Navigation und Service

Neue Amtsperiode der BGW-Selbstverwaltung

BGW mitteilungen, Ausgabe 1/2018

Im Oktober 2017 endete die 11. Amtsperiode von Vertreterversammlung und Vorstand der BGW. Damit verbunden war ein personeller Wechsel – und ein Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre.

Die in den Sozialwahlen 2017 neu bestimmten Vertreterinnen und Vertreter der Mitglieder und der Versicherten der BGW kamen am 20. Oktober zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

Zuvor fand eine letzte Vertreterversammlung in alter Zusammensetzung statt. Eine gute Gelegenheit, nicht nur aktuelle Entwicklungen zu betrachten und Beschlüsse zu fassen, sondern auch die endende Amtsperiode Revue passieren zu lassen. Durch die Abschlusssitzung führte Dr. Margret Steffen als Vorsitzende der Vertreterversammlung.

Stabilität und Wachstum

In ihren Berichten gingen Vorstand und Hauptgeschäftsführung zunächst auf das Jahr 2017 ein: Die ersten Hochrechnungen der BGW-Zahlen ließen einen weiteren, wenn auch geringen Anstieg der Zahl der Mitgliedsbetriebe und Betriebsstätten erwarten, so Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg.

Porträt: Prof. Dr. Stephan Brandenburg

Prof. Dr. Stephan Brandenburg, Hauptgeschäftsführer der BGW
(Foto: Jan Haeselich)

Er ergänzte: "Wir gehen davon aus, dass die Beschäftigtenzahlen wie in den letzten Jahren noch deutlicher zunehmen." Dies spiegle sich erwartungsgemäß auch in der Zunahme der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten-Fälle wider. Die höheren Entschädigungsleistungen – gemäß Prognose 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr – ließen sich mit den steigenden Versicherungsfallzahlen, der Kostensteigerung im Gesundheitswesen und dem Anstieg der Renten erklären.

Insgesamt setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Der Gesundheits- und Wohlfahrtsbereich wächst – und damit die Zahl der versicherten Unternehmen und Personen. Dies führt wiederum zu einer Zunahme der Unfälle und Berufskrankheiten von Versicherten sowie der Summe der Entschädigungsleistungen.

Rückblick: Positive Entwicklung der Versicherungsbeiträge

Die scheidende Vorstandsvorsitzende der BGW, Birgit Adamek, hob insbesondere die erfreuliche Entwicklung der Beiträge hervor: "Zu Beginn der Amtsperiode war der Beitragssatz bereits seit elf Jahren unverändert. Dies konnten wir weiterführen und sogar zweimal den BGW-Basis-Beitragsfuß senken, zuletzt für das Jahr 2016."

Adamek führte dies auf ein solides und erfolgreiches Verwaltungshandeln zurück: Selbst zu Anfang der Amtsperiode, als die BGW durch die Umstellung auf ein neues System der Lastenverteilung zwischen den Berufsgenossenschaften mit jährlich steigenden Belastungen konfrontiert war, habe man die Beiträge stabil halten können.

Ausblick: Pläne für ein neues Präventionszentrum

Die Vertreterversammlung beschäftigte sich auch mit den Plänen für den Neubau eines Präventionszentrums. Das Interesse am Aus- und Weiterbildungsangebot der BGW wächst seit Jahren. Gemeinsam mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) sollen daher in der Hamburger HafenCity neue Räumlichkeiten geschaffen werden, um Kapazitätsengpässe aufzufangen und das Angebot zu erweitern. Jährlich sind dort bis zu 360 Seminarveranstaltungen der BGW angedacht. Außerdem sollen Musterarbeitsplätze, Praxiswelten und Veranstaltungen die Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren erlebbar machen.

Ein Architekturwettbewerb wurde bereits abgeschlossen – die Planung berücksichtigt unter anderem umfassende Anforderungen an die Barrierefreiheit. Vorgesehen ist, nach Genehmigung durch das Bundesversicherungsamt das Grundstück zu erwerben und möglichst noch 2018 die ersten Schritte für den Baubeginn einzuleiten.

Prävention weiter im Fokus

Der Ausbau der Präventionsaktivitäten der BGW erstreckt sich aber nicht nur auf das Seminarangebot. In der letzten Amtsperiode wurden vielfältige Maßnahmen ergriffen. Sie basieren auf einer übergreifenden Präventionsstrategie, die auch die nächste Amtsperiode prägen soll. Ziel ist es, das Arbeitsschutzniveau in allen Mitgliedsbetrieben kontinuierlich zu verbessern – unabhängig von ihrer Größe oder Branche.

Dazu wurde unter anderem die Zahl der Betriebsbesichtigungen im Zeitraum 2012 bis 2016 fast verdoppelt, wie Susann Czekay-Stohldreier erläuterte. Sie berichtete aus dem Gemeinsamen Ausschuss für Prävention und Arbeitsschutz von Vorstand und Vertreterversammlung. Auch die Betriebe selbst signalisierten zunehmend Unterstützungsbedarf. So sei beispielsweise die Nachfrage nach Beratungsprodukten der BGW deutlich gestiegen, informierte BGW-Präventionsleiterin Jutta Lamers die Vertreterinnen und Vertreter.

Lamers stellte zudem neue Erkenntnisse aus Betriebsbesichtigungen im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) vor: Demnach sind Unternehmen aus dem Bereich Gesundheitsdienst und Sozialwesen zwar bei der Arbeitsschutzorganisation etwas besser aufgestellt als andere Branchen. Dennoch gibt es Nachholbedarf, beispielsweise bei der Gefährdungsbeurteilung. 


Porträt: Jörg Schudmann

Jörg Schudmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BGW
(Foto: Jan Haeselich)

Wo jedoch bereits das Angebot "BGW Orga-Check" zur Überprüfung der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation zum Einsatz kam, fiel das Ergebnis deutlich besser aus. Dies spricht dafür, dass geeignete Unterstützungsangebote – hier ein Online-Instrument zur Selbstbewertung – dazu beitragen können, die Sicherheit und Gesundheit in den Unternehmen deutlich zu verbessern.

Digitaler Ausbau

Mehrere Berichte auf der Vertreterversammlung gingen auf die zunehmende Digitalisierung ein. Diese zeigt sich nicht nur im Ausbau digitaler Angebote der BGW für Betriebe, Beschäftigte sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Auch hinter den Kulissen hat sich vieles getan, wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer, Jörg Schudmann, deutlich machte. Er verwies insbesondere auf die Einführung der elektronischen Akte sowie die Weiterentwicklung der Kooperationen im IT-Bereich. So betreibt die BGW zum Beispiel gemeinsam mit weiteren Berufsgenossenschaften und Einrichtungen der gesetzlichen Unfallversicherung ein neues Rechenzentrum in Nürnberg.

Wechsel an der Spitze der Selbstverwaltung

Die letzte Sitzung der Amtsperiode war auch mit einem Abschied verbunden. Dr. Robert Schäfer, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung, schied nach 31 Jahren aus der Selbstverwaltung der BGW aus. Der Vertreter der Arbeitgeberseite stand seit Oktober 2005 der Vertreterversammlung vor – in jährlichem Wechsel mit der Vertreterin der Versichertenseite.

Am 20. Oktober 2017 nahm die neue Vertreterversammlung der BGW ihre Arbeit auf. Zunächst stand die Wahl der Vorsitzenden an. Nach dem Ausscheiden von Dr. Robert Schäfer wurde Birgit Adamek als Nachfolgerin gewählt. Sie wechselte damit aus ihrer bisherigen Position als Vorstandsvorsitzende an die Spitze der Vertreterversammlung. Turnusgemäß übernahm die Arbeitgebervertreterin dort den Vorsitz. Ihr zur Seite steht Dr. Margret Steffen, die als alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung in ihrem Amt bestätigt wurde.

Damit ergab sich auch eine personelle Veränderung im Vorstandsvorsitz: Auf Birgit Adamek folgte Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach. Er vertritt die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und amtiert turnusgemäß zunächst als alternierender Vorsitzender. Den Vorsitz übernahm nach seiner Wiederwahl Axel Schmidt für die Versicherten.

Mehr zur Zusammensetzung und zu den Aufgaben der Selbstverwaltungsorgane der BGW:

Weitere Artikel aus unserem Kundenmagazin:

01.02.2018

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)

Start­sei­te