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Bildungsinseln für den Arbeitsschutz BGW magazin 3/2026

Bild vergrößern Frau steht mit Klemmbrett und Stift vor einer schmalen Regalwand, auf der "Info-Point" steht. In den Regalfächern an den Seiten stehen Papierordner, an der Front der Regalwand hängt eine Magnettafel, an der ein Stift, ein Putzschwamm und ein Flyer hängen. Darunter hängt ein Tablet.

An 15 Info-Points finden die in Maria Bildhausen und Münnerstadt beschäftigten Menschen mit Beein­trächtigungen praxisnahe Hilfestellungen zum Arbeitsschutz. Die Idee für das Projekt hatte Werkstattleiter Matthias Erlwein.

Eine Werkstatt für behinderte Menschen in Unterfranken macht vor, wie Arbeitsschutz für alle lebendig wird. An 15 "Info-Points" können die Beschäftigten jederzeit Anleitungen einsehen – digital auf dem Tablet oder ganz herkömmlich im Ordner. Ein Digitalisierungsvorhaben des Dominikus-Ringeisen-Werks hat sich zum Erfolgsprojekt entwickelt.

Am Anfang ging es um ein niedrigschwelliges Anleitungsangebot für die beschäftigten Menschen mit Behinderung. Die Gruppenleitungen sollten in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützt werden. Die Idee: Sind Erläuterungen rund um den Arbeitsplatz digital zugänglich, können sich die Beschäftigten auch eigenständig informieren. Arbeitsschritte lassen sich nachschauen und nach Bedarf wiederholen.

Wissensschatz am Info-Point

Bild vergrößern Tablet, auf dessen Bildschirm "Informationen und Sicherheitshinweise" steht, darunter entsprechende Erklärbilder.

Die Info-Points geben Sicherheitshinweise

Heute stehen in allen Arbeitsgruppen Info-Points – mal fest an der Wand montiert, mal beweglich auf Rollen, aber immer mit Tablets, Schreibtafel für Ankündigungen und diversen Unterlagen. Die Info-Points bieten einen ständig wachsenden Wissensschatz und sind auch Plattform für den Werkstattrat sowie Anlaufstelle für die Sicherheitsbeauftragten aus den Reihen der Beschäftigten. Sie finden dort beispielsweise Checklisten für ihre monatlichen Begehungen der Arbeitsbereiche. Betriebsanweisungen und Handbücher sind ebenso hinterlegt wie anschauliche Anleitungen in Leichter Sprache.

Gerade wird ein digitales Klientenhandbuch aufgebaut, das von Arbeitszeiten über Lohn bis zum Umgang mit Besuch alltagsnahe Fragen rund um die Arbeit erklärt. Abrufbar ist es dann auf den Tablets, die vor allem bei jüngeren Beschäftigten sehr gut ankommen. Für alle, die nicht so technikaffin sind, stehen Informationen in Papierform bereit.

Bild vergrößern Frau drückt mit dem Finger auf ein Tablet, auf dessen Bildschirm "Arbeiten am Bedochtungsautomaten" steht.

Tablet im Einsatz an der Werkstatt-Station

Arbeitsschutz mit System – und Gütesiegel

Rund 200 Menschen mit Beeinträchtigungen sind in den Werkstätten Maria Bildhausen und Münnerstadt des Dominikus-Ringeisen-Werks beschäftigt, hinzu kommen etwa 45 Mitarbeitende. Die Arbeitsfelder sind vielfältig: Aktenvernichtung, Kunstgewerbe, industrielle Fertigung und vieles mehr. Auch eine Klostergärtnerei und ein Klosterladen gehören dazu – das Kloster Maria Bildhausen ist eine ehemalige Zisterzienserabtei. Arbeitsschutz wird generell große Bedeutung zugemessen; er ist auch eng mit dem Qualitätsmanagement verknüpft. 2025 erfolgte die Auszeichnung des Arbeitsschutzmanagementsystems durch die BGW mit dem Gütesiegel BGW AMS "Sicher und gesund mit System".

So lief es in der Praxis

Das sagen der stellvertretende Einrichtungsleiter Benjamin Schmitt und Claudia Ludwig, die für das Projekt mitverantwortlich ist …

Stimmen aus der Praxis

Von: Anja Hanssen