Nur 11 Prozent Überlebenschance: Wie hat dich der Herzstillstand verändert, Daniel Engelbrecht? #140 BGW-Podcast "Herzschlag - Für ein gesundes Berufsleben"
Was passiert, wenn ein junger Profifußballer mitten im Spiel plötzlich zusammenbricht und das Herz stehen bleibt?
Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 120.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand, und das außerhalb eines Krankenhauses. Damit zählt der Herzstillstand bei uns zur dritthäufigsten Todesursache. Die Überlebenschance liegt bei gerade einmal elf Prozent.
Daniel Engelbrecht hat überlebt. Moderator Ralf Podszus spricht mit dem ehemaligen Leistungssportler über den Moment, der sein Leben für immer verändert hat: seinen Herzstillstand während eines Drittligaspiels im Juli 2013. Daniel erzählt, wie lange es gedauert hat, bis die Diagnose klar war, warum er trotz aller Warnungen den Weg zurück auf den Platz gesucht hat und wie ihn diese Zeit geprägt hat. Heute arbeitet er im Scouting und hält Vorträge über Achtsamkeit, Resilienz, Motivation und Disziplin. Eine Geschichte, die zeigt, was möglich ist, wenn man nicht aufgibt und warum Gesundheit immer Vorrang hat.
Hier kommen Sie zum Transkript dieser Folge
Moderator:
Es ist der 20. Juli 2013. Für Daniel Engelbrecht ein Drittligaspieltag wie jeder andere. Und in der Partie Stuttgarter Kickers gegen Rot-Weiß Erfurt scheint alles normal zu laufen. Doch aus dem Nichts bricht Daniel bewusstlos auf dem Platz zusammen. Diagnose: Herzstillstand. Es ist ein Moment, der das Leben von Daniel für immer verändern wird. Dezember 2014, gerade einmal anderthalb Jahre nach seinem schweren Schicksalsschlag, schießt Daniel Engelbrecht in der Nachspielzeit den Siegtreffer für seine Stuttgarter Kickers gegen Wehen Wiesbaden. Während des Jubels zieht Daniel sein Trikot aus, auf seinem Shirt darunter ist die Aufschrift zu lesen: „Nichts ist unmöglich“. Knapp darüber ist seine Defibrillatorweste zu sehen. In dieser Folge unseres Formats „Inspirierende Menschen im Berufsalltag“ spreche ich mit Daniel über seine einmalige Geschichte und all das, was er in dieser Zeit erlebt hat. Ich bin Ralf Podszus und ich denke, selten hat der Titel unseres Podcasts „Herzschlag“ so gut gepasst wie heute – und da freut es mich umso mehr, dass ihr wieder eingeschaltet habt.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Moderator:
Daniel, ich vermute mal, du freust dich besonders über diesen Ton, den Herzschlag. Entwickelt man nach einem Herzstillstand ein besonderes Verhältnis zu seinem Taktgeber des Lebens?
Daniel Engelbrecht:
Absolut. Ich muss sagen, seit dem Vorfall bin ich sehr, sehr feinfühlig geworden. Ich hör sensibler in meinen Körper rein und ich nehme wahrscheinlich jeden Herzschlag bewusster wahr als andere. Und gerade dieser Ton, dieser Sound des Herzschlags, der verfolgt mich da natürlich. Das kennt.
Moderator:
Man ja, wenn man so oft mal mit der Hand so Richtung Herz geht, dann merkt man es auf einmal. Es kann dann ja auch stören beim Einschlafen, so denkt man so, nein, jetzt denk ich immer an mein Herz. Für dich ist das eher wohltuend.
Daniel Engelbrecht:
Absolut, wenn ich meinen Herzschlag höre und spüre und weiß, dass er im Takt ist, dann gibt mir das ein beruhigendes Gefühl. Wobei ich dir da aber zustimmen muss, ich schlafe nicht gerne auf der linken Seite, also die Organseite, wo dann der Herzschlag natürlich noch mal mehr im Körper pulsiert, da schlafe ich lieber auf der rechten Seite, muss ich zugeben.
Moderator:
Überprüfst du das auch mit Untersuchungen, dass du so nachzählst, ist das da alles richtig im Takt oder bist du so ein bisschen so ein Kontrolletti geworden in Bezug auf Herzschlag?
Daniel Engelbrecht:
Nicht bewusst, dass ich reinhöre und dann auf meinen Herzschlag achte, sondern was sich bei mir leider Gottes implementiert hat, ist, dass ich, sobald ich irgendwas tue, das ein bisschen anspruchsvoller oder anstrengender ist, dass ich automatisch meinen Puls checke. Ich geh mit den Fingern immer an meinen Puls, an mein Handgelenk und schaue, ob alles in Ordnung ist, ob das Herz im Takt schlägt und das ist so eine Angewohnheit, die leider drin ist.
Moderator:
Das ist auf jeden Fall eine Folge mit Herz. Daniel, schön, dass du hier bist.
Daniel Engelbrecht:
Vielen Dank, danke, dass ich da sein darf.
Moderator:
Um dich geht es, deine Karriere als Profifußballer, die ist wirklich inspirierend. Wie kamst du zu deiner Leidenschaft und wie hat sich deine Karriere entwickelt bis zu dem besagten Tag?
Daniel Engelbrecht:
Das ist eine gute Frage, dafür müsste ich jetzt sehr weit ausholen, aber die Leidenschaft, die wurde schon sehr früh geweckt.
Moderator:
Bist du auch so als Junge schon im Kindergarten mit einem Fußballtrikot rumgerannt?
Daniel Engelbrecht:
Ja, also meine Mutter hat damals gesagt, ich bin mit dem Ball durch die Welt marschiert, bevor ich überhaupt laufen konnte. Und mit fünf Jahren, ich glaub mit fünf Jahren war es das erste Mal, dass ich dann bewusst auch den Gedanken gefasst hab und gesagt hab, Mama, ich will mal Fußballprofi werden, ich möchte mein Geld damit verdienen und natürlich wird erstmal jedes Kind, das mit fünf Jahren den Wunsch äußert, ich möchte mal Fußballprofi werden, wird dann erstmal belächelt, weil die Wahrheit ist, es sind nicht mal ein Prozent der hunderttausend Kinder, die jedes Jahr an den Start gehen, die es dann schaffen, Fußballprofi zu werden. Also die Chance ist sehr, sehr gering, hat mich aber nicht davon abgehalten, ich bin schon sehr stur geboren worden und verhältnismäßig spät, sagt man im Fußball, im Alter von 16 Jahren, schaffte ich den ersten Sprung in die Nachwuchsakademie von Bayer Leverkusen, wo ich heute sagen muss, der Schritt war riesengroß und bin dementsprechend auch an meine Grenzen gestoßen. Es gab also ein paar Rückschläge und bin danach wieder zwei Schritte vorwärts gegangen, aber in Leverkusen war dann schnell Schluss für mich.
Über Aachen ging es dann nach Bochum in den Ruhrpott, wo ich dann endlich mit 21 Jahren mein Debüt in der zweiten Bundesliga geben durfte. Ich hatte ja den Traum, irgendwann mal mit meinen Idolen zusammenzuspielen in den größten Stadien dieser Welt und so sehr ich den VfL Bochum auch mag, so viele Sympathien wie ich für ihn habe – er ist aktuell noch nicht einer der größten Clubs der Welt, das kann aber natürlich noch kommen. Aber für mich war es ein super Zwischenstep, um jetzt auf der Karriereleiter nach oben zu klettern und auf dem Weg nach oben hat mich dann leider der eine Schicksalsschlag erwischt im Juli 2013.
Moderator:
Ja, während eines Spiels hast du einen Herzstillstand erlitten, wie kam es dazu und hattest du schon kurz davor gemerkt, dass irgendwie etwas nicht stimmt?
Daniel Engelbrecht:
Tatsächlich nicht, das ist ja das Tückische bei diesen Herzgeschichten, dass man es oftmals überhaupt nicht wahrnimmt oder nicht an irgendwas festmachen kann. Und in dem Fall war es so, dass ich mich in der Form meines Lebens gefühlt habe.
Der 20.07., die Sonne hat geschienen, wir hatten die perfekten Bedingungen, das Stadion war voll, ich war in der Form meines Lebens, der Rasen war top gepflegt und es war Auftakt gegen Rot-Weiß Erfurt. Das Spiel ging gut los, also wir waren gut drin, ich war gut drin und plötzlich kam es wie aus dem Nichts, dass ich in der 70. Minute gemerkt habe, hier stimmt irgendwas nicht, meine Knie fangen an zu zittern, mir wird langsam schwindelig, ich kann die Leute nicht mehr sehen, nicht mehr hören. Das Stadion war voll, es war ungewöhnlich, ich habe mich gefühlt, als wenn ich unter Wasser wäre und das nächste, woran ich mich dann erinnern konnte, war als mein Mitspieler über mir stand, mir ins Gesicht geklatscht hat und gesagt hat: „Hey, Daniel, komm wieder zu dir.“ Und da habe ich mir nur die Frage gestellt, wo bin ich, was ist hier gerade passiert und niemand hat damit gerechnet, dass irgendwas mit dem Herz nicht hätte in Ordnung sein können. Es kam also unerwartet und sehr gefährlich.
Moderator:
Da gab es auch keine Vorbelastung oder irgendwelche Indizien.
Daniel Engelbrecht:
Nee, überhaupt nicht, ich habe ja die Vorbereitung ganz normal in Bochum noch mitgemacht, ich wurde dann im Juli nach Stuttgart transferiert und zwar das erste Spiel der Saison. Ich habe mich in der Form meines Lebens gefühlt, ich hatte zwei Tage vorher noch die sportmedizinische Untersuchung, wo alles in Ordnung war, wo alles super war. Mir wurde ein Bullenherz attestiert, der Arzt sagte, bei dir brauchen wir uns gar keine Sorgen machen, du hast mit die besten Werte innerhalb der Mannschaft, also da ist das Geld gut angelegt, wenn man so will. Und mit den Gedanken bin ich natürlich dann auch in Stuttgart gestartet.
Ich habe eine Vermutung, wo diese Herzmuskelentzündung entstanden sein könnte, denn ein halbes Jahr vorher bin ich mit Grippe, mit Fieber, mit dem ganzen Vollprogramm zum Training gegangen, weil ich das Training nicht verpassen wollte. Und ich denke heute, ich bin nicht hundert Prozent sicher, aber ich denke, dass das der Fehler war, für den ich bis an mein Lebensende bezahlen muss.
Moderator:
Das war nicht das erste Mal, dass ein verschleppter Schnupfen so harmlos ist, mitunter klingen mag, dann doch irgendwas anrichtet im Körper. Ja, also die Herzmuskelentzündung, die zum Stillstand geführt hatte beim Bullenherz, das kann man trotzdem nicht genau jetzt mit der Diagnose feststellen, was das jetzt war, ne. Ich nehme mal an, du isst jetzt nicht jeden Tag rotes Fleisch, rauchst eine Schachtel Zigaretten, kippst eine Pulle Wein und schläfst nur vier Stunden.
Daniel Engelbrecht:
Nee, daran wird es nicht gelegen haben. Ich ernähr mich schon sehr bewusst und gerade als Fußballer beziehungsweise ich war noch jung, ich war 22 und hatte natürlich noch ein anderes Bild von Ernährung. Man entwickelt sich ja selber erst im Laufe der Zeit auch weiter und merkt, was einem gut tut und was nicht gut tut. Aber klar, diese normalen Tugenden oder die Dinge, wo man weiß, die sind nicht gut für den Körper, die habe ich auch damals schon sein lassen. Deswegen kam es sehr unerwartet und ich würde gerne die Zeit zurückdrehen.
Moderator:
Wie hast du diese Zeit direkt nach dem Herzinfarkt dann erlebt? Also, was waren die ersten Schritte zur Genesung und was hast du auf dem Platz alles mitbekommen? Wie lebensbedrohlich war das? Sehr lebensbedrohlich? Also, es ist ja auch mal eine ganz andere Situation vor Ort auf dem Spielfeld.
Daniel Engelbrecht:
Es war sehr lebensbedrohlich, definitiv. Man sagt ja, dass in der Regel neun von zehn Fällen, die so zusammenbrechen, wie es bei mir der Fall gewesen ist, danach entweder schwer behindert sind oder gar sterben. Und bei mir war es einfach der Fall, dass ich nach einigen Sekunden wie von Gottes Hand wieder aufgestanden bin und alles soweit in Ordnung war, in Anführungsstrichen. Direkt danach oder unmittelbar danach wurde gar nichts festgestellt, denn jeder ist davon ausgegangen, dass es ein Kreislaufzusammenbruch war. Es war ziemlich warm an dem Tag und die Vermutung war: vielleicht zu wenig getrunken, vielleicht war es jetzt alles zu viel auf einen Schlag von Bochum direkt hierhin in den Spieltagsbetrieb, vielleicht braucht der Junge etwas Zeit, um anzukommen.
Ich wurde für zwei Wochen erstmal aus dem Training genommen. Ich wurde noch mal auf den Kopf gestellt, es wurde noch mal alles untersucht und nichts wurde gefunden, da niemand damit gerechnet hat, dass etwas mit dem Herz nicht hätte stimmen können. Und zwei Wochen später stand das nächste Spiel auf dem Plan und ich habe relativ schnell nach 20 Minuten schon gemerkt, irgendwas stimmt hier nicht. Der Moment, wo ich mich belastet habe, war immer so ein Moment von, nee, da ist jemand, der zieht an dir, du kannst nicht über diesen inneren Punkt gehen, es geht nicht, also ich kann es auch gar nicht erklären, aber es funktioniert nicht, du kannst diesen Punkt nicht überwinden. Und ich habe mir geschworen an diesem Tag, wenn dieser Moment wieder kommt, ich gehe einfach drüber, ich versuche einfach drüber zu gehen. Und dann kam der Moment, dass ich gemerkt habe, hey, wenn du jetzt diesen Punkt überwindest, dann sackst du hier wieder zusammen, weil mir wieder langsam schummrig wurde, ich habe die Leute nicht mehr gesehen, nicht mehr gehört, es war so am Rande von, ich breche jetzt zusammen zu, ich bin noch bei Bewusstsein.
Ich habe mich dann auf den Platz gesetzt, habe dem Trainer gezeigt, hey, ich muss sofort raus, hier stimmt was nicht. Dann kamen die Notärzte auf den Platz gelaufen, haben mich nach den Symptomen gefragt, ich habe sie erklärt, der Arzt kniet neben mir, nimmt mein Handgelenk, checkt meinen Puls und sagt, der schwebt in Lebensgefahr, wir müssen sofort ins Krankenhaus. Und dann sind wir ins Krankenhaus gekommen, dann wurde ich noch mal aufs Herz untersucht und erst dann wurde festgestellt, der hat eine verschleppte Herzmuskelentzündung, du hast Glück, dass du noch am Leben bist.
Moderator:
Und krass, dass beim ersten Vorfall das gar nicht festgestellt wurde und dann zwei Wochen ins Land gegangen sind. Also du hast unter akuter Lebensgefahr die ganze Zeit dein Leben fortgesetzt.
Daniel Engelbrecht:
Absolut und das beinhaltet ja das Training, das alleine zu Hause sein. Also ich bin ja gerade frisch nach Stuttgart gezogen, also die Wahrheit war ja, ich war jeden Tag alleine und wenn ich jetzt nachts eingeschlafen wär und nicht wieder wach geworden wäre, dann hätte frühestens beim Training am nächsten Tag jemand gemerkt, ey, wo ist eigentlich Daniel. So jede Hilfe wär wahrscheinlich zu spät gekommen. Deswegen muss ich heute sagen, ja, da hatte ich einige Schutzengel auf meiner Seite.
Moderator:
Und das Team hat vorher damit gar nicht gerechnet, dass es ein Herzinfarkt ist. Ist auch noch nicht so oft vorgekommen bei einem Spiel, dass man als gesunder Spieler auf einmal so einen Herzinfarkt bekommt. Ich glaube, jetzt sind mittlerweile auch die Betreuer vor Ort ein bisschen sensibilisierter da drauf, dass sie auch jetzt Herzinfarkt nicht mehr ausschließen, ne?
Daniel Engelbrecht:
Absolut, ich weiß nicht, ob es jetzt nur meine Wahrnehmung war, weil ich diese Herzgeschichte hatte. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass nach meiner Geschichte gerade die Jahre drauf, dass sich diese Herzerkrankungen immer, immer mehr gehäuft haben, dass es mehr geworden ist, Herzrhythmusstörungen entstanden sind, dass Ablationen stattgefunden haben. Dann kam noch die Corona-Zeit, das Corona-Jahr, wo diese Krankheit einfach noch mal viel tückischer entstanden ist, weil man es einfach nicht im Zweifel nicht gemerkt hat. Und ja, es brandgefährlich ist. Also ich sag, man sollte da vielleicht engmaschiger kontrollieren.
Moderator:
Stichwort Corona, auch wenn das vielleicht einen ganz, ganz milden Verlauf gab, kann das eben auch alles Mögliche sehr viel später initiieren. Also man muss einen Blick auf seinen Körper haben. Zu Beginn der Folge, da hab ich ja schon gesagt, wie unglaublich beeindruckend deine Rückkehr auf den Platz war, nach so kurzer Zeit vor allem, woher hast du den Willen und die Kraft genommen, dich zurück zu kämpfen und vor allem, wie war das überhaupt möglich, wieder auf diesem Niveau Sport zu betreiben? Du hast es selbst gesagt, du hättest auch behindert sein können, du hättest tot sein können, das kann ja auch sonst Jahre dauern oder auch gar nicht funktionieren.
Daniel Engelbrecht:
Das stimmt, da hast du recht, es sind ja schon anderthalb Jahre dazwischen vergangen, seit dem Zusammenbruch bis hin zum Comeback und es waren anderthalb Jahre voller Ungewissheit, voller Unklarheit und natürlich ein tagtägliches Ankämpfen gegen den Rat der Ärzte, wo ich natürlich im Nachhinein dann auch ganz demütig sagen muss, die Ärzte hatten recht, aber ich selber meinen eigenen Kopf hatte und unbedingt zurück auf den Platz wollte. Denn es gab ja mehrere Stufen, die erste Stufe war, wir müssen jetzt warten, bis die Herzmuskelentzündung ausgeheilt ist und dann müssen wir schauen, wie sich das Ganze entwickelt.
Die Nachuntersuchung hatte dann ergeben, du hast chronische Herzrhythmusstörungen, du hast bleibende Schäden davongetragen, dein Herz hat sich nicht erholt, du wirst nie wieder der Alte, du wirst nie wieder Fußball spielen. Und das wollte und konnte ich nicht wahrhaben. Und der erste Step war dann zu sagen: „Okay, ich bin bereit, jedes Risiko dafür einzugehen. Bitte helft mir.“ Und natürlich, meine Ärzte versprachen mir, ich muss auch heute noch mal Dank an der Stelle an Professor Wolpert und Professor Sechtem, die mich niemals aufgegeben haben, die dann sagten: „Wir werden Ihnen helfen, soweit wir es können.“ Dann kam der Vorschlag mit dem Defibrillator. Herr Engelbrecht, wenn Sie wieder spielen wollen würden, dann müssten wir Ihnen einen Defibrillator einsetzen. Das ist die absolute Voraussetzung dafür, dass wenn Sie wieder spielen wollen würden, denn der würde Ihnen im Worst Case das Leben retten.
Moderator:
Und da musst du kurz erklären, das ist ja auch eine Entscheidung für immer, dann.
Daniel Engelbrecht:
Genau so, dann die Entscheidung war dann beziehungsweise ich hab ja alle Faktoren mit einfließen lassen, jetzt mit dann 23 Jahren einen Defibrillator zu bekommen, nur weil ich wieder Fußball spielen möchte, ob es das Ganze rechtfertigt, aber ja, wenn das die einzige Chance ist, dann setz mir den ein, so war meine Aussage damals und keine fünf Tage später, nach dieser Information, hatte ich den Defibrillator in meiner Brust.
Aber damit ist das Ganze ja noch nicht getan, weil die Ärzte haben nicht vom Profifußball gesprochen, sondern sie haben davon gesprochen, dass ich normal mal wieder Sport machen kann. Denn das Risiko eines Herzstillstands besteht natürlich durch diese chronischen Herzrhythmusstörungen und so nahm erstmal alles seinen Lauf. Man musste erstmal versuchen, diese Herzrhythmusstörung in den Griff zu bekommen. Ich hab danach erstmal noch vier OPs über mich ergehen lassen müssen, mit Defibrillatorschock zwischendurch, mit weiteren Rückschlägen, wo ich Zweifel hatte, ob ich überhaupt noch mal normal spazieren gehen kann, ohne Panikattacken zu bekommen. Denn dieser Defibrillatorschock, der bringt halt einiges mit sich, diese psychischen Probleme, diese Angstzustände, die man permanent hat, ist dann nicht so einfach zu verarbeiten. Und ganz oben stand halt immer noch in meinem Kopf, egal wie lange, ich möchte irgendwann wieder auf den Platz kommen. Und das hat sich dann knapp anderthalb Jahre gezogen, bis ich dann. Gegen den Rat der Ärzte gesagt: „Hey, ich fange jetzt mal langsam mit meiner Reha an und ich gucke einfach mal, wie weit ich komme.“ Und so sind wir irgendwann beim 06.12. gelandet.
Moderator:
Haben denn da nicht auch deine Freundinnen und Freunde, deine Eltern, alle Verwandten auch auf dich eingeredet, Junge, Alter, mach das nicht, jetzt den Defibrillator einsetzen, dauerhaft, und du bist noch jung, das hat entscheidende Konsequenzen, vielleicht auch ein verkürztes Leben.
Daniel Engelbrecht:
Total, also ich würde gerne sagen, die Meinungen waren gespalten, dann hätte ich zumindest ein bisschen Unterstützung gehabt, aber die Meinungen waren nicht gespalten, es war eine einheitliche Meinung, jeder hat gesagt, Daniel, warum machst du das? Der Arzt hat dir mehr oder weniger durch die Blume gesagt, du setzt dein Leben aufs Spiel, wenn du wieder anfangen möchtest zu spielen. Wieso tust du das? Ich hatte leider Gottes, ich hatte nur eine Antwort parat für jeden, denn auch die Presse hat davon mitbekommen. Der Verein hat auch gesagt, sag mal, bist du bescheuert, warum willst du wieder Fußball spielen? Die Liebe zum Fußball war einfach viel größer als die Angst zu sterben. Das war ein Satz, der mich lange begleitet hat. Er hat mir viel Kraft und Hoffnung gegeben, das weiß ich, das kann ich auch heute sagen. Ich kann aber auch heute sagen, dass dieser Satz dumm, naiv und leichtsinnig war. Ich würd ihn heute nie wieder sagen, aber zu der Zeit hat es mir so ein bisschen das Licht am Ende des Tunnels gezeigt, woran ich mich noch geklammert hab. Heute weiß ich, wie leichtfertig ich mit meinem Leben umgegangen bin und ich würd es, ich würd es nie wieder tun.
Moderator:
Gibt es Momente, wo du dann auch im Bett liegst, den Tag so Revue passieren lässt oder generell so die letzten Wochen, Monate insgesamt, das Leben, wo du dann sagst, verdammt, warum habe ich das gemacht, ich bin ein Esel.
Daniel Engelbrecht:
Ich denke schon viel drüber nach. Man kann sich als Außenstehender natürlich vorstellen, dass einen oft diese Frage einholt, warum ist mir das passiert? Es hätte jedem anderen auch passieren können, wieso musste mir das passieren? Heute bin ich einfach dankbar dafür, dass ich diese Zeit überstanden habe, dass ich Gott sei Dank, unbeschadet aus der Geschichte rausgekommen bin und ich irgendwann angefangen hab zu versuchen umzudenken, umzusatteln, dass ich jetzt das, was passiert ist, hinter mir lasse, dass es natürlich eine schwere Zeit gewesen ist, die ich durchlebt hab. Aber auf der anderen Seite hat mich das auch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Wenn ich diese Geschichte nicht durchlebt hätte, dann würde ich heute keine Vorträge über die Themen Achtsamkeit, Resilienz, Motivation, Disziplin halten. Das hat mir quasi das Fundament gegeben, dass ich heute anderen Menschen helfen kann, die vielleicht auch in verzwickten Lebenssituationen stecken. Deswegen ist es so eine Mischung aus Dankbarkeit, aber auch aus Angst, die ich auch immer noch mit mir trage. Und ich denke nicht, dass ich es bereue, mir den Defibrillator einsetzen zu lassen, denn ich wurde ja kurz darauf eines Besseren belehrt, dass ich auf den Defibrillator angewiesen war. Denn die Herzrhythmusstörungen waren akut und er hatte mir, Stand heute, dreimal das Leben gerettet. Vor meinen ganzen OPs, nachdem es mir dann wieder besser ging. Ich wusste also, es war die richtige Entscheidung. Was mein weiteres Leben dann betrifft, der Defibrillator hat jetzt keinen Einfluss darauf, ob sich meine Lebensdauer verkürzt. Was ich mit Gewissheit sagen kann, ich werde wahrscheinlich niemals einen ruhigen Tod sterben, dass ich im Bett liege, einschlafe und nicht wieder wach werde. Der Defibrillator wird sein Bestes tun, um mich immer wieder zurückzuholen. Von daher bereue ich es nicht, die Entscheidung an sich, mir den Defibrillator hab einsetzen zu lassen.
Moderator:
Und das wünschen wir dir auf jeden Fall, dass das ja auch sehr lange läuft. Es war nur so brenzlig, weil du dich wieder als Profifußballer zurückgekämpft hast nach oben. Das war vielleicht dann der Ratschlag, den du ignoriert hast, aber jetzt im Rückblick hat es dir doch auch wiederum einiges fürs Leben gegeben. Gehst du jetzt auch seither ganz anders an Themen ran? Du hast eben Resilienz erwähnt, dass du jetzt auch Vorträge hältst und wie das dein Leben geprägt hat, aber überlegst du Dinge vom Herzen her? Boah, ich find diese Frage ja so schön.
Daniel Engelbrecht:
Total gute Frage. Die Frage bekommt natürlich noch mal viel, viel tieferen Sinn, weil ich kann es beidseitig beantworten. Ich entscheide mit dem Herzen und auch vom Herzen aus bei gewissen Sachen, die ich tue, was sich verändert hat. Ja, ich geh achtsamer mit mir selber um. Früher, klar, das ist vielleicht auch ein bisschen der jugendliche Wahnsinn gewesen, ich hab immer gedacht, ich bin unantastbar. Also, was soll mir passieren? Ich kann nicht krank werden, ich kann mich nicht verletzen. So, was soll kommen?
Heutzutage weiß ich, dass es nicht die Realität ist und dass ich mir hier und da auch mal Auszeiten nehmen muss. Ich würd jetzt beispielsweise heute – ich glaub, einer der signifikantesten Unterschiede ist: Wenn ich erkältet bin, dann geh ich nicht zum Training. Egal ob es ein Schnupfen ist, ob es eine leichte Erkältung ist, ich geh nicht zum Training. Ich bleib zu Hause und selbst wenn ich fit bin, bleib ich immer noch ein, zwei Tage zu Hause, um ganz sicher zu gehen, dass mein Körper auch erholt hat. Oftmals sind es ja auch diese versteckten Signale, wenn es jetzt nicht unbedingt eine Erkältung ist, dass man einfach merkt, dass man erschöpft ist, dass man die Power nicht hat wie an anderen Tagen und auch dann nehme ich mich einfach zurück oder fahre ein bisschen Fahrrad oder gehe einfach nur laufen, dass es nur ein bisschen Bewegung ist.
Deswegen, die Achtsamkeit hat sich großspurig verändert und natürlich das Thema Resilienz, Schicksalsschläge heute, wo die meisten Schicksalsschläge – das muss ich einfach so sagen – nicht im Ansatz an die Tragweite kommen, die damals mich getroffen hat, die nehme ich einfach leichter auf, weil es ist nicht so schwer zu händeln wie die andere Geschichte. Von daher würde ich sagen, hat sich die Herangehensweise an Probleme und an den Umgang mit mir selbst schon deutlich geändert.
Moderator:
Ja, bei der EM 2021, da bekam während des Spiels vor einem Millionenpublikum der Däne Christian Eriksen auch einen Herzinfarkt, hast du das damals miterlebt, gerade mit deiner besonderen Beziehung zu diesem dramatischen Vorfall? Auch Eriksen, der war dann nach einer Zeit wieder auf dem Platz und auch dänischer Nationalspieler.
Daniel Engelbrecht:
Die Situation hab ich mitbekommen, ich hab sie live im Fernsehen verfolgt, ich weiß es auch noch ganz genau, ich hab in einem Restaurant gesessen in Düsseldorf und dort war ein Fernseher aufgebaut, ich hab es so mit einem halben Auge verfolgt, aber in der Situation hab ich drauf geschaut und hab gesehen, wie Christian Eriksen begann zu torkeln und diese Art von torkeln, das hat bei mir innerlich so eine Blitzreaktion ausgelöst, dass ich sofort einen kalten Schauer über dem Rücken bekommen hab, weil ich gedacht hab, das sieht schwer danach aus wie bei mir und im nächsten Moment ist der zusammengeklappt und ich wusste sofort, was Sache war.
Moderator:
Du wolltest am liebsten da direkt anrufen und sagen, Leute, Herzinfarkt.
Daniel Engelbrecht:
Ganz genau so, je länger das gedauert hat, ich hab dort in diesem Restaurant gesessen und hab angefangen zu schwitzen, weil ich selber genau wusste, in was für einer lebensbedrohlichen Situation er sich gerade befindet und dass die Chance auf unbeschadet da rauskommen und überhaupt zu überleben mit jeder Sekunde sinkt, in der er bewusstlos ist. Und sie haben versucht, ihn zu reanimieren und haben darauf gewartet, dass er wieder zu sich kommt und es wurde schlimmer und schlimmer und plötzlich ist auch die Chance geringer geworden. Und bei mir innen drin, das ist, bin ich explodiert, weil ich gesagt hab, Gott, der Arme und gerade jeder ist dabei, Familie ist dabei, seine Kinder waren, glaub ich, im Stadion und es war eine sehr, sehr heikle Situation. Ja, die hat mich schnell wieder in die Vergangenheit zurückkatapultiert und ich war dann heilfroh, als er dann irgendwann wieder zu sich gekommen ist. Aber das war schon eine Grenzerfahrung für ihn. Ja.
Moderator:
Durch deine Erlebnisse auf dem Platz und durch seine ist es auf jeden Fall jetzt sensibler im Sport und das Thema Herzinfarkt ist oben auf der Agenda und man kann hier schneller reagieren. Deine aktive Karriere als Profi, die hast du dann 2018 beendet, dem Fußball bist du allerdings nicht komplett ferngeblieben. Wie ging es dann von da an für dich weiter?
Daniel Engelbrecht:
Das ist richtig, ich konnte dem Fußball nach 2018 nie so ganz den Rücken kehren.
Moderator:
Einmal mit fünfjährigen Trikot durch die Gegend, bleibt das.
Daniel Engelbrecht:
Eben, das bleibt, man bleibt dem Fußball für immer verbunden, in irgendeiner Art und Weise. Ich bin damals 2018, nachdem ich aufgehört hab, zurück zum VfL Bochum gekehrt und hab dort zunächst mit meinem ehemaligen Teamkollegen Dimitrios Grambozdis, die Fußballfreunde unter euch kennen ihn, die U19 trainiert für ein Jahr, einfach um reinzuschauen, in welche Richtung möchte ich gehen, was interessiert mich, weil vom selber spielen in den Bereich danach ist es jetzt nicht so per se abzuschätzen, was würde dir Spaß machen, und ich hab relativ schnell für mich erkannt, dass dieses Trainerdasein nicht meins ist und ich auch da in anderen Bereich reingucken möchte und hab dann angefangen, mich mit dem Scouting auseinanderzusetzen, das Organisieren, das Planen und da sind so einige Eigenschaften aufeinander gestoßen, die mir liegen und die mir auch Spaß machen, gerade die Organisation und das Erspähen von Talenten und so bin ich dann nach einer gewissen Zeit Chefscout für den Nachwuchs geworden beim VfL Bochum, hab dann noch mal einen Step in eine Agentur gemacht, wo ich den Chefscout bekleidet hab, da meine Vorträge mehr und mehr geworden sind und die Vorträge größer geworden sind, ich das ganze Thema ausgeweitet hab und dementsprechend dann in die Agentur beigetreten bin, weil ich zeitlich noch flexibler sein konnte. Hab aber relativ schnell gemerkt, dass das Agenturleben an sich nichts für mich ist. Ich würd schon lieber gerne zurück in den Verein, vorausgesetzt, dass die Vortragsthematik akzeptiert wird und bin jetzt seit Sommer 23 beim FC Kaiserslautern im Scouting für die Profis und hab da meine Gebiete.
Moderator:
Du bist dann unter anderem als Motivationscoach tätig. Wie kam es dazu ganz genau und was sind besondere Botschaften, die du deinem Publikum vermitteln möchtest und wieso hat dein Verein das alles so akzeptiert, wie du das wolltest? Weil das war ja auch deine Bedingung, haben da andere ja gesagt, nee, dann nicht.
Daniel Engelbrecht:
Ja, es ist so ein bisschen aus meiner, was heißt ein bisschen, es ist aus meiner Geschichte entstanden. So, ich hab die Leidenschaft dazu dann relativ schnell entdeckt, denn die Nachfrage nach der Geschichte war immer sehr groß und irgendwann, als ich aufgehört hab zu spielen, hat das Interesse nicht nachgelassen, sowohl medial als auch regional. Und es kam immer wieder die Frage: „Hey, kannst du nicht mal vorbeikommen, deine Geschichte erzählen, kannst du mal hierhin kommen, kannst du mal dahin kommen?“ Irgendwann war es soweit, dass ich mal meine Geschichte erzählt hab und jemand dabei saß, der gesagt hat: „Hey, kannst du dir nicht vorstellen, Vorträge zu diesem Thema zu halten?“ Ich habe gesagt, zu welchen Themen, meine Geschichte? Sagt er: „Nee, Thema Motivation, Achtsamkeit, diese Themen.“ Sag ich: „Ja, ich müsste mich da mal mit ein bisschen mehr auseinandersetzen, aber kann ich mir schon vorstellen.“ So ist damals der Kontakt zustande gekommen zu der Techniker Krankenkasse, heutzutage mein größter Kooperationspartner. Wir haben miteinander gesprochen und sie haben mir dann auch relativ schnell gesagt, hey, die Geschichte an sich und das Thema Achtsamkeit, das passt sehr gut zu uns. Und so habe ich dann den Gedanken gefasst, hey ja, das macht Sinn und habe dann versucht, mich weiterzubilden.
Ich hab mir den meiner Meinung nach König der Rhetorik in Deutschland rausgesucht, das ist René Borbonus und hab den Kontakt zu ihm gesucht, hab meine Rhetorikausbildung bei ihm gemacht. Er hatte mir dann angeboten, mein Mentor zu werden, ich hab es dankend angenommen, so hab ich mich von ihm ausbilden lassen, wir haben an meinen Vorträgen zusammengearbeitet und so kam eins zum anderen. Die TK und ich, wir sind, wie gesagt, es ist mein größter Kooperationspartner. Ich hab die Vorträge ausgeweitet, ich hab das Themengebiet ausgeweitet, es ist nicht nur Achtsamkeit, sondern auch Resilienz geworden, und heutzutage halte ich die Vorträge über die Themen Achtsamkeit, Resilienz, Motivation, Disziplin, gekoppelt an meine Geschichte und natürlich zugeschnitten auf jedes Unternehmen.
Ich bin dann in jeglichen Unternehmen, Krankenhäusern, Schulen, Universitäten, Einrichtungen, ob es jetzt auch in Berlin der Bundestag war oder die Landesärztekammer in Berlin oder dann auch Festivals wie das Creator Festival in Köln oder die OMR in Hamburg. Es ist bunt gemischt und es wird dann auf jede Veranstaltung immer zugeschnitten und so hat sich eine Leidenschaft entwickelt und mir macht es einfach Spaß, mit Menschen zu arbeiten, wo ich auch merke, ich kann helfen, ich kann helfen, ich möchte helfen, und es ist schon ziemlich einfach, mit kleinen Kniffen den Menschen einfach wieder mehr Lebensqualität zu geben.
Moderator:
Was macht dir da mehr Spaß, jetzt das Leben als Profifußballer oder deine Tätigkeit als Motivationscoach und das Inspirieren anderer Menschen?
Daniel Engelbrecht:
Die Frage ist unfair. Ich kann sie aber beantworten. Ich glaub, die Frage hängt auch ein bisschen zusammen mit der Lebensphase, so würde ich es, glaube ich, beschreiben. Als ich jung war, wo ich den Traum hatte, Fußballprofi zu werden und dann irgendwann in den großen Stadien gestanden hab, da gab es für mich nichts Schöneres. Und auch heute, wenn ich daran denke, irgendwann in einem Stadion gestanden zu haben, dieses Gefühl ist unbeschreiblich, das kann man nicht miteinander vergleichen, es ist einfach was anderes.
Als ich dann den neuen Weg eingeschlagen hab, nachdem ich aufgehört hab, hab ich mehr und mehr erkannt, dass das, was ich heute tue, mir am meisten Spaß macht und dass es für mich die beste Alternative ist zum Fußballspielen. Ich hab meinen Weg gefunden, ich hab meine Leidenschaft entdeckt und es gibt aktuell nichts, was ich mir vorstellen könnte, was mir mehr Spaß machen kann und wo ich mehr Leidenschaft reinstecken würde.
Moderator:
Wie immer bei den Podcast-Folgen mit inspirierenden Menschen im Berufsalltag hab ich noch Sätze für dich, die spontan vervollständigt werden sollen. Ich geb dir einen Satz vor und du machst dann sofort weiter. Bist du bereit?
Daniel Engelbrecht:
Ich bin bereit.
Moderator:
Nach meinem Herzinfarkt habe ich gelernt, dass …
Daniel Engelbrecht:
… ich achtsamer mit meinem eigenen Körper umgehen muss.
Moderator:
In schwierigen Zeiten denke ich immer daran, dass …
Daniel Engelbrecht:
… am Ende des Tunnels immer ein Licht wartet und wenn nicht, dann ist es auch noch nicht das Ende.
Moderator:
Der erste Gedanke nach meinem Comeback-Tor damals war …
Daniel Engelbrecht:
… jetzt hole ich mir alles zurück, was mir genommen wurde.
Moderator:
Das mag ich gar nicht mehr hören im Zusammenhang mit meinem Herzinfarkt.
Daniel Engelbrecht:
Hat deine Familie oder deine Freunde dich nicht davon abgehalten, wieder Fußball zu spielen?
Moderator:
Hab ich ja vorhin auch, glaub ich, gefragt, ne?
Daniel Engelbrecht:
Ja, das wird immer gefragt, das wird immer gefragt.
Moderator:
Oder es ist auch sowas wie der Herzinfarkt, Daniel, dass man da so drauf runter reduziert wird, der …
Daniel Engelbrecht:
Herzkranke, das immer, der Herzkranke, das ist doch der mit dem Herz, das konnte ich irgendwann nicht mehr.
Moderator:
Der mit dem Herz, super. Ja, eine Sache, die ich allen auf den Weg mitgeben möchte, ist …
Daniel Engelbrecht:
Achtet auf euch, tut alles für eure Ziele, seid aber achtsam mit eurem Körper und lasst euch nicht unterkriegen. Resilienz bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Resilienz bedeutet immer wieder aufzustehen.
Moderator:
Lieber Daniel, vielen Dank fürs Aufstehen und dass du uns heute deine inspirierende Geschichte erzählt hast.
Daniel Engelbrecht:
Sehr gerne, danke, dass ich da sein durfte.
Moderator:
Wenn ihr noch mehr Infos zu Daniel haben wollt und zu dem, was er seit seiner Profi-Fußballkarriere macht, dann schaut es euch gerne an. Verlinkungen gibt es in den Shownotes dieser Podcast-Folge und weitere Infos und alle anderen Podcast-Folgen findet ihr auf eurer Lieblings-Podcast-Plattform und auf der Website der BGW www.bgw-online.de/podcast. Hat euch diese Folge mit Daniel gefallen, dann lasst gerne ein Like da. Hört das nächste Mal wieder rein, bis in zwei Wochen.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Interviewgast
Daniel Engelbrecht
Ex-Profifußballer, Keynote Speaker, Motivationscoach
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