Navigation und Service

Guter Start in die Ausbildung

BGW mitteilungen, Ausgabe 3/2018

Aller Anfang ist schwer: Es überrascht daher nicht, dass Neulinge im Betrieb ein erhöhtes Unfallrisiko haben. Gerade Auszubildende, die frisch ins Berufsleben eintreten, stehen vor vielen Herausforderungen. Umso besser, wenn ihr Einsatz im Unternehmen gut vorbereitet ist.

Neulinge im Betrieb haben ein erhöhtes Unfallrisiko - eine gute Vorbereitung im Betrieb kann helfen.

Neulinge im Betrieb haben ein erhöhtes Unfallrisiko - eine gute Vorbereitung im Betrieb kann helfen.
(Foto: Fotolia/deagreez)

Foto vergrößern

Gefährdungen ermitteln

Welche Tätigkeiten sind für die Neulinge vorgesehen? Wo bestehen Risiken? Welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich? Schon im Vorfeld sollte der Arbeitsplatz unter die Lupe genommen werden. Dabei hilft das bewährte Instrument der Gefährdungsbeurteilung. Zu beachten sind auch spezielle Regelungen, zum Beispiel für noch nicht volljährige Azubis.

Eingangsgespräche vorbereiten

Nicht zwischen Tür und Angel, sondern in einem ruhigen Umfeld und ohne Zeitdruck sollten die ersten Gespräche stattfinden. Hier wird den Azubis der "rote Faden" für ihre Lehrzeit im Betrieb aufgezeigt. Eine gute Gelegenheit für Vorgesetzte, Ausbilderinnen und Ausbilder, Erwartungen deutlich zu machen, Ziele zu setzen und einen Fahrplan für die ersten Wochen aufzustellen. Tipp: Checkliste für solche Gespräche entwickeln.

Arbeitseinsatz planen

Was steht wann an? Wer hilft dem Neuling? Wie werden nötige Kenntnisse vermittelt? Gute Vorbereitung zahlt sich gerade unter Arbeitsschutzaspekten aus: Denn Azubis verfügen noch nicht über das Wissen und den Erfahrungsschatz, um Risiken zuverlässig zu erkennen. Sie müssen Gelegenheit erhalten, sich einzuarbeiten, Fragen zu stellen und Erlerntes auszuprobieren.

Gut unterweisen

Das A und O gesunden und sicheren Arbeitens ist die Unterweisung. Auszubildende üben die meisten Tätigkeiten zum ersten Mal aus – daher ist die Erstunterweisung besonders wichtig. Tipp: Mit abwechslungsreichen Methoden und hohem Praxisbezug lernt es sich leichter. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Sicherheitsquiz als Teil der Unterweisung? Für den Einstieg in Pflegeberufe gibt es einen Wissenstest der BGW.

Feedback geben

Gerade beim Berufseinstieg können viele ihre Leistung noch nicht einschätzen. Zudem müssen sie sich in einem neuen Umfeld orientieren – fachlich wie zwischenmenschlich. Kontinuierliches Feedback ist eine wichtige Grundlage für die offene, vertrauensvolle Zusammenarbeit – und für sicheres Handeln im Berufsalltag.

Gesundheitskompetenz fördern

Vom Neuling zum Profi in Sachen Gesundheit: Es lohnt sich, Azubis gezielt in die betriebliche Präventionskultur einzubeziehen. Sie bringen Schwung in Projekte zur Gesundheitsförderung und freuen sich über die Verantwortung und Wertschätzung für ihren Beitrag. Das Unternehmen profitiert wiederum von engagierten Mitarbeitenden. Nebenbei bauen die Azubis Kompetenzen auf und lernen den Betrieb kennen.

Verständnis zeigen

Alles ist neu: Auszubildende müssen sich an vieles gewöhnen, nicht zuletzt an andere Zeiten und Abläufe als in der Schule. Auch in ihre Rolle im Unternehmen müssen sie hineinwachsen. Wer mit ihnen zusammenarbeitet, sollte sich das vor Augen führen. Denn auch junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können psychisch stark beansprucht sein. Darum ist es wichtig, ihnen zuzuhören und auf ihre Situation einzugehen. Und auch mal ein Auge zuzudrücken.

Stellenwert gesunder und sicherer Arbeit vermitteln

Früh übt sich: Wird von Anfang an vermittelt, dass zum Arbeiten auch der Schutz der eigenen Gesundheit gehört, lebt sich das später leichter im Berufsalltag. Gerade Jugendliche sind oft bereit, Risiken einzugehen – sie sollten lernen, dass am Arbeitsplatz Sicherheit unverzichtbar ist. Da sie sich an Vorbildern orientieren, heißt das: Vorgesetzte und Team sollten jederzeit mit gutem Beispiel vorangehen.

Eindeutig kommunizieren

Wie soll ich das denn machen? Was will diese Person von mir? Neulinge können sich Zusammenhänge schlechter erschließen. Missverständnisse führen jedoch zu Fehlern und erhöhen das Unfallrisiko. Deshalb gilt: klar herausstellen, was vom Azubi erwartet wird. Mögliche Handlungsschritte aufzeigen. Und sagen, was wichtig ist und warum.

Motivieren

Auch in der Ausbildung kann es Tiefpunkte geben. Umso wichtiger ist der Blick über den Tellerrand: Wo geht es hin? Was wurde schon geschafft? Welche tollen Aufgaben warten noch? Wer Perspektiven aufzeigt, motiviert für den nächsten Schritt.

Frischen Blick auf bewährte Abläufe wertschätzen

Das haben wir schon immer so gemacht! Darüber wundert sich der Neuzugang, denn mit dem Blick von außen ist vieles nicht mehr so einleuchtend. Azubis sind noch nicht "betriebsblind", erkennen Probleme und finden kreative Lösungen. Tipp: Auch "alte Hasen" können von den Neulingen lernen.

Spielregeln erklären

Im Team eingespielte Abläufe und Zuständigkeiten sind für Neulinge oft alles andere als selbsterklärend. Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen sollten sich deshalb immer wieder die Zeit nehmen, Zusammenhänge zu erläutern.

Unterstützung durch das Team sichern

Gute Tipps für den Arbeitsalltag sind Gold wert. Und wer einen Fehler macht, hört lieber aus dem Team als "von oben", was beim nächsten Mal anders laufen sollte. Darum sind alle gefordert. Zudem entlastet es die Neulinge psychisch, wenn sie sich gut aufgenommen und unterstützt fühlen.

Vertrauensperson zur Seite stellen

Ein Pate oder eine Mentorin können wertvolle Ratschläge geben und in allen Phasen der Ausbildung Rückhalt bieten. Tipp: Sicherheitsbeauftragte für die Rolle gewinnen – oder Beschäftigte, die selbst vor nicht allzu langer Zeit eine Ausbildung im Haus absolviert haben.

Autor(en): Anja Hanssen

Weitere Artikel aus unserem Kundenmagazin:

31.07.2018

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)

Start­sei­te