Muss der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin bei einer latenten Tuberkulose (LTI) eine Meldung an das Gesundheitsamt abgeben?

Eine latente Tuberkulose (LTI) muss nicht in jedem Fall an das Gesundheitsamt gemeldet werden, da von der LTI keine Infektionsgefahr ausgeht. Unter bestimmten Umständen, z.B. bei einer besonders hohen Infektionsrate/hoher Rate an LTIs bei den Kontaktpersonen (>10% LTI), kann allerdings eine Rücksprache mit dem Gesundheitsamt sinnvoll sein. Ein Beschäftigter mit positivem IGRA drei Monate nach frischem Kontakt sollte zum Lungenröntgen eingeladen werden. Wird beim Lungenröntgen jedoch eine aktive Tuberkulose erkannt, sieht das Infektionsschutzgesetz die umgehende Meldung eines Tuberkulosefalles durch den behandelnden Arzt und/oder Laborarzt an das zuständige Gesundheitsamt vor. Nur die aktive Tuberkulose ist nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, weil hier die Gefahr einer Infektion von Kontaktpersonen bestehen kann.