Welche Tests eignen sich besser für eine Screening-Untersuchung bei anlassbezogenen Umgebungsuntersuchungen und regelmäßiger Arbeitsmedizinischer Vorsorge? THTs (Tuberkulinhauttests) oder IGRAs (Interferon-Gamma Release Assays)?

THTs und die IGRAs unterscheiden sich in ihrer Aussagekraft, obwohl beide weder zwischen einer frischen und einer schon länger bestehenden Infektion noch zwischen einer latenten Infektion (LTI) und einer aktiven Tuberkulose unterscheiden können.
Es ist wichtig zu beachten, dass durch die THTs die latenteTuberkuloseinfektion bei nahezu einem Fünftel der Personen ab 16 Jahren nicht erfasst werden. Auch Zweistufenverfahren (erst der kostengünstigere THT, dann der teurere IGRA) sind aus diesem Grund bei Jugendlichen und Erwachsenen nicht sinnvoll. Die IGRAs können (im Gegensatz zum THT) außerdem eine Infektion (positiver IGRA und THT) von einer Immunreaktion nach einer BCG-Impfung (negativer IGRA und positiver THT) unterscheiden. Wegen der besseren Aussagekraft und des günstigeren Kosten-Nutzen-Verhältnisses empfiehlt deshalb die BGW bei Jugendlichen über 16 Jahren und erwachsenen Beschäftigten ausschließlich den IGRA für die Umgebungsuntersuchung und die arbeitsmedizinische Vorsorge einzusetzen (IGRA).