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5. BGW Sifa-Fachtagung 2019

17. / 18. Mai 2019 - Tagungszentrum DGUV Congress

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am 17. und 18. Mai 2019 an der 5. BGW Sifa-Fachtagung 2019 in Dresden teil. Gemäß dem Veranstaltungsmotto "von Sifas für Sifas" informierten sie sich in praxisnahen Vorträgen, vier übergeordneten Fachforen (Gefährdungsbeurteilung, Gefahrstoffe, Gewalt und Aggression, systemische Arbeitsschutzberatung) und vertiefenden Workshops über aktuelle Aufgabenstellungen.

Jutta Lamers (Leiterin Präventionsdienste der BGW) ging in ihrer Begrüßung auf die Zukunft der sicherheitstechnischen Betreuung, die neue Sifa-Ausbildung und die Reform des Berufskrankheitenrechts ein. "Nachhaltige Prozesse und Strukturen im Arbeitsschutz setzen eine kompetente Beratung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit voraus", so ihre Bewertung. Dazu wird zukünftig auch das gemeinsame Präventionszentrum von BGW und VBG in Hamburg beitragen. In zahlreichen Praxiswelten (wie Muskel-Skelettbelastungen, Hautschutz, Infektionsschutz, Ergonomie, Psychische Belastungen, Digitalisierung / Arbeiten 4.0.) soll Präventionskultur in Unternehmen konkret erlebbar werden.

Abschließend berichtete Frau Lamers von der "Konzertierten Aktion Pflege", die im Juli 2018 mit dem Ziel startete, die Arbeit in der Pflege attraktiver zu gestalten, Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Ausbildung zu stärken. Die BGW ist in drei Handlungsfelder eingebunden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Pflegekräftemangels.

Was ist Arbeit 4.0 und welche Rolle spielt die Sifa dabei?

"Ist die Sifa für die Arbeitswelt von morgen gerüstet?" lautete der programmatische Titel der Podiumsdiskussion, die sich an zwei Vorträge ("Die Rolle der Sifa bei der sicheren und gesunden Gestaltung der Pflege 4.0" und "Das Kompetenzprofil der Sifa in Zeiten von Arbeit 4.0") anschloss. Moderatorin Ulrike Craes (BGW Akademie Dresden) wollte von den beteiligten Fachleuten wissen, wie sich die ermittelten Veränderungen auf Beschäftigte auswirken und was Sifas dabei beachten sollten.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops stehen gestikulierend in einer Reihe

Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Workshop
(Foto: Stephan Floss/BGW)

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Dr. Klaus Große (VDSI) leitete seine Antworten aus dem Memorandum "Arbeit und Technik 4.0 in der professionellen Pflege" ab. Demnach stehen Entscheidungsträger in der Verantwortung gemeinsam mit den Pflegekräften die vorhandene pflegeunterstützende Technik zu sichten und zur Förderung von Arbeitszufriedenheit und Gesundheit einführen. Wesentlich wird es sein, neue Technologien auf pflegerische Arbeits- und Organisationsprozesse auszurichten. Zudem sind geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um Belastungen und Risiken zu reduzieren, denen Pflegekräfte in digitalisierten Arbeitsprozessen ausgesetzt sind. Kurzum: Die Bewährung in der Praxis ist das Erfolgskriterium für neue Technologien in der Pflege.

Erörtert wurde auch die Frage, wie sich Sifas, bei denen die Ausbildung zum Teil schon einige Jahre zurückliegt, Kompetenzen nachträglich aneignen können. Zunächst, so die Empfehlung von Werner Hamacher (systemkonzept GmbH), sollten sie sich mit dem Kompetenzprofil der weiterentwickelten Sifa-Ausbildung intensiv befassen. "Im zweiten Schritt bietet es sich an, in einem Selbstcheck die einzelnen Kompetenzen detailliert durchzugehen, und für sich zu bestimmen, wo Weiterbildungsbedarf besteht." Abschließend erfolgt die gezielte Suche nach Fortbildungsangeboten, die z.B. die Beratungs- und Selbstreflexionsfähigkeiten sowie die Kommunikations- und Kooperationskompetenzen stärken.

Frau+Jutta+Lamers+redet+am+Pult+auf+der+B%C3%BChne (Bild anzeigen) Eröffnung: Jutta Lamers (Gesamtbereichsleiterin Präventionsdienste der BGW)(Foto: Stephan Floss/BGW)

Plenum+der+Sifa-Fachtagung (Bild anzeigen) Podiumsdiskussion: "Ist die Sifa für die Arbeitswelt von morgen gerüstet?"(Foto: Stephan Floss/BGW)

Ein+Mann+und+eine+Frau+unterhalten+sich (Bild anzeigen) "Von Sifas für Sifas": Auffrischung von Kontakten und Austausch persönlicher Erfahrungen(Foto: Stephan Floss/BGW)

Tagungsteilnehmerinnen+und+-teilnehmer+h%C3%B6ren+einem+Vortrag+zu (Bild anzeigen) Vorträge: Vielfältiges Themenangebot in vier übergeordneten Foren(Foto: Stephan Floss/BGW)

Eine+Teilnehmerin+spricht+in+ein+Mikrofon (Bild anzeigen) Aktive Beteiligung: Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Tagungszentrum DGUV Congress(Foto: Stephan Floss/BGW)

Tagungsteilnehmerinnen+und+-teilnehmer+testen+ihre+F%C3%A4higkeiten+im+Rollstuhl (Bild anzeigen) Workshops: Praxisnahe Vermittlung von Instrumenten, Strategien und aktuellen Arbeitshilfen(Foto: Stephan Floss/BGW)

Tagungsteilnehmerinnen+und+-teilnehmer+stehen+vor+dem+Gef%C3%A4hrdungsparcours (Bild anzeigen) Fachausstellung: Besuch des BGW Gefährdungsparcours und weiterer Stände(Foto: Stephan Floss/BGW)

Jörg Stojke (Leiter BGW Akademie Dresden) fasste die gegenwärtigen Zulassungskriterien für die Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit zusammen: "Wichtig ist immer noch die Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung. Neben anderen Professionen wie den Naturwissenschaften können auch Personen mit gleichwertigen Qualifikationen analog zur Meisterin oder Meister teilnehmen. Zur Überprüfung hat die DGUV ein Instrument entwickelt, womit die Qualifikation und somit die Eignung zur Ausbildung exakt bestimmt werden kann. Dies schafft Transparenz und hilft den Unternehmen geeignete Bewerberinnen und Bewerber zur Ausbildung zu entsenden."

Christian Reinke und Kristina Schmidt referierten am zweiten Tag über aktuelle Entwicklungen der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung bei der BGW. Im Fokus stand dabei die laufende Erprobung regionaler Kompetenzzentren für BGW-Kleinstbetriebe in Kooperation mit der BGN. Näher vorgestellt wurde das "DGUV-Pilotprojekt Zentrumsmodell" in der Region Ostwestfalen-Lippe. Zu dessen Merkmalen gehören der Aufbau eines flächendeckenden Netzes an qualifizierten Dienstleistern, eine transparente zentrale Ressourcenverwaltung, die Installation eines Qualitätssicherungsverfahrens und einheitliche Abrechnungsmodalitäten.

17.06.2019

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