Transkript #33: Arbeits- und Gesundheitsschutz in Inklusionsbetrieben #33 "Herzschlag - Für ein gesundes Berufsleben"

Block 01: Begrüßung & Einleitung

Anmoderation: Wie schwierig ist es, Menschen mit einer Behinderung, in kleineren Firmen und Betrieben zu beschäftigen? Die These einiger lautet, es ist zu kompliziert. Aber ist das wirklich so? Allgemein kann man sagen, die Gefährdung für Beschäftigte mit einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung in kleineren Betrieben, die ist häufig höher einzustufen als in größeren Unternehmen. Die Gründe dafür sind unter anderem: Fehlende Fachleute und vor allem Zeitmangel, und nicht alle Kleinbetriebe können sich ein gut funktionierendes Gesundheitsmanagement leisten. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die bietet dafür branchenspezifische Lösungen an. Ein gutes Beispiel, dass die Inklusion in Betrieben zwischen 50 und 100 Mitarbeitenden nicht so kompliziert sein muss, das zeigt die Dimetria-VdK, gemeinnützige GmbH aus Straubing. Ja, und genau da bin ich auch gerade, stehe hier vor deren Toren. Wie sie die Inklusion und Prävention leben, darüber unterhalten wir uns in der heutigen Podcast-Folge. Ich bin Ralf Podszus.

(Podcast-Opener)

Block 02: Interview Gabriele Fendl

Moderator: Ich gehe hier mal durch den Hof und hier ist auch das große Schild Dimetria. Da muss ich jetzt rein. Hallo, Tag, hallo.

Empfangsmitarbeiterin: Hallo

Moderator: Ich suche jetzt Gabriele Fendl. Sie ist die Prokuristin und da schaue ich doch mal hier am Empfang vorbei und komme bestimmt gleich zu ihr. Mitten im Gebäude von Dimetria-VdK. Und da steht auch schon das Schild Gabriele Fendl, Prokuristin. Tür ist angelehnt. Ich klopfe mal.

Gabriele Fendl: Ja, bitte.

Moderator: Hallo.

Gabriele Fendl: Hallo Herr Podszus. Herzlich willkommen in Straubing in der Dimetria.

Moderator: Ja. Ich habe alles sehr schnell gefunden und mitten in Straubing in Bayern ist dieses Gebäude, zwei Stockwerke ist es groß, auch nicht zu übersehen. Es ist ja weiß-blau. Also klassisch bayrische Farben.

Gabriele Fendl: Wie es sich für eine niederbayerische Firma gehört, genau.

Moderator: 80 Mitarbeitende sind hier beschäftigt, davon 35 Menschen mit Behinderung. Die Dimetria-VdK, die hat den zweiten Preis des BGW-Gesundheitspreises 2021 gewonnen, und dafür nochmal herzlichen Glückwunsch.

Gabriele Fendl: Vielen Dank, da sind wir auch sehr stolz darauf.

Moderator: Die Jury würdigt damit unter anderem die besondere präventive Ausrichtung im Arbeitsschutz Ihres Betriebes und Ihr schnelles und flexibles Handeln auf kurzfristige Herausforderungen, wie zum Beispiel beim Anpassen von Arbeitszeiten bei Tätigkeiten im Freien. Ja, welche weiteren Maßnahmen und Punkte zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Ihrem Betrieb würden Sie dabei noch hervorheben wollen, Frau Fendl?

Gabriele Fendl: Das sind sehr viele Dinge, unter anderem: Begehung des Arbeitsplatzes durch Ergo-Guides. Wir haben eine eigene Kantine. Die Küche ist JOB&FIT zertifiziert. Wir machen bewegte Pausen. Das sind gemeinsame Spaziergänge und Übungen für Schulter und Nacken. Wir haben ein kostenloses Mineralwasser- und Obstangebot. Zudem gibt es bei uns grüne Pausenräume und Sitzgelegenheiten im Freien. Mittags können wir unser Essen auf der Sonnenterrasse einnehmen. Noch bevor das Angebot der bundesweiten Corona-Impfungen bestand, haben wir bereits über unseren Betriebsarzt geimpft. Wir machen Betriebsausflüge und Abteilungsfeste und, was vielleicht außergewöhnlich ist für unsere Firma, wir schulen Führungskräfte, insbesondere zum Thema: Wie führe ich gesund und motivierend.

Moderator: Klasse, das ist eine lange Liste tatsächlich. Schön, was Sie alles machen. Da merkt man auch gleich die Stimmung hier, die ist gut. Ich habe ja eben schon ein, zwei freundliche Kolleginnen beim Reingehen so gesehen. Für Dimetria-VdK ist die psychische Gesundheit eins der zentralen Themen im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Um bei diesem Thema gegen Vorurteile in der Gesellschaft anzukämpfen, setzen Sie sich nicht nur intern, sondern auch öffentlich dafür ein. Ja, welche Projekte haben Sie genau hierfür?

Gabriel Fendl: Das ist richtig. Wir erleben Tag für Tag die Normalität einer psychischen Erkrankung, denn sie betreffen Menschen wie du und ich. Was wir aber öffentlich machen, ist unter anderem: Es gibt einen Trialog im Haus, das bedeutet, ein betroffener psychisch erkrankter Mensch, ein Angehöriger und ein Professioneller, also ein Psychiater, unterhalten sich über die Krankheit, über das Leben mit der Krankheit. Das ist sehr interessant und aufschlussreich. Unter anderem gibt es Lesungen bei uns im Haus, zum Beispiel war Christiane Wirtz eingeladen. Sie hat zum Thema Schizophrenie erzählt. Im Verbund mit der PSAG, das ist eine psychosoziale Arbeitsgemeinschaft in Straubing, holen wir immer wieder Ausstellungen. Die letzte war: Grenzen erleben. Wir laden auch Politiker und Behindertenbeauftragte immer wieder zu uns ins Haus ein, um über psychische Gesundheit aufzuklären. Im Februar 2020 war zuletzt die bayerische Sozialministerin, Frau Carolina Trautner, bei uns im Haus, was uns natürlich sehr gefreut hat.

Moderator: Sie hatten für diese vorbildliche Präventionskultur echt einiges ausprobiert. Haben Sie jetzt auch Beispiele, was gut funktioniert hat und, ja, was hat vielleicht überhaupt nicht so gut funktioniert? Als Tipps für alle anderen.

Gabriele Fendl: Unser Schwerpunkt liegt ja darauf, psychische Belastungen zu reduzieren und auf die Belange der psychisch erkrankten Kolleginnen einzugehen. Das Besondere an der Dimetria ist: Ansprechpartner im Betrieb sind eine Personalreferentin, Frau von Eisenhart Rothe. Sie ist gleichzeitig Physiotherapeutin und ist für die körperliche Gesundheit und die Personalentwicklung der Mitarbeitenden zuständig. Gleichzeitig bieten wir unseren Kollegen auch eine psychosoziale Begleitung an. Das ist die Frau Hiergeist, eine Sozialpädagogin. Sie ist jederzeit Ansprechpartner für Probleme im psychosozialen Bereich. Und, was ganz besonders ist, was auch ganz neu ist, Frau von Eisenhart Rothe und Frau Hiergeist werden gerade geschult zu Ersthelfern für psychische Erkrankungen. Zudem können die Psychologinnen des BTZ, das ist die Schwesterfirma, die hier am Ort ist, jederzeit kontaktiert werden. Und dann kann ich vielleicht noch erzählen, was nicht so hundertprozentig funktioniert?

Moderator: Ja, richtig.

Gabriele Fendl: Erstens ist es schwierig, Angebote in die freie Zeit zu legen, also nicht in der Arbeitszeit anzubieten. Die Angebote werden dann schleppend angenommen. Und unser großes Thema ist der nachhaltige Bewusstseinswandel gegenüber Menschen mit Behinderungen, vor allen Dingen mit einer psychischen Störung. Da müssen wir noch lange aufklären und darüber sprechen. Was wir auch aus der Corona-Isolation gelernt haben, das Miteinander ist enorm wichtig. Für 2022 planen wir Spiel und Spaß miteinander.

Moderator: Das zum Thema Best Practice. Welche Tipps können Sie Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden geben? Also vor allem Betrieben mit unter 100 Mitarbeitenden, die sich in diesem Bereich vielleicht schwertun.

Gabriele Fendl: Da habe ich Tipps. Tipps an Arbeitnehmende. Lassen Sie sich ein auf Menschen, auch wenn Sie vermeintlich anders sind und begegnen sie den Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe. Für Arbeitgebende, auch für Betriebe mit Mitarbeitern unter 100, leisten Sie sich ein funktionierendes Gesundheitsmanagement. Es kostet viel weniger, Mitarbeiter gesund zu erhalten, beziehungsweise ein gutes Betriebsklima zu haben und Kolleginnen weiter zu qualifizieren, als Stellen neu zu besetzen. Ich appelliere an Sie als Arbeitgeber, trauen Sie sich, Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben, wertvolle Kolleginnen in ihrem Team zu werden. Die Welt ist größer und unterschiedlicher als der eigene Horizont vermuten lässt. Seien Sie mutig, begegnen Sie allen Menschen mit Respekt und Wertschätzung. Sie und Ihr Betrieb werden davon profitieren. Das ist mir persönlich ein sehr großes Anliegen, und das habe ich in 20 Jahren Dimetria, einem Inklusionsbetrieb, gelernt. Professionelle Dienstleistungen und Inklusion und das kollegiale Miteinander von Menschen mit und ohne Grad der Behinderung gelingt gut. Die Dimetria beweist es seit über 23 Jahren.

Moderator: Die BGW, die hat für die Betreuung von Kleinbetrieben maßgeschneiderte Betreuungskonzepte erarbeitet. Und dafür stehen Referentinnen und Referenten zur Verfügung, die die spezifischen Arbeitsschutzinhalte der einzelnen Branchen kennen, Dozentenleitfäden erstellen und auch Dozenten für die Unternehmerschulungen ausbilden. Wie immer packen wir den Link dafür in die Podcast Show Notes. Einfach mal draufklicken. Ja und jetzt, Frau Fendl, dann gehen wir mal los und schauen, wer wir hier noch finden können, bei Ihnen hier.

Gabriele Fendl: Gerne.

Moderator: (4 Sek.). So, dann gehen wir jetzt mal raus hier in den Flur. Wo gehen wir jetzt als nächstes hin, Frau Fendl?

Gabriele Fendl: Wir gehen jetzt in die Verwaltung, genauer gesagt in die Finanzbuchhaltung.

Moderator: Ein langer Gang vor mir und im Abstand von einem Meter ganz viele Leuchten.

Gabriele Fendl: Hallo.

Moderator: Hallo. In der Verwaltung sind wir also angekommen und neben mir sitzen jetzt wer genau?

Angelika Wandlinger: Angelika Wandinger von der Finanzbuchhaltung und Claudia  Lammler von der Personalabteilung.

Moderator: Ich grüße euch beide, hallo. Was wird aus Ihrer Sicht für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit getan?

Angelika Wandlinger: Also Thema Sicherheit ist für mich ein großes Thema geworden zu Beginn der Corona-Zeiten. Sie sehen ja hier, also, sind Plexiglaswände aufgestellt worden. Das war am Anfang für mich eine sehr unsichere Zeit, weil wir ja ziemlich nah beieinander sitzen, zu dritt im Raum. Die Ansteckungsgefahr war für mich ein Problem. Es sind dann ganz schnell diese Plexiglasscheiben angeschafft worden. Wir haben Luftreiniger bekommen, wir haben mit den AHA-Regeln, Lüften und so weiter, eine Atmosphäre gefunden, wo mir dann, also, das Arbeiten wieder sicher geworden ist.

Moderator: Das hier ist so ein Luftfilter, nicht?

Angelika Wandlinger: Genau.

Moderator: Das ist ein ganz schöner Oschi, also der ist bestimmt einen Meter hoch, ganz schön breit in modischem Grau, ja. Und hier kann man halt alles Mögliche einstellen und da kommt auch ordentlich Luft raus. Man merkt das schon so ein bisschen.

Angelika Wandlinger: Es wird unten die Luft angesaugt und es gibt einen dreifachen Filter dann. Und oben kommt die gereinigte Luft wieder raus. Also es ist ein gutes, gutes Gerät. Und ich merke täglich, dass die Sicherheit und Gesundheit auf jeden Fall eine Herzensangelegenheit in diesem Unternehmen ist. Dem Thema wird viel Bedeutung geschenkt. Meines Erachtens nach steht auf jeden Fall das Wohl an erster Stelle, denn ohne uns kann ja auch die Firma Dimetria nicht existieren. Ich möchte sagen, dass dies von Anfang an spürbar war. Diesen aufmerksamen Umgang schätze ich, seitdem ich hier bin, total. Meine Vorgesetzte erkundigt sich täglich, wie es einem geht, was ich ebenfalls sehr hoch anrechne. Ich selber hatte eine Zeit, in der es mir aus familiären Gründen nicht so gut ging. Das wurde sofort erkannt, man ist darauf eingegangen und mir wurde daraufhin persönliche Unterstützung angeboten anhand eines Einzelcoachings. Abgesehen von diesem Thema konnte ich mich, oder kann es immer noch, selbst entfalten, sowie verwirklichen, was ja ebenfalls zeigt, dass man wertgeschätzt wird. Was ich auch klasse finde, dass ich eben in diesen zwei Jahren an ungefähr zehn Fortbildungen teilnehmen konnte. Diese Weiterentwicklung, vor allem auch in jungen Jahren, ist mir persönlich sehr wichtig, was ja dann in dem Fall auf jeden Fall erfüllt worden ist. Und allem in einem fühlt man sich hier super aufgehoben. Man ist dankbar dafür, dass hier die Sicherheit und Gesundheit einen so großen Stellenwert hat. Deswegen bin ich auch froh, dass ich ein Teil von diesem Unternehmen sein darf. Hier in der Buchhaltung legen wir stets Wert darauf, dass auf Kolleginnen mit Einschränkungen nicht herabgeschaut wird. Dass sie ebenbürtige Kolleginnen sind und dass diese Einschränkung einfach als Besonderheit angesehen wird. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und mit Wertschätzung. Und die Stärken der Mitarbeiter werden herausgearbeitet. Und dadurch entsteht Motivation und es stärkt den Selbstwert, und die Schwächen treten dadurch in den Hintergrund. Wir hatten zum Beispiel eine Auszubildende bis September hier im Büro, die in ihrer Schulzeit sehr gemobbt wurde wegen einer Einschränkung, einer Gehbehinderung, und sie war zu Beginn der Ausbildung total zurückgezogen in sich selbst. Und während der drei Jahre Ausbildungszeit hier konnte sich ihr Selbstbewusstsein so toll entwickeln. Und sie war fleißig, ehrgeizig und hat ihre Prüfung, jetzt ihre Abschlussprüfung, mit einem Einser geschafft. Und jetzt ist sie dabei, ihr Abitur nachzumachen. Und das ist ein wunderschönes Beispiel, finde ich, wie Wertschätzung großes Potential freisetzen kann.

Moderator: Ja prima, das finde ich richtig klasse. Das freut mich, dass das so funktioniert. Vielen Dank, Angelika Wandlinger und Claudia Lammler. Dann gehen wir jetzt gleich mal weiter, und zwar als nächstes in die Druckerei, Frau Fendl, oder?

Gabriele Fendl: Ja, das machen wir. Machen wir uns auf den Weg.

Moderator: Gehen Sie mal voran.

Gabriele Fendl: Ja.

Moderator: Und euch noch viel Spaß.

Angelika Wandlinger: Vielen Dank.

Claudia Lammler: Danke sehr.

Moderator: (4 Sek.). Wieder ab in den Flur, so. Ah, wir fahren jetzt mit dem Aufzug.

Gabriele Fendl: Unser Haus ist natürlich barrierefrei.

Moderator: Ja, alles ebenerdig, alles sehr praktisch angelegt. Das ist eben für jede Behinderung durchdacht.

Gabriele Fendl: Ja.

Moderator: Schmaler Gang nach draußen. Jetzt sind wir quasi auf der anderen Seite.

Gabriele Fendl: Hier hinten sind dann so Sitzgelegenheiten, wo wir immer im Freien Besprechungen machen können (Moderator: Sieht ganz gemütlich aus.) hinter den Bäumen.

Moderator: Ja, jetzt wo die Sonne hier gerade so schön scheint, ist es natürlich besonders gut, ja.

Gabriele Fendl: Ja.

Moderator: Das ist nicht alles in einem Gebäude verbunden, man muss auch nochmal vor die Tür gehen.

Gabriele Fendl: Ja, die Druckerei ist in einem extra Gebäude untergebracht.

Moderator: So, und jetzt sieht man auch schon, wir sind demnächst in der Druckerei angekommen. Hier gibt es schon so eine Vorkammer, wo ohne Ende Papier und Kisten stehen.

Gabriele Fendl: Ja.

Moderator: Das wird noch alles weggedruckt?

Gabriele Fendl: Ja.

Moderator: Und ab geht es in den nächsten Trakt.

Gabriele Fendl: Werfen wir einen Blick in die Druckerei?

Moderator: Ja, sehr gerne.

Gabriele Fendl: Bitte geradeaus.

Moderator: Und hier stehen noch mehr Schränke, Kisten und ganz viele Maschinen sind hier. Ein großer Raum, ja. Und hier sind auch einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gabriele Fendl: Genau. Dann gehen wir jetzt zur Kollegin, Frau Edenhofer, in den Geschenkeservice.

Moderator: Oh ja, das hört sich gut an. Ein paar Stufen geht es nach oben und von hier kann man auch wunderbar heruntergucken, dass man hier eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, acht Druckmaschinen auf jeden Fall sieht. Oder ist das ein Riesendrucker, an dem diese acht Teile da dranhängen?

Gabriele Fendl: Die ganz große Maschine ist die Offsetdruckmaschine. Und dann gibt es noch ein paar Digitaldruckmaschinen.

Moderator: Ja.

Gabriele Fendl: Eine Zusammentragmaschine und viel Papier, wie Sie schon beschrieben haben.

Moderator: Und ich würde hier den ganzen Tag mit diesem Gabelstapler da hinten nämlich fahren. Da kann man diese ganzen Papierhaufen gut mit hin und her bewegen.

Gabriele Fendk: Das ist der Traum eines jeden Mannes, dieser Gabelstapler.

Moderator: Ist das so? Okay.

Gabriele Fendl: Bitte hier.

Moderator: Ah ja, ich bin schon wieder zu hochgegangen, hier kann man nämlich tatsächlich noch ein bisschen höher gehen, aber wir bleiben im ersten Stockwerk.

Gabriele Fendl: Hallo.

Moderator: Hallo.

Frau Edenhofer: Hallo, Servus.

Moderator: Schön, dass wir hier sein dürfen.

Gabriele Fendl: Bitte, wir müssen da vor.

Moderator: Genau. Hallo Frau Edenhofer.

Frau Edenhofer: Hallo.

Moderator: Ja, Sie sitzen hier mitten auf Druckmaschinen quasi, also jetzt nicht so direkt, die sind ein Stockwerk unter Ihnen, aber, aufgebaut. Frau Edenhofer, als Sie Ihren ersten Arbeitstag hier hatten, wie war das für Sie? Ja, und was macht dieses Unternehmen aus?

Frau Edenhofer: Bei mir war das sehr besonders. Ich konnte nämlich eine Teilzeitstelle antreten, was ja nicht üblich ist. Das hatte den Hintergrund, dass ich zu dieser Zeit zu Hause unterstützen musste, da meine Mama leider einen Herzinfarkt hatte und die Dimetria ist persönlich auf mich eingegangen und bot mir eben den Einstieg mit Teilzeit an. Das war für mich sehr zuvorkommend und auch entgegenkommend und auch eine gute Work-Life-Balance konnte ich-, Arbeit, also die Arbeitsstelle antreten, aber auch noch zu Hause unterstützen.

Moderator: Und du strahlst die ganze Zeit so, das heißt, du fühlst dich auch wirklich hier richtig wohl.

Frau Edenhofer: Ja, das ist richtig. Ich fühle mich sehr wohl. Die Kollegen sind alle sehr nett und auch sehr hilfsbereit. Man kann immer jeden fragen. Was ich auch besonders schön finde, es wird hier kein Unterschied gemacht. Es sind psychisch Kranke und auch gesunde, oder psychisch gesunde, Menschen beschäftigt. Ich weiß teilweise auch gar nicht, oder bei den meisten, wer überhaupt diesen Hintergrund hat, weil es auch bei uns nicht von Belangen ist. Bei uns ist das egal, weil jeder gleichbehandelt wird. Und es ist ein schönes Miteinander und deswegen ist es auch wirklich ein Ort zum Wohlfühlen am Arbeitsplatz.

Moderator: Wir waren noch nicht in der Küche, die habe ich vorhin beim Hereingehen gleich gesehen. Die sah ganz charmant aus und da waren auch schon so ein paar Menschen, die da gegessen haben. Und ich sage mal so, von den Gesichtsausdrücken her muss die Küche ausgezeichnet sein. Ist das richtig?

Frau Edenhofer: Das ist richtig, die Küche ist sehr gut. Es gibt unterschiedliche Gerichte. Es gibt vegetarische Gerichte oder auch mit Fleisch, je nachdem. Also hier findet jeder etwas.

Moderator: Dann ist die Küche ja auch maßgeblich am Arbeits- und Gesundheitsschutz beteiligt. Wollen wir da auch noch mal hingehen, Frau Fendl?

Gabriele Fendl: Das machen wir, Herr Podszus.

Modertor: Dann vielen Dank, Frau Edenhofer. Wir verlassen jetzt mal hier die Druckerschwärze.

Frau Edenhofer: Danke.

Moderator: So, hier steht Druckerei. Dann geht's zum Garten- und Landschaftsbau, Maler und Lackierbetrieb, Gebäudereinigung, Prospektverteilung, Küche. Wir müssen hier zur Küche. (5 Sek.). Und hier sehe ich auch schon gleich mehrere Kisten mit Kartoffeln.

Gabriele Fendl: Ja.

Moderator: Wir können nur richtig sein.

Gabriele Fendk: Ja.

Moderator: So, wir gehen aber jetzt weiter noch direkt in den Speisesaal hinein. So, und da sitzt auch der Koch in seinem Speisesaal. Jetzt, wo alle schon versorgt sind, kommt er auch nochmal zum Essen. Ihr Essen, was Sie selbst vorhin kredenzt haben, riecht auf jeden Fall schon mal sehr lecker und ich nehme an, Sie sind auch dafür verantwortlich denn Sie sind hier der Koch, oder Günther Loidl?

Günther Loidl: Genau, das ist richtig, ja.

Moderator: Ja dann, Entschuldigung, wenn ich Sie jetzt kurz beim Essen hier noch störe. Jetzt haben Sie auch mal Zeit, noch ein paar Happen zu nehmen. Aber ich habe auch nur ganz kurz ein paar Fragen. Sie sorgen für die richtige Ernährung, für die Beschäftigten. Können Sie Tipps geben, worauf Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Essenswahl achten sollen?

Günther Loidl: Ja, grundsätzlich sollte man Essen ausgeben, weil man was Gutes tun möchte. Das heißt, man achtet eventuell auf Allergien, auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Kolleginnen und versucht auch, auf Einzelbedürfnisse einzugehen. Gutes Essen ist Grundvoraussetzung, damit unser Motor läuft, denn schließlich brauchen wir ja täglich unsere Nährstoffe, um sauber und ordentlich arbeiten zu können. Wie es halt in jedem Betrieb ist, gibt es Geräte und Maschinen auch, die müssen wir warten. Das heißt auch, wir sollten unseren eigenen Körper warten und drauf achten, dass wir ordentlich verpflegt sind. Einem guten Kollegen oder Mitarbeiter, also, sollte das eigentlich schon wert sein, dass man ordentliche Verpflegung bekommt. Gutes Essen ist ja kaum teurer als das herkömmliche Essen. Und wir, zum Beispiel, bieten jeden Tag auch ein vegetarisches Gericht zusätzlich zum Fleischgericht an. Auf Wunsch kochen wir auch vegane Gerichte, wenn es erforderlich ist. Bei uns ist, zum Beispiel, eine Gemüselasagne eigentlich ein guter Renner, da ist es eigentlich egal, was wir an Fleischgerichten anbieten. Es ist meistens so, dass die Gemüselasagne fast besser gegessen wird. Essen, die gar nicht laufen, das kommt auch schon mal vor, wenn man etwas probiert, die lässt man dann einfach weg. Weil ich denke mir, dass man die Kollegen einfach damit gar nicht belasten müsste.

Moderator: Also es hat sich quasi ausgekönigsbergerklopst.

Günther Loidl: Wie, ja, mehr oder weniger, oder ausgelebert.

Moderator: Genau. Ausgehühnerfrikassiert.

Günter Loidl: Genau, genau. Also insgesamt kann man ja beobachten, seitdem wir so flexibel auf unsere Mitarbeiter eingehen, dass es immer mehr Mitarbeiter in die Kantine zieht, denn es spricht sich einfach herum, wenn man zufrieden aus der Kantine zurückkommt, dann möchten wir dieses Erlebnis auch eventuell mal erleben. Und drum ist es immer schön, wenn man, oder immer gut, wenn man ordentlich für die Kollegen kocht.

Moderator: Das sind schöne Tipps auf jeden Fall. Wir nehmen auch mit: Es ist nicht viel teurer, gutes Essen anzubieten. Das ist nämlich für viele gar nicht so klar, dass es nicht wesentlich mehr kostet.

Günther Loidl: Ja, es kommt halt speziell auf die Lieferanten darauf an. Also, man muss natürlich schon schauen, dass man die entsprechenden Lieferanten hat, dass man immer auch eine ordentliche Qualität bekommt, denn je schlechter die Qualität, desto größer der Ausschuss und umso teurer wird das Essen.

Moderator: Vielen Dank hier an den Koch, an Günther Loidl.

Günther Loidl: Sehr gerne.

Moderator: Ich habe jetzt das Gebäude verlassen, stehe jetzt hier wieder direkt vor der Dimetria. Frau Fendl, vielen Dank, dass ich heute hier zu Besuch sein durfte und Sie mir einen Einblick hinter die Kulissen gegeben haben. Ja, es war sehr spannend und ich wünsche Ihnen alles Gute weiterhin.

Gabriele Fendl: Vielen Dank, Herr Podszus, für den Podcast. Bevor Sie heimfahren, möchte ich Sie gerne noch in unsere Kantine einladen. Kommen Sie mit?

Block 03: Verabschiedung

Moderator: Das ist sehr lieb, vielen Dank und völlig zu Recht ist die die Dimetria-VdK zweiter Gewinner beim BGW-Gesundheitspreis, wie ich finde. Der Kleinbetrieb, der macht es vor. Sie können es genauso nachmachen, damit wir der Inklusion von Menschen mit Behinderung noch einen Schritt näherkommen. Ja, wenn Sie dabei Unterstützung brauchen, dann schauen Sie gerne mal auf der Webseite der BGW vorbei. Infos finden Sie auf www.bgw-online.de. Und den Link zu den Betreuungskonzepten finden Sie in den Show Notes. Jetzt lasse ich mir das leckere Essen hier nicht entgehen. Vielen Dank Frau Fendl. Das war es für heute. Ich freue mich, wenn Sie beim nächsten Mal wieder dabei sind. Bis dahin.

(Podcast-Outro)