Arbeitsschutz inklusiv gestalten BGW magazin 3/2026
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Teilhaben heißt auch Verantwortung übernehmen, zum Beispiel beim Arbeitsschutz. In einem Pilotprojekt der BGW bildet der Malteser Hilfsdienst e. V. Menschen mit Beeinträchtigungen in Werkstätten zu betrieblichen Ersthelfenden aus. Inge Dembowski erzählt, was die Initiative aus BGW-Sicht so besonders macht.
Inge Dembowski, Aufsichtsperson bei der BGW
Inge Dembowski ist Aufsichtsperson bei der BGW und engagiert sich für Arbeitsschutz und Inklusion.
Um was geht es?
Ersthelferinnen und Ersthelfer sind unverzichtbar für den Arbeitsschutz. Allerdings gibt es kaum Kurse speziell zur Ausbildung von Beschäftigten mit Werkstattvertrag – hier wollen wir ansetzen. Schließlich geht es in anderen Bereichen ja auch: Schon länger sind in Werkstätten Sicherheitsbeauftragte aus dem Kreis der beschäftigten Menschen mit Beeinträchtigungen tätig.
Was ist das Ziel?
Inklusion heißt, Angebote so anzupassen, dass alle Menschen ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzen können. In diesem Fall wollen wir herausfinden, was ein geeignetes Schulungsangebot zu Erster Hilfe für die Beschäftigten in Werkstätten sein könnte. Natürlich hoffen wir, dass das Pilotprojekt erfolgreich ist. Dann könnten wir dazu beitragen, solche Schulungen bei allen Anbietern für Erste-Hilfe-Aus- und -Fortbildungen – den so genannten ermächtigten Stellen – zu etablieren.
Was ist bei dieser Erste-Hilfe-Ausbildung anders?
Für Menschen mit Beeinträchtigungen ist zum einen wichtig, dass die Ausbilderinnen und Ausbilder die Inhalte sprachlich und didaktisch an ihre Bedürfnisse anpassen und anschaulich vermitteln. Ein weiterer wichtiger Punkt: In der Regel ist ein Kurs einen vollen Arbeitstag lang. Acht Stunden am Stück. Das ist für die Werkstattbeschäftigten zu lang. Zwei halbe Tage können die meisten aber gut schaffen. Das zeigen auch die ersten Erfahrungen in den Kursen. Die Teilnehmenden waren sehr engagiert und haben gelernt, wie sie im Notfall richtig handeln. Das ist nicht nur ein Plus für ihr Selbstbewusstsein und ihre Teilhabe am Arbeitsleben, sondern auch für den Arbeitsschutz: Alle tragen dazu bei, dass Arbeitsplätze sicher und gesund sind.