Wie lange sollen medizinische Gesichtsmasken und FFP2/FFP3-Masken maximal getragen werden? Wie lange soll ein Erholungszeitraum nach dem Tragen sein?

In der Gefährdungsbeurteilung müssen für das Tragen von FFP-Masken sowohl die Tragezeiten als auch Erholungszeiten geplant werden. Empfehlungen dazu werden in der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" gegeben.

Für das bestimmungsgemäße Tragen von medizinischen Gesichtsmasken im Gesundheitsdienst gibt es keine Empfehlungen zu Trage- und Erholungszeiten. Bei der Gefährdungsbeurteilung sind auch Maßnahmen zur Vorbeugung von Hautbeschwerden im Gesicht zu berücksichtigen.

Erholungsdauer ist dabei der Zeitraum zwischen aufeinanderfolgenden Gebrauchsintervallen eines Atemschutzgerätes, der zur Erholung dient. Die Erholungszeit schließt eine leichte körperliche Arbeit nicht aus. Erholungszeiten können auch dadurch erreicht werden, dass Tätigkeiten mit Maske und Tätigkeiten ohne Maske im Wechsel geplant werden. Unabhängig davon sind die Pausenregelungen nach Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zu beachten.

Im Klinikalltag und in Arztpraxen ist die Verwendung von medizinischen Gesichtsmasken nach EN 14683:2019-10 für viele Anwendungen eine etablierte Routine. Medizinische Gesichtsmasken werden oft auch Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder OP-Masken genannt. Zum Schutz der Patienten und Patientinnen sind medizinische Gesichtsmasken in diversen Hygienevorgaben wie z. B. den Empfehlungen für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) als Fremdschutz verbindlich festgelegt.

Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte und schützen das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen des Trägers. Der Dichtsitz von medizinischen Gesichtsmasken am Gesicht des Trägers ist keine Anforderung der europäischen Norm EN 14683:2019-10, ebenso sind keine Anforderungen bezüglich des Atemwiderstandes festgelegt. Bedingt durch Form und Sitz strömt ein Teil der Atemluft an den Maskenrändern vorbei. Bei der Einatmung kann durch diese offenen Bereiche ungefilterte Atemluft angesogen werden. Medizinische Gesichtsmasken gelten nicht wie FFP-Masken als „belastend“ im Sinne der AMR 14.2, Tragezeitbegrenzungen werden deshalb im Arbeitsschutz-Regelwerk nicht festgelegt.

Partikelfiltrierende Halbmasken (sog. „FFP-Masken“, Englisch für: „Filtering Face Piece“) stellen als Atemschutzgeräte eine Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) dar und unterliegen bei beruflicher Verwendung dem Arbeitsschutzgesetz und der PSA-Benutzungsverordnung. Die Empfehlungen zu den Tragezeiten, der Erholungsdauer und den nötigen Pausen bei der Nutzung von FFP2/FFP3-Masken beruhen auf der Eingruppierung der Atemschutzgeräte in Gruppen gemäß AMR 14.2. In der DGUV Regel 112–190 wird für FFP-Masken mit Ausatemventil eine maximale Tragezeit von zwei Stunden mit anschließender Erholungsdauer von 30 Minuten bei mittlerer Arbeitsschwere und normalen Umgebungsbedingungen empfohlen. Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil wird als maximale Tragezeit 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten empfohlen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß DGUV Regel 112–190 zu berücksichtigen, ob aufgrund der Arbeitsschwere, durch Umgebungseinflüsse (wie z. B. Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (wie beispielsweise schwere Schutzkleidung) eine geänderte maximale Tragedauer angezeigt ist. Möglich ist natürlich auch nach kürzerer Tragezeit entsprechend eine kürzere Erholungsdauer einzuplanen. Bei der Festlegung sollte der arbeitsmedizinische Sachverstand des Betriebsarztes bzw. der Betriebsärztin hinzugezogen werden.

Mögliche Alternativen zur Verwendung von Partikelfiltrierenden Halbmasken generell sowie auch bei Überschreitung der Tragedauerempfehlung sind in der TRBA 255 „Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potential im Gesundheitsdienst“ aufgeführt.

Die BGW empfiehlt dies nicht nur für den Gesundheitsdienst, sondern für alle Mitgliedsbetriebe.

(abgestimmt zwischen dem Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) und dem Sachgebiet Atemschutz der DGUV)

Aktualisiert: 16.02.2021