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Händedesinfektionsmittel sicher umfüllen

Ein schwarzer Kanister mit der Aufschrift "ExELStat"

Zur Vermeidung elektrostatischer Aufladung sollten nur Kunststoffbehälter mit dem Prüfzeichen "ExELStat" verwendet werden
(Foto: BG ETEM, Metz)

Hinweise zum Brand- und Explosionsschutz beim Umfüllen von Desinfektionsmitteln. Die Ratschläge richten sich an Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege – möglicherweise profitieren auch therapeutische Praxen und die Humanmedizin (ärztliche Praxen, Kliniken) davon.

Aufgrund der aktuellen Lieferengpässe bei Händedesinfektionsmitteln erhalten immer mehr Betriebe Firmenspenden. Häufig handelt es sich um Kanister mit etwa 10 bis 25 Liter Inhalt, aus denen die Desinfektionsmittel in kleinere Behältnisse (250 ml, 500 ml oder 1 Liter) umgefüllt werden.

Hauptbestandteil der Desinfektionsmittel ist entweder Ethanol oder Isopropanol.

Brand- und Explosionsschutz beim Umfüllen von Desinfektionsmittel

Da sowohl Ethanol als auch Propanol leicht entzündbare Stoffe sind, müssen beim Umfüllen folgende Aspekte des Brand- und Explosionsschutzes beachtet werden:

  • Das Umfüllen in Fluren, Durchgängen, Treppenräumen und Dachräumen ist verboten.
  • Zur Vermeidung einer elektrostatischen Entladung muss beim Umfüllen auf ausreichende Erdung geachtet werden. Empfehlung: Explosionsgeschützte Pumpe, am besten mit einstellbarer Dosiermenge (z.B. 500 ml), verwenden.
  • Kunststoffbehälter mit einem Volumen von mehr als 5 Liter müssen zur Vermeidung von elektrostatischen Entladungen ausreichend leitfähig sein (Prüfzeichen, z.B. "ExELStat"); diese Anforderung muss der Zulieferer/Spender erfüllen.
  • Ausreichend Abstand zu wirksamen Zündquellen (z.B. heiße Oberflächen, Elektroinstallation, Kühlschrank, Computer oder mechanisch erzeugte Funken) sicherstellen.
  • Während der Abfüllvorgänge sind offene Flammen grundsätzlich zu vermeiden.
  • Feuerlöscheinrichtung (z.B. Feuerlöscher) bereithalten und auf gute Zugänglichkeit achten.
  • Das Umfüllen muss im Abzug, unter einer Objektabsaugung oder in einem Raum mit mindestens 5-fachem Luftwechsel erfolgen. Ist dies nicht möglich, so ist das Umfüllen behelfsweise im Freien durchzuführen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Qualität des Händedesinfektionsmittels sichergestellt bleibt. Es darf nicht zu Verunreinigungen des Produkts kommen.
  • Auffangwannen nutzen, um unbeabsichtigte Verschüttungen aufzufangen.
  • Persönliche Schutzausrüstung tragen (z.B. Schutzbrille, Handschuhe).
  • Befüllte Behältnisse nach dem Abfüllen und bis zur Auslieferung in einer Auffangwanne und geschützt vor übermäßiger Erwärmung (z.B. durch Sonneneinwirkung) stellen.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige BGW-Bezirksstelle.

Wichtiger Hinweis

Der Inhalt dieser Information beschränkt sich auf die Aspekte des Brand- und Explosionsschutzes beim Umfüllen von Händedesinfektionsmitteln in der aktuellen Corona-Situation. Gegebenenfalls sind weitere hier nicht berücksichtigte Rechtsbereiche zu beachten.

 

30.04.2020

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