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Kann ich vom Arbeitgeber oder von der Arbeitgeberin dazu verpflichtet werden, einen Mund-Nasen-Schutz bzw. eine FFP2-Maske zu tragen, obwohl das Tragen aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist?

Nein.

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz zu entscheiden, welche Schutzmaßnahmen im Betrieb zu treffen sind. Diese Beurteilung umfasst alle Aspekte des jeweiligen Arbeitsplatzes und der verschiedenen Tätigkeiten ebenso wie mögliche individuelle Einschränkungen auf Seiten der einzelnen Beschäftigten.

Konkret heißt das, dass der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegt, welche Tätigkeiten nicht ohne medizinischen Mund-Nasen-Schutz bzw. FFP2-Maske ausgeführt werden dürfen, um Mitarbeitende ausreichend zu schützen. Kann eine Tätigkeit nicht ohne entsprechenden Schutz durchgeführt werden, umfasst dieses - ohne Ausnahme - alle Personen, die diese Tätigkeit ausführen.

Wenn eine Beschäftigte/ein Beschäftigter den Mund-Nasen-Schutz bzw. die FFP2-Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen kann und daher von der Tragepflicht befreit wurde, hat der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin den Arbeitsschutz auf andere Weise ebenso wirksam sicherzustellen. Diese Alternativen sind so zu gestalten, dass sowohl die Person, die von der Tragepflicht befreit ist, als auch weitere Personen (z.B. Mitarbeitende, Kunden und Kundinnen, Patientinnen und Patienten) gleichermaßen wirksam geschützt sind. In diesem Fall sollte gemeinsam mit der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt besprochen werden, an welchen Arbeitsplätzen und für welche Tätigkeiten im Betrieb der oder die Beschäftigte eingesetzt werden kann. Dieses könnte beispielsweise im Home-Office sein oder in Arbeitsbereichen, in denen ohne medizinischen Mund-Nasen-Schutz bzw. FFP2-Maske gearbeitet werden darf (z.B. ein abgetrennter Arbeitsraum, eine andere Arbeitszeit).

Aktualisiert: 24.02.2021

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