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Hepatitis: Neue Chancen durch neue Therapien

BGW mitteilungen, Ausgabe 2/2018

Nadelstichverletzungen können eine blutübertragene Lebererkrankung zur Folge haben. Für Hepatitis C existiert bislang keine Impfung. Dennoch gibt 
es gute Nachrichten: Zum einen sinkt die Zahl der Infektionen, zum anderen können Erfolge mit neuen, nebenwirkungsarmen Therapien vermeldet werden. Das eröffnet im Einzelfall auch wieder neue – alte – berufliche Chancen.

Dass sich der Einsatz sicherer Instrumente lohnt, lässt sich nicht oft genug betonen: Die Folgen einer Infektion durch eine Nadelstichverletzung können ein ganzes Leben beeinträchtigen. Zum Beispiel bei Hepatitis C: In vielen Fällen wird eine Infektion chronisch und kann unbehandelt zu schweren Lebererkrankungen führen.

Umso erfreulicher ist es, dass immer weniger Fälle beruflich bedingter Hepatitis-C-Infektionen gemeldet werden. Hier ist von einem Zusammenhang mit der besseren Verhütung von Nadelstichverletzungen auszugehen. Die Pflicht zur Nutzung sicherer Instrumente wurde zuletzt in einem Gerichtsurteil bestätigt.

Erfreulich ist auch, dass seit einiger Zeit neue, direkt antiviral wirksame Medikamente ("direct-acting antivirals", DAA) zur Verfügung stehen. Ihr Vorteil: Sie wirken schneller, mit sehr hohen Erfolgsquoten, bei weniger Nebenwirkungen – und das sogar bei Personen, bei denen bisherige Therapien nicht in gleicher Weise angeschlagen haben. DAA werden daher inzwischen auf breiter Fläche bei chronischer Hepatitis eingesetzt.

Nach erfolgreicher Therapie sind keine Viren mehr nachweisbar, auch Leberentzündungen oder -zirrhosen werden eingedämmt. Für die Betroffenen können sich dadurch neue Chancen zur Rückkehr an den Arbeitsplatz eröffnen.

Dabei geht es unter anderem um Tätigkeiten mit erhöhter Übertragungsgefahr: Denn bei Beschäftigten mit nachgewiesenen Hepatitis-C-Viren (HCV) im Blut sollte im Einzelfall über die weitere Ausübung entschieden werden – so die bisherige S3-Leitlinie zur HCV-Infektion der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Da nun die Viruslast unter die Nachweisgrenze gesenkt werden kann, wird es in noch mehr Fällen möglich, auch gefahrgeneigte Tätigkeiten wieder auszuüben.

Weiterhin kann der Grad einer Erwerbsunfähigkeit neu bewertet werden, wobei immer die komplette persönliche Situation und mögliche Beeinträchtigungen zu prüfen sind.

Vorausschauend handeln – Nachsorge nach Unfällen regeln

Was Unternehmen beachten sollten: Neben der konsequenten Nutzung sicherer Instrumente ist auch die Nachsorge für Nadelstichverletzungen zu regeln – das fordert unter anderem die Biostoffverordnung. Eine wichtige Rolle spielt dabei nach Unfällen mit Blutkontakt der Gang zum Durchgangsarzt beziehungsweise zur Durchgangsärztin.

Autor(en): Christian Frosch, Prof. Dr. Albert Nienhaus

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02.05.2018

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