"Scharfes muss sicher sein" Präventionskultur als Gewinnerthema beim ersten kommmitmensch Film & Media Festival

Mit dem Film gewann Elisabeth Würz auf dem ersten kommmitmensch Film & Media Festival 2019 einen Preis in der Kategorie "Fokus Betrieb". Die Friseurmeisterin aus Neumarkt in der Oberpfalz nahm ihre Auszeichnung auf der A + A 2019, der internationalen Fachmesse für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, in Düsseldorf entgegen.

Im Interview erzählt Elisabeth Würz, warum ihr Sicherheit bei der Arbeit so am Herzen liegt und wie sich Präventionskultur in Friseurbetrieben leben lässt – und das mit Humor statt mit erhobenem Zeigefinger.

Ihr Gewinnerfilm steht unter dem Motto "Scharfes muss sicher sein" – warum liegt Ihnen Sicherheit bei der Arbeit so am Herzen?

Jedem sollte Sicherheit am Herzen liegen. Wir haben den Film auch gemacht, damit man beim Thema Arbeitssicherheit nicht immer nur an brandgefährliche Baustellen oder Produktionsstätten mit Hochsicherheitsbereichen denkt. Wir wollten aufzeigen, dass die Gefahr auch schon bei "Kleinigkeiten", eben wie einer offenliegenden Schere, lauert. Also auch alltägliche Unachtsamkeiten zu Verletzungen führen können, die vermeidbar sind. Zudem geht es nicht nur um Eigensicherung, sondern auch um die Sicherheit im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden.

Was müssen Friseurbetriebe tun, damit es keinen "Zugriff" braucht?

Da wären die offiziellen Maßnahmen: Alle fünf Jahre findet eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung statt, es gibt jährliche Einweisungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und alle zwei Jahre die Auffrischung von Erste-Hilfe-Maßnahmen. Und was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Alle sollten ihr Handwerkszeug beherrschen und den Umgang damit richtig lernen – egal ob nun mit Scheren oder chemischen Verbindungen wie Haarfärbemitteln. Das bedeutet, man sollte nicht nur über die neuesten Styles Bescheid wissen oder alle Klatschspalten auswendig können, sondern auch mal technische Beschreibungen und Beipackzettel lesen.

Wie sorgen Sie als Unternehmerin dafür, dass Ihre Beschäftigten sichere Arbeitsbedingungen haben?

Alle im Haarstudio tragen einen feuerfesten, orangen Schutzoverall mit PSA. Helmpflicht ist selbstredend. Kleiner Scherz. Nun, wir haben zum Beispiel feste Bereiche definiert, wo was passiert. Beispielsweise findet das Anrühren einer Farbe zum Haarfärben nur in unserem Laborbereich statt. Oder ein heißes Glätteisen wird nur in einem bestimmten Bereich abgelegt, sodass die Kunden damit nicht in Berührung kommen können. Schließlich müssen wir beim Thema Sicherheit ja immer für zwei denken.

Was ist für Sie gelungene Präventionskultur?

Wenn der Erste-Hilfe-Koffer nicht geöffnet wird und auch kein Anruf beim Notarzt erfolgen muss. THW und Feuerwehr sind für uns ausreichend. Sie merken, wir haben den Schalk im Nacken – wir wollen einfach, dass Prävention Spaß macht und keinen erhobenen Zeigefinger bedeutet. Man kann auch das Thema Sicherheit mit einem gewissen leichten Charme vermitteln. Zeiten und Menschen ändern sich, vor allem beim Thema Auszubildende. Darauf muss auch die Vermittlung von Sicherheit und Gefahrenabwehr reagieren.