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Gesundheitsschutz als Chance – auch für Teilhabe

BGW mitteilungen, Ausgabe 4/2017

Der Fachkongress BGW forum 2017 zeigte: Wer sich dem Gesundheitsschutz in der Behindertenhilfe widmet, muss sich genauso mit Arbeitsbedingungen beschäftigen wie mit Teilhabe und Inklusion.

BGW forum 2017 - Gesundheitsschutz in der Behindertenhilfe

Der Kongress bot viele Möglichkeiten zum Austausch.
(Foto: Joy Kroeger)

Rund 1.000 Teilnehmende diskutierten vom 4. bis 6. September in Hamburg über die Entwicklungschancen von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Kernthema war der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Durch viele der 180 Einzelveranstaltungen zog sich die Frage, wie Einrichtungen die aktuelle Umbruchsituation meistern können. Die Erkenntnis war: Vor allem können sie das Personal unterstützen und Gesundheit zielgerichtet fördern. Dazu gehört unter anderem, psychische Belastungen systematisch zu verringern.

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Gute Praxis setzt auf Partizipation

Was sich erreichen lässt, wenn Betriebe über die Grundanforderungen für sichere und gesunde Arbeit hinausgehen, veranschaulichten viele Beispiele guter Praxis. Dazu zählten insbesondere die Unternehmen, die auf dem Kongress mit dem BGW-Gesundheitspreis 2017 ausgezeichnet wurden. Trotz vielfältiger Konzepte haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie binden konsequent die Menschen vor Ort ein – speziell auch die in Werkstätten beschäftigten Menschen mit Behinderungen.

BGW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg hob die besondere Bedeutung von Partizipation für alle Beteiligten hervor. Er sagte: "Die aktive Gestaltung von Arbeitssicherheit und die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz bieten hervorragende Möglichkeiten, dadurch auch Teilhabe zu verwirklichen." Chancen sah er vor allem in den jeweiligen Rollen im Betrieb sowie in der Förderung von Kommunikation und Miteinander.

Wie das konkret aussehen kann, machten auf dem Kongress vorgestellte Unterstützungsangebote der BGW deutlich. Menschen mit Handicap können beispielsweise als Sicherheitsbeauftragte oder im Werkstattrat selbst für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz tätig werden.

Neue Wege zur Teilhabe im Arbeitsleben gehen

Mehrere Einzelveranstaltungen widmeten sich dem Weg zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und dem Bundesteilhabegesetz. Angesichts der Forderung der UN-BRK, vollständige Inklusion im Arbeitsleben zu verwirklichen, bewegte viele Einrichtungen die Frage nach der Zukunft der Werkstätten. Als Antwort ergab sich in intensiven Diskussionen klar: Werkstätten sind auch zukünftig kein Auslaufmodell – im Gegenteil, sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Teilhabe und Inklusion.

Inklusion im Beruf in allen Facetten zeigen

Wie Menschen mit Behinderungen im Beruf sichtbar werden, spielte auch eine Rolle bei zwei weiteren Programmpunkten des Fachkongresses. Zum einen wurden im Fotowettbewerb "Mensch – Arbeit – Handicap" Arbeiten prämiert, die Facetten von Inklusion im Arbeitsleben beleuchten.

Zum anderen wurden die Ergebnisse einer Medienanalyse präsentiert, die der Berichterstattung zu diesem Themenfeld auf den Grund ging. Fazit dort: Wenn über Menschen mit Behinderungen berichtet wird, geschieht dies bislang am ehesten mit Blick auf Behindertenpolitik, Sport oder Gesundheit – nicht jedoch die Teilhabe am Berufsleben. Insgesamt wird die Wahrnehmungsschwelle weit verfehlt, sodass die tatsächliche Situation von Menschen mit Behinderungen der Öffentlichkeit kaum vermittelt werden kann.

BGW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg wünschte sich vor diesem Hintergrund ein differenziertes und kraftvolles Bild in den Medien – auch um den Weg zur Teilhabe weiter zu unterstützen.

Autor(en): Anja Hanssen

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01.11.2017

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