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Hilfe nach Extremerlebnissen

BGW mitteilungen, Ausgabe 4/2017

Ein Unfall, eine Gewalterfahrung, ein Brand – so etwas kann Menschen aus der Bahn werfen. Die BGW bietet unbürokratisch erste Unterstützung und sorgt dafür, dass psychische Beeinträchtigungen umfassend behandelt werden.

Darum geht es:

Auch die psychischen Folgen von extremen Unfallerlebnissen am Arbeitsplatz oder auf den zugehörigen Wegen fallen unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Versicherte der BGW haben Anspruch auf Leistungen, die ihnen helfen, das Erlebte so gut und schnell es geht zu bewältigen und zu einem normalen Leben zurückzufinden.

So hilft die BGW:

Die Beratung ist kostenlos, unverbindlich und vertraulich. Betroffene können sich direkt an die Bezirksverwaltung in ihrer Nähe wenden. Doch auch Hinweise von Angehörigen oder Kolleginnen und Kollegen sind möglich. Die BGW nimmt dann Kontakt mit der betroffenen Person auf.

Zu den Hilfsangeboten gehört, dass sofort erfahrene Psychotherapeutinnen und -therapeuten vermittelt werden können. Ohne weitere Prüfung oder Genehmigung sind dort fünf sogenannte probatorische Sitzungen möglich. Dabei lässt sich auch klären, ob weitere Unterstützung, beispielsweise durch eine anschließende Psychotherapie, nötig ist.

Hinter diesem schnellen Hilfsangebot steht das "Psychotherapeutenverfahren" der gesetzlichen Unfallversicherung, an dem nur ärztliche und psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten teilnehmen, die eigens dafür qualifiziert sind. Behandlungen können innerhalb einer Woche starten.

Fallbeispiel: Folgen eines Verkehrsunfalls

Hilfe nach Extremerlebnissen

Auch nach einem Verkehrsunfall kann Hilfe für die Psyche nötig sein.
(Foto: Fotolia/Kara)

Als es auf dem Rückweg von einem Seminar zum Autounfall kam, saß Frau T. auf dem Beifahrersitz. Sie musste von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden. Ihre Verletzungen wurden einige Tage im Krankenhaus behandelt; die Heilung verlief ohne Komplikationen. Allerdings klagte sie über psychische Probleme, auf die sie etwas später bei einer Kontrolluntersuchung beim Durchgangsarzt aufmerksam machte: Nach dem Unfall konnte sie kaum noch Auto fahren, nicht einmal als Beifahrerin. Geräusche erinnerten sie ständig an das Geschehen, Herzrasen und Panik setzten ein, bis hin zum Zusammenbruch.

Nach ersten ambulanten Terminen wurde ein stationäres Heilverfahren zur weiteren Behandlung veranlasst. In der psychologischen Abteilung einer berufsgenossenschaftlichen Klinik konnte Frau T. dabei geholfen werden, das Unfallerlebnis zu verar­beiten – es hatte zu einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt. Nach dem Klinikaufenthalt wurde die Psychotherapie ambulant fortgesetzt und durch ein Fahrtraining ergänzt. Zehn Termine fanden statt, dann konnte sie sogar die Unfallstelle wieder ohne Beeinträchtigung befahren. Parallel erfolgte eine Belastungserprobung am Arbeitsplatz – Frau T. stieg so unter psychotherapeutischer Begleitung schrittweise wieder in ihre berufliche Tätigkeit ein. Rund ein halbes Jahr nach dem Unfall endete die psychologische Behandlung erfolgreich. Alle Leistungen inklusive Fahrstunden wurden von der BGW getragen.

Interview

Kontakt zur BGW: Betroffene und Personen aus ihrem privaten oder beruflichen Umfeld wenden sich direkt an die BGW-Bezirksverwaltung in ihrer Nähe.

Autor(en): Anja Hanssen

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01.11.2017

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