Abschlussbericht zur Vorstudie: "Belastungssituation bei Vorbereitung und Verabreichung von Zytostatika in gesundheitsdienstlichen Einrichtungen"

Nach Schätzungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. und des Robert-Koch-Instituts erkrankten in Deutschland im Jahr 2006 426.800 Menschen neu an Krebs, für das Jahr 2010 geht man von 450.000 Tumor-Neuerkrankungen aus. Jeder vierte Todesfall in Deutschland war 2006 durch Krebs bedingt, somit stellen Tumore nach Herzkreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache dar.

Unter einem Tumor versteht man eine Neubildung von Körpergewebe, die durch Fehlregulationen des Zellwachstums entstehen. Sie können jegliche Art von Gewebe betreffen, können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein und zeichnen sich durch spontanes, enthemmtes, autonomes und irreversibles Überschusswachstum von körpereigenen Zellen aus. Bösartige Tumore sind zusätzlich durch invasives und destruktives Wachstum und durch Metastasierung gekennzeichnet.

Während bei lokalen Tumoren die chirurgische Entfernung und die Strahlentherapie im Mittelpunkt stehen, ist bei disseminierten Tumoren, bei Metastasen und ausgedehnten Rezidiven die medikamentöse Therapie von besonderer Bedeutung. Diese umfasst die Behandlung mit klassischen Zytostatika, Hormonen, Antikörpern oder immunmodulatorisch wirksamen Substanzen.

In den nächsten Jahren ist mit einer kontinuierlichen Zunahme des Einsatzes von Zytostatika -und damit einem steigenden Risiko für die Beschäftigten aufgrund erhöhter Applikationszahlen -zu rechnen. Dies lässt sich einerseits durch das zunehmende Lebensalter der Bevölkerung in Deutschland und dem damit verbundenen voraussichtlichen Anstieg an Krebserkrankungen erklären. Andererseits kommen Zytostatika auch verstärkt bei anderen Erkrankungen zum Einsatz (zum Beispiel Methotrexat in der Rheumabehandlung oder Mitoxantron und Cyclophosphamid in der Therapie der Multiplen Sklerose). Neu ist zudem der Einsatz dieser Medikamentengruppe in der Veterinärmedizin.

Exponierte Personen können neben den Beschäftigten in Apotheken, Kliniken sowie Arzt- und Tierarztpraxen auch das Reinigungs- und Entsorgungspersonal oder das Transportpersonal sein. Aber auch Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen sowie in ambulanten Pflegediensten kommen wahrscheinlich immer häufiger in Kontakt mit entsprechenden Substanzen.

Der im Bericht gegebenen Empfehlung wurde nachträglich der Evidenzkategorie IIb zugeordnet aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentiellen Studie. Grundlage hierfür sind die aktuellen Kategorien der BGW, Abteilung Grundlagen der Prävention und Rehabilitation, die auf der Basis der Empfehlungen der AHCPR (Agency for Healthcare Research and Quality) entstanden sind.

Der Bericht steht Ihnen als Download zur Verfügung.