Wechsel der BGW-Hauptgeschäftsführung BGW magazin - 1/2022

BGW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird zum 1. März 2022 Jörg Schudmann. An dessen Seite wird zukünftig Claudia Drechsel-Schlund die Position der stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin innehaben.

Ausscheiden von Prof. Dr. Stephan Brandenburg

Nach 34 Jahren im Dienst der BGW geht der bisherige Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg in den Ruhestand. Der Jurist war unter anderem Geschäftsführer der Bezirksverwaltung Bochum, bevor er 1999 zunächst Mitglied der BGW-Geschäftsführung und ab 2009 schließlich Hauptgeschäftsführer wurde.

  • Porträtfoto von Prof. Dr. Stephan Brandenburg

    Prof. Dr. Stephan Brandenburg

    Bisheriger Hauptgeschäftsführer der BGW

Zu Beginn seiner Tätigkeit an der Spitze der BGW sei es vor allem um die engere Verzahnung von Prävention und Rehabilitation gegangen, machte Brandenburg zum Abschied deutlich. Dass diese so erfolgreich umgesetzt werden konnte, führte er insbesondere auf die intensive Zusammenarbeit mit den Selbstverwaltungsgremien, insbesondere dem Vorstand und der Vertreterversammlung, zurück. Gemeinsam habe man in Schwerpunktprogrammen für die jeweilige Amtsperiode der Selbstverwaltung Ziele gesetzt und den Grundstein für ein gutes und vertrauensvolles Miteinander gelegt.

Brandenburg setzte sich auf vielen Ebenen für die Anliegen der BGW-Mitglieder und der Versicherten ein. Mit Blick auf den Koalitionsvertrag und die Ziele der neuen Bundesregierung sagte er: Wir haben den Ausbau der BGW-Präventionsdienste auf den Weg gebracht und leisten vieles im Bereich der betrieblichen Prävention. auch bei der Rehabilitation kann die gesetzliche Unfallversicherung darauf verweisen, dass in großem Umfang längst den Erwartungen aus dem Koalitionsvertrag entsprochen wird. Der Durchschnittsbeitrag ist zudem in den letzten Jahren gesunken – und konnte von der BGW sogar unter Pandemiebedingungen gehalten werden. Ich bin mir daher sicher, dass die BGW bestens aufgestellt ist. Er verwies auch auf wichtige Weichenstellungen wie Kooperationen mit anderen Unfallversicherungsträgern, die Förderung von Wissenschaft und Forschung oder das Engagement der BGW im Bereich Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit von Medizinprodukten.

Seinen persönlichen Einsatz für den Nachwuchs in Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin – unter anderem als Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück – wird Prof. Dr. Stephan Brandenburg auch in Zukunft fortsetzen.

Neuer Hauptgeschäftsführer: Jörg Schudmann

Der Unfallversicherungsexperte begann seine berufliche Laufbahn bei der Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft und wechselte 1991 zur BGW-Bezirksverwaltung Bochum. Nach Stationen als Arbeitsbereichs- und Reha-Leiter war er dort ab 1999 Geschäftsführer. 2014 wechselte Schudmann als stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BGW nach Hamburg. Er ist Mitautor eines juristischen Kommentars und unter anderem in Ausschüssen der BG Kliniken und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aktiv.

  • Porträt: Jörg Schudmann

    Jörg Schudmann

    Ab 1. März 2022 neuer BGW-Hauptgeschäftsführer

Ich bin ein Verfechter des Systems gesetzliche Unfallversicherung – und deren Fundament ist die Selbstverwaltung. Unser gemeinsames Ziel ist im neuen Leitbild der BGW gut zusammengefasst: ‚Wir unterstützen Unternehmen und Beschäftigte aus Branchen, die sich um das Wohl von Menschen kümmern. Indem wir unsere Aufgaben erfüllen, leisten wir einen Beitrag zum Bestand der Unternehmen und ihrem Betriebsfrieden. Damit tragen wir zur Solidarität und sozialen Sicherheit in Deutschland bei.‘

Ich werde auch unter den veränderten Rahmenbedingungen der Pandemie unser Streben nach Beitragsstabilität bei der BGW unvermindert fortsetzen, um den Unternehmen Verlässlichkeit zu gewährleisten, wo immer es möglich ist. Im Bereich der Prävention kommt unter anderem der Sicherung und Weiterentwicklung der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung der Betriebe eine hohe Bedeutung zu. Bei den Versicherungsleistungen wird uns wohl das Thema Covid-19 noch lange begleiten. Wir werden weiterhin forschen und wissenschaftliche Erkenntnisse auswerten, um in unserem Reha-Management Betroffenen bestmöglich helfen zu können. Ich bin überzeugt davon, dass die BG Kliniken hier wie bei vielen anderen Verletzungs- und Erkrankungsbildern eine systemstützende Säule der Akutversorgung und der Rehabilitation sind. Persönlich wichtig ist mir, die Inklusion voranzutreiben, Kooperationen auszubauen und unter anderem durch Sport die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen zu fördern und zu stärken.

Neue stellvertretende Hauptgeschäftsführerin: Claudia Drechsel-Schlund

Die Volljuristin war zunächst am Lehrstuhl für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Gießen tätig. 1991 kam sie als stellvertretende Geschäftsführerin zur BGW-Bezirksverwaltung Würzburg und wurde 2000 deren Geschäftsführerin. Sie leitet seit vielen Jahren unter anderem die Arbeitsgruppen Trauma und Psyche sowie Haut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

  • Porträt: Claudia Drechsel-Schlund

    Claudia Drechsel-Schlund

    Ab 1. März 2022 stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der BGW

Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, sind wirksame Angebote für unsere Versicherten und Mitgliedsbetriebe. Es gilt, einerseits die Qualität zu sichern, andererseits aber auch deutlich zu machen, dass es sich lohnt, die Unterstützung durch die BGW anzunehmen. Ein gutes Beispiel ist die telefonisch-psychologische Beratung, die wir seit einiger Zeit Menschen nach Extremerlebnissen anbieten. Im Bereich Rehabilitation beschäftige ich mich schon seit Längerem mit Traumatisierungen nach Arbeitsunfällen. Die rasche Hilfe für Betroffene ist wichtig, um frühzeitig Chronifzierungen vorzubeugen. Es freut mich, dass die Wirksamkeit der telefonisch-psychologischen Beratung nachgewiesen werden konnte, sodass wir diese als Baustein der BGW-Leistungen aufgenommen haben.

Im Bereich der Prävention ist der Umgang mit psychischen Belastungen ein zentrales Zukunftsthema. Wer beispielsweise das Risikoobservatorium der gesetzlichen Unfallversicherung betrachtet – eine Analyse von Trends, die sich auf die Sicherheit und Gesundheit in der Arbeitswelt auswirken –, stellt schnell fest, dass viele der dort aufgeführten Entwicklungen mit psychischen Belastungen einhergehen. In den bei der BGW versicherten Unternehmen zählen dazuunter anderem: Arbeitsverdichtung und zunehmende Verantwortung in vielen Tätigkeitsfeldern, Fachkräftemangel, körperliche oder seelische Gewalt, emotionale und interkulturelle Anforderungen, Flexibilisierung von Arbeit und einiges mehr. Hier sehe ich eine der größten Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Von: Anja Hanssen