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Risiken im Griff

BGW mitteilungen, Ausgabe 1/2019

Auch in der Tiermedizin kann die Gefährdungsbeurteilung jetzt mit Online-Unterstützung durchgeführt werden. Schon für die siebte Branche liegt damit ein Instrument vor, das das Vorgehen im Betrieb erleichtert - und die nächste Branchenumsetzung steht bereits in den Startlöchern.

Risiken im Griff

Ist die Arbeit sicher, bleibt auch der Patient locker.
(Foto: Fotolia/Billion Photos.com)

Nach wie vor spielt der Mensch die zentrale Rolle, wenn es darum geht, Risiken in der Arbeitswelt zu erkennen und etwas dagegen zu tun. Doch die Technik kommt ihm mittlerweile zu Hilfe: So unterstützen geeignete Online-Angebote dabei, die Arbeitsbedingungen sicherer zu gestalten.

Was sie können: Anforderungen deutlich machen und Orientierung geben. Hier setzen die Online-Instrumente der BGW zur Gefährdungsbeurteilung an. Sie helfen Betrieben, die gesetzlich geforderte Risikoanalyse aller Arbeitsbereiche und Tätigkeiten im Unternehmen durchzuführen sowie entsprechende Maßnahmen zu beschreiben.

Dabei dienen sie als Leitfaden und Planungsgrundlage - individuell beurteilen, ergänzen und handeln müssen immer noch die Verantwortlichen selbst. Doch die Online-Gefährdungsbeurteilung macht vieles leichter.

Das ist neu: Online-Gefährdungsbeurteilung für die Tiermedizin

Das Instrument geht einerseits auf typische Gefährdungsschwerpunkte ein, die nicht nur in der Tiermedizin eine Rolle spielen: zum Beispiel Gefahrstoffe, Hygiene oder psychische Belastungen. Andererseits werden die Besonderheiten im tiermedizinischen Bereich widergespiegelt.

Hier fallen unter anderem häufige Biss- und Kratzverletzungen, Tritte und Stöße bei der Untersuchung und beim Umgang mit den Tieren auf. Weiterhin passieren auf den Fahrten zu den Patienten immer wieder Wegeunfälle. Auch die unterschiedlichen Gegebenheiten in Kleintier-, Pferde- oder Nutztierpraxen sowie Kliniken werden mit dem Online-Instrument abgedeckt.

Das gibt es schon: Online-Gefährdungsbeurteilungen für

Das kommt demnächst: Online-Gefährdungsbeurteilung für die Schädlingsbekämpfung

Gut zu wissen

Risiken im Griff

Das Online-Instrument ist vor allem eine Arbeitserleichterung.
(Foto: BGW)

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Was kann die Online-Gefährdungsbeurteilung nicht?

So gut die Besonderheiten der einzelnen Branchen abgedeckt werden: Wie es im Betrieb konkret aussieht, lässt sich in einem standardisierten Instrument nicht vorab beschreiben. Darum müssen die Arbeitsbereiche, Tätigkeiten und Gefährdungen anhand der Situation vor Ort ergänzt werden - das Instrument gibt dafür Unterstützung.

Auch die Maßnahmen müssen zum Betrieb passen und individuell beschrieben, dokumentiert und überprüft werden. Die Gefährdungsbeurteilung online ersetzt zudem nicht die gesetzlich geforderte Fachkenntnis der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin. Sie sind nach wie vor an der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung zu beteiligen. Gleiches gilt für die betriebliche Interessenvertretung.

Was ist noch zu beachten?

Das Online-Instrument ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Handlungshilfe. Damit eine Gefährdungsbeurteilung erstellt zu haben, enthebt den Unternehmer oder die Unternehmerin nicht der Verantwortung, kontinuierlich weiter am Thema zu arbeiten.

Dazu müssen im Betrieb konkrete Zuständigkeiten festgelegt werden. Auch bereits durchgeführte und erfolgreiche Maßnahmen sowie deren regelmäßige Wirksamkeitsüberprüfung sind zu dokumentieren. Bestimmte Gefährdungen erfordern außerdem eine umfangreichere Dokumentation, die im Vorschriften- und Regelwerk beschrieben wird (zum Beispiel in der Biostoffverordnung und der Gefahrstoffverordnung).

Stimme aus der Praxis:

Tierärztin Dr. Ruth Twehues leitet eine Groß- und Kleintierpraxis in Esens. Sie hat die neue Online-Gefährdungsbeurteilung getestet.

"Die Online-Gefährdungsbeurteilung ist eine enorme Arbeitserleichterung. Man hat ja einen ausgefüllten Zeitplan und weiß, dass man sich eigentlich um die Gefährdungsbeurteilung kümmern müsste. Doch wie stimmt die Form? Und wie berücksichtigt man alles Wichtige?

Das Instrument spart hier viel Zeit und sorgt gleich für den richtigen Blickwinkel. Mir hat es auch in mancher Hinsicht die Augen geöffnet. Ich habe Situationen wiedererkannt, die ich vorher nicht mit der Gefährdungsbeurteilung in Verbindung gebracht hätte.

Zum Beispiel beim Thema psychische Belastungen: In der Großtierpraxis wird da plötzlich deutlich, dass man mit den Beschäftigten auch darüber sprechen sollte, wie sie die Arbeitssituation bei Außenterminen erleben.

Man merkt, dass bei der Entwicklung des Instruments Praktikerinnen und Praktiker mitgewirkt haben. Mein Tipp: Nehmen Sie sich einen Nachmittag oder Abend Zeit, beschäftigen Sie sich damit und Sie werden erstaunt sein, wie weit Sie dann schon gekommen sind. Es lohnt sich auch, mit den Beschäftigten über die Themen zu sprechen, die dabei aufgetaucht sind."

10 Gründe, warum sich die Online-Gefährdungsbeurteilung für Unternehmen lohnt

  1. Das Online-Instrument ist in enger Zusammenarbeit mit Branchenfachleuten entstanden und entsprechend gut auf den betrieblichen Alltag zugeschnitten.
  2. Die Struktur ist vorgegeben - so wird nichts vergessen oder muss mühselig selbst aufgebaut werden. Kurze Fragen leiten durch die einzelnen Themen.
  3. Das Instrument führt bis zur gesetzlich geforderten Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung.
  4. Die Besonderheiten der jeweiligen Branche, wie typische Arbeitsbereiche, Tätigkeiten und Gefährdungen sind bereits berücksichtigt.
  5. Betriebsspezifische Anpassungen weiterer Arbeitsbereiche und Tätigkeiten sind einfach möglich.
  6. Weiterführende Informationen, Erläuterungen und Rechtsquellen sind direkt verlinkt. Dazu gibt es vielfältige Beispiele für Maßnahmen.
  7. Angefangene Gefährdungsbeurteilungen lassen sich jederzeit fortsetzen, fertig bearbeitete Dokumente als Vorlage nutzen.
  8. Datenschutz und Datensicherheit sind umfassend gewährleistet. Insbesondere erhält die BGW weder Kenntnis von Betriebs- noch von Personendaten.
  9. Der Zugang ist einfach. Installationen auf eigenen Geräten sind nicht nötig. Erforderlich ist allein eine Registrierung auf www.bgw-online.de. Registrierte Nutzerinnen und Nutzer können sich dann mit ihrem Passwort und ihrer E-Mail-Adresse einloggen und auch mehrere Online-Gefährdungsbeurteilungen anlegen. Die Dokumentation mit Zeit- und Maßnahmenplan kann als PDF gespeichert und an die jeweilige E-Mail-Adresse zugestellt werden.
  10. Das Instrument passt sich an alle internetfähigen Geräte an und kann sowohl auf mobilen Geräten - zum Beispiel bei einem Rundgang vor Ort - als auch auf dem Desktop-PC genutzt werden.

Hier geht's direkt zur Gefährdungsbeurteilung "Tiermedizin":

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