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Gesundheit fördern – mit Strategie und Spaß

BGW mitteilungen, Ausgabe 1/2018

"Gesundheit intelligent koordinieren" hat sich die Gedikom GmbH auf die Fahnen geschrieben. Dass das auch intern gut klappt, zeigen die Auszeichnungen, die das mittelständische Unternehmen bereits erhalten hat. Was ist das Erfolgsrezept?

Porträt: Annegret Schnick

Annegret Schnick
(Foto: Armin Straehle)

Die Gedikom GmbH ist ein Tochterunternehmen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und bietet Beratungs-, Kommunikations- und Vermittlungsdienstleistungen an. Unter anderem vermitteln rund 350 medizinisch ausgebildete Mitarbeitende den ärztlichen Bereitschaftsdienst und koordinieren Termine in fachärztlichen Praxen. Außerdem werden bayernweit Bereitschaftspraxen betrieben. Gesundheitsökonomin und Prokuristin Annegret Schnick erläutert im Interview, was das Gesundheitsmanagement im Unternehmen kennzeichnet.

Frau Schnick, mit welchen Belastungen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gedikom GmbH konfrontiert?

"Das ist oft stärker auf psychische Herausforderungen konzentriert als in anderen Bereichen des Gesundheitswesens. Nehmen Sie zum Beispiel unser Servicecenter für den Bereitschaftsdienst. Vieles dreht sich dort um die Kommunikation. Manchmal rufen auch Menschen in Extremsituationen an. Für uns ist es deshalb wichtig, dass alle wissen, wie sie damit umgehen können. Wir führen viele Schulungen durch, es gibt Fachcoachings vor Ort und wir machen gute Beispiele bekannt."

Ihr Unternehmen wurde mit dem Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit und mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Qualitätsmanagement ausgezeichnet. Was steckt dahinter?

"Unser betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist darauf ausgerichtet, die Gesundheitspotenziale unserer Mitarbeitenden zu stärken und Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen. Dafür haben wir feste Strukturen etabliert. Schon kurz nach unserer Gründung im Jahr 2006 haben wir 2008 das Qualitätsmanagement zertifizieren lassen – und zwar nach MAAS-BGW, das heißt, Arbeitsschutz und Gesundheit sind unmittelbar eingebunden.

Frau entspannt sich am Schreibtisch

Entspannung: ein wichtiger Baustein der Gesundheitsförderung.
(Foto: Fotolia/contrastwerkstatt)

Das BGM als Teil dieses Systems umfasst fünf Säulen: 'Arbeitssicherheit' und 'Betriebliches Eingliederungsmanagement' sind Pflichtthemen. Darüber hinaus kümmern wir uns aber auch um 'Gesundes Führen', 'Fehlzeitenmanagement' und 'Betriebliche Gesundheitsförderung'."

Was machen Sie konkret im Bereich Führen?

"Nachdem wir eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt und ausgewertet hatten, nahmen wir die Ergebnisse zur Orientierung, um einen Führungswegweiser über drei Jahre hinweg zu etablieren. Er spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle in der Ausbildung der Führungskräfte. Zudem helfen Workshops, den Führungswegweiser mit Leben zu füllen. Wie gut das dann in der Praxis klappt, zeigen unsere jährlichen Personalbefragungen."

Wie sieht die Gesundheitsförderung aus, die bei Ihnen unter dem Namen "GediFit" läuft?

"Diese Säule des betrieblichen Gesundheitsmanagements unterscheidet sich etwas von den anderen. Wir legen viel Wert darauf, dass niemand zu einer Verhaltensänderung gezwungen wird – stattdessen machen wir Angebote, die ganz individuell genutzt werden können. Das heißt aber nicht, dass wir einfach irgendetwas machen. Es muss zu unserer jährlichen Strategie passen und feste Ziele geben.

Wenn man nicht weiß, warum etwas gemacht wird, verpufft das einfach. Daher haben wir zunächst mit einer Projektgruppe erarbeitet, worum es uns geht: Vor allem wollen wir das Gesundheitsbewusstsein fördern. Dann haben wir die Mitarbeitenden befragt, was ihnen wichtig ist. Das Ergebnis war: Entspannung und Ernährung."

Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Gesundes Essen

Ernährung: ein Thema, das bei den Beschäftigten gut ankommt.
(Foto: Fotolia/Prostock-Studio)

"Dass man unbedingt individuell vorgehen muss, denn nicht alle unsere Angebote zur Stressbewältigung und Entspannung wurden tatsächlich genutzt. Das Thema Ernährung läuft dagegen super, auch Massagen kommen gut an. Wir passen also unsere Angebote immer wieder neu an und tun viel dafür, dass sie allen bekannt sind. Und mit einer persönlichen Karte für ein lokales Gesundheitsnetzwerk können alle Beschäftigten vielfältige Präventions- und Wellnessangebote nutzen."

Was geben Sie anderen Unternehmen mit auf den Weg?

"Erfolgreich in der Gesundheitsförderung ist vor allem das, was Spaß macht – das gilt auch für die organisatorische Seite des Gesundheitsmanagements. Und je mehr Personen eingebunden werden, desto eher kann man abwechseln und Neues auf die Beine stellen.

Diese Offenheit hat noch mehr Vorteile: Das sieht man zum Beispiel daran, dass die Bewerbung für einen unserer Preise von einer Mitarbeiterin über unser betriebliches Vorschlagswesen angestoßen wurde. Und ich komme darauf zurück: Es braucht eine Strategie und Ziele."

Termin-Tipp

Wer mehr über das Erfolgsrezept der Gedikom GmbH wissen will, kann zum "qu.int.as-Tag" der BGW am 19. April 2018 kommen: Annegret Schnick stellt dort das Gesundheitsmanagement vor. Die Veranstaltung mit vielen weiteren Beiträgen steht unter dem Motto "Bewegung im System – Sicherheit und Gesundheit mit BGW qu.int.as systemisch denken und agil umsetzen".

Autor(en): Interview: Anja Hanssen

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01.02.2018

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