Ausbildungspraktikum für Jugendliche Was Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen zu beachten haben

In der Altenpflege müssen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen beim Einsatz von Praktikantinnen und Praktikanten unter 18 Jahren die gesetzlichen Vorgaben kennen. Diese und mögliche Einschränkungen sind hier zusammengefasst.

Wenn Sie Personen unter 18 Jahren in der Altenpflege beschäftigen, sind Gesetze, Verordnungen und Vorschriften zu berücksichtigen.

Auszubildene sitzt am Schreibtisch

Auszubildene sitzt am Schreibtisch

Das sind die wichtigsten Regelwerke:

Beschäftigungseinschränkungen, die sich aus den Regeln ergeben

  • Schweres Heben und Tragen ohne Berücksichtigung der körperlichen Voraussetzungen
  • Nacht- und Wochenendarbeit
  • Alleinarbeit in emotional belastenden Situationen

Mögliche Tätigkeiten und Voraussetzungen

Für einige Aufgaben dürfen Sie Praktikantinnen und Praktikanten unter 18 Jahren nur einsetzen, wenn:

  • diese Tätigkeiten tatsächlich dem Ausbildungsziel dienen und
  • sie unter fachlicher Aufsicht stattfinden und
  • alle vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Beispiele

  • Pflegerische Tätigkeiten mit Infektionsrisiken, wenn sichere Instrumente eingesetzt und persönliche Schutzausrüstung genutzt wird, wenn arbeitsmedizinische Vorsorge veranlasst und ein Impfangebot gemacht wird
  • Feuchtarbeit, wenn persönliche Schutzausrüstung genutzt und arbeitsmedizinische Vorsorge veranlasst bzw. angeboten wird
  • Umgang mit Gefahrstoffen, wenn vorher eine Ersatzstoffprüfung durchgeführt wurde, persönliche Schutzausrüstung genutzt und gegebenenfalls arbeitsmedizinische Vorsorge veranlasst beziehungsweise angeboten wird
  • Umgang mit Lasten oder Transfer und Mobiliseren von Menschen, wenn die körperlichen Voraussetzungen vorhanden sind und konsequent Hilfsmittel eingesetzt werden
  • Tätigkeiten mit emotionaler Belastung, wenn für eine gute Betreuung und Begleitung in schwierigen Situationen gesorgt ist

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Wenn das Praktikum länger als zwei Monate dauern soll, ist eine Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz erforderlich.

Die Erstuntersuchung kann der Hausarzt oder die Hausärztin vornehmen. Das Ausstellen der Bescheinigung darf nicht länger als 14 Monate zurückliegen.

Vorsorgebedarf ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung

Welche arbeitsmedizinischen Vorsorgemaßnahmen erforderlich sind oder zumindest angeboten werden müssen, legen Sie für Ihren Betrieb in Ihrer Gefährdungsbeurteilung für die Praktikumstätigkeiten fest.

Ihr Betriebsarzt oder Ihre Betriebsärztin und Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten Sie zu Umfang und Verpflichtung der individuellen arbeitsmedizinischen Vorsorge:

  • Feuchtarbeit
  • Infektionsgefährdung
  • Heben und Tragen