Welche Schutzmaßnahmen gilt es für Hebammen bei der Geburt zu beachten?

Für die stationäre Geburtshilfe greifen bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen und vor allem bei bestätigten Fällen die Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 des Robert-Koch-Instituts.

Daneben sind Maßnahmen gemäß der TRBA 250 und insbesondere der TRBA 255 zu ergreifen. Auf Grundlage epidemiologischer Daten wurde SARS-CoV-2 in die Risikogruppe 3 nach Biostoffverordnung eingestuft.

Zusätzlich sollten die empfohlenen Präventionsmaßnahmen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) berücksichtigt werden. Wir weisen darauf hin, dass der vom BMAS geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern gilt.

Nicht alle der hier genannten Maßnahmen machen im häuslichen Umfeld Sinn. So ist der Einsatz von Flächendesinfektionsmitteln sowie der Umgang mit Abfällen, Geschirr oder Wäsche grundsätzlich nicht auf die häusliche Situation übertragbar.

Im häuslichen Umfeld unverzichtbar sind die Maßnahmen der Basishygiene, wie die Händehygiene oder das Tragen persönlicher Schutzausrüstung (um eine Barriere zum Erreger zu schaffen). Diese Schutzmaßnahmen, die bei einer Hausgeburt zu berücksichtigen sind, unterscheiden sich nicht von den Maßnahmen in der stationären Geburtshilfe.

Zur persönlichen Schutzausrüstung bei der Niederkunft einer Schwangeren, die als Verdachtsfall oder bestätigter Fall gilt, gehören:

  • medizinische Einweghandschuhe

  • Langärmeliger Schutzkittel (alternativ kurzärmeliger Schutzkittel und Armstulpen)

  • Flüssigkeitsdichte Schürze

  • dicht anliegende Atemschutzmaske (mindestens FFP2-Masken oder eine vergleichbare Atemschutzmake). Zum Schutz der Frau darf die Atemschutzmaske kein Ausatemventil enthalten.

  • Schutzbrille oder Gesichtsschild

Den Schwangeren kann es unter der Geburt nicht zugemutet werden, eine Bedeckung von Mund und Nase zu tragen.

Als zusätzliche Maßnahme sollten Hilfsmittel wie Hörrohr, Dopton oder Materialien für die CTG-Ableitung nach Benutzung hygienisch aufbereitet werden.

Auch wenn kein Verdacht einer Corona-Infektion besteht, müssen Hebammen bei enger körperlicher Nähe eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Atemschutzmake ohne Ausatemventil tragen, um in erster Linie die Schwangere bzw. Mutter zu schützen. Bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten sind Einmalhandschuhe zu tragen.

Das Tragen der übrigen Schutzausrüstung (siehe Auflistung oben) ist auch aufgrund der Exposition gegenüber blutigem Fruchtwasser und der damit verbundenen Infektionsgefahr durch andere Erreger nötig.

Aktualisiert: 30.04.2021