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Ich bin Leiterin einer Apotheke und möchte, dass alle Beschäftigten gegen Hepatitis B (und auch die PTA-Praktikantin) geimpft sind, da wir täglich mit Blut in Kontakt kommen. Die BGW übernimmt die Kosten nach meinem Kenntnisstand. Wie verfahre ich in dieser Sache?

Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin ist gesetzlich verpflichtet, die Beschäftigten über das Risiko der beruflichen Infektion zu informieren und ihnen die Impfungen kostenlos anzubieten, soweit das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist und der Beschäftigte nicht bereits über einen ausreichenden Impfschutz verfügt (§2 DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" in Verbindung mit der Technische Regel Biologische Arbeitsstoffe TRBA /BGR 250). Die BGW übernimmt die Kosten der Immunisierung aus diesem Grunde nicht.

Die Kosten der Impfung (und der damit verbundenen Blutuntersuchungen) sind allerdings nur dann vom Arbeitgeber/Arbeitgeberin zu übernehmen, wenn eine Gefährdung durch Blut besteht. Wenn Tätigkeiten ausgeführt werden, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt mit infektiösem oder potenziell infektiösem Material, Körperflüssigkeiten, Körperausscheidungen oder Körpergewebe, kommen kann. Der Umfang der Infektionsgefährdung ist im Zusammenhang mit dem untersuchenden ärztlichen Personal (z.B. Betriebsarzt/Betriebsärztin) zu beurteilen. Die im Einzelfall gebotenen Immunisierungsmaßnahmen sind festzulegen. So kann zum Beispiel durch soziale Kontakte die Hepatitis B nicht übertragen werden.
Man ist allgemein davon abgekommen, die Antikörper-Titer (HBs-Ak) in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Ausgehend von wissenschaftlichen Erkenntnissen nimmt man heute an, dass bei gesunden Personen nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung (mit HBs-Ak-Titer > 100IU/l) eine lebenslange Immunität besteht, wenn keine anderen Gründe für eine Schwächung der Immunabwehr (AIDS, Krebs etc.) eintreten.
Etwas anders ist das Vorgehen bei Beschäftigten, die als Kinder oder Jugendliche eine Grundimmunisierung gegen Hepatits B erhalten haben: Ihnen wird sofort eine Auffrischimpfung mit einer einmaligen Dosis und anschließenden Titerkontrolle (HBs-Ak) nach vier bis acht Wochen empfohlen.

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