Transkript #40: Impfen schützt. Mich. Dich. Alle #40 "Herzschlag - Für ein gesundes Berufsleben"

Block 01: Begrüßung und Einleitung

Anmoderation Dr. Eckhart von Hirschhausen: Humor ist überhaupt nichts Oberflächliches. Humor ist das tiefe Ja zu den Widersprüchlichkeiten unseres Lebens. Wir kommen aus Staub, wir werden zu Staub. Deswegen meinen die Meisten es muss darum gehen, viel Staub aufzuwirbeln und das schafft der Humor, dass er natürliche Distanz zu unserer Ernsthaftigkeit schafft und gleichzeitig bin ich ein großer Fan von Karl Valentin, der sagte, wenn es regnet, freue ich mich, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch. Und auf Corona bezogen, wir haben uns das alle nicht ausgesucht, aber der Weg raus aus der Pandemie, der ist solidarisch sinnvoll und sicher, nämlich das Impfen.

Anmoderation Ralf Podszus: Der 15. März, ein wichtiges Datum für Beschäftigte in Gesundheitsberufen, denn bis dahin müssen Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes einen Impfnachweis gegen Corona liefern, Betonung liegt auf müssen, denn für sie wird das Impfen zur Pflicht. Ein Thema, das die Belegschaften spaltet. Während die einen eine Impfpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gut finden, gibt es auch andere Beschäftigte, die noch Vorbehalte und Ängste haben und sich nicht impfen lassen wollen. Wie die BGW mit Hilfe einer Initiative noch mehr Menschen von der Impfung überzeugen möchte und was Dr. Eckhart von Hirschhausen damit zu tun, den haben Sie ja eben am Anfang dieses Podcast-Folge schon gehört, das erfahren Sie in der heutigen Folge. Ich bin Ralf Podszus und ich freue mich, dass Sie wieder mit dabei sind.

(Podcast-Opener)

Moderator: Die BGW möchte mit der Impfinitiative ein Zeichen setzen. Das Ziel deutlich machen, warum die Covid-19-Impfung wichtig ist, und sie unterstützen, wenn Führungskräfte Hilfe brauchen, wenn die noch überzeugen müssen. Und wie sie das machen, wie sie Beschäftigte unterstützen können dabei, haben wir kurz zusammengefasst.

Stimme aus dem Off: Impfen schützt. Mich. Dich. Alle. Unter diesem Motto steht die Impfinitiative der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Für die Aktion hat sich die BGW niemand geringeren als Eckhart von Hirschhausen dazu gezogen. Gemeinsam bieten sie Führungskräften und Beschäftigten beratende Unterstützungsleistungen an und rufen die Betriebe begleitend zur Teilnahme an einer Gewinnaktion auf. Das Konzept, Einrichtungen, die zum Stichtag eine 100%-Quote abgeschlossener Impfungen nachweisen oder zumindest nahe dran sind, kommen in die Verlosung. Zu gewinnen gibt es zum Beispiel einen Gesundheitstag mit Eckhart von Hirschhausen oder Humor-Workshops plus Image-Filmproduktion mit einem Intro von ihm. Teilnahmebedingungen der Gewinnaktion und alle weiteren Infos zur Impfinitiative finden Sie unter www.bgw-online.de/impfen-schützt-alle und in den Podcast Shownotes.

Block 03: Interview mit Dr. Eckhart von Hirschhausen

Moderator: Warum man bei so einem ernsten Thema, wie dem Impfen aber auf keinen Fall den Humor verlieren sollte, das erklärt mein heutiger Gast. Er hat Medizin und Wissenschaftsjournalismus studiert, ist Moderator, Arzt und Buchautor. Ja, die Liste ist ganz schön lang. Sein neuestes Buch heißt „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ und das ist im Mai 2021 erschienen. Außerdem setzt er sich mit seiner ersten Stiftung „Humor hilft heilen“ in der Humanmedizin ein und mit seiner zweiten Stiftung „Gesunde Erde, gesunde Menschen“ erforscht er die wissenschaftlichen Grundlagen und den engen Zusammenhang von Klima und Gesundheitsschutz. Kürzlich wurde er zum Honorarprofessor in Marburg ernannt, Fachbereich Medizin an der Philips-Universität. Ja, ich begrüße Dr. Eckhart von Hirschhausen. Schön, dass Sie in diesem Podcast mit dabei sind.

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ja hallo Ralf. Ich glaube, im Podcast darf man sich duzen, oder?

Moderator: Ich bin der Ältere, das möchte ich dir gerne anbieten. Dann sind wir bei Du, grüß dich, Eckhart. Witze machen über das Impfen, ist das jetzt Okay oder doch gerade jetzt ein bisschen heikel?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Die Situation ist aufgeladen, die ist sehr emotional. Wir haben jetzt zwei Jahre Pandemie hinter uns und alle gehen so ein bisschen auf dem Zahnfleisch und natürlich erst recht alle, die im Gesundheitswesen nahe dran sind an der Überlastung, an der Erschöpfung, an den Burn-out und deswegen bin ich heute nicht als Unterhalter, sondern hoffentlich auch mit den Themen, die wir besprechen, erstmal daran interessiert, alle Menschen davon zu überzeugen, dass diese Impfpflicht eigentlich eine Kür ist, nämlich eine Wertschätzung der Wichtigkeit der Gesundheitsberufe gegenüber. Aus meiner Zeit als Kinderarzt kenne ich diese Diskussionen um das Impfen. Natürlich will keiner was falsch machen, aber ganz viele von den Argumenten, die vorgebracht werden, sind letzten Endes nicht neu und deswegen ist es gut, wenn man da so ein bisschen Sachlichkeit reinbringt, aber hier und da werden hoffentlich auch die Menschen schmunzeln.

Moderator: Wie hast du selbst die letzten zwei Jahre mit Corona erlebt? Ist ja jetzt auch schon eine ganz schön lange Zeit.

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ja, du hast ja erwähnt, dass ich verschiedene Standbeine habe. Ich bin eigentlich Bühnenkünstler als erste Priorität und alle, die was mit Life-Geschäften, mit Konzerten und Bühne zu tun haben, sind natürlich auch die allerersten gewesen, die von dem Nicht-ausüben-können ihres Berufs in ihrer Berufung betroffen waren. Ich habe die Zeit genutzt. Ich habe zum einen mein Buch „Mensch, Erde! Wir könnten es schön haben“ geschrieben, was auch schön geworden ist und ich habe für die ARD drei Dokus über Corona gemacht, weil ich wirklich dachte, ich bin zu lange aus der Medizin raus, um irgendwie im Krankenhaus hilfreich zu sein. Aber ich kann gut dokumentieren. Ich habe als erstes eine Woche auf der Intensivstation begleitet und gezeigt, dass Corona eben keine Grippe ist, dass es sehr schwere Verläufe gibt. Ich habe dann Patientinnen und Patienten auch mit Long-Covid in der letzten Doku begleitet und das hat auch ganz viel mit dem Gesundheitswesen zu tun und dazwischen war ich dann selber Proband für eine Impfstoffstudie, weil ich zeigen wollte, wieviel Genauigkeit, wieviel Hirnschmalz und Sicherheitsvorkehrungen in der Entwicklung von dem Impfstoff eigentlich Standard sind in Deutschland, weil das dachte ich, dass ist das Beste was man tun kann, einfach seinen eigenen Arm und seinen eigenen Körper hinzuhalten als Zeichen dafür, dass ich davon fest überzeugt bin, dass wir total dankbar sein können im 21. Jahrhundert zu leben, denn viele Pandemien im letzten Jahrhundert waren einfach nur tödlich.

Moderator: Und ich kann bestätigten, Eckhart sitzt hier vor mir und er sieht noch sehr gesund aus, also es hat funktioniert. (Eckhart von Hirschhausen: Also der Arm ist noch dran.) Genau. Das Impfen und vor allem die Impfpflicht, die sind ja nach wie vor ein großes Thema und für ein paar Beschäftige im Gesundheitswesen sogar ein sehr schwieriges Thema. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ich habe auch in allen drei Dokus immer die Mitarbeitenden aus den Gesundheitsberufen, vor allem auch die Pflegefachkräfte gefragt. Und auf den Intensivstationen zum Beispiel war es überhaupt kein Thema, da waren 100% der Teams sofort geimpft als sie dran waren. Die haben sich eher gewundert, warum in der Priorisierung in Deutschland manche 95jährigen zuerst geimpft wurden, kann man drüber streiten, ob das die richtige Priorität war. Ich hätte jetzt zuallererst mal die Gesundheitsberufe durchgeimpft, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Das haben wir auch nicht hingekriegt mit vielen Schäden für die globale Gesundheit. Aber um jetzt mal in Deutschland zu bleiben, haben wir natürlich über Jahre und Jahrzehnte wirklich zwar immer gesagt, wie wichtig Pflege ist, aber wir haben ganz viele wichtige Weichenstellungen nicht gemacht und dadurch habe ich das Gefühl, dass die Weigerung sich impfen zu lassen bei Einzelnen auch so ein bisschen so eine Art Trotzreaktion ist, dass man sagt, ich lasse mir nicht alles vorschreiben und das ist ja auch immer bei jeder Pflicht, da bin ich auch so, wenn ich von Dingen überzeugt bin, mache ich die gerne. Aber wenn jemand sagt, du muss das tun, dann denke ich erstmal Nö, das entscheide immer noch ich. Und deswegen ist dieses Wort Impfpflicht halt auch so dämlich, weil es suggeriert, dass man von etwas überzeugt werden muss, wovon man selber nichts hat. Also wenn man sich einmal damit beschäftigt hat, dann ist doch klar, das Impfen mache ich erstmal für mich, weil ich selber geschützt bin. Ich mache es für dich, weil ich dich nicht mehr anstecken kann, und ich mache es für uns alle, weil die Viren, wenn alle geimpft sind, eben auch überhaupt keinen mehr finden, wo sie sich tummeln und vor allen Dingen wo sie mutieren können. Also die Tatsache, dass wir immer wieder mit neuen Varianten zu tun haben, hat ja maßgeblich damit zu tun, dass wir eben nicht weltweit geimpft haben und deswegen kommen die aus Indien, aus Südafrika und so weiter und sofort, dort wo sehr viel Ungeimpfte sind. Deswegen glaube ich, dass diese Reaktion, ich will erstmal abwarten damit zu tun hat, dass man das Gefühl hat, wir sollen jetzt sozusagen ein Versuchskaninchen sein in der ersten Welle und das ist doch alles noch gar nicht untersucht. Deswegen breche ich da nicht den Stab über irgendjemanden, aber man muss sich klarmachen, es gibt keinen Impfstoff der Geschichte der Medikamentenforschung, der so gut untersucht und dokumentiert wurde, wie die aktuellen. Wir haben inzwischen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung einmal geimpft, vor allem natürlich in den reichen Ländern. Aber da ist ja wirklich auch jede noch so kleine Impfreaktion und Nebenwirkung auch aufgefallen und dokumentiert. Und deswegen bin ich sehr sicher, dass es wirklich auch zum Beispiel keine unentdeckten Langzeitwirkungen gibt, was ja auch so eine Sorge ist. Dann wird mal erzählt, ja wie war das denn bei der Schweinegrippe-Impfung? Da gab es einzelne Fälle von der Narkolepsie, die kam aber nicht irgendwie nach zwei Jahren plötzlich aus dem Nichts, sondern Langzeitwirkung ist eine Wirkung, die ziemlich nah an der Impfung selber auftaucht und dann nicht mehr weggeht, eben lange bleibt. Wenn es sehr seltene Dinge sind, braucht man manchmal lange, um zu verstehen: Ach das hängt mit der Impfung zusammen. Das ist zum Beispiel jetzt mit dem Guillain-Barré-Syndrom auch so. Ja, das ist so selten, dass du erstmal viel, viel Statistik brauchst, um überhaupt rauszukriegen, ist es das, was normalerweise auch in der Bevölkerung auftaucht oder hat es irgendwas mit dem Impfen zu tun? Das heißt also, es gibt ja diesen alten Spruch, häufiger als selten ist und das, was häufig beobachtet wird, dass der Arm weh tut, dass man ein bisschen Rötung an der Einstichstelle hat, das ist ja auch keine Nebenwirkung, das ist die Hauptwirkung. Mein Immunsystem reagiert und deswegen wäre ich sehr dafür, eine Nebenwirkung auch in den Beipackzettel zu schreiben, nämlich: „Ich habe mich total erleichtert gefühlt. Ich habe echt gewartet, bis ich endlich dran war. Und ich war total froh, als ich wusste, jetzt habe ich alles dafür getan, dass ich selber keinen schweren Verlauf habe“. Ich bin jetzt vom Todesfall durch Covid-19 geschützt. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Ich bin mit über 50 und ein paar Kilo zu viel auch Risikogruppe und zum Zweiten weiß ich, ich kann jetzt andere nicht mehr so leicht anstecken und zum dritten, ich habe einen Riesenrespekt vor Long-Covid, also diese Langzeitfolgen durch die Infektion und nicht durch die Impfung. Die sind in Deutschland immer noch gar nicht richtig dokumentiert. Es betrifft eine Größenordnung von vielen, vielen tausend Menschen und, und das finde ich eben auch in diesem Kontext wichtig, da sind ganz, ganz viele Pflegefachkräfte dabei.

Moderator: Und du hast eben Nebenwirkung, Beipackzettel erwähnt, die positiven Nebenwirkungen von einer Impfung. Man kann wieder mit gutem Gewissen im Restaurant neben den ganzen Anderen vielleicht sitzen. Es ist dann eine Nebenwirkung, die man sehr gerne in Kauf nimmt. Das Impfen und vor allem die Impfpflicht, die sind wichtig und wieso sind genau solche Initiativen, wie die von der BGW so wichtig und was denkst du, kann damit erreicht werden.

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Also, wenn wir nochmal nach Long-Covid schauen, dann ist die BGW natürlich auch die Stelle, die zum Beispiel über Berufserkrankungen sehr gut Bescheid weiß und Long-Covid ist bei den Gesundheitsberufen in vielen Fällen tatsächlich eine Berufserkrankung. Warum, weil sich in der ersten Welle ja viele in der Ausübung ihres Berufs mehr oder minder ohne Maske, ohne Schutzkleidung, ohne Konzept und damals eben noch ohne Impfung am Patienten sich selber angesteckt haben. Und deswegen ist es so wichtig daran zu erinnern, dass da wirklich Helden und Heldinnen des Alltags sind, die bis heute Mühe haben mit dieser Erschöpfung, mit neurologischen Symptomen. Ich habe auch eine Physiotherapeutin in der Doku gesehen, die physisch nicht mehr auf die Beine kam. Die läuft jetzt zwei/drei Treppen und kann nicht mehr und vorher hat die Ski-Langlauf gemacht. Also das bricht mir das Herz zu sehen, dass Leute wirklich noch gar nicht genau wissen, was ist Long-Covid, wie wird das behandelt und es gibt auch Leute, die wahrscheinlich gar nicht mehr so 100% genesen und das findest du eben hauptsächlich bei Ungeimpften und du findest es auch nach einem milden Verlauf. Das heißt also, dieses Argument ja ich habe es ja kaum gespürt, dass ich das hatte, heißt nicht, dass du vor Long-Covid geschützt bist. Und das ist das Tückische daran, also ich habe in all diesen Dokus Riesenrespekt vor der Infektion gekriegt und da wir früher oder später uns alle infizieren werden, ist die zentrale Frage nur, kriege ich die Infektion mit, wenn ich schon meinen Körper vorbereitet habe, sprich geimpft bin oder gehe ich da sozusagen völlig planlos in den Kampf. Und ich bin ja auch immer gerne auf der Suche nach so bildhaften Vergleichen. Also natürlich gibt es Geimpfte, die schwer erkranken und auch auf den Stationen liegen. Aber es gibt ja bei dem FC-Bayern ein Gegentor, obwohl die eine starke Abwehr und obwohl die den Manuel Neuer haben. Das heißt, dass es ab und an ein Gegentor heißt ja nicht, ach so dann brauchen wir ja keinen Torwart und keine Abwehr mehr. Ein guter Trainer zeigt doch seinem Team idealerweise vor dem Spiel mit dem Gegner, was der Gegner so für Tricks draufhat. Und genau das macht die Impfung. Die zeigt dir und deinem Immunsystem vor dem Spiel von deinem Endgegner: Guck mal, so sieht das Spike-Protein aus, bilde jetzt schon mal eine Abwehrstrategie dagegen und wenn es kommt, dann bist du vorbereitet. Und weil viele auch Angst haben vor der MRNA-Impfung, die MRNA ist keine Lebendimpfung, also weil alle nach den toten Stoffen gerufen haben, die MRNA ist in sich auch nicht lebendig. Alles was sie tut, ich sage immer, das ist so lebendig wie ein PDF, wie eine Datei. Du kriegst diese Datei in die Zelle und der Fotodrucker sind die Ribosomen. Das heißt, diese RNA ist ja ein natürlicher Bestandteil von jeder Zelle und ist praktisch die Bauanleitung für Eiweiße. Und der Hauptunterschied von der MRNA macht es sehr viel eleganter, nämlich du kriegst sozusagen die Bauanleitung in die Zelle, dann wird die ausgedruckt, das Foto vom Feind ist dann da, das Immunsystem lernt und dann wird diese Datei geschreddert. Das ist wie Aktenvernichter, die Proteine sind danach nicht mehr da. Und deswegen ist auch dieser Gedanke das verändert und was im Erbgut und so weiter. Ich verstehe, dass man irgendwie Sorgen hat, wenn was neu ist, aber das ist medizinisch überhaupt nicht möglich. Und weil wir auch über Humor gesprochen haben. Ich habe einmal auch gepostet, Menschen, die glauben, dass die Impfung ihr Erbgut verändert sollten das als Chance begreifen.

Moderator: Ja, das habe ich, glaube ich, auch auf Twitter gelesen (lachen). Und du hast eben gesagt, weil alle immer rufen, alle von den wenigen eben Ungeimpften und du hast eben schöne Bilder gefunden und auch gute Argumente vorhin auch schon erzählt. Dennoch habe ich oft das Gefühl, dass Verschwörungsgläubige es heutzutage so viel leichter haben durchzudringen. Woher kommt das und warum sind Sie mittlerweile so erfolgreich und stecken damit auch andere an und was denkst du, haben soziale Medien und vielleicht auch die Medienbranche im Allgemeinen damit zu tun?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ralf, da sprichst du einen ganz wunden Punkt an. Ich behaupte mal, historisch gesehen, ich bin Jahrgang 67 und ich wurde noch gegen Tuberkulose geimpft und gegen Polio, und dass wir alle keine Angst mehr haben müssen vor Polio oder Pocken. Das ist der Erfolg der Impfung. Hättest es in den 60er Jahren Social Media und YouTube gegeben, ich wette, wir hätten immer noch Pocken und Polio. Ja, Spinner gab es immer. Aber die Möglichkeiten, sich heute Gehör zu verschaffen mit völlig abstrusen Behauptungen, die ist exponentiell gestiegen. Und jetzt kommt noch bei Social Media ein Phänomen dazu, dass die Posts mit Hass, mit Kontroverse, mit total abstrusen Thesen am besten geklickt werden, weil der Algorithmus idiotischerweise, nämlich alles was sozusagen abweicht, höher bewertet als das, was stimmt und wichtig ist, aber sozusagen für den Algorithmus langweilig. Und das führt zu einer totalen Verzerrung der Wahrnehmung. Und deswegen finde ich es ganz wichtig, dass man weiß, welchen Fällen im Internet kann ich vertrauen, dass man weiß, auch für Händewaschen ist ja die Idee, ich gebe keine Keime weiter andere, die sollten auch genau solche Hygienestandards im Weitergeben von WhatsApp-Nachrichten handhaben, ja. Also nur, weil ich irgendwas denke, „oh das ist ja krass, oh das muss ich erstmal meinen 30 besten Freundinnen und Freunden zeigen“. Damit trägt jeder auch bei, auch wenn er gar kein Verschwörungstheoretiker oder kein Klima- und Corona-Leugner ist, dass sich so Unsinn irgendwie immer weiter nach oben schiebt in der Wahrnehmung. Und da gilt es: Wehret den Anfängen und macht den Leuten klar, ja die RKI-Seite ist schrottlangweilig, aber da stecken wirklich Wissenschaftlicher, Redakteure dahinter, die wissen was sie tun. Und wenn jemand sich in den Keller stellt und sich da mit einem iPhone filmt, dann ist der nicht automatisch ein Rebell gegen das große System, sondern das sind, wenn man genau hinguckt, auch Leute, die sich selber gerne darstellen, die das Gefühl haben, sie durchblicken alles. In Wirklichkeit halten sie uns als Gesellschaft extrem auf und sie schaffen total viel Leid. Also ich habe ein ganz konkretes Beispiel im unmittelbaren Umfeld. Eine Mitarbeiterin von meiner Stiftung, die dort sozusagen für Kochen und so weiter zuständig war, hat auf ihren Schwiegersohn gehört, der so ein Corona-Leugner war, der hat irgendwelche arabischen Leugner-Videos gepincht und war überzeugt, das ist eine große teuflische Sache. Und dann hat der wirklich erreicht, dass seine ganze Familie ungeimpft blieb. Und aus dem Urlaub haben die dann die Delta-Variante mitgebracht. Und dann hat der Sohn auch noch seinen Vater infiziert, der gar nicht mit war im Urlaub und der Sohn und die Mutter haben das ganz gut überstanden und der Vater kriegte dann plötzliche Atemnot, kam auf die Normalstation, kam auf die Intensivstation, lag da vier/fünf Wochen und ist dann gestorben. Und bis heute sind die nicht geimpft. Das heißt also, ich habe mir den Mund fusselig geredet und weiß wie schwer es ist, wenn Menschen sozusagen, in der Psychologie nennt sich das Rabbit Hole, also du hast dich irgendwann wie so ein Kaninchen so eingegraben in deine Sichtweise, dass du nicht mehr rechts und links gucken kannst. Du kommst vor allen Dingen nicht mehr raus. Kommst nicht mehr aus dieser Sackgasse, weil jetzt in diesem konkreten Fall, du müssest dich ja auch dann mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass dieser Tod vermeidbar gewesen wäre, der war unnötig. Der hätte nicht sterben müssen. Und das ist natürlich auch eine Last, die du trägst. Das heißt also, wir müssen uns vielmehr auch mit der Psychologie des Überzeugens beschäftigen. Wir brauchen solche Fälle und die müssen auch erzählt werden, damit wir wissen, mit Corona ist nicht zu spaßen. Auch wenn jetzt natürlich viele sagen, Omikron ist nicht so schlimm wie Delta, ja aber das ist nicht die letzte Mutation und das ist auch nicht die letzte Welle, in der wir gerade stehen. Und deswegen nochmal, ich hätte mir auch gewünscht, dass wir um diese Impfpflicht herumkommen, dass alle Gesundheitsmitarbeiter aus eigenem Antrieb das machen. Aber wenn das offensichtlich nicht so ist, dann unterstütze ich das voll, weil eben alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, eine besondere Verantwortung haben, denn sie haben es zu tun mit vulnerablen Gruppen, wie das so schlau heißt, also mit Leuten, die vorerkrankt sind, die pflegebedürftig sind, die alt sind und die wir besonders schützen müssen.

Moderator: Und die persönliche Geschichte, die du erlebt hast mit deiner Mitarbeiterin, das ist natürlich sehr tragisch und es gibt natürlich auch viele dokumentierte Fälle, wo sogar auf dem Sterbebett am Ende Patientinnen und Patienten immer noch nicht wahrhaben wollten, dass sie überhaupt Covid-19 haben und man kann sich das in dem Moment tatsächlich nicht vorstellen. Stichwort: Rabbit Hole. Wenn du jetzt so einer Person gegenüberstehst, die Bedenken hat sich impfen zu lassen, was sagst du dann konkret? Du hast eben schon erwähnt, du hast dir den Mund fusselig geredet, aber womit versuchst du diese Person zu überzeugen.

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ich würde erstmal zuhören. Ich würde versuchen, rauszufinden, woher diese Informationen kommen und ich würde ganz konkret die Frage auch stellen, auf wen würdest du hören aus deinem Umfeld? Ich würde gucken, dass ich nicht die Beziehung sozusagen vergifte durch, in dem ich sage, ich habe aber recht und du bist doof, weil das führt nie dazu, dass Menschen ihr Verhalten ändern, sondern ich würde sagen, ich mache mir Sorgen. Ich habe Informationen, wo ich die Quellen sehr vertrauenswürdig finde, zeige mir das doch mal, was du da gefunden hast und wir gucken uns das zusammen an und dann ist es wichtig, eben auch zu wissen, wo es im Internet Seiten gibt, die falsche Informationen korrigieren. Also da gibt es die wunderbare Seite Correctiv. Da gibt es die Seiten von den öffentlich-rechtlichen, die Faktenchecks, die Faktenfuchs zum Beispiel im BR. Da gibt es die Seiten von Mimikama zum Beispiel in Österreich dieses Portal oder auch Facts for Friends und so weiter. Also man muss sich ein bisschen auskennen, aber dann kann man praktisch zu ganz, ganz viel von diesen Mythen sehr schnell, wenn man weiß, wo auch die Antworten finden, die das entkräften. Zum Beispiel diese Sorge, dass Impfungen unfruchtbar machen, ist ja auch was, was Pflegefachkräfte, die oft weiblich und vielleicht mit Kinderwunsch unterwegs sind, besorgt und da ist Null und nichts dran. Dieses Gerücht mit der Unfruchtbarkeit ist natürlich extrem angstauslösend, deswegen ist es auch so ein uralter Klassiker der Impfpsychologie, das gab es auch schon bei der Polio-Impfung. Da wurde auch schon behauptet, das macht unfruchtbar. Ist seitdem die Geburtenzahl gesunden? Nein! Wir haben jetzt die halbe Weltbevölkerung geimpft. Gibt es seitdem massive Ausfälle an Geburten? Nein, es ist nicht beobachtet. Auch in der Zulassungsstudie wurde in der Kontrollgruppe und in der Impfgruppe wurden Frauen schwanger, weil das Leben so spielt. Und das macht überhaupt keinen Unterschied, in der Impfgruppe waren sogar ein paar mehr Frauen, aber das ist auch statistisch Zufall. (Moderator: Überraschung.) Das heißt, alle, die das hören, bitte versucht nicht, wenn ihr geimpft seid, auf Verhütungsmittel zu verzichten, weil ihr denkt, ach die Impfung ist eine gute Verhütungsmethode, ist sie nicht. Also jeder, der Kinder haben will, sei es herzlich gegönnt, aber diese Verbindung ist Quatsch. Das muss man einfach so klar sagen.

Moderator: Das sind schon einige Tipps, wie man auf Nicht-Geimpfte eingehen kann und sie vielleicht vom Gegenteil überzeugen kann: mit Quellen arbeiten, mit Wissenschaft, mit Fakten einfach. Was macht man aber, wenn jemand total resistent ist?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Dann ist die Frage, ist das sein Beruf. Natürlich weiß ich auch, dass Impfpflicht lange rausgezögert wurde aus der Sorge, wir können Pflegefachkräfte verlieren, weil da bin ich ja wirklich auch schon seit Jahren dran an dem Thema, auch auf dem Deutschen Pflegetag, wo ich jedes Mal auf der Bühne stehe, und versuche Programme zu machen, die dort zeigen, wie wichtig es ist, im Team zu denken, in Zukunft zu denken, Pflegekammer ist für mich auch ein großes Anliegen und so weiter und sofort. Es kann keiner sagen, dass ich nicht wirklich für jede Pflegefachkraft in diesem Land immer solidarisch kämpfe, aber wer sich nicht solidarisch verhält, sprich wer ungeimpft bleiben will auf Teufel komm raus, ist langfristig für diesen Beruf wirklich nicht geeignet. Ich sehe auch Pflegefachkräfte nicht nur sozusagen als eine Gruppe, die irgendwie beklatscht und aufgeklärt werden muss, sondern das sind ganz, ganz wichtige Multiplikatoren in die Mitte der Gesellschaft. Ja, was tun Menschen, die unsicher sind. Die fragen immer jemand, der im Krankenhaus oder im Altenheim oder sonstwo in der Pflege arbeitet, sag mal wie ist denn das? Du bist doch nahe dran. Du erlebst doch, wie es im Krankenhaus ist, du hast Insider-Informationen. Dann wünsche ich mir, dass jede Pflegekraft in diesem Land weiß, was die wichtigsten Argumente für das Impfen sind. Und wenn dann auch einzelne und gerade auch Menschen, die vielleicht nicht die Ausbildung hatten oder nicht Muttersprachler sind. Wenn die dann ihren eigenen YouTube-Quatsch da als Meinung von einer Pflegefachkraft rumposaunen, dann kriegt der ganze Berufsstand ein total schiefes Image. Und ich habe da auch mit Christine Vogler vom Deutschen Pflegerat gesprochen, die sagte, dieses was zwischendurch so hieß, ja die Pflege ist gar nicht für das Impfen, das ist totaler Unsinn. Das war wirklich eine verzerrte Wahrnehmung, damit macht man die Kompetenz, die ja Pfleger auch haben, die kratzt man an und da würde ich dann auch sagen, wer bei seiner Meinung bleiben will, da müssen wir langfristig darauf verzichten, so hart es ist.

Moderator: Glaubst du die Impfpflicht in pflegenden Berufen, die bringt so ein bisschen Ruhe rein oder gibt es weiter so Unmut?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ja, der Unmut ist ja auch auf der Seite der Geimpften. Der Unmut ist zurecht bei den Leuten, die sich vielleicht auch schon anderthalb Jahren impfen lassen haben und die wirklich auch den Kaffee aufhaben, dass sie ständig für Ungeimpfte, die dann in Quarantäne müssen, dann hast du wieder Löcher im Dienstplan. Da musst du einspringen. Dann hast du Menschen auf den Stationen, die da eigentlich sein müssten. Ich habe erzählt, wie auch Menschen schwerkrank werden, obwohl sie mit der Impfung davor geschützt gewesen wären. Also alle, die sich da aufreiben für Erkrankungen, die nicht sein müssten, die haben doch unsere Solidarität verdient und wir haben jetzt lange genug gewartet und wir haben lange genug wirklich Löcher gestopft und Geduld gehabt und wer es bis jetzt nicht kapiert hat, da steckt auch manchmal wirklich auch was anderes dahinter im Sinne von wirklich irgendwie ein Hass gegen die Obrigkeit oder gegen die Chefin oder den Chef oder was auch immer. Und das ist aber nicht der Ort, wo man das austrägt. Da bin ich ganz klar, weswegen weil wir vorhin mit dem Rabbit Hole auch erklärt haben. Es gibt ja viele, die haben sich so eingegraben in ihren eigenen Theorien, dass sie da gar nicht mehr rausfinden und auf eine kuriose Art und Weise könnte die Impfpflicht für diese Menschen sogar eine Erleichterung sein. Die könnten nämlich sagen, na ich werde jetzt „gezwungen“ von meinem Arbeitgeber, deswegen mache ich das. Ich finde es trotzdem doof. Das ist unter Umständen psychologisch vor dir selber leichter zu sagen, ich mache es trotzdem, obwohl ich davon nicht überzeugt bin, als zu sagen, ich habe anderthalb Jahre Quatsch geglaubt. Also so gesehen glaube ich, um deine Frage zu beantworten, ja die Impfpflicht wird Ruhe reinbringen, auch wenn es erstmal paradox klingt.

Moderator: Dann kommen wir jetzt mal zu Wünschen. Vor kurzem hast du selbst von siebeneinhalb Wünschen gesprochen, die du in Krisenzeiten für die nächsten 75 Jahre hast, dann bist du aber wirklich sehr, sehr alt. Kannst du drei Beispiele nennen?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Mit den 75 Jahren das kam daher, weil in diesen Artikel geschrieben habe für 75 Jahre Spiegel und da kann man ihn noch nachlesen (Moderator: Zum Jubiläum.) zum Jubiläum und ja da kam mein Wunsch auch vor, dass ich mir so was wie ein Podcast, wie so eine Art Morning-Briefing auch für die Pflege wünsche. Das man auf dem Weg zur Arbeit kondensiert die Nachrichten kriegt, die für die Berufsgruppe für die aktuelle Pandemie-Situation relevant sind. Weil du kannst ja auch nicht erwarten, dass jemand nach dem Nachtdienst oder nach vielen, vielen Stunden dann noch irgendwie ins Internet geht und recherchiert, welche Regelungen gerade gelten, was es für neue Varianten gibt, was es für neue Impfstoffe gibt und so weiter. Also dieser Gedanke, dass die größte Gruppe im Gesundheitswesen nicht einen landesweiten coolen Podcast hat, der sie aufschlaut und auch für Diskussionen wappnet, das war einer der Wünsche. Aber wir machen ja jetzt im Prinzip so was, auch wenn es (Moderator: Ich wollte gerade sagen.) nicht für jeden Morgen vorgesehen ist, aber für heute ist es das Beste was wir machen können (lacht). Schauen wir mal, ob der Bedarf noch bleibt.

Moderator: Fünf Minuten auf dem Punkt, ein richtiges Update, und da muss keiner und keine im Pflegeberufen lange recherchieren, welche Quelle ist vertrauenswürdig, wo finde ich das, weil man möchte auch irgendwann mal raus und in den normalen Feierabend gehen. Aber dann hat man trotzdem auf dem Punkt alle Informationen. Keine schlechte Idee. Stichwort: Humor. Wieso ist es so wichtig, dass wir unser Lachen auch in solchen Krisen nicht verlieren? Hast du einen Tipp für uns, wie wir mit mehr Humor durch schwierige Situationen im Leben kommen sollen, so ganz unabhängig jetzt mal von der Pandemie?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ich habe da eine Stiftung, die heißt „Humor hilft heilen“. Auch wenn wir das jetzt noch gar nicht verraten haben, ich unterstütze ja die BGW durch diesen Podcast, aber auch durch einen Wettbewerb, wo es auch Preise zu gewinnen gibt und ein Preis ist zum Beispiel auch Workshops mit unseren Humortrainern. Humor klingt erstmal so wie rote Nase aufsetzen, alles lustig finden, darum geht es gar nicht. Es geht im Kern um das, was heute sehr, sehr wichtig ist. Thema ist nämlich Resilienz, um Achtsamkeit, um Selbstfürsorge, um das, was man sozusagen Seelenhygiene nennt. Und lange bevor sozusagen die Stimmung komplett kippt, merkst du, es wird weniger gelacht in den Teams. Du merkst sozusagen den Stresslevel steigen und du merkst es vor allen Dingen auch an dir selber, dass Dinge, die dir eigentlich Freude machen, die dir keine Freude mehr machen. Und deswegen geht es in den Workshops viel darum, sich selber ein bisschen von der anderen Seite kennenzulernen und zu merken, wie alleine zum Beispiel der Moment, wo ich in ein Patientenzimmer reingehe, magisch sein kann, nämlich in dem Sinne, das ist wie beim Theater, wenn der Vorhang aufgeht oder im Kino, wenn die Fanfare kommt. Du weißt, jetzt ist was Besonderes. Und wir müssen immer wieder diesen Perspektivwechsel üben, dass wir uns vorstellen: Okay für mich ist es jetzt das zehnte Zimmer in der Reihe. Für den Patienten, der dahinter liegt oder die Patientin ist es aber der Moment am Tag, auf den 24 Stunden lang jemand vielleicht auch gewartet hat, vielleicht mit großer Sorge, was ist das Ergebnis von der Untersuchung oder was sind die Symptome, ist das eine Nebenwirkung, ist das normal und so weiter und sofort. Die Leute haben unglaublich viel Zeit, sozusagen über sich selber nachzudenken und du rauschst da rein und wenn du nur eine ganz einfache Übung machst, bevor du die Klinke drückst, einmal kurz durchatmen und zu sagen: Ich bin jetzt präsent. Ich bin jetzt da und präsent heißt eben auch Geschenk. Ich bin jetzt für diesen Menschen auf Augenhöhe im Kontakt. Und da entsteht dann, wenn dieser Kontakt stimmt, auch oft eben Humor, aber nicht sozusagen ich erzähle mal einen Witz, sondern einfach aus der Situation heraus und darum geht es.

Moderator: Guter Tipp und das kann man ja auch für sämtliche Situationen im Leben, wenn man auf Menschen zugeht, übertragen. Eckhart, kannst du das Gewinnspiel ganz kurz mal erklären, worum geht es da genau. Was kann man machen und wie kann man dabei sein?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Die BGW kam auf mich zu und sagte, sie würde gerne mit mir zusammen überlegen, wie man die Impf-Kommunikation, aber auch die Motivation stärkt. Und da sagten wir, wenn man sich jetzt immer nur auf die Ungeimpften einschießt, tut man all den Leuten ja Unrecht, die schon in ihren Teams nahezu 100% geimpft sind. Und deswegen haben wir uns überlegt, wir machen einen Wettbewerb, wo alle mitmachen können. 100% ist das Ideal, das ist ja auch die gesetzliche Vorgabe. Aber nahe dran ist auch schon super. Die können alle mitmachen und es gibt sehr attraktive Dinge zu gewinnen, nämlich mich unter anderem, mich in der Form, dass gewinnende Unternehmen, - wir einen Gesundheitstag veranstalten. Dann komme ich dann auch vorbei, wenn das dann mit der Pandemie soweit vorbei ist, dass wir gemeinsam uns treffen und sehen und analog feiern können mit viel Interaktionen, mit viel Input, mit Bühnen-Programm von mir. Da gibt es einen Preis, das ist ein Image-Film, wo wir für die Einrichtung, die gewinnt, sozusagen einen coolen Film drehen vor Ort und ich bin dann auch der Sprecher und Promotor sozusagen. Und es gibt zudem Workshops zu gewinnen von „Humor hilft heilen“, von meiner Stiftung, die speziell für Pflegefachkräfte so Teambuilding-Workshops zum Thema Humor, Resilienz, Achtsamkeit, Selbstfürsorge macht, und die machen total viel Spaß und da lernt man sich und die anderen im Team wieder von einer anderen Seite kennen. Also auch das tut gut und sind kleine Dankeschöns für alle, die sich impfen lassen und die sich auch damit solidarisch zeigen, denn impfen ist sinnvoll, sicher und für uns alle gut.

Moderator: Wie gehst du persönlich mit Krisen um und gibt es Punkte, an denen du auch mal verzweifelst und das Lachen verlierst? Und ja, was machst du dann in solchen Situationen ganz genau?

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ich bin schon ernster geworden über die Jahre. Das liegt aber nicht nur an der Pandemie, es liegt auch an meinem Engagement für die Klimakrise (Moderator: Und am Alter, wir haben schon jetzt darüber geredet.) (Lachen). Das Nervigste an der Pandemie finde ich ehrlich gesagt, dass sie uns derartig in den Medien, aber auch in den Familien und auch am Arbeitsplatz in Beschlag nimmt und ständig beschäftigt und ständig sind wir irgendwie im Krisenmodus und dadurch kommen wir gar nicht dazu, uns mit den wirklich wichtigen Sachen im Leben zu beschäftigen. Und die größte Gefahr für alle Menschen auf diesem Planeten ist die Klimakrise. Und das ist mein Lebensthema. Seit drei Jahren habe ich die zweite Stiftung „Gesunde Erde, gesunde Menschen“ gegründet und das ist sozusagen die Krise, vor der ich viel mehr Angst habe, dass die uns kalt erwischt, die Klimaerwärmung, so komisch das klingt. Wir hatten alleine 2018, hatten wir 20.000 Hitzetote, selbst im ersten Jahr der Pandemie hatten wir im August mehr Übersterblichkeit durch Hitze als durch Corona. Das heißt also, wir haben weltweit über sieben Millionen Menschen, die an Luftverschmutzung sterben, was maßgeblich mit fossiler Energie zu tun hat, was wir alles verbrennen. Das heißt also, wenn du mich fragst, welche Krisen betreffen mich gerade, habe ich das Gefühl, wir kommen auf ganz unstabile Zeiten zu und deswegen ist dieses Gefühl, wenn wir durch Corona durch sind, dann ist das Leben wie früher. Diese Illusion habe ich nicht mehr. Und ich glaube, vielen kommt so langsam auch der Verdacht. Wir können froh sein, wenn wir schnell aus dieser Pandemie raus sind, weil wir haben noch ein paar dicke Bretter vor der Nase.

Moderator: Wir gehen durch die Pandemie und die Klimakrise ist auch präsent und da gibt es noch ganz viele Dinge, die wir jetzt aus beiden Situationen lernen können und da können wir ja auch das Positive herausnehmen, was wir eben jetzt in kürzester Zeit hier schon geschafft haben. Das vielleicht jetzt als positiver Ausblick zum Ende dieser Folge. Vielen Dank Eckhart von Hirschhausen, dass du zu diesem wichtigen Thema Impfen dabei warst. Vielleicht konnten wir dem Einen oder der Anderen wichtige Tipps zum Impfen geben und ich hoffe, wir konnten auch noch ein paar mehr Menschen die Angst nehmen.

Dr. Eckhart von Hirschhausen: Ja bleiben Sie gesund und machen Sie es gut. Wir brauchen Jeden und Jede von Ihnen. Lasst euch impfen, wenn ihr es noch nicht seid und erzählt weiter: Impfen ist eine ziemlich coole Sache. Das sage ich nicht so einfach, aber ich habe mich überzeugen lassen und stehe da voll dahinter.

Block 03: Verabschiedung

Moderator: Impfen schützt mich, dich, uns alle und natürlich auch Sie. Mit diesem Statement möchte ich die heutige Folge abschließen. Wenn Sie sich näher für die Impf-Initiative und die Gewinnaktion der BGW interessieren, Eckhart von Hirschhausen hat das Gewinnspiel angesprochen. Dann finden Sie alle wichtigen Links in den Podcast-Shownotes dieser Folge. In Folge 28 da haben wir uns schon darüber unterhalten, wie wir optimistisch bleiben trotz Pandemie und das Thema Impfen. Das hatten wir auch schon einmal in Folge 38 mit Professor Nienhaus. Wenn Sie die Folgen nachhören möchten, dann finden Sie die und auch viele weitere Themen für ein gesundes Berufsleben überall da, wo es Podcasts gibt und auf der Webseite der BGW www.bgw-online.de/podcast. Bleiben Sie gesund. Ich freue mich auf die nächste Folge hier beim Podcast der BGW. Tschüss.

(Outro -  Herzschlag, für ein gesundes Berufsleben. Der BGW-Podcast)