Wenn Prävention zum Erlebnis wird – das PREVIER in Hamburg #156 BGW-Podcast "Herzschlag – Für ein gesundes Berufsleben"
Direkt an den Hamburger Elbbrücken ist ein neuer Ort für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit entstanden: das PREVIER. Das gemeinsame Präventionszentrum von BGW und VBG soll zeigen, dass Arbeitsschutz weit mehr sein kann als Vorschriften, Regeln und Checklisten. Hier wird Prävention praktisch, offen und erlebbar.
Zur offiziellen Eröffnung nimmt uns Moderator Ralf Podszus mit auf einen Rundgang durch das neue Gebäude. Doch hinter dem PREVIER steckt mehr als außergewöhnliche Architektur. BGW und VBG bündeln hier erstmals in dieser Form ihre Angebote für Seminare, Veranstaltungen und praxisnahe Präventionsarbeit. Im Gespräch mit Verantwortlichen beider Berufsgenossenschaften geht es darum, wie die Zusammenarbeit funktioniert, welche Synergien daraus entstehen und warum moderne Prävention Menschen stärker einbeziehen und begeistern muss.
Außerdem erzählen die Beteiligten von der Entstehungsgeschichte des Hauses, von Herausforderungen während der Bauphase und von ihrer Vision für die kommenden Jahre.
Hier kommen Sie zum Transkript dieser Folge
Moderator:
Wer an Arbeitsschutz denkt, denkt oft zuerst an Vorschriften, an Regeln, an Checklisten. Was wäre jedoch, wenn Prävention mehr sein könnte? Ein Ort zum Ausprobieren, zum Erleben, zum Verstehen. Genau so ein Ort ist in Hamburg entstanden, direkt an der Elbe in der Hafencity. Mit einem direkten eigenen Zugang zum Bahnhof Elbbrücken kommt man ohne Umweg direkt ins Gebäude und mit einem klaren Ziel: Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsleben greifbar zu machen. Willkommen hier im PREVIER. Das PREVIER, das ist ein Ort für innovative Präventionsarbeit, den die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und die Verwaltungsberufsgenossenschaft gemeinsam aufgebaut haben. Jetzt wird es offiziell eröffnet und ich bin hier in Hamburg dabei. Ich bin Ralf Podzus, hi. Ja, und ihr habt eben gehört, wie das blaue Eröffnungsband feierlich durchschnitten wurde. Selbstverständlich mit einer Schere, die alle Sicherheitsvorgaben von BGW und VBG mustergültig erfüllt. Wie wird hier im PREVIER Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit neu vermittelt? Hinter den beeindruckenden Glasfassaden dieses neuen großen Gebäudes wird Prävention neu gedacht. Ja, erlebbar, offen und nah an den Menschen. Wie das geht, das hört ihr jetzt.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Moderator:
Schon beeindruckend, wenn man hier reinkommt, dann sieht man schon gleich mehrere Ebenen, alle offen, holzvertäfelt. Man kann sich zurückziehen und in kleinen Ecken hinsetzen oder eben groß, wenn man möchte, denn hier gibt es viele, viele Möglichkeiten, sich niederzulassen. Alles inklusiv mit dem Rollstuhl, wenn man von unten nach ganz oben hochfahren und für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen auch alles möglich. Am Boden gibt es die dementsprechenden Vorrichtungen und man kommt auch von unten ganz einfach nach oben. Schon beim Betreten des Reviers fällt auf, hier wirkt wenig wie ein klassisches Seminarzentrum, große Glasflächen, offene Begegnungsbereiche, ja, und auch ganz viel Licht, das finde ich besonders gut, und immer wieder Ausblicke auf die Elbe. Ja, ich liebe viel Wasser als Küstenkind, also Küstenkind im Herzen, denn die Nordsee ist ja noch einen Tick weiter weg. Im PREVIER bündeln BGW und VBG ihre Präventionsangebote unter einem Dach. Das Ziel: Menschen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit begeistern und zwar möglichst praxisnah. Was steckt hinter dieser Idee? Darüber spreche ich mit Marco Helms. Er ist der Abteilungsleiter für das Präventionszentrum. Hallo.
Marco Helms:
Hallo.
Moderator:
Herr Helms, heute wird das PREVIER offiziell eröffnet. Haben Sie sich das auch so vorgestellt?
Marco Helms:
Ja, ich glaube schon. Das ist ja nun sehr lange her, dass ich daran gearbeitet hab und ich hab mir viele Gedanken gemacht, wie das Ganze aussehen soll und ich finde, wenn ich jetzt am Ende des heutigen Tages bin, nach der Eröffnung, das ist so, wie ich mir das auch vorgestellt hab.
Moderator:
Blickt man da mitunter auch so zur Baustelle im Laufe der Jahre hin und sagt sich, was, warum ist denn das da so und nicht so?
Marco Helms:
Auf jeden Fall. Also es gibt sicher ein paar Bereiche, die ich mir anders gewünscht hätte und es gibt ganz viele Bereiche, die genauso geworden sind, wie ich mir das vorgestellt hatte und insgesamt bin ich total zufrieden damit.
Moderator:
Welche Idee steckt jetzt genau hinter dem PREVIER?
Marco Helms:
Die Idee war immer, dass wir die verschiedenen Bereiche, die wir für Kunden haben, Seminare, Veranstaltungen, auch die Praxiswelten unter einem Dach vereinen und dass es mehr ist als nur ein Akademiezentrum. Und ich glaube, diese Durchlässigkeit, das ist uns gelungen.
Moderator:
Auch diese Helligkeit, die vielen Fenster, die Holzvertäfelung, spielt das auch so eine Rolle? Mehr Offenheit demonstrieren.
Marco Helms:
Auf jeden Fall. Das war auch damals wichtig, als wir uns den Architekturentwurf angeschaut haben. Die Helligkeit, die Durchlässigkeit ist ja nicht nur etwas Architektonisches, sondern es hat auch was damit zu tun, wie Menschen zusammenkommen, wie offen sie sich zeigen und wie gut sie miteinander zusammenarbeiten. Und das wird es auf jeden Fall unterstützen.
Moderator:
Warum haben BGW und VBG sich jetzt entschieden, ihre Präventionsangebote an einem gemeinsamen Standort zu bündeln und welche konkreten Vorteile ergeben sich daraus?
Marco Helms:
Nun, wir wussten ja, dass wir beide Seminarteilnehmende aus dem norddeutschen Raum haben und wir wussten, dass Hamburg ein guter Standort ist, nicht nur weil wir unsere Hauptverwaltung hier haben, sondern weil es einfach auch gut erreichbar ist für unsere Kunden. Und wir haben uns schon erhofft, wenn wir zusammenarbeiten, dass uns das gelingt, die Synergien beispielsweise in der Betreuung von Seminaren, in der Nutzung von Räumen, in der Entwicklung dieser Praxiswelten zu entwickeln. Und diese Idee war für uns wichtig und ich glaube auch, dass sie uns gelungen ist.
Moderator:
Ist das dann auch die Zukunft, praxisnah und spielerisch Prävention und Sicherheit erleben, vereinen.
Marco Helms:
Auf jeden Fall wird das ein wesentlicher Baustein sein, um Prävention interessant zu machen, die Berufsgenossenschaften noch mal in den Fokus von Menschen zu rücken, die bisher vielleicht gedacht haben, das ist vielleicht eher grau und langweilig und nicht so interessant. Wir bieten, glaube ich, ein total vielfältiges Bildungsprogramm, das ganz viele Facetten hat und für viele Menschen auch interessant ist.
Moderator:
War das auch schwer, jetzt so alle zusammen zu überzeugen, BGW, VBG, gab es da auch irgendwie so ein paar kritische Stimmen? Warum machen wir das jetzt zusammen?
Marco Helms:
Na klar, es gab auf jeden Fall auch kritische Stimmen. Ich glaube aber, dass wir die mit unserer Idee gut überzeugen konnten, dass mit viel Kommunikation, mit viel Einbindung, mit viel Beteiligung dieses auch gut überwunden werden konnte. Und man merkte auch, dass wirklich alle im Projekt, aber auch außerhalb des Projektes, hinter dieser Idee standen.
Moderator:
Im PREVIER geht es also nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, es geht darum, Prävention erlebbar zu machen. Menschen sollen aktiv eingebunden werden, ausprobieren, lernen, mitmachen. Genau darin liegt die Besonderheit des Hauses.
Einspieler:
Der Name „Previev“ verknüpft Prävention mit dem nautischen Begriff „Revier“. Passend zur Lage an der Elbe steht das Haus für einen sicheren Kurs durch das Berufsleben und für einen Lernort, an dem Prävention praktisch erlebbar wird. Es ist also ein Revier für gesunde Arbeit. Das Gebäude befindet sich direkt an den Hamburger Elbbrücken. Im PREVIER bündeln BGW und VBG ihre Präventionsangebote unter einem Dach. Das Haus verfügt über einen Veranstaltungsbereich für bis zu 300 Gäste. Das Gebäude wurde weitgehend barrierefrei und barrierearm geplant. Einfache Wege und vier Aufzugskerne mit mehreren Aufzügen verbinden sämtliche Ebenen. Ein taktiles Leitsystem Brailleschrift, eine induktive Höranlage und digitale Navigationshilfen ermöglichen Besucherinnen und Besuchern unabhängig von möglichen Einschränkungen eine selbstbestimmte Teilnahme. Und die Innenräume sind angenehm hell. Verbaut wurden insgesamt 1.879 Fenster.
Moderator:
Hallo, grüß dich.
Sprecherin 1:
Hallo, grüß dich.
Moderator:
Was gefällt dir hier an diesem neuen präventiven Ort am besten, das PREVIER? Welche Eindrücke hast du?
Sprecherin 1:
Also, das, was ich jetzt schon mal sehen konnte, ist einfach begeisterungswürdig. Also, alles insgesamt. Also, wir sind jetzt hier gerade im Informationsband oder Begegnungsband. Also, wunderbar und wir begegnen uns hier wirklich.
Moderator:
Vielleicht kannst du ein bisschen beschreiben, wie das hier aussieht. Wir sind ja hier gleich in mehreren Stockwerken auf einmal. Also, jetzt sind wir hier in der höheren Ebene, aber man kann ja auch in diesem selben Raum gleich in die anderen Ebenen schauen und auch überall Menschen rumstehen sehen.
Sprecherin 1:
Genau, wir haben hier ein Erlebnisband, also was ich jetzt gerade versucht habe zu beschreiben, und das führt über ein Wegelaufsystem bis in die obere Etage. Und hier kann man sich überall begegnen. Es ist nicht nur ein Laufband, sondern hier gibt es überall Sitzplätze. Es ist alles schön gestaltet in Holz, wo man sich draufsetzen kann, sehr schön unterschiedlich. Man kann von unten nach oben gucken, von oben nach unten. Man erlebt sich, man erlebt einfach alles, was hier ist, was hier los ist. Man kann alles sehen und es ist einfach nur wunderschön, sich zu begegnen.
Moderator:
Kannst sogar rausgucken, sehe ich da gerade, ne? Also auch da ist es doch möglich, durch die Glasfassade nach draußen, da ganz unten.
Sprecherin 1:
Genau, du kannst fast aufs Wasser gucken, aber von unten, wenn man dort sitzt, da kann man auf das Wasser gucken. Genau.
Moderator:
Sehr schön, vielen Dank. Darf ich Sie einmal ganz kurz stören? Sie stehen hier gerade sehr andächtig und schauen hier von der Balustrade hinunter auf die Menschen. Was geht in Ihrem Kopf so vor, wenn Sie das PREVIER jetzt hier so genau anschauen, beobachten? Was finden Sie speziell einladend? Was macht das Einladende aus?
Sprecher 1:
Die offene Bauweise, dass man miteinander kommunizieren kann, dass man sich individuell zusammensetzen kann und Gespräche unter vier Augen oder im größeren Kreis führen kann.
Moderator:
Vielen Dank, weiterhin viel Freude. Ja, danke, dann gehen wir noch mal an diesen Tisch. Hallöchen, ich crashe gerade mal ganz kurz diesen Tisch und möchte diese sympathische Vierergruppe einmal fragen. Wie findet ihr das Gebäude PREVIER? Was fällt euch hier besonders auf?
Sprecherin 2:
Besonders lichtdurchflutet, einladend. Ich glaube, ich würd sagen, das ist Erlebnisband, weil das barrierefrei ist und das hab ich so noch nicht gesehen.
Moderator:
Mit dem Rollstuhl kann man von ganz unten auch nach oben, wenn man möchte, hochfahren.
Sprecherin 2:
Richtig, genau, vom Untergeschoss in den ersten Stock.
Sprecher 2:
Ich find es hier gigantisch. Also mein erster Eindruck war, wow.
Moderator:
Können Sie das 'Wow' noch ein bisschen spezifizieren? Warum hat Sie dieses Wort gleich so erfüllt?
Sprecher 2:
Diese Größe, also dieser Riesenraum und dieses Volumen hier, das ist schon wirklich gigantisch.
Sprecherin 3:
Unfassbar viel Raum und Platz und viel Licht.
Moderator:
Und ihr steht ihr alle zusammen hier an diesem klitzekleinen Tisch, trotzdem, obwohl das so ein großer Raum ist. Also man kann sich auch ein bisschen enger und kleiner zusammenfinden.
Sprecherin 3:
Wir können ganz viele unterschiedliche Konstellationen finden. Ich finde, das ist heute ein toller, ein toller Auftakt hier für uns.
Moderator:
Viel Freude, Dankeschön, viel Spaß. Ja, ciao. Hallöchen, grüß euch. Ich platze mal kurz dazwischen, weil ich mal von euch wissen wollte, wie findet ihr das PREVIER? Was fällt euch spontan ein, wenn ihr das Gebäude anschaut?
Sprecher 3:
Ja, es ist eine fantastische Begegnungsstätte für alle Leute. Auch wenn der Tag heute ein bisschen bewölkt ist, finde ich, ist es trotzdem sehr schön. Eine offene Gestaltung, gerade hier am Erlebnisband und von daher kann ich nur sagen, ein ganz, ganz toller Ort, um sich hier zum Thema Arbeitsschutz und Prävention auszutauschen.
Moderator:
Jetzt stehen wir ja direkt hier unterm Dach und das Dach ist ja sogar auch durchsichtig. Also hier sind überall Glasfronten, jetzt sehen wir den Hamburger Regen hier runterprasseln, ne. Also ist auch ganz gemütlich eigentlich so ein bisschen, hat so ein bisschen Dachgeschossatmosphäre.
Sprecher 3:
Total. Vor allen Dingen, wenn hier sag ich mal die Stehtische weggeräumt werden, ist ja hier auch noch ein Sitzbereich eingerichtet und hier kann man sich ja schön aufhalten und auch, sag ich mal, in einem nicht ans Büro gebundenen Arbeitssetting noch mal den Laptop anschmeißen.
Moderator:
Dankeschön. Ich bin weiterhin ganz oben und hab mich mal nach vorne gekämpft. Jetzt kann ich direkt hier runter schauen auf das Wasser, auf die Hamburger Elbe. Und ich schau gar nicht so alleine, hier schaut noch jemand von mir runter. Hallo, grüß dich. Das Wasser, das macht irgendwie schon immer gleich gute Laune, ne?
Sprecherin 4:
Ja, absolut. Also als Hamburgerin sowieso. Von daher, das Wasser darf nicht fehlen und wenn dann noch die Terrasse dazu kommt, also was will man mehr.
Moderator:
Deine Eindrücke zum PREVIER.
Sprecherin 4:
Ich finde es superschön geworden. Mir gefällt vor allem im Interieur das Holz total gut. Ich finde, Holz gibt immer ganz viel Wärme, auch die Lamellen hier oben.
Moderator:
Sehr hell, sehr glatt geschnitten.
Sprecherin 4:
Und auch sehr weiten Eindruck. Ich finde es sehr einladend.
Moderator:
Und auch mit dem Sand vor dem Wasser lohnt sich das gleich noch mal rauszugehen an den Strand hier.
Sprecherin 4:
Ich glaube, der Strand ist nur temporär. Ich glaube, das wird dann bald durch eine Terrasse ersetzt. Aber solange er da ist, vielleicht sollte man ihn noch nutzen.
Moderator:
Das PREVIER ist nicht nur ein neues Gebäude, es ist auch ein Gemeinschaftsprojekt zweier großer gesetzlicher Unfallversicherungsträger. Die BGW und die VBG, die haben sich hier zusammengetan und beide verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte. Die BGW kümmert sich um Menschen, die in Berufen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales arbeiten und die VBG, die kümmert sich um ein breites Spektrum gewerblicher Branchen. Banken und Versicherungen sind dies zum Beispiel auch Rechtsanwaltskanzleien, Unternehmen der IT-Branche oder Zeitarbeitsfirmen. Dazu versichert die VBG auch fast alle neuen Berufe des Arbeitsmarktes. Entsprechend aufmerksam begleitet sie den Wandel der Berufslandschaft und schätzt als moderne Unfallversicherung das jeweilige Gefährdungsrisiko und den Sicherheitsbedarf professionell ein. Doch bei vielen Themen der Prävention überschneiden sich Interessen, Erfahrungen und auch Zielgruppen. Die Idee: Synergien nutzen und Wissen teilen, gemeinsam Neues entwickeln. Ja, wie das im Alltag funktionieren soll, das erklärt jetzt Marcel Dröger. Er ist Geschäftsführer der VBG Akademien. Hallo Herr Dröger.
Marcel Dröger:
Hallo, ich grüße Sie.
Moderator:
Was macht diese Zusammenarbeit zwischen BGW und VBG aus?
Marcel Dröger:
Ja, wir haben erstmalig die Situation, dass zwei große Berufsgenossenschaften auf dem gleichen Areal zusammenarbeiten und Dinge nutzen, die es so in der Welt der Berufsgenossenschaften noch nicht gab. Ich geb jetzt mal an die Praxiswelten, wo ja Präventionsthemen wirklich plastisch erlebbar werden. Die werden von beiden Trägern genutzt, und wir haben einen Seminarbereich, wo wir auch im administrativen Bereich zusammenarbeiten. Also da gibt es auch eine direkte Verschmelzung von Mitarbeitenden und Kunden der beiden Berufsgenossenschaften.
Moderator:
Wo entstehen jetzt die größten Synergien?
Marcel Dröger:
Die größten Synergien entstehen tatsächlich im Seminarbereich, im Veranstaltungsbereich. Wir werden dort Großveranstaltungen gemeinsam mit der BGW planen und natürlich, wie eben angeführt, in den Praxiswelten, wo also Besucher beider Trägerinnen sich aufhalten können.
Moderator:
Und welche Vorteile ergeben sich jetzt speziell für die Qualifizierungs- und Seminarangebote?
Marcel Dröger:
Wir können Themen, die sonst doppelt angeboten würden, durch diese Synergieeffekte sehr zentral anbieten. Wir haben die Möglichkeit, auch Input des jeweils anderen Trägers kennenzulernen und dort einfach Dinge zu nutzen, die wir vorher so noch nicht kannten. Also, beide Träger profitieren beziehungsweise beide Trägerinnen profitieren voneinander.
Moderator:
Ich hab gehört, bis zu 180 Veranstaltungen im Jahr werden hier dann stattfinden. Das ist eine ordentliche Orga.
Marcel Dröger:
Ja, wir haben eine sehr große Organisationsstruktur. Die beiden Organisationsstrukturen arbeiten auch zum Teil zusammen, da auch wieder das Thema Synergieeffekte. Wir werden auch die gemeinsame Verwaltungsorganisation so nutzen, gemeinsam mit der BGW, dass wir problemlos die Anzahl der Veranstaltungen bewältigen können.
Moderator:
Wenn Sie an die kommenden Jahre denken, welche Möglichkeiten eröffnet das PREVIER, die es bisher nicht gab?
Marcel Dröger:
Also gerade im Veranstaltungsbereich können wir uns anderen Bereichen öffnen, was wir bisher noch nicht konnten. Das heißt, wir zielen nicht nur auf die originären Themen der Berufsgenossenschaft ab, sondern wir wollen auch den Bereich der Forschung, der Universitäten, alle diese Bereiche, denen wollen wir ein offenes Haus sein, um dort ihre Veranstaltungen abzubilden.
Moderator:
Viel Erfolg dabei.
Marcel Dröger:
Ich danke Ihnen, vielen Dank.
Moderator:
Die Zusammenarbeit geht dabei weit über gemeinsame Räume und Veranstaltungen hinaus. Sie soll neue Möglichkeiten schaffen: für Weiterbildung, für Austausch und für innovative Formen des Lernens. Dass dieses Projekt auch innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung eine besondere Rolle spielt, das liegt auf der Hand, dass zwei Trägerinnen in dieser Form zusammenarbeiten, ist bisher bundesweit einmalig. Expertinnen und Experten sehen darin ein Beispiel dafür, wie Ressourcen gebündelt und Kompetenzen sinnvoll vernetzt werden können. Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen bei Sicherheit und Gesundheitsschutz gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Neue Lernorte werden immer wichtiger und genau hier setzt das PREVIER an. Gesundes Arbeiten bedeutet also nicht nur Schutz vor akuten Gefahren, sondern vor allem Prävention im Alltag.
Wer durch das Haus geht, entdeckt schnell Besonderheiten. Eine davon zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich, das sogenannte Erlebnisband. Haben das vorhin ja auch schon gehört von den Menschen, die darüber berichtet haben. Das sieht beeindruckend aus. Eine architektonische Besonderheit, die mit Treppen, Rampen und Sitzgelegenheiten eine interaktive und inklusive Umgebung schafft. Sie ist weit mehr als ein Verkehrsweg. Sie soll Begegnungen fördern, Austausch ermöglichen und Menschen neugierig machen auf das, was sich im Haus entdecken lässt. Wie solche Ideen entstanden sind und welche Herausforderungen es beim Bau gab. Das verrät uns jetzt wieder Marco Helms. Hallo noch mal.
Marco Helms:
Hallo.
Moderator:
Herr Helms, wann wurde Ihnen persönlich klar, dass hier etwas Besonderes entsteht?
Marco Helms:
Ich glaube, als wir das erste Mal hier mit der Hamburger Hafencity hingegangen sind, damals war hier noch alles voller Sand. Wir haben unser Auto ein ganzes Stückchen weiter oben geparkt, da endete die Straße und wir sind alle zusammen mit Gummistiefeln hier auf diese Fläche gegangen. Und dann hat uns der damalige Leiter der HCH. Erläutert, was hier alles entstehen wird. Nicht nur unser Haus, sondern der gesamte Barkenhafen, die Gebäude, die jetzt neben uns entstanden sind, die U-Bahn-Stationen, die damals noch nicht da war. Und ich glaube, es ist ihnen gelungen, eine Vision in uns zu wecken und das Zweite, was ich, woran ich mich gut dran erinnern kann und was für mich auch ein Anlass war, an diese Vision zu glauben, war der Architektenwettbewerb in einem großen Hamburger Hotel ganz oben in der Dachterrasse mit einem 360 Grad Rundblick über Hamburg. Und da hatten 17 namhafte Architekturfirmen sich Gedanken gemacht, wie unser Haus aussehen kann und das fand ich sehr beeindruckend, wie viel Energie, wie viel Inspiration. Und wie viel Vorstellungskraft Menschen in unsere Ideen mit hineinbringen konnten und welche Gebäude dann entstanden sind. Und das war für mich auch noch mal wirklich eine große Inspirationsquelle, sich mit diesem Gebäude und mit den Themen zu beschäftigen.
Moderator:
Und vor ein paar Jahren bin ich auch schon mal hier in dieser Gegend gewesen, da wusste ich, hier entsteht dieses neue Supergebäude und ja, mittlerweile stehen ja hier noch ganz andere Gebäude. Ist auch ein bisschen merkwürdig, dass man auf einmal mittendrin in so einer kleinen Ministadt ist oder?
Marco Helms:
Auf jeden Fall, wir genießen das auf der einen Seite, hier auch eingebunden zu sein und finden das schön, dass wir viele Nachbarn haben, mit denen wir hoffentlich auch eng zusammenarbeiten, dass der Stadtteil als solches auch lebt. Und wenn unser Gebäude toll ist, freuen wir uns natürlich auch, wenn Menschen draußen hingehen und wir Teil dieses neuen Stadtteils werden. Das ist ja auch eine Entwicklung. Nicht nur unser Gebäude ist neu, sondern insgesamt diese gesamte Umgebung strahlt etwas Neues, Innovatives aus und davon ein Teil zu sein ist durchaus auch etwas, was uns prägen wird in den nächsten Jahren.
Moderator:
Vielleicht können Sie noch mal kurz erzählen, welche Ideen am Anfang des Projekts standen.
Marco Helms:
Die Idee war ja zu sagen, wir wollen auf der einen Seite mehr Seminare in Hamburg anbieten, weil wir das, was wir in der Hamburger Hauptverwaltung anbieten konnten, nicht mehr weiter wachsen konnte. Wir waren dort einfach räumlich limitiert. Wir wussten, dass unsere Seminare gut angekommen sind. Wir hatten eine große Nachfrage, wir haben eine große und sehr gute Resonanz gehabt, und wir wussten, dass wir im Hamburger Raum einfach einen guten Standort haben von der Erreichbarkeit her. Und deswegen war die Idee, unsere Seminarzüge zu verdoppeln und gleichzeitig ist die Idee aufgekommen, wenn wir schon Veranstaltungen als ein Standbein innerhalb der Prävention haben, dann können wir doch Veranstaltungen als zweites und eventuell sowas wie Praxiswelten als drittes Standbein aufbauen. Und warum machen wir das nicht alles unter einem Dach? Das war die Idee und dann haben wir das gemeinsam, haben wir uns gemeinsam mit der VBG zusammengesetzt und die VBG hat gesagt, wir haben ähnliche Ideen und so sind wir zusammengekommen.
Moderator:
Ich hab ja vorhin schon mal mit PREVIER Premieren Besucherinnen und Besucher gesprochen und da haben viele sich sehr positiv über das Erlebnisband geäußert und haben darüber berichtet, das auch beschrieben. Welche Idee steckt genau dahinter?
Marco Helms:
Ja, die Idee ist natürlich, dass es zum einen eine große Offenheit für das Gebäude erzeugt, dadurch, dass wir die Durchlässigkeit haben über drei Etagen, das Glasdach obendrauf und die großen Glasfenster Richtung Elbe, dass das Wasser hereingeholt wird. Das Wasser ist ja auch ein Stück von Hamburg im Sinne der Offenheit von Hamburg, auch der Verbindung damals zur Welt. Also holt man auch die Welt ein wenig rein.
Moderator:
Und das Wasser war vorhin auch auf der Glasfassade sehr schön zu sehen.
Marco Helms:
Es war auch auf der Glasfassade drauf, genau weil es auch geregnet hat. Aber wenn die Sonne da ist, scheint natürlich auch die Sonne mit hinein. Das ist so der eine Punkt. Also offen zu sein für neue Gäste, Hamburg auch als offene Stadt zu präsentieren und gleichzeitig, so wie man das vielleicht in einer Universität kennt oder in einem großen Theater kennt, einen Raum zu schaffen, an dem man sich hinsetzen kann, begegnen kann, austauschen kann und dieses Band gleichzeitig noch auch für diejenigen erlebbar zu machen, die normalerweise keine Treppen gehen können, also Menschen, die im Rollstuhl sitzen.
Moderator:
Ein gutes Stichwort, Barrierefreiheit ist für dieses gesamte Gebäude und auch für die Menschen, die hier dann nicht tätig sein werden, ein sehr großes Thema. Was wurde hier alles richtig gemacht?
Marco Helms:
Also richtig gemacht, glaube ich, wurde, dass wir versucht haben, an so vielen Stellen wie möglich das Thema Barrierefreiheit mitzudenken, das betrifft das Gebäude, das betrifft aber auch zum Beispiel das Angebot an Seminaren. Das betrifft ja unser Leitsystem, was wir hier drin haben. Und wir haben versucht, möglichst viele von den Ideen umzusetzen. An manchen Stellen sind wir gescheitert, an manchen Stellen haben die Kosten eine Rolle gespielt. Aber ich glaube, es ist uns gelungen, diese Idee der Inklusion in vielen Dingen zu implementieren, auch darin, dass wir ja vorhaben, acht inklusive Arbeitsplätze zu schaffen. Für Menschen, die später unsere Besucher auf den Praxiswelten begleiten und auch das ist natürlich ein anderer Teil von Inklusion.
Moderator:
Jetzt muss ich natürlich nachfragen, Ideen, die nicht umgesetzt werden konnten, also kein Hubschrauberlandeplatz.
Marco Helms:
Ja, das wäre ein Beispiel gewesen. Ein anderes Beispiel ist aber, dass zum Beispiel wir überlegt hatten am Anfang, dass alle Zimmer, die wir im Hotel haben, barrierefrei sind. Das bedingt eine gewisse Größe, die wir haben und der Turm ist limitiert. Wir haben uns entschieden, eine bestimmte Anzahl von Zimmern da unterzubringen und das hat uns irgendwann die Grenzen gesetzt, dass wir die Zimmer nicht mehr in der Größe darstellen konnten, wie es für eine vollständige Barrierefreiheit notwendig wäre. Deswegen haben wir uns für einen Teil entschieden, 25 Zimmer sind so geworden und die anderen Zimmer sind barrierearm, aber nicht barrierefrei.
Moderator:
Gab es während der Bauzeit Momente, die Sie bis heute nicht vergessen haben und ja, worauf sind Sie besonders stolz, jetzt wo alles fertig ist?
Marco Helms:
Ich glaub, wir können stolz sein, dass wir über eine so lange Zeit sehr gut zusammengearbeitet haben, dass wir immer auch den Antrieb hatten, neue Ideen zu entwickeln, Hürden, die wir hatten, ich sag noch mal Corona, ich sag auch die Immobilienkrise gemeinsam zu überwinden, dass es uns gelungen ist, auch das, was wir an Budget hatten, einzuhalten, dass auch die Bauzeit dann von uns eingehalten wurde und dass wir diese Widrigkeiten, die natürlich dazwischen entstanden sind, auch gemeinsam gemeistert haben und als Team, als Projektteam auch über beide Trägerinnen gut zusammengewachsen sind.
Moderator:
Vielen Dank.
Marco Helms:
Danke auch.
Moderator:
Hier wurde also nicht nur an Architektur gedacht, sondern an die Menschen, die das Gebäude nutzen. Barrierefreiheit ist kein Zusatz, sie gehört zum Grundkonzept. Von der Orientierung über digitale Unterstützung bis hin zu Veranstaltungsflächen. Das PREVIER ist ein offenes Haus für alle. Das Ziel: Möglichst viele Menschen sollen sich hier selbständig und sicher bewegen können.
Ich bin wieder mitten im Getümmel der offiziellen Eröffnung. Für viele Beteiligte ist dieser Tag etwas Besonderes. Nach Jahren der Planung und Umsetzung geht es nun los. So, und hier sind auch so viele Räume. Ich seh gerade, hier ist auch eine Podiumsdiskussion im Gange. Ja, da sind auch viele, die eifrig drüber diskutieren, was jetzt hier in Zukunft in diesem schönen Begegnungsgebäude abgeht, was hier stattfinden kann.
Text Image-Video:
Manche Orte entstehen nicht einfach. Sie entstehen aus einer Vision, aus einer Idee, die größer ist als ein Gebäude. Über Jahre wurde geplant, vermessen, gebaut; tausende Entscheidungen, Millionen Handgriffe; Stein für Stein, Etage für Etage. Aus Fundamenten wurde Architektur, aus Architektur wurde ein Ort – ein Ort, an dem Wissen nicht nur vermittelt wird, sondern erlebbar wird. Willkommen im PREVIER, dem Präventionszentrum von BGW und VBG in der Hamburger Hafencity.
Moderator:
Und bei mir ist jetzt Jörg Schudmann, er ist der Hauptgeschäftsführer der BGW. Hallo.
Jörg Schudmann:
Ja, hallo, ich grüße Sie.
Moderator:
Wofür steht das PREVIER aus Ihrer Sicht?
Jörg Schudmann:
Also, das PREVIER ist für mich das Revier für Präventionsarbeit, für moderne Präventionsarbeit hier in der Hamburger Hafencity. Wir machen hier wichtige Qualifizierung für betriebliche Arbeitsschutzakteure und Führungskräfte und Verantwortliche. Wir machen hier Veranstaltungen und erlauben Netzwerken und Austausch, und wir haben Praxiswelten aufgebaut, in denen Präventionsarbeit anfassbar wird, sichtbar wird, erlebbar wird. Und ganz wichtig, wir haben hier auch ein Zentrum für Individualprävention, da helfen wir Menschen, die berufsbedingt Gesundheitsbeschwerden haben, die zu überwinden und im Beruf zu bleiben. Und all das ist das PREVIER, eben ein Zentrum für Prävention.
Moderator:
Und was bedeutet Ihnen dieser heutige Tag persönlich? Da waren ja schon viele Scheinwerfer auch auf Sie gerichtet hier heute.
Jörg Schudmann:
Ja, persönlich muss ich ganz ehrlich sagen, empfinde ich eine wirkliche tiefe Freude. Ich hab von 2015 an zunächst als stellvertretender Hauptgeschäftsführer bis jetzt als Hauptgeschäftsführer den Prozess miterlebt, von der ersten Idee bis zur Konzeption über das Bauen und die heutige Fertigstellung und Inbetriebnahme. Und das waren schon Wellenbewegungen in den zehn Jahren. Da war eine Pandemie dazwischen, wir haben den Ukrainekrieg gehabt – und haben ihn leider immer noch – und alles mit Auswirkungen auf ein solches großes Bauvorhaben. Ich war immer zuversichtlich, dass uns das trotzdem gelingt. Und jetzt haben wir es geschafft und da empfinde ich einfach eine ganz, ganz große Freude, dass wir jetzt mit diesem Leuchtturm auch mit diesem Statement für Prävention in den Betrieb gehen.
Moderator:
Sie haben eben erwähnt, was es alles schon für äußerliche Auswirkungen gab, die natürlich auch nicht spurlos in so einer Planung mit einfließen. Aber jetzt geht es ja erst richtig los. Das heißt, auch in den nächsten Monaten und in den nächsten Jahren ist da immer noch ein starker Fokus drauf. Klappt das, ist das erfolgreich, wie wird es angenommen, ungefähr 180 Veranstaltungen im Jahr. Also das begleitet Sie ja weiter, auch als Mitverantwortlicher und wie schauen Sie da jetzt drauf und was denken Sie, passiert da so als nächstes?
Jörg Schudmann:
Ja, find ich eine gute Frage und wenn ich sag, wir haben so einen Leuchtturm oder auch ein Statement für Prävention in Betrieb genommen, dann mach ich mich schon ein bisschen breit und schwell die Brust und dann find ich, muss man auch nach einer Zeit was abliefern und auch sagen, wir erreichen das, was wir mit dem Präventionszentrum anbieten wollten, was wir schaffen wollten, auch wirklich. Die Menschen müssen zu uns kommen, die Veranstaltungen müssen angenommen werden, die Angebote auch für unterschiedlichste Zielgruppen müssen platziert werden. Die Individualprävention muss weiterentwickelt werden. Das heißt, da ist auch schon noch 'ne ganze Menge zu tun. Aber das Gute ist, wir haben hier megaengagierte Expertinnen und Experten, wir haben super motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben echt gute Konzepte, wie wir dann auch unsere Zielgruppen ansprechen und erreichen wollen und wir haben auch wirklich gute Kooperationspartner, zum Beispiel das BG Klinikum Hamburg mit den dortigen Ärztinnen und Ärzten und Therapeuten, und all das kann einen nur zuversichtlich machen, dass wir auch in fünf Jahren zum Beispiel sagen: Guckt alle her von außen, wir haben das geschafft, was wir uns vorgenommen haben.
Moderator:
Das Statement wird also jetzt richtig umgesetzt und wir sind gespannt darauf, wie das so die nächste Zeit wird.
Jörg Schudmann:
Ja, das „Wir“ ist großgeschrieben, ich schließ mich da einfach mit ein, aber ich werde jedenfalls das Meinige dazu beitragen, dass das gelingt.
Moderator:
Vielen Dank.
Jörg Schudmann:
Gerne.
Moderator:
Und bei mir ist jetzt Kai Schumacher, er ist der Hauptgeschäftsführer der VBG. Hallo.
Kai Schumacher:
Hallo.
Moderator:
Was macht das PREVIER innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung besonders?
Kai Schumacher:
Das PREVIER ist die erste Zusammenfassung aller Präventionsaktivitäten, die dazu noch öffentlichkeitswirksam wird. Bisher haben wir uns bei dem Thema Prävention eigentlich immer sehr zurückgehalten mit dem Thema Öffentlichkeit. Wir haben Seminare veranstaltet für die betrieblichen Akteure, für Unternehmer, aber an die Öffentlichkeit sind wir eigentlich nie gegangen. Wir würden gerne das Thema Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz auch in die Öffentlichkeit reintragen, weil es betrifft ja nicht nur die Betriebe, sondern es betrifft das ganze Leben. Ich werde ja nicht nur durch die Arbeit krank.
Moderator:
Warum habt ihr euch früher so zurückgehalten? Nie daran gedacht, das mal zu ändern?
Kai Schumacher:
Wahrscheinlich ja. Ich kann das nicht anders begründen, weil es eigentlich keinen Grund dafür gibt.
Moderator:
Welche Chancen sehen Sie in der Zusammenarbeit von BGW und VBG?
Kai Schumacher:
Also, wir haben ja tatsächlich einige Bereiche, Kirchen zum Beispiel, wo wir beide drin sind. Wir haben teilweise auch, glaub ich, Kindertagesstätten, wo, wenn die zu Unternehmen gehören, die bei uns sind, sind die bei uns und sonst sind die bei den Kollegen von der BGW. Also, da gibt es schon gewisse Überschneidungen, die wir haben, dann sind wir beide am Standort Hamburg. Wir sind beide 'n sehr großer Unfallversicherungsträger und von daher lag die Zusammenarbeit eigentlich mit der BGW nahe aus unserer Sicht und ich vermute mal, das gilt für die Kollegen von der BGW genauso.
Moderator:
Und wie ist es jetzt so, zum ersten Mal gemeinsam zusammen heute bei der großen Eröffnung?
Kai Schumacher:
Also, das ist ja nicht das erste Mal gemeinsam zusammen. Wir haben hier eine Bauphase erlebt, die uns zusammengeschweißt hat, weil das war nicht ganz einfach. Solche Projekte macht man nicht einfach so, die laufen nicht auch einfach so. Wir haben das hingekriegt, wirklich im Budget, im Wesentlichen im Budget und ich glaube, dieses, dieses gemeinsame Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel, das hat uns auch ganz schön zusammengeschweißt.
Moderator:
Also 'ne geglückte Ehe im Eigenheim jetzt.
Kai Schumacher:
Ja, der Vergleich ist gar nicht so unpassend, weil wir sind hier tatsächlich nicht Eigentümer. Der BGW gehören Zimmer A, B, C, D. Und uns eben die anderen, sondern wir sind hier Eigentümer zur gesamten Hand, nennen Juristen sowas und das bedeutet, es ist wie in der Ehe und wir müssen uns über alles einigen und das werden wir auch und wir brauchen ein gedeihliches Zusammenleben, damit wir hier auch unter diesem Dach das tun können, was wir anderen versprochen haben.
Moderator:
Wo soll das PREVIER in fünf Jahren stehen oder auch in zehn und mal so weiter gedacht?
Kai Schumacher:
Also, wenn wir im Laufe der nächsten fünf Jahre die ganzen Projekte, die wir uns so vorstellen, die VBG macht das Thema Reha-Forschung, die BGW will ja auch ihr Angebot fürs Rückenkolleg noch ausbauen, auch auf andere Sachen. Wir überlegen auch, ob wir vielleicht nicht Berufsgruppen im Bereich der Zeitarbeit zum Beispiel haben, wo wir auch solche Angebote machen können im Bereich der Tanzmedizin. Gegenüber sind ja zum Beispiel die großen Musicals hier in Hamburg. Das sind alles, das sind private Gesellschaften, da sind die Tänzerinnen und Tänzer bei uns versichert und auch für die, das sind auch besondere körperliche Beanspruchungen, ähnlich wie im Bereich der Pflege, und da kann man auch was machen. Ich weiß, dass Herr Riepenhof, der Chefarzt der Abteilung für Reha-Medizin in Boberg in unserer Klinik, der ja auch hier für uns beide aktiv sein wird, also sowohl für die BGW als auch für uns, der bietet in dem Bereich schon Dinge an, die wir dann hier mit reinnehmen wollen.
Moderator:
Arbeitsschutz findet oft im Hintergrund statt. Wenn er funktioniert, dann fällt er kaum auf. Vielleicht ist genau das eine der größten Herausforderungen: Prävention sichtbar zu machen. Denn sichere und gesunde Arbeit entsteht nicht zufällig. Sie braucht Bewusstsein und Wissen und die Bereitschaft, Dinge aktiv zu gestalten. Prävention gelingt, wenn sie sich dem Wandel der Zeit anpasst. Digitaler Fortschritt und die Ansprüche der nachfolgenden, der jüngeren Generation erfordern moderne Ansätze, dann lassen sich die Themen Sicherheit und Gesundheit im Betrieb spannend und nachhaltig vermitteln. Im PREVIER wollen BGW und VBG genau dafür neue Wege schaffen, für Auszubildende und Studierende, für Fachkräfte und Führungskräfte und auch für Menschen, die bislang wenig Berührung mit Arbeitsschutz hatten. Ein Ansatz, der Wissen nicht nur vermittelt, sondern erlebbar machen möchte. Vieles von dem, was das PREVIER besonders macht, haben wir heute nur gestreift, denn hinter den vielen Türen hier, da warten interaktive Lernräume und konkrete Arbeitssituationen, ja, ganze Praxiswelten und Möglichkeiten, Sicherheit und Gesundheitsschutz unmittelbar zu erleben. Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert Herzschlag und empfehlt diesen Podcast gerne weiter. Schaut auch vorbei auf www.bgw-online.de/podcast. Dort findet ihr weitere Folgen rund um Sicherheit und Gesundheit im Berufsleben. Bis zum nächsten Mal.
Jingle:
Herzschlag! Für ein gesundes Berufsleben – der BGW-Podcast.
Interviewgäste
Marco Helms
Leiter der Abteilung Präventionszentrum und Teil der Gesamtprojektleitung für das Präventionszentrum
Marcel Dröger
Geschäftsführer der VBG Akademien
Jörg Schudmann
Hauptgeschäftsführer BGW
Kai Schumacher
Hauptgeschäftsführer VBG
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