Welche Personen und Berufsgruppen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege müssen arbeitsmedizinisch beraten werden?

Der Personenkreis ist festgelegt im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), in den Anhängen der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und in der Biostoffverordnung (BioStoffV).
Der Unternehmer bzw. die Unternehmerin hat auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen.

Folgende Tätigkeiten sind Beispiele für Tätigkeiten mit möglicher Infektionsgefährdung:

  • Medizinische Untersuchungen von Menschen und Tieren
  • Abnahme von Körperflüssigkeiten oder sonstigem Untersuchungsgut (z.B. Abstrichmaterial)
  • Durchführung operativer Eingriffe
  • Wundversorgung
  • Versorgung pflegebedürftiger Menschen und Tiere
  • Umgang mit fremd- oder selbstgefährdenden Menschen oder Tieren
  • Durchführung von Obduktionen und Sektionen
  • Reinigungstätigkeiten in Funktionsbereichen und Patientenräumen
  • Entsorgung von infektiösem Material

Es kommt auch bei anderen Tätigkeiten in den angeschlossen Funktionsbereichen regelmäßig zu Kontakten mit biologischen Arbeitsstoffen, zum Beispiel

  • bei Reinigungs-, Desinfektions-, Reparatur- und Wartungs-, Transport- und Entsorgungsarbeiten in kontaminierten Bereichen beziehungsweise bei kontaminierten Geräten und Gegenständen,
  • bei der Behandlung infektionsverdächtigen beziehungsweise infektiösen Materials in Wäschereien („unreine Seite“),
  • beim Beschicken von Reinigungs- oder Desinfektionsapparaten,
  • beim Umgang mit spitzen und scharfen kontaminierten Arbeitsgeräten.

Der Unternehmer oder die Unternehmerin darf diese Tätigkeiten nur von Beschäftigten ausüben lassen, die an der arbeitsmedizinischen Pflichtvorsorge teilgenommen haben. In die arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge sind auch Schülerinnen und Schüler, Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten einzubeziehen. Im Rahmen der Arbeitsmedizinischen Vorsorge müssen auch Impfungen angeboten werden, wenn die Infektionsgefahr im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht und ein Impfstoff vorhanden ist.