit den unterschiedlichsten Themen auch genauso unterschiedlich umgehen. Das heißt, es gibt Menschen, die das vor sich herschieben. Wichtig ist, finde ich, dass wir nicht Themen vor uns herschieben, wo wir sie deshalb vor uns herschieben, weil wir das Gefühl haben, wir finden nirgends irgendwo Anker, wo wir mit diesem Thema hin können. Das heißt jetzt für mich als Mensch, der in der Hospiz- und Palliativbewegung arbeitet, mein Anspruch ist es, Themen so anzubieten oder auch niederschwellig anzubieten, dass Menschen eben nicht drei Schritte auf mich zugehen müssen, sondern die müssen einfach nur beiläufig vorbei und können, wie irgendwo im Supermarkt, wenn du da irgendeine Auslage hast und kannst einen neuen Käse probieren, einfach mal kurz gucken und mal schauen, kurz mal totschnuppern. Ja, genau, mal kurz probieren, wie ist das so. Und dann hast du jemanden da und weißt, ah, da steht jemand, der hat hier draufstehen, ich bin, weiß nicht, wie der genaue Ausdruck lautet, aber Käsefachspezialistin oder Fachspezialist. Und dann weißt du, da hast du jemanden, mit dem du sprechen kannst. Aber wenn du einfach nur den Käse nimmst und läufst weiter und kommst am nächsten Tag dann wieder, weil du zu Hause gemerkt hast, oh, irgendwie fand ich den Käse ganz gut, dann weißt du, wo du die Menschen findest. Und so ist es hier auch.
Wir haben viele Anfragen natürlich, wo es direkt um Hospiz geht, also wo Menschen hier einen Platz suchen. Aber wir haben fast genauso viele Anrufe, wo Menschen wissen: Na ja, ich hab jetzt gerade irgendwie ein Thema, Tod und Sterben ist jetzt irgendwie gerade ganz aktuell. Ach komm, die im Hospiz, ja, die werden sich damit ja auskennen. Auch wenn ich jetzt nicht ins Hospiz gehe oder auch meine andere Zuhörer nicht ins Hospiz geht, aber ich hab da jetzt irgendwie so ein Thema damit. Und dann weiß man und dann ruft man an. Und dann ist unser Anspruch eben, Menschen trotzdem zu begleiten, zu beraten, nicht allein zu lassen.
Moderator:
Passiert also ganz oft, dass sie dann so durchklingeln hier.
Manuel Kahl:
Ja, das passiert durchaus, ne, oder dass man dann auch relativ schnell merkt: Oh, ich glaube, die Menschen wissen noch gar nicht, dass es im ambulanten Bereich zum Beispiel SAPV-Teams, also spezialisierte ambulante Palliativteams, gibt, die zu Hause mit palliativpflegerischer und palliativmedizinischer Fachexpertise unterstützen können. Und ganz oft reicht es dann oft schon aus, dass es da einfach einen weiteren Anker gibt. Manchmal sieht man die Menschen dann auch irgendwann wieder. Manchmal, zwei, drei Jahre später, hört man die dann am Telefon und sagt: Ah, ich glaube, wir melden jetzt die Mama mal hier im Hospiz an und so. Sie haben uns ja damals schon beraten. Und genau das ist so.
Moderator:
Ja, ich hab am Anfang erwähnt, dass der Tod für viele Mitarbeitende im Gesundheitswesen dazugehört. Die Schicksale lassen jedoch niemanden kalt. Ja, damit es jetzt keine psychischen Belastungen gibt, bietest du aktiv Hilfe an.
Manuel Kahl:
Ja, also das eine ist, dass wir, wie ich vorhin gesagt habe und wir ganz am Anfang schon gehört haben, dass Rituale wie zum Beispiel das Kerzenanzünden Dinge sind, die wichtig sind. Denn überleg mal, du hast in deinem Alltag auch Rituale. Du wirst wahrscheinlich jeden Morgen dich sehr vergleichbar fertig machen für die Arbeit. Also du wirst immer denselben Ablauf haben, du wirst entweder erst einen Kaffee trinken, dann Zähne putzen ...
Moderator:
Und immer zu spät sein. Ich hoffe, dass mich beim Thema Tod keiner aufregt.
Manuel Kahl:
Genau, vielleicht auch das. Vielleicht zieht sich das durch, wer weiß. Man sagt dir so, dass man so stirbt, wie man gelebt hat. Da gibt es ja so diesen Spruch, ne. Also wer weiß, vielleicht hat es da dann was Gutes.
Moderator:
Also, liebe Familie, es wird ein sehr stressiger Tod.
Manuel Kahl:
Ja, wie du ja auch merkst, es ist nicht nur bei mir so, sondern bei ganz vielen Menschen, die in der Hospiz- und Palliativbewegung arbeiten. Wir haben für uns akzeptiert, dass der Tod zum Leben einfach dazugehört und dass es uns in der Regel besser geht, wenn wir es nicht mit uns selbst ausmachen.
Ich hab ja in meiner Rolle als Pflegedienstleitung, als Führungskraft, führe ich Vorstellungsgespräche und dann melden sich Menschen, die manchmal auch schon in Hospizen gearbeitet haben, aber das ist eher die Ausnahme. Die allermeisten kommen irgendwie so aus dem Krankenhaus- oder Pflegeheimsetting und haben da natürlich auch schon irgendwie Tod und Sterben erlebt oder auch eigene Erfahrungen privat, die sie irgendwie gemacht haben. Und ich hab so zwei größere Gruppen an Menschen, die dann bei mir im Vorstellungsgespräch sitzen.
Ich frag die Menschen dann immer, die sich bei uns bewerben: Okay, hier wird im Schnitt circa zweimal die Woche gestorben, manchmal mehr, manchmal weniger, das ist einfach die Statistik. Was glaubst du, wie gehst du damit um, wenn du eben so regelmäßig mit dem Tod, mit dem Sterben konfrontiert bist? Und aus meiner Erfahrung gibt es so zwei große Gruppen. Es gibt die eine Gruppe, die sitzt im Gespräch und sagt: Ich hab gar keine Ahnung, ich weiß nicht, wie das so wird, hab es noch nicht erlebt, boah, keine Ahnung, aber ich weiß, dass das passiert und mal gucken, wie es so wird. Und dann gibt es eine zweite Gruppe, die sagt: Ja, also ist für mich gar kein Problem, ich bin ja schon erfahrene Pflegefachkraft und hab ja schon viele Menschen auch begleitet, ich kann hier rausgehen, kann die Tür hinter mir zumachen und dann denke ich da nicht mehr dran und dann ist es okay. Was denkst du, welche von beiden Antworten mein Bauchgefühl erst mal positiver stimmt? Die erste Antwort, ja. Warum, was denkst du?
Moderator:
Ja, da gibt es noch nicht diese Abgestumpftheit, ja.
Manuel Kahl:
Genau, das ist einfach ehrlich, ne.
Moderator:
Dass das am Ende dann dazu führt, dass sie sagen, nee, das pack ich nicht so viel, aber man lässt es auf sich zukommen.
Manuel Kahl:
Genau, das ist nur ehrlich, ne. Also weil ich für mich selbst die Regel habe, auch mit meiner Frau gemeinsam, dass ich gesagt habe, ich bin absoluter Anekdotensammler, schon immer gewesen. Und jetzt in dem Bereich, in dem ich arbeite, ist natürlich super, das ist für mich eine Goldgrube. Ja, also weil ich so viele Menschen erleben darf, so viele Geschichten hören darf. Und ich hab zu meiner Frau gesagt: Du, wenn ich normal arbeite und ich dir eine Woche lang mal nicht eine Anekdote erzähle, dann musst du mir das sagen. Dann reflektier ich mich und überleg, ob ich aufhören muss.
Moderator:
Mhm, spannend. Ja, der Letzte-Hilfe-Kurs, der hilft auf jeden Fall auch. Und da geht es darum, Menschen auf ihrem letzten Lebensweg gut zu begleiten, Symptome zu lindern und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. Es gibt da verschiedene Formate für Bürgerinnen und Bürger, für Kinder und auch Jugendliche sowie speziell für Fachkräfte im Gesundheitswesen. Wie läuft so ein Kurs ab, was lernt man da bei diesen Kursen von dir?
Manuel Kahl:
Ja, also was in allen Kursformaten, da gibt es viele verschiedene, was in allen sehr ähnlich ist, sind vier große Module. Man lernt in vier großen Modulen zum einen erst mal auch, woran erkenne ich überhaupt, dass jemand sterbend ist, und auch so ein bisschen auch, was wir vorhin gesagt haben, zu verstehen, dass eben der Tod, das Sterben zum Leben dazugehört. Im zweiten Modul geht es dann auch viel darum, mal so Versorgungsstrukturen kennenzulernen. Also was gibt es? Stationäre Hospize haben viele schon gehört, aber Palliativstationen, SAPV-Teams, ambulante Hospizdienste et cetera. Und man spricht aber auch, wie wir heute auch schon, über Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, also über das Thema Vorsorgen und Entscheiden.
In einem anderen Modul geht es dann darum, auch ganz konkret Hilfe leisten zu können. Und da sind zum einen Fachkräfte angesprochen, aber eben auch Menschen, die so gar nicht aus dem Gesundheitssetting kommen, um eben einfach auch zu zeigen, die Sterbebegleitung an sich ist kein Hexenwerk, sondern wir machen ganz viel schon intuitiv völlig richtig in der Begegnung mit Sterbenden. Wir müssen nur manchmal bisschen Mut irgendwie zugesprochen bekommen, dass wir uns das trauen. Und da lernt man dann Dinge, wie man zum Beispiel mit Bier oder Wein oder was auch immer eine Mundpflege machen kann und die Mundtrockenheit bei einem sterbenden Menschen einfach zu lindern.
Moderator:
Ja, das muss man kurz erzählen, das hört sich interessant an, ja.
Manuel Kahl:
Ja, also wenn man so Schulbücher, vor allem ältere Schulbücher so in der Pflegeschule, sich anschaut, ich hab da auch noch so ein Exemplar irgendwie aus den Achtzigern irgendwie zu Hause noch rumliegen, und da steht dann ganz oft irgendwie, wie man Mundpflege quasi zu machen hat oder diese Glyzerinstäbchen oder wie auch immer. Aber letztendlich kann man eine Mundpflege machen mit allem, was dem Menschen, dem sterbenden Menschen, irgendwie schmeckt oder geschmeckt hat. Was wäre denn so ein Geschmack bei dir, wo du sagen würdest: Oh, das könnte ich mir vorstellen, da müsstest du mich gar nicht fragen, das geht irgendwie immer?
Moderator:
Mit Cuba Libre abtreten kann nicht verkehrt sein.
Manuel Kahl:
Siehst du mal. Also Cuba Libre, also merk ich mir. Cuba Libre. Ansonsten ist wirklich alles Mögliche dabei: Rotwein, Weißwein, aber auch Cola, Fanta, Apfelsaftschorle, Stück Schokolade, was auch immer. Das ist alles irgendwie möglich. Ich krieg dann oft auch gesagt, wenn ich das so vor Fachpublikum dann sage mit Rotwein, dann sagen viele: Ja, aber Rotwein, je nachdem wie trocken der ist, der trocknet doch dann eher mehr aus.
Moderator:
Extra trocken.
Manuel Kahl:
Nee, dann sag ich mal, da musst du es halt häufiger machen. Also dann ist es einfach so. Die Wiederholung macht es dann. Also das kannst du machen, genau.
Und im letzten Modul geht es um das Thema Abschiednehmen. Also zum einen: Was gibt es organisatorische Dinge zu regeln, wenn dann jemand gestorben ist? Aber auch: Was ist denn eigentlich Trauer, wie kann die sich zeigen und wie kann ich denn mir selbst oder auch anderen Menschen begegnen, die gerade trauern?
Moderator:
Der Letzte-Hilfe-Kurs professionell, der richtet sich an Menschen, die beruflich mit schwerstkranken und sterbenden Personen arbeiten, zum Beispiel in der Pflege, in Kliniken oder auch in der Physiotherapie. Neben fachlichen Grundlagen geht es auch darum, die unterschiedlichen Rollen im Versorgungsprozess besser zu verstehen und mögliche Konflikte zu reflektieren und gemeinsam gute Wege im Sinne der Patientinnen und Patienten zu finden. Wer kann an diesen Kursen teilnehmen?
Manuel Kahl:
Also an den professionellen Kursen können alle Menschen teilnehmen, die in der Gesundheitsbranche arbeiten. Das sind zum einen sehr offensichtlich medizinisches Fachpersonal, Ärztinnen, Ärzte, Pflegefachkräfte et cetera. Aber das sind auch Menschen, die in dieser Einrichtung arbeiten und eben mit anderen Menschen sich konfrontiert sehen, die schwerstkrank oder sterbend sind. Das sind Menschen, die am Empfang arbeiten, das sind Menschen aus der Küche, aus der Hauswirtschaft oder auch der Haustechnik.
Moderator:
Sollten da denn alle mitmachen, das gesamte Team, oder reichen einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Multiplikator?
Manuel Kahl:
Beides funktioniert gut. Natürlich muss man sagen, umso mehr Menschen, umso viele verschiedene Berufsgruppen da sind, umso mehr Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gibt es auch. Von daher sind wir immer ein großer Freund davon, das gemeinsam zu machen. Und man merkt auch relativ schnell, dass Berufsgruppen, die man jetzt nicht so unbedingt in den Kontext der Sterbebegleitung irgendwie bringen würde, wie zum Beispiel jetzt die Haustechnik oder auch die Reinigungskräfte, dass die einen unfassbar hohen Mehrwert für die Gruppe haben. Weil zum Beispiel die Reinigungskraft jeden Tag um acht Uhr immer bei Frau Müller wieder im Zimmer ist. Und somit hat natürlich die Reinigungskraft einen guten Blick dafür, wenn Frau Müller vielleicht jetzt mal nicht mehr mit dem Kaffee am Tisch sitzt, sondern die letzten zwei Tage vielleicht zu dieser Zeit im Bett lag. Und kriegt dann ein Gefühl dafür und auch die Offenheit im Team dafür, auch zu sagen: „Ey, ich geh mal zur Pflegekraft und sag, ich nehme die letzten zwei Tage wahr, ich hab irgendwie das Gefühl, die Frau Müller“ hat sich irgendwie verändert.
Moderator:
Ja, das stimmt ja auch. Und doch, die kriegen ja jeden Tag das mit und die sind ja nicht weniger empathisch. Also, die müssen ja auch damit umgehen können, auch psychisch, ne. So ist es, da gibt es auch Rollenspiele, ne. Also da muss man auch von seiner eigenen Rolle raus und muss was anderes machen. Kannst du das mal erklären?
Manuel Kahl:
Ich denke, die meisten von uns werden das kennen, dass es vor allem auch in der Gesundheitsbranche immer mal wieder so, ja, schon fast so ein bisschen Gerangel gibt. Da schimpft dann die Pflege über das ärztliche Personal und das andere medizinische Personal sieht sich dann irgendwie nicht richtig gesehen vom Team und dann spricht der eine über den anderen so, statt irgendwie mal zu überlegen, warum denn vielleicht eine andere Person so handelt, wie sie handelt. Also was bewegt die dazu, etwas zu tun, wo ich dann vielleicht auch in meiner Rolle her sage: „Hö, ich als Pflegekraft seh das aber ganz anders.“ Und deswegen ist dann bewusst so, man bekommt dann Schilder umgehängt und du bist dann, wenn du normalerweise jetzt Pflegekraft wärst, kriegst du zum Beispiel jetzt das Schild um: Notarzt. Und dann darfst du, musst du dein ganzes Fachwissen als Pflegekraft vergessen und musst alles quasi so tun, wie du denkst, dass der Notarzt handeln würde.
Und dadurch wird einfach ein Gespräch angeregt. Dadurch kommt man so ein bisschen mehr einfach in das Verständnis herein, was es denn vielleicht bei dem anderen auslöst und was der andere sich für Gedanken macht und was der vielleicht auch schlichtweg für Regularien hat, wenn wir an den Rettungsdienst denken, warum die vielleicht dann sagen: Nee, ich nehm die Frau Müller jetzt mit ins Krankenhaus, wo ich als Pflegekraft sage, ja, aber die Frau Müller hat mir doch gesagt, sie will nicht ins Krankenhaus. Und so dann in das Gespräch zu kommen, um gemeinsam einfach ein größeres Rollenverständnis füreinander zu entwickeln.
Moderator:
Braucht es im Betrieb etwas, um Gelerntes umzusetzen, also strukturelle Veränderungen, andere Prozesse?
Manuel Kahl:
Kurze Antwort: ja. Bisschen längere Antwort: Es gibt viele tolle Angebote. Eines davon sind die Letzten-Hilfe-Kurse, die man auch in Betrieben auch nutzen kann, unabhängig von der Gesundheitsbranche. Ist auch möglich, diese Kurse, zum Beispiel diese Bürgerinnen-Bürger-Kurse, auch beim stinknormalen, in Anführungsstrichen, Arbeitgeber zu machen, um für das Thema zu sensibilisieren. Das ist durchaus möglich und halte ich auch für sinnvoll, weil wir merken, dass der Prozentsatz von Menschen, die gerade eine Verlusterfahrung machen oder gemacht haben und die gerade noch in Trauer sind, extrem hoch ist. Im Schnitt sagt man so ungefähr, jede vierte Person innerhalb eines Teams hat gerade irgendwie ein Thema, was sich mit Tod und Sterben befasst. Und dann sind wir mal ehrlich, jetzt überleg mal, ob dir, wenn du ein Team hast von 40 Leuten, ob dir da jeder vierte einfällt. Wahrscheinlich nicht. Und das ist das, wo wir quasi ein Stück weit hinkommen, um auch ein Stück weit als Führungskraft eine Offenheit für das Thema zu signalisieren.
Moderator:
Warum melden sich Teilnehmende an und wer macht das vor allem?
Manuel Kahl:
Ja, also ich glaube, dich würd es nicht erstaunen, wenn ich sage, dass bei den normalen Bürgerinnen-Bürger-Kursen ...
Moderator:
Fast nur Frauen dabei waren.
Manuel Kahl:
88 Prozent tatsächlich.
Moderator:
Ich hab es mir schon wieder ...
Manuel Kahl:
Hat viele verschiedene Gründe. Aber der Kern der Menschen, würd ich so sagen, sind so drei Gruppen, die sich anmelden. Die eine Gruppe sind Menschen, die haben irgendwo Letzte-Hilfe-Kurs gelesen und haben gesagt: Ach, find ich irgendwie spannend, wollt ich mich mal befassen, ich komm mal, guck mir das mal an. Die zweite Personengruppe sind die Menschen, die gerade in einer Begleitung sind. Die haben vielleicht schon mal das Wort palliativ gehört oder es wurde schon Hospiz gesagt oder irgendwie eine schwere Diagnose. Und die möchten irgendwie ein bisschen vorbereitet sein. Die wollen wissen, was kann ich denn vielleicht tun, um meinen nahestehenden Menschen irgendwie zu unterstützen.
Und die dritte Gruppe, das sind die Menschen, die gerade aus einer Begleitung kommen. Also das sind Menschen, da ist gerade jemand gestorben. Und die kommen oft mit vielen Fragen. Und die kommen auch mit Unsicherheiten. Und die kommen vor allem auch ganz oft mit der Angst: Boah, ich hab ganz viel falsch gemacht. Und dann merkt man im Gespräch: Nee, du hast aus dem Bauchgefühl, ohne dass du das jetzt irgendwie groß wusstest und so einen Kurs besucht hast, schon relativ viel richtig gemacht.
Moderator:
Sie können damit dann abschließen, auch genau.
Manuel Kahl:
Die finden, genau, die finden dann auch oftmals so Mut und zu sagen: Okay, es war trotzdem nicht alles schlecht und schwierig.
Moderator:
Also das nehmen die Menschen dann mit beim Letzte-Hilfe-Kurs. Was nehmen jetzt auch die Menschen aus dem Gesundheitsdienst mit?
Manuel Kahl:
Neben dem Rollenverständnis und einfach so dieses Gespür wieder zu bekommen, okay, erst mal drüber nachzudenken, bevor ich drüber mecker und sag, warum hat jetzt Frau Doktor so und so das wieder so gemacht, erst mal zu überlegen: Okay, was hat sie vielleicht dazu bewegt, das so zu machen. Darüber hinaus erleben wir in den Einrichtungen, in denen wir waren, dass sich grundsätzlich einfach eine Motivation zeigt, sich dem Thema zu widmen und relativ schnell auch auf sehr pragmatische und auch teilweise auch wirklich kostenlose, kostengünstige Varianten kommen, wie man mit so kleinen Dingen für das Thema sensibilisieren kann. Das heißt zum Beispiel irgendwie zu überlegen, wie kann ein Abschiedsritual aussehen, wie können wir andere Zugehörige besser einbinden, müssen wir denn immer die teuren Glyzerinstäbchen kaufen oder kann es nicht auch Cuba Libre sein zum Beispiel. Oh gut, bei den heutigen Cocktailpreisen und so ist es jetzt auch nicht unbedingt das Günstigste, aber durchaus.
Moderator:
Ja, und dann wieder am Ende Pepsi genommen und nicht Cola und dann ist sowieso wieder alles egal. Wie immer bei den Podcast-Folgen mit inspirierenden Menschen im Berufsalltag hab ich Sätze für dich, die du spontan vervollständigen kannst. Ich geb dir also einen Satz vor und du machst dann sofort weiter.
Manuel Kahl:
Alles klar, versuch es.
Moderator:
Bist du bereit?
Manuel Kahl:
Jawoll, los geht es.
Moderator:
Tod bedeutet für mich ...
Manuel Kahl:
... auch Leben.
Moderator:
Ja, wahrscheinlich auch mein normaler Job und Arbeit. Der häufigste letzte Wunsch von jemandem, der jetzt von uns geht, ist:
Manuel Kahl:
Ich würde sagen, wenn es um was Materielles geht, dann noch mal leckeres Eis. Ich glaube, das ist ganz weit oben. Müsste ich jetzt überlegen, ich glaube, das ist ganz weit oben. Und wenn es was nicht Materielles ist, dann sind es oft die ganz kleinen Sachen. Also sei es noch mal Bundesliga gucken zum Beispiel. Kann ich total nachvollziehen.
Moderator:
Noch einmal seinen Lieblingsverein sehen möchte. Man weiß, am Mittwoch ist es so weit, aber am Freitag spielt er halt jetzt.
Manuel Kahl:
Ja, die Frage einfach, kann ich meine Sky-Box mitbringen? Oder auch: Kann ich Besuch hier empfangen, gibt es hier Besuchszeiten, kann mein Hund mich noch mal besuchen? Das sind so die Dinge. Natürlich gibt es auch diese Wünsche mit noch mal ans Meer, aber oftmals sind es wirklich die ganz kleinen Dinge für den Alltag, die den Menschen oft wichtig sind.
Moderator:
Von der Lieblingsserie das Staffelfinale gucken oder zum Beispiel, je nachdem ...
Manuel Kahl:
Meistens ist es ja so bei der Lieblingsserie, dass das Staffelfinale meistens nicht so ist, wie man sich das vorstellt.
Moderator:
Ja, und es gibt einen Cliffhanger dann auch noch wieder und dann weiß man, diesen Cliffhanger, den werde ich nicht überbrücken können.
Manuel Kahl:
Auch das, ja.
Moderator:
Was ist dein bester Ratschlag für Mitarbeitende im Gesundheitswesen, denen ein Tod sehr nahegeht, weil vielleicht ein Kind bei ihnen gestorben ist?
Manuel Kahl:
Nicht mit sich selbst ausmachen, sondern bewusst auf Menschen zugehen oder auch Menschen auf sich zugehen lassen. Weil die Menschen werden kommen. Es wird Menschen geben, die auf dich zugehen. Dann einen kleinen Spalt die eigene Tür aufmachen und den Menschen, der mich unterstützen möchte, ein bisschen reinlassen.
Moderator:
Über den Tod sollten wir alle wissen ...
Manuel Kahl:
... dass, wenn wir es möchten, wir in dieser Zeit nicht alleine sind.
Moderator:
Für meinen eigenen Tod wünsche ich mir ...
Manuel Kahl:
... dass ich möglichst lange selbstbestimmt sein kann und tatsächlich auch noch mal Bundesliga gucken kann.
Moderator:
Das ist dein Wunsch, auch mit ...
Manuel Kahl:
Ja, ja, ist auch mal ein bisschen autobiografisch.
Moderator:
Ja, wie vieles auf jeden Fall. Ja, und du hast ja auch vorhin erklärt, du hast in deiner Familie, in deinem Freundeskreis eben auch schon früh mit dem Tod zu tun gehabt und natürlich wird das auch irgendwie dich in diese Richtung gebracht haben. Ja, bestimmt. Ich wünsch dir, dass dies noch ziemlich lange dauert, bis du final die Bundesliga gucken kannst. Ja, und dass das eine gute Saison für deinen Lieblingsverein ist.
Manuel Kahl:
Ja, momentan ist es schwierig, aber ansonsten ...
Moderator:
Was ist dein Verein? Borussia Mönchengladbach?
Manuel Kahl:
Ja.
Moderator:
Okay, ja, dann musst du noch ein bisschen durchhalten.
Manuel Kahl:
Ja, ich bin da ganz froh, dass die mich nicht anrufen, weil in dem Fall möchte ich lieber keine Sterbebegleitung machen. Das ist die einzige Sterbebegleitung, die ich ablehne.
Moderator:
Und da ist es auch die Sterbebegleitung für den Verein.
Manuel Kahl:
Genau.
Moderator:
Ja, genau. Lieber Manuel, vielen Dank, dass du uns heute zum Thema Tod gut begleitet hast.
Manuel Kahl:
Na, sehr gerne, bis bald.
Moderator:
Wenn ihr noch mehr Infos zum Thema haben wollt, dann klickt die Links in den Shownotes dieser Podcast-Folge. Habt ihr Fragen dazu, dann schreibt gerne etwas in die Kommentare eurer Podcast-App. Ja, oder schickt eine E-Mail an podcast@bgw-online.de. Und wenn euch Herzschlag gefällt, dann empfehlt den Podcast gerne weiter. Wir hören uns in zwei Wochen wieder. Lieber Tod, bitte in zwei Wochen wieder, überall dort, wo es Podcasts gibt.
Manuel Kahl:
Und vielen lieben Dank an die Cutterinnen und Cutter für eure Arbeit. Ciao.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Interviewgast
Manuel Kahl
Pflegedienstleiter im Hospiz Louise in Heidelberg
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