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Übergriffe erfassen und analysieren

BGW magazin, Ausgabe 3/2019

Aggressives Verhalten gegen Beschäftigte sollte im Unternehmen systematisch erfasst werden. Zum einen zeigt die Analyse dieser Daten, wo Risiken bestehen und was künftig dagegen getan werden könnte. Zum anderen lassen sich mögliche Spätfolgen bei den Betroffenen besser nachverfolgen. Ein Muster-Erfassungsbogen der BGW hilft dabei.

Fakt ist: Alle Übergriffe, bei denen Beschäftigte länger als drei Tage arbeitsunfähig sind, müssen als Arbeitsunfall erfasst und der BGW gemeldet werden.

Die BGW rät darüber hinaus, gerade bei Extremvorfällen schon vorher Kontakt aufzunehmen - denn dann können unbürokratisch Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, um einer möglichen Traumatisierung vorzubeugen.

Insbesondere ist eine kostenlose telefonisch-psychologische Beratung der Betroffenen möglich oder es können zeitnah probatorische psychotherapeutische Sitzungen vermittelt werden.

Spätestens wenn psychische Auffälligkeiten bei Betroffenen bemerkbar werden, sollte sich der Betrieb an die BGW wenden. Sofern noch keine mehr als dreitägige Arbeitsunfähigkeit vorliegt, ist dabei die Zustimmung der Beschäftigten nötig.

Unabhängig von der Meldung an die BGW geht es im Betrieb allerdings auch um die Prävention - also darum, aus solchen Vorfällen zu lernen und ähnliches in Zukunft zu vermeiden. Eine Strategie zum Schutz der Beschäftigten lässt sich nur entwickeln, wenn die genauen Umstände bekannt sind.

Deshalb empfiehlt die BGW, alle Vorkommnisse nachzuverfolgen. Zur Erfassung kann ein Fragebogen genutzt werden, den die BGW zum Download anbietet.

Die Vorteile einer systematischen Erfassung:

  • Gewaltvorfälle werden sichtbar; die Diskussion darüber wird versachlicht.
  • Es wird deutlich, dass es sich um einen Arbeitsunfall handeln kann. Die Auswertung liefert Anhaltspunkte für die Gefährdungsbeurteilung und für geeignete Präventionsmaßnahmen.
  • Führungskräfte oder andere betriebliche Ansprechpersonen können gezielter für den Umgang mit Betroffenen sensibilisiert werden: Wie kommen sie mit dem Erlebten klar? Benätigen sie weitere Unterstützung?

Der Fragebogen ist Teil der Handlungshilfe "Prävention von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte", die sich an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber richtet. Der Leitfaden wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) entwickelt und steht nun auch als BGW-Ausgabe mit zusätzlichen Informationen zu den BGW-Angeboten für Betriebe und betroffene Beschäftigte zur Verfügung.

Autor(en): Anja Hanssen

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