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Nur keine Berührungsängste! Wie die BGW bei Rückenbeschwerden hilft

BGW magazin, Ausgabe 3/2019

Mehr Lebensqualität, meist keine Schmerzen mehr: Was ein BGW-Experte Versicherten mit berufsbedingten Rückenerkrankungen in Aussicht stellt, fußt auf langjähriger Erfahrung mit den BGW-Unterstützungsangeboten. Sein Rat: Je früher sich Betroffene melden, desto besser kann ihnen geholfen werden.

Zur Person

Andreas Winkler leitet den Bereich "Kundenservice" der Bezirksverwaltung Dresden. Dazu gehört unter anderem das dortige Schulungs- und Beratungszentrum (schu.ber.z), in dem regelmäßig Rückensprechstunden angeboten werden.

Wer sich an uns wendet, hat meist schon viel zu lange gesundheitliche Beschwerden. Ein typischer Fall ist die Pflegekraft Mitte oder Ende 40, die seit mehr als fünf Jahren unter Rückenschmerzen leidet. Manche wissen kaum mehr weiter, weil Arbeit und Privatleben stark beeinträchtigt sind. Besteht der Verdacht auf eine berufsbedingte Erkrankung der Lendenwirbelsäule durch langjähriges schweres Heben oder Tragen, laden wir die Betroffenen in unsere Rückensprechstunde ein.

Anders als viele es von sonstigen fachärztlichen Terminen kennen, nehmen wir uns innerhalb weniger Wochen bis zu zwei Stunden Zeit für die Versicherten. Im ersten Teil erfolgt eine umfassende orthopädische Untersuchung, bei der auch der berufliche Hintergrund beleuchtet wird.

Gleich im Anschluss spricht ein BK-Berater oder eine BK-Beraterin ausführlich mit den Betroffenen über das Ergebnis und das weitere Vorgehen. "BK" bedeutet "Berufskrankheit" - und das Ziel ist, alles dafür zu tun, dass es gar nicht erst zu einer Berufsaufgabe aufgrund einer Berufskrankheit kommt. Die Versicherten haben meist tausend Fragen und sind glücklich, dass jemand auf sie eingeht und ihnen eine Perspektive aufzeigt. Es freut mich immer wieder aufs Neue, diese Rückmeldungen zu erhalten.

Ziel der Rückensprechstunde ist - neben der Diagnoseklärung und Prüfung von Anhaltspunkten für die berufliche Verursachung der Rückenbeschwerden - vor allem die Motivation zur Teilnahme am BGW-Rückenkolleg. Das ist eine dreiwöchige stationäre Maßnahme mit einem umfassenden Programm. Sie findet an einem von drei Standorten in Deutschland statt und kann meist innerhalb von drei Monaten angetreten werden.

Man lernt dort vor allem, wie sich das Fortschreiten der Erkrankung stoppen lässt. Denn eins ist leider klar: Eine Degeneration der Bandscheiben ist nicht rückgängig zu machen. Aber der Degenerationsprozess kann unterbrochen werden und die Betroffenen sind in der Regel beschwerdefrei. Damit das im Arbeitsalltag so bleibt, müssen sie allerdings dauerhaft rückengerecht arbeiten und zum Beispiel konsequent kleine und größere Hilfsmittel beim Transfer der Pflegebedürftigen nutzen.

Nur keine Berührungsängste! Wie die BGW bei Rückenbeschwerden hilft.

Andreas Winkler, Leiter des Bereichs "Kundenservice" der BGW-Dresden.
(Foto: Privat)

Erst neulich hörte ich wieder: "Die Leute, die aus dem Rückenkolleg gekommen sind, machen jetzt alle Sport." Das ist natürlich prima. Nach der stationären Zeit darf nicht einfach der alte Trott wieder einkehren - schon gar nicht bei der Arbeit.

Deshalb folgt einige Zeit später eine sogenannte Arbeitsplatzbegleitung: Über zwei Schichten hinweg werden die Versicherten vor Ort begleitet. Wie läuft es bei typischen Tätigkeiten? Wo haben sich kleine Nachlässigkeiten eingeschlichen? Was muss vielleicht noch in den Abläufen oder in der Arbeitsumgebung angepasst werden? Am Ende steht ein Gespräch mit allen Beteiligten: der versicherten Person, dem BK-Berater oder der BK-Beraterin und jemandem vonseiten des Unternehmens.

Das Feedback bestätigt unsere Angebote. "Wenn ich das nur vorher gewusst hätte, dann hätte ich mich viel früher bei der BGW gemeldet!", hören wir oft. Die persönlichen Schicksale berühren mich sehr.

Erst vor Kurzem habe ich den Brief eines Altenpflegers erhalten, der sich bedankte: "Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Gelegenheit, etwas für meine Gesundheit zu tun. Und nun kann ich endlich wieder mit meinen Enkeln Fußball spielen!" Es geht schließlich immer auch um die Lebensqualität, das darf man nicht vergessen.

Darum kann ich nur raten: Machen Sie in Ihrem Unternehmen auf die BGW-Angebote aufmerksam, wann immer das Thema berufsbedingte Rückenbeschwerden auftaucht! Und haben Sie keine Scheu, melden Sie sich so frühzeitig wie möglich bei uns.

Hintergrund

Bei den vorgestellten Maßnahmen handelt es sich um Individualprävention. Kurz gesagt: Auch wenn schon gesundheitliche Probleme vorliegen, kann Prävention noch sehr viel bewirken. Maßnahmen der Individualprävention erfolgen vor Anerkennung einer Berufskrankheit. Mit einer Reihe von Unterstützungsangeboten tut die BGW alles Mögliche dafür, dass niemand den Beruf aufgeben muss. Das kommt auch bei den Betroffenen an: Im Vergleich mit anderen Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung zeigten sich BGW-Versicherte besonders zufrieden mit den Leistungen und der Betreuung, vor allem auch bei bandscheibenbedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten (BK 2108).

Autor(en): Anja Hanssen

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31.07.2019

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