Infektionen bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen in Deutschland – 22-Jahres-Trends

Beschäftigte im Gesundheitswesen (BIG) sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Wir haben für verschiedene Infektionen die Meldungen an die Unfallversicherung und die als Berufskrankheit (BK) bestätigten Fälle der Jahre 1996 bis 2017 analysiert.

Die Meldequote und die bestätigten BK wurden pro 100.000 Vollarbeiter berechnet. Die Anzahl der Meldungen war im Zeitablauf relativ stabil. Die Quote pro 100.000 Vollarbeiter sank jedoch von 25,2 auf 15,4. Am stärksten war der Rückgang bei den blutübertragbaren Infektionen mit Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren, den Infektionen, die zu Beginn der Betrachtungsperiode am häufigsten gemeldet wurden. Im Jahr 2017 waren Tuberkulose(TB)-Meldungen häufiger als Meldungen von blutübertragbaren Virusinfektionen. Die Zunahme von TB-Meldungen spiegelt jedoch nicht ein erhöhtes Infektionsrisiko wider, sondern Fortschritte bei der Diagnose einer latenten TB-Infektion (LTBI). Maßnahmen zur Verhinderung von blutübertragbaren Virusinfektionen bei BIG waren in den vergangenen 22 Jahren erfolgreich, aber neu auftauchenden Infektionen sollte Beachtung geschenkt werden.

Als Download steht die leicht gekürzte Übersetzung der Originalarbeit zur Verfügung, welche im November 2018 in der Zeitschrift International Journal of Environmental Research and Public Health (IJERPH) unter dem Titel "Infections in Healthcare Workers in Germany – 22-Year Time Trends" erschienen ist.