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Was passiert, wenn es passiert ist

BGW mitteilungen, Ausgabe 4/2018

Wie hilft die BGW ihren Versicherten, wenn es zu einem Unfall kam? Ein exemplarischer Fall zeigt, wie verschiedene Leistungen ineinandergreifen und wie das Reha-Management dazu beiträgt, die Genesung und Wiedereingliederung zu sichern.

Die Versicherte:

Johanna Kaufmann ist Anfang 40. Sie arbeitet seit zwanzig Jahren mit Leib und Seele in ihrem Traumjob als Krankenpflegerin. Bei einem ambulanten Pflegedienst betreut sie hilfsbedürftige Menschen in deren Zuhause.

07/2016 – der Unfall

Bei einem Patientenbesuch steigt Johanna Kaufmann aus dem Auto und rutscht auf dem schlammigen Boden aus. Dabei stürzt sie auf den rechten Arm und die Schulter – sie erleidet einen Oberarmkopfbruch und muss operiert werden. Ihr Arbeitgeber meldet den Arbeitsunfall bei der BGW.

08–10/2016

Rehabilitation - Behandlungssituation

Reha-Management heißt: Heilverfahren und berufliche Wiedereingliederung werden aus einer Hand koordiniert.
(Foto: Fotolia/Robert Przybysz)

Johanna Kaufmann ist wieder zu Hause. Sie geht regelmäßig zum Arzt und macht Krankengymnastik. Sie ist krankgeschrieben. Ihre Sachbearbeiterin bei der BGW hält Kontakt zu den Ärztinnen und Ärzten sowie zu Johanna Kaufmann.

11–12/2016

Johanna Kaufmann ist weiterhin krankgeschrieben. Von den Kolleginnen und Kollegen hört sie nicht mehr so oft wie zuvor. Mit ihrem Arbeitgeber hat sie nur sporadisch Kontakt. Sie ist unzufrieden, weil es mit der Heilung nicht richtig vorangeht. Die Schmerzen nehmen nicht ab – im Gegenteil. Auch die Beweglichkeit bessert sich nicht. Die BGW-Sachbearbeiterin schaltet einen Reha-Manager ein. Er vereinbart einen Besuchstermin und spricht mit Johanna Kaufmann über ihre aktuelle gesundheitliche Situation. Gemeinsam mit ihr und der behandelnden Durchgangsärztin stellt er einen Reha-Plan auf.

02–03/2017

Der Reha-Plan gibt Johanna Kaufmann Sicherheit und eine Perspektive. Sie nimmt an einer erweiterten ambulanten Physiotherapie (EAP) teil und hat probatorische Sitzungen bei einer dafür zugelassenen Psychotherapeutin, um die aktuellen Beschwerden wie Appetitmangel und ständiges Weinen anzugehen. Die Psychotherapeutin berichtet im weiteren Verlauf von kontinuierlichen Fortschritten. Nebenbei bereitet die BGW eine stufenweise Wiedereingliederung vor. Der Arbeitgeber wird einbezogen und stellt ein Tätigkeitsprofil zur Verfügung.

Die Psychotherapie wird fortgesetzt, auch über die probatorischen Sitzungen hinaus. Johanna Kaufmann ist weiterhin krankgeschrieben. Sie geht täglich zur erweiterten ambulanten Physiotherapie – die Beschwerden werden besser, sie hat aber noch immer Schmerzen. Deshalb stößt der BGW-Reha-Manager auch eine Überprüfung und Umstellung der Schmerzmedikation an.

04–06/2017

Bei Johanna Kaufmann haben sich die Zukunftsängste, auch mit Blick auf ihren Arbeitsplatz, verstärkt. Die BGW geht zusammen mit dem Arbeitgeber in die Planung der Wiedereingliederung. Bei Vorgesprächen mit der Durchgangsärztin und der Psychotherapeutin ergibt sich, dass zuerst das Metall aus Oberarm und Schulter entfernt werden sollte. Die Versicherte informiert ihren Arbeitgeber und der Reha-Plan wird angepasst. Die erweiterte ambulante Physiotherapie läuft weiter; immer wieder gibt es Rücksprachen mit dem Reha-Manager und Klärungen des aktuellen Befunds und Therapieerfolgs.

07–09/2017

Das Metall wird entfernt. Um die Nachbehandlung nach der erneuten Operation zu intensivieren, empfiehlt die Durchgangsärztin eine stationäre Rehamaßnahme. Vom Reha-Manager wird die berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung (BGSW) eingeleitet: Johanna Kaufmann ist dazu vier Wochen in einer berufsgenossenschaftlichen Klinik. In der Folge zeigt sich eine tendenzielle Besserung, auch bei den Schmerzen.

10–11/2017

Bei einem Gespräch zwischen der BGW-Versicherten, ihrem Arbeitgeber und dem Reha-Manager geht es um die nächsten Schritte zur Wiedereingliederung. Danach beginnt Johanna Kaufmann im Rahmen der stufenweisen Wiedereingliederung eine Belastungserprobung an ihrem alten Arbeitsplatz – unter enger medizinischer Kontrolle und mit stark verminderter Arbeitszeit.

12/2017

Es wird klar, dass Johanna Kaufmann ihre Tätigkeit nicht mehr so ausüben kann wie vor dem Unfall; daher nimmt sie in der nächsten Zeit an Schulungen teil und wird für planerische und organisatorische Aufgaben qualifiziert. Parallel dazu wird die ambulante Physiotherapie weitergeführt.

06/2018 – Abschluss der Wiedereingliederung

Johanna Kaufmann schließt die Qualifizierung erfolgreich ab und ist wieder vollständig eingegliedert: Sie hat bei ihrem Arbeitgeber einen Arbeitsplatz in der Verwaltung mit medizinischem Bezug erhalten und kann dort ihr Fachwissen aus der früheren Tätigkeit einbringen.

Autor(en): Johanna Knapp

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