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DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention (alt: BGV A1)

Wer trägt die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz? Welche Strukturen und Anforderungen müssen Betriebe beachten? Mit der DGUV Vorschrift 1 und der ergänzenden DGUV Regel 100-001 gelten neue Grundlagen. Auch wenn sich insgesamt nur wenig geändert hat, sollten sich Unternehmen mit den Regelungen auseinandersetzen.

Die DGUV Vorschrift 1 ist am 1. Oktober 2014 in Kraft getreten und hat die BGV A1 abgelöst. Mit der DGUV Vorschrift 1 werden die bisherigen zwei Unfallverhütungsvorschriften zu den Grundsätzen der Prävention zusammengeführt, die nahezu inhaltsgleich im Bereich der Berufsgenossenschaften beziehungsweise der Unfallkassen der öffentlichen Hand galten.

Gleichzeitig erfolgt der Wechsel von der BGR A1 zur neuen DGUV Regel 100-001, die ergänzende Erläuterungen zur Vorschrift gibt.

Was ist in der DGUV Vorschrift 1 geregelt?

Die DGUV Vorschrift 1 beinhaltet und konkretisiert alle wesentlichen Anforderungen, die ein Unternehmer im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu berücksichtigen hat.

  • Die Vorschrift geht ausführlich auf die Pflichten des Unternehmers ein, der die Gesamtverantwortung trägt. Angesprochen werden unter anderem die Themen Gefährdungsbeurteilung, Pflichtenübertragung, Unterweisung der Versicherten sowie Befähigung der Beschäftigten für Tätigkeiten.
  • Außerdem werden die Unterstützungspflichten der Versicherten geregelt: Sie müssen zur Sicherheit und Gesundheit beitragen, soweit es um sie selbst geht oder um andere Personen, die von ihrem Handeln betroffen sind.
  • Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit der Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes. Es enthält Abschnitte zur betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung sowie zu Sicherheitsbeauftragten, zu Maßnahmen bei besonderen Gefahren, zu Erster Hilfe und zur persönlichen Schutzausrüstung.

Was ändert sich für die Betriebe?

Vor allem wird vieles vereinheitlicht und klargestellt. Deshalb lohnt sich der Blick ins Regelwerk für Unternehmen: Die neuen Fassungen erhalten Punkt für Punkt wichtige Hinweise, welche Anforderungen zu erfüllen sind und wie sie den betrieblichen Arbeitsschutz organisieren können.

Eine wichtige Klarstellung der DGUV Vorschrift 1 betrifft den Geltungsbereich. Denn neben den Unternehmen und Versicherten sind nun ausdrücklich auch Versicherte einbezogen, die keine Beschäftigten sind: Das sind zum Beispiel ehrenamtliche Kräfte, die im Gesundheitsdienst oder der Wohlfahrtspflege vom Unternehmer eingesetzt werden, sowie Schülerinnen und Schüler oder Studierende.

Auch in Bezug auf betriebliche Ersthelfer haben sich teilweise Änderungen ergeben – beachten Sie hierzu unsere Informationsseite zur Erste-Hilfe-Ausbildung.

Sicherheitsbeauftragte: Neue Kriterien zur Bestimmung der erforderlichen Anzahl

Eine Änderung im Vergleich mit den bisherigen Unfallverhütungsvorschriften ergibt sich bei den Sicherheitsbeauftragten. Ausgangspunkt ist nach wie vor, dass Unternehmen mit regelmäßig mehr als 20 Beschäftigten Sicherheitsbeauftragte bestellen müssen. Die bisherige Vorschrift konkretisierte die inhaltlichen Vorgaben in sogenannten Bestellstaffeln mit Zahlenvorgaben je nach Unternehmensgröße und Branche. Stattdessen beschränkt sich die neue Vorschrift auf die Formulierung fünf verbindlicher Kriterien, die bei der Bestellung von Sicherheitsbeauftragten zu erfüllen sind:

  • im Unternehmen bestehende Unfall- und Gesundheitsgefahren
  • räumliche Nähe zu den Beschäftigten
  • zeitliche Nähe zu den Beschäftigten
  • fachliche Nähe zu den Beschäftigen
  • Anzahl der Beschäftigen

Beachten Sie unsere weiteren Informationen, wie Sie die Zahl der Sicherheitsbeauftragten prüfen können.

Weitere Infos und Praxishilfen für Betriebe

  • Antworten auf häufig gestellte Fragen zur DGUV Vorschrift 1 finden sich in unserer Rubrik FAQ.
  • Informationen zur neuen Vorschrift und zur begleitenden DGUV Regel 100-001 bietet auch die Website der DGUV.
01.10.2014

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