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"Das haben wir doch schon!" Orga-Check plus - ein Praxisbericht

BGW magazin, Ausgabe 4/2019

Einen einzelnen Aha-Moment gab es nicht. Doch Angelika Rudolf von der Julius Tönebön Stiftung in Hameln stellte bei der Bearbeitung des BGW Orga-Check plus erfreut fest, wie viel im Unternehmen bereits für die Gesundheit der Mitarbeitenden getan wird. Nur der Überblick hatte bislang gefehlt. "Der Weg ist das Ziel", sagt Rudolf und empfiehlt anderen Betrieben, das Instrument gezielt zur eigenen Weiterentwicklung einzusetzen.

Angelika Rudolf ist Heimleitung im Alten- und Pflegeheim der ­Julius Tönebön Stiftung. Dort betreuen rund 200 Mitarbeitende die 139 Bewohnerinnen und Bewohner. Für das Haus wurde der Orga-Check plus durchgeführt – in enger Anbindung an die übrigen teilstationären, stationären und ambulanten Einrichtungen der Stiftung.

"Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Thema Arbeitsschutz. Ende 2017 haben wir den Kontakt zur BGW gesucht, weil wir ein Gewaltpräventionsprojekt gestartet haben. Wir wollten die Arbeitsbedingungen verbessern und die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen. Dann haben wir 2018 über den Paritätischen Wohlfahrtsverband erfahren, dass das neue Instrument Orga-Check plus der BGW schon vor der offiziellen Einführung genutzt werden konnte.

Ich habe das Angebot in unserem Arbeitsschutzausschuss (ASA) vorgestellt. Dort sind unter anderem der Betriebsarzt, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Stiftungsvorstand, Leitungskräfte unserer Einrichtungen, Haustechniker, Gastronomieleiter und Sicherheitsbeauftragte vertreten. Es gab direkt grünes Licht vom Vorstand, der voll hinter dem Vorhaben stand.

Beim Durchsehen der Anforderungen dachte ich erstmal: "Oh, das können wir nicht, das haben wir nicht." Wir haben die Aufgaben im ASA-Team verteilt und nach und nach die Unterlagen zusammengestellt. Von heute auf morgen ging das nicht. Man bearbeitet einen Punkt, hinterfragt das wieder, steigt tiefer ein – und hier habe ich gemerkt, wie viele Anforderungen wir längst erfüllen. Es gab bereits eine gute Systematik, nur mussten wir zunächst einmal alles zusammentragen.

Zu den meisten Punkten bestand bei uns kein Handlungsbedarf, das hat uns sehr gefreut. Aber bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung konnten wir uns noch verbessern, das wurde bei der Bearbeitung des Orga-Check plus deutlich. Geholfen hat, dass wir sowieso das Thema Gewaltprävention bearbeitet haben. Ich habe mich zur Deeskalationstrainerin ausbilden lassen und schule unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Gelegenheiten sowie intensive Fallbesprechungen nutzen wir nun auch, um unsere Gefährdungsbeurteilungen nachhaltiger zu bearbeiten beziehungsweise zu ergänzen. Wir analysieren und evaluieren mit einer Konsequenz, die es vorher nicht gab. So konnten wir in kurzer Zeit tolle Erfolge erzielen.

Orga-Check plus - ein Praxisbericht

Per Online-Tool den eigenen Stand in Sachen Arbeitsschutz prüfen
(Foto: stock.adobe.com/vladwel)

Ich sehe den Orga-Check plus als einen Gewinn für das ganze Unternehmen. Es geht nicht mehr nur darum, zum Beispiel eine Gefährdungsbeurteilung abzuarbeiten, weil man das eben muss. Sondern das grundsätzliche Vorgehen, das Ziel und die Vorteile werden verinnerlicht.

Anderen Betrieben kann ich nur zum Orga-Check plus raten. Dabei ist der Weg das Ziel. Ausschlaggebend ist nicht, dass man eine Auszeichnung und finanzielle Förderung erhalten kann, sondern dass man sich selbst hinterfragt: Wo stehen wir? Wie ist unser Qualitätsanspruch? Wo können wir besser werden? Letztlich handelt es sich um eine interne Prüfung. Man muss aber ehrlich sein und sich Zeit nehmen.

Betrieben, die am Orga-Check plus interessiert sind, empfehle ich, unbedingt die Beschäftigten einzubeziehen. Wir haben zum Beispiel immer wieder in den Teamsitzungen informiert und alle beteiligt. Und es ist gut zu wissen, dass man jederzeit Unterstützung von der BGW bekommen kann. Ich hatte an einer Stelle erst nicht ganz verstanden, welche Dokumente gefordert waren. Ich habe nachgefragt und schnell erfahren, dass wir alles eigentlich schon im Haus vorliegen hatten. Im Instrument gibt es aber auch Informationen zu jeder Anforderung.

Ende Dezember 2018 konnten wir uns dann über die Auszeichnung "Sicher und gesund organisiert" freuen, die uns nach Abschluss des Orga-Check plus von der BGW verliehen wurde. Die 25 Prozent Rabatt auf kostenpflichtige BGW-Leistungen setzen wir für die Organisationsberatung ein. Wir arbeiten mit einer BGW-Beraterin an Arbeitssituationsanalysen. Auch das dient dazu, uns weiter zu verbessern.

Der Arbeitsschutz hat durch das ganze Projekt in unserem Haus nochmal einen anderen Stellenwert erhalten. Die Gesundheit ist schließlich das höchste Gut – und unsere Mitarbeitenden sollten es uns wert sein, bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen."

Mit Verbände-Kooperationen maßgeschneiderte BGW-Angebote nutzen

Die BGW baut die Zusammenarbeit mit Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege immer weiter aus. Das Ziel ist es, mit einer übergreifenden Planung passende Aktivitäten festzulegen, um so gemeinsam eine große Anzahl von Verbandsmitgliedern zu erreichen, vor allem auch kleine Betriebe. Wie genau eine Kooperation ausgestaltet wird – strategische Ziele, geplante Maßnahmen, Förderleistungen der BGW –, legen der jeweilige Verband und die BGW in einem Kooperationsvertrag fest. Dabei geht es um praxisnahe Lösungsvorschläge, den Arbeitsschutz systematisch und effektiv zu organisieren. Eine gute Basis schafft unter anderem das Online-Instrument BGW Orga-Check mit dem Bonusprogramm Orga-Check plus. Letzteres konnten Verbandsmitglieder sogar vorab testen – mittlerweile ist es für alle Betriebe verfügbar.

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Autor(en): Interview: Anja Hanssen

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