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Latexhandschuhe: Wenn, dann nur ungepudert

BGW mitteilungen, Ausgabe 3/2018

Schon seit rund 20 Jahren dürfen bei der Arbeit keine gepuderten Latexhandschuhe mehr verwendet werden. Der Grund: das hohe Allergierisiko. Trotzdem stellt die BGW bei Betriebsbesuchen gelegentlich fest, dass noch Modelle mit Puder im Einsatz sind.

Worin das Risiko liegt

Die in Naturlatex enthaltenen Proteine können Allergien auslösen. Gepuderte Latexhandschuhe sind besonders gefährlich, da sich die Proteine am Puder anlagern. Beim An- und Ausziehen der Handschuhe werden die Allergieauslöser aufgewirbelt. So gelangen sie auch in die Umgebung und in die Atemwege.

Eine Latexallergie kann je nach Situation zu verschiedenen und unterschiedlich intensiven allergischen Reaktionen führen: von Juckreiz, Rötungen und Fließschnupfen bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock. Wie die meisten Allergien ist sie nicht heilbar.

Wo es geregelt ist

Für den Einsatz von Schutzhandschuhen im Arbeitsalltag gilt in Deutschland unter anderem die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen". Dort heißt es: "Werden aus hygienischen Gründen Einmalhandschuhe aus Latex eingesetzt, so darf der Proteingehalt 30 μg/g Handschuhmaterial nicht überschreiten. Einmalhandschuhe aus Latex dürfen nicht gepudert sein."

Was sich tun lässt

Latexallergien lassen sich vermeiden: Für viele Anwendungen bieten sich beispielsweise Handschuhe aus Kunstgummi oder Kunststoff an, die gar keine Latexproteine enthalten.

Die BGW empfiehlt darüber hinaus, auch bei latexfreien Handschuhen ungepuderte zu verwenden. Denn der Puder führt zu Mikroreibungen und verändert den physiologischen pH-Wert der Haut in Verbindung mit dem Schweiß in Handschuhen.

Außerdem müssen nach dem Ausziehen von gepuderten Handschuhen die Hände gewaschen werden, was die Haut zusätzlich belastet. Bei der Auswahl geeigneter Modelle helfen auch der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin und die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

"Glücklicherweise tauchen nur noch sehr selten gepuderte Latexhandschuhe an Arbeitsplätzen auf. Zuletzt kam das vereinzelt in tiermedizinischen Praxen vor. Verzichten Sie am besten bei allen Handschuhmaterialien auf gepuderte Modelle!"
(Alexandra Morch-Röder, BGW-Hautschutzexpertin)

Weitere Informationen

  • Die BGW bietet ausführliche Informationen zur Prävention von Latexallergien an - mit Links auf Listen verträglicher Schutzhandschuhe.
  • Die TRGS 401 regelt unter anderem den Einsatz von Schutzhandschuhen in Deutschland.
  • Alles Wissenswerte zum Hautschutz fassen die Hautschutz- und Händehygienepläne der BGW zusammen. Sie können direkt als Aushang eingesetzt werden und sind für viele Berufsgruppen verfügbar – jetzt auch für die Logopädie.

Autor(en): Sandra Bieler

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31.07.2018

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