Berufliche Exposition gegenüber Formaldehyd im Gesundheitsdienst

Die International Agency for Research on Cancer (ARC) hat Formaldehyd als Humankanzerogen eingestuft und damit eine Diskussion über die berufliche Exposition gegenüber diesem im Gesundheitsdienst weit verbreiteten Stoff ausgelöst.

Eine Auswertung der im Bereich der Unfallversicherungsträger vorliegenden Informationen zur Formaldehydexposition im Gesundheitsdienst lässt folgende Aussagen zu: Die Desinfektion größerer Flächen mit formaldehydhaltigen Produkten führt regelmäßig zu Luftkonzentrationen weit oberhalb der diskutierten Schwellenwerte (0,1 – 0,3 ml/ m³). Dies gilt auch für die manuelle, offene Instrumentendesinfektion insbesondere großer Instrumente wie zum Beispiel Endoskope und die Raumdesinfektion nach TRGS 522 (Technische Regel Gefahrstoffe). Arbeiten in Pathologien beziehungsweise Anatomien sind ebenfalls mit hohen Formaldehydkonzentrationen in der Luft verbunden, während Arbeiten mit gut kontrollierten Randbedingungen wie zum Beispiel die Sterilisation oder die Desinfektion in Automaten sowie Laborarbeiten im Abzug geeignet sein werden, auch die genannten niedrigen Schwellenwerte zu unterschreiten. 

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Der Artikel wurde veröffentlicht in der Fachzeitschrift Umweltmed Forsch Praxis 11 (6) 363 – 368 (2006) ©ecomed Medizin, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Landsberg.