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Persönlich unterweisen

BGW mitteilungen, Ausgabe 2/2019

Digitale Angebote haben auch bei Arbeitsschutzthemen Hochkonjunktur. Doch Sicherheit lässt sich nur schaffen, wenn die individuelle Arbeitssituation betrachtet wird. Deshalb müssen zum Beispiel Unterweisungen grundsätzlich im persönlichen Austausch erfolgen.

Regelmäßige Unterweisungen der Beschäftigten sind Pflicht. Sie vermitteln konkret, wie alle im Betrieb an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz sicher und gesund tätig sein können. Es geht dabei um gelebten Arbeitsschutz und Praxisnähe ("Was tun, wenn …").

Dazu ist es wichtig zu verstehen, warum welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind und was sie bewirken.

Das Arbeitsschutzgesetz fordert in Paragraf 12 ausdrücklich "eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten zugeschnittene Anweisungen und Erläuterungen". Rein digitale Angebote können dies kaum erfüllen.

So ist es weder möglich, Dinge vor Ort zu zeigen und gegebenenfalls auszuprobieren, noch lassen sich individuelle Fragen oder Probleme aus dem Arbeitsalltag angemessen klären. Die eigentliche Unterweisung ist deshalb stets eine persönliche Angelegenheit.

Anders sieht es jedoch bei der Vor- und Nachbereitung aus: Lernprogramme oder andere elektronische Medien können dazu beitragen, in bestimmte Themen einzuführen oder den eigenen Wissensstand zu überprüfen.

Auch der Vor-Ort-Termin profitiert von einem ausgewogenen Methodenmix, der digitale Elemente enthalten kann. Die Kerninformationen müssen allerdings von Angesicht zu Angesicht vermittelt werden. Und auch der Lernerfolg muss individuell von dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin kontrolliert werden.

Übrigens gelten für besondere Unterweisungsthemen gegebenenfalls noch weitere Vorgaben. Zum Beispiel fordern sowohl die Biostoff- als auch die Gefahrstoffverordnung ausdrücklich eine mündliche Unterweisung anhand von Betriebsanweisungen. Außerdem wird dort im Rahmen der Unterweisung eine allgemeine arbeitsmedizinische Beratung verlangt – gegebenenfalls ist also der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin hinzuzuziehen.

Autor(en): Dr. Nicole Stab

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02.05.2019

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