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BGW im Blick: Sitzung der Vertreterversammlung

BGW magazin, Ausgabe 1/2020

Menschen aus den bei der BGW versicherten Branchen treten für diejenigen ein, die dort tätig sind. Das ist das Prinzip der Selbstverwaltung, die Arbeitgeber- und Versichertenseite gleichermaßen repräsentiert. Zweimal jährlich tagt das "Parlament": die Vertreterversammlung. Dabei setzen sich die Mitglieder unter anderem mit dem aktuellen Versicherungsgeschehen auseinander und stellen die Weichen für zukünftige Schwerpunkte.

Ein wesentlicher Tagesordnungspunkt der Sitzung im Dezember 2019 war die Beschlussfassung zu Haushalt und Jahresrechnung. Unter der Leitung der amtierenden Vorsitzenden der Vertreterversammlung, Birgit Adamek, berichteten der Vorstand der BGW, die Hauptgeschäftsführung, die Präventionsleitung sowie die Ausschüsse der Selbstverwaltung über aktuelle Entwicklungen.

Das vorläufige Ergebnis für 2019 zeigt einen Anstieg der Zahl der Mitgliedsunternehmen um etwa 1,5 Prozent auf rund 655.000. Auch die Zahl der meldepflichtigen Versicherungsfälle erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um voraussichtlich rund 3,1 Prozent. Zugleich stiegen die Entschädigungsleistungen, was insbesondere auf die Kostenentwicklung bei stationären und ambulanten Leistungen sowie die allgemeine Entgeltentwicklung zurückzuführen ist, die sich bei Verletztengeld und Verletztenrenten bemerkbar macht.

Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg

Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg
(Foto: BGW/Thorsten Futh)

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Berichtet wurde auch über die bevorstehenden Änderungen im Berufskrankheitenrecht. Dort soll ab Januar 2021 unter anderem der Unterlassungszwang wegfallen: Bestimmte Arten von Berufskrankheiten konnten bisher nur anerkannt werden, wenn die gefährdende Tätigkeit aufgegeben wurde.

Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg erläuterte, dass dies häufig BGW-Versicherte mit Haut-, Wirbelsäulen- oder Atemwegserkrankungen beträfe. Für die meisten könne zwar dank der speziellen Präventionsprogramme der BGW ein dauerhafter Verbleib auf dem bisherigen Arbeitsplatz erreicht werden.

Doch nicht bei allen Versicherten ließe sich auf diesem Weg wieder ein guter Gesundheitszustand herstellen. Durch den Wegfall des Unterlassungszwangs als Anerkennungsvoraussetzung werde sichergestellt, dass alle Versicherten mit permanenten gesundheitlichen Beeinträchtigungen angemessen entschädigt werden.

Große Nachfrage nach Beratung und Qualifizierung

In weiteren Beiträgen – unter anderem vom stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Jörg Schudmann – kamen auch Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und IT, Rehabilitationsstrategie sowie Schwerpunkte der Prävention zur Sprache. So setzte die BGW ihr Engagement im Rahmen der "Konzertierten Aktion Pflege" der Bundesregierung fort und war auch an anderen Stellen sehr aktiv. Sie bereitete beispielsweise eine Initiative gegen Nadelstichverletzungen mit vor: Im März 2019 wurde daraufhin der Anspruch auf sichere Instrumente auch im Sozialgesetzbuch V (Gesetzliche Krankenversicherung) verankert.

Die Leiterin der BGW-Präventionsdienste, Jutta Lamers, informierte über die starke Nachfrage von Mitgliedsbetrieben nach Qualifizierungs- und Beratungsangeboten. Die BGW setze dabei verstärkt auch auf Kooperationen mit Verbänden, um über diese insbesondere Klein- und Kleinstbetriebe zielgerichteter anzusprechen.

Eine zentrale Rolle im Angebot der BGW soll zukünftig das geplante gemeinsame Präventionszentrum der BGW und der Verwaltungsberufsgenossenschaft in Hamburg spielen. Der amtierende Vorstandsvorsitzende Axel Schmidt konnte berichten, dass derzeit bereits Erdarbeiten durchgeführt werden. Nach Fertigstellung sind im Präventionszentrum Seminare, Veranstaltungen, interaktive Ausstellungen und vieles mehr geplant.

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Autor(en): Pia Pourmoussavi

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