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Gibt es Empfehlungen zur Tragezeitbegrenzung sowie zum Wechsel bei der Nutzung von Mund-Nasen-Bedeckungen?

Bei der Tragedauer bzw. beim Wechsel der Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) sind neben den gesundheitlichen Voraussetzungen des Trägers oder der Trägerin und dem Maskenmaterial auch hygienische Aspekte zu berücksichtigen. Der Koordinierungskreis für biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV hat zur Orientierung für Tragezeitbegrenzung folgende Empfehlung gegeben, die durch Empfehlungen zur Hygiene vom Robert-Koch-Institut (RKI) ergänzt werden müssen:

"Die derzeit vorliegenden Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass Mund-Nasen-Bedeckungen aus Baumwolle, Leinen oder Seide sowie medizinische Gesichtsmasken ähnliche Atemwiderstände (Druckdifferenz) wie partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil aufweisen.

Es werden daher für Mund-Nase-Bedeckungen ("Community-Masken") und medizinische Gesichtsmasken, wenn sie im Rahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel getragen werden, Tragezeitbegrenzungen und Erholungspausen wie für filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil nach DGUV Regel 112-190 Benutzung von Atemschutzgeräten empfohlen.

Die DGUV Regel 112-190 empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil eine Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten. Möglich sind dann drei Einsätze pro Arbeitsschicht."

Die DGUV Regel 112-190 empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken ohne Ausatemventil eine Tragedauer von 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten. Möglich sind dann fünf Einsätze pro Arbeitsschicht.

"Während der Erholungsdauer geht es darum, nicht die Maske zu tragen, es ist keine Arbeitspause gemeint. Tätigkeiten, die ohne Maske durchgeführt werden können, sind weiterhin in der Erholungsdauer möglich.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollte gemäß DGUV Regel 112-190 berücksichtigt werden, ob aufgrund der Arbeitsschwere (Atemminutenvolumen), durch Umgebungseinflüsse (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) sowie aufgrund der Bekleidungseigenschaften (z.B. schwere Schutzkleidung) oder auch auf Grund individueller Dispositionen der Beschäftigten eine geänderte Tragedauer angezeigt ist. Hier sind dann im Einzelfall die speziellen Regelungen in den Handlungshilfen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zu berücksichtigen. So ist bei leichter Arbeit eine Verlängerung der Tragedauer auf 3 Stunden möglich.

In der betrieblichen Praxis ist es außerdem oft möglich, situationsbedingt öfter für kurze Zeit die MNB abzunehmen, ohne dabei sich und andere zu gefährden. In diesen Fällen sollte in der Regel bereits eine ausreichende Erholung möglich sein.

Die Mund-Nase-Bedeckung ist bei Durchfeuchtung zu wechseln, spätestens arbeitstäglich."

Quelle: KOBAS, DGUV 07.10.2020

Diese Empfehlung dient als Anhaltspunkt und muss betriebsspezifisch an die dortigen Verhältnisse, Möglichkeiten und konkreten Belastungen sowie Notwendigkeiten des Wechsels aus hygienischen Aspekten angepasst werden. Hierzu sollte insbesondere der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin beraten.

Bei körpernahen Kontakten (zum Beispiel beim Friseur, bei Therapiestunden, bei kosmetischen Behandlungen) ist die MNB vor der Bedienung eines neuen Kunden/Patienten zu wechseln.

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Illustration verschiedener Masken


(Foto: BGW/GDA)

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Aktualisiert: 23.11.2020

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